Propan-1,3-sulton
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
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| Struktur von Propan-1,3-sulton | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Propan-1,3-sulton | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C3H6O3S | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose, kristalline Masse<ref name="Römpp" /> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 122,14 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||||||
| Dichte |
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| Schmelzpunkt |
31 °C<ref name="Römpp" /><ref name="Fischer">R. F. Fischer: PROPANESULTONE. In: Industrial & Engineering Chemistry. Band 56, Nr. 3, 1. März 1964, S. 41–45, doi:10.1021/ie50651a008.</ref><ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
96 °C (1,3 hPa)<ref name="Römpp" /> | ||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
0,48 Pa (20 °C)<ref name="Römpp" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Zulassungsverfahren unter REACH |
besonders besorgniserregend: krebserzeugend (CMR)<ref name="SVHC_100.013.017">Eintrag in der SVHC-Liste der Europäischen ChemikalienagenturVorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||||||||||||
| Toxikologische Daten | |||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Propan-1,3-sulton ist eine chemische Verbindung aus der Stoffgruppe der Sultone. Es kann als innerer, cyclischer Ester der γ-Hydroxypropansulfonsäure gesehen werden.
Darstellung und Gewinnung[Bearbeiten]
Die Synthese der Verbindung erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Schritt wird durch eine radikalische Addition von Natriumhydrogensulfit an Allylalkohol in Gegenwart von Luftsauerstoff oder von Peroxiden als Initiatoren Natrium-3-hydroxypropansulfonat hergestellt. Die Zielverbindung erhält man im zweiten Schritt durch saure Dehydratisierung der Zwischenverbindung.<ref name="Römpp" /> Eine weitere Synthese startet mit einer Reed-Reaktion mit n-Propylchlorid, Chlor und Schwefeldioxid. Das resultierende γ-Chlorpropansulfonsäurechlorid wird zur freien Säure hydrolysiert und anschließend unter Chlorwasserstoffabgabe zyklisiert.<ref name="Fischer" />
Eigenschaften[Bearbeiten]
Propan-1,3-sulton ist eine farblose, kristalline Masse, die bei 31 °C schmilzt. Die Verbindung kann nur unter reduziertem Druck verdampft werden. In der Hitze erfolgt die Zersetzung der Substanz.<ref name="GESTIS" />
| Druck / mbar | 1,33 | 6,67 | 13,32 | 40 |
| Siedetemperatur / °C | 100 | 134 | 150 | 180 |
In Wasser ist die Verbindung nur gering löslich. Bei 25 °C lösen sich 0,025 Mol-%, bei 70 °C 0,062 Mol-% in Wasser.<ref name="Fischer" /> Umgekehrt lösen sich bei 25 °C 0,75 Mol-%, bei 70 °C 0,475 Mol-% Wasser in Propan-1,3-sulton.<ref name="Fischer" /> In Wasser erfolgt eine langsame Hydrolyse, die sich mit zunehmender Temperatur beschleunigt.<ref name="Fischer" /> Als Produkt der Reaktion mit Wasser entsteht 3-Hydroxypropansulfonsäure.
Die Hydrolysereaktion kann bei Wasserüberschuss als Reaktion erster Ordnung gesehen werden, deren Halbwertszeiten bezüglich der Propan-1,3-sultonkonzentration bestimmt worden sind.<ref name="Fischer" /><ref name="Bordwell">F. G. Bordwell, C. Edward Osborne, Richard D. Chapman: The Hydrolysis of Sultones. The Effect of Methyl Groups on the Rates of Ring-opening Solvolyses. In: Journal of the American Chemical Society. Band 81, Nr. 11, 1. Juni 1959, S. 2698–2705, doi:10.1021/ja01520a029.</ref>
| Temperatur / °C | 20 | 30 | 40 | 70 |
| Halbwertszeit / h | 14,8 | 4,8 | 1,6 | 0,11 |
Die Umsetzung der Verbindung mit Alkoholen oder Alkoholaten ergibt die entsprechenden 3-Alkoxypropansulfonsäuren.<ref name="Fischer" /> Propan-1,3-sulton wirkt gegenüber vielen Stoffen als Alkylierungsmittel. So werden mit Harnstoff oder Thioharnstoff die O- bzw. S-alkylierten Produkte gebildet. Mit Carbonsäuren resultieren 3-Sulfopropylester. In Gegenwart von Aluminiumchlorid gelingt die Friedel-Crafts-Alkylierung von Aromaten.<ref name="Fischer" />
Verwendung[Bearbeiten]
Die Verbindung kann zur Herstellung von Polyethersulfonen und speziellen, zwitterionischen Polymeren verwendet werden.<ref name="Römpp" /> Zudem ist sie Bestandteil von Batterieelektrolyten und photographischen Materialien.<ref name="Römpp" /> In der organischen Chemie wird sie Ausgangsverbindung für die Synthese von Sultainen, Sulfobetainen, Heterocyclen und anderen sulfonylfunktionalisierten Verbindungen genutzt.<ref name="Römpp" />
Gesundheitsgefahren[Bearbeiten]
Eine akute Vergiftung zeichnet sich im Tierversuch durch Apathie, zunehmende Atemnot, blutige Durchfälle, Tremor und Krämpfe aus.<ref name=":0">Manfred Metzler, Frank J. Hennecke: Toxikologie für Naturwissenschaftler und Mediziner Stoffe, Mechanismen, Prüfverfahren. 3., überarb. und aktualisierte Auflage. Weinheim 2005, ISBN 978-3-527-30989-4, S. 267–268.</ref> Der Tod trat Stunden bis Tage nach einer akuten Vergiftung durch Lungenödeme, schwerste Darmblutungen und Hirnödeme auf.<ref name=":0" /> LD50-Werte sind für die orale Aufnahme an der Ratte (157–350 mg/kg KG) und für die intravenöse Gabe (210 mg/kg KG) beschrieben.<ref name=":0" />
In einer Vielzahl von Mutagenitätstests erwies es sich als mutagen.<ref name=":0" /> Es ist eindeutig kanzerogen und induziert lokale sowie systemische Tumoren.<ref name=":0" /> Der Stoff wurde am 17. Dezember 2015 in der Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe im Anhang der Gefahrstoffverordnung aufgenommen.<ref name="SVHC_100.013.017" />
Propan-1,3-sulton ist nach REACH als besonders gefährlicher krebserzeugender Stoff eingestuft und darf nur in geschlossenen Anlagen hergestellt oder verwendet werden.<ref name="SVHC_100.013.017" />
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gefährlicher Stoff mit harmonisierter Einstufung (CLP-Verordnung)
- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Giftiger Stoff bei Hautkontakt
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Einatmen
- Hautreizender Stoff
- Ätzender Stoff
- Erbgutverändernder Stoff
- Krebserzeugender Stoff
- CMR-Stoff
- SVHC-Stoff
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Sulton
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 28