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Frauenhaarfarne

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Frauenhaarfarne
Datei:Starr 030807-0143 Adiantum raddianum.jpg

Dreieckiger Frauenhaarfarn (Adiantum raddianum)

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Familie: Saumfarngewächse (Pteridaceae)
Gattung: Frauenhaarfarne
Wissenschaftlicher Name
Adiantum
L.

Die Frauenhaarfarne (Adiantum) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Saumfarngewächse (Pteridaceae)<ref name="FoC2013" /><ref name="FoNA" /> und gehören zu den Echten Farnen (Polypodiopsida). Kennzeichnendes Merkmal der Gattung Adiantum ist der umgeschlagene Blattrand, der die Sori bedeckt. Die 220 bis 230 Arten sind fast weltweit verbreitet.<ref name="Hassler2022" />

Merkmale[Bearbeiten]

Datei:Illustration Adiantum capillus-veneris0.jpg
Illustration des Gewöhnlichen Frauenhaarfarn (Adiantum capillus-veneris)

Adiantum-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Die Rhizome sind kurz oder lang kriechend bis halb aufrecht, und verzweigt. Die Schuppen sind dunkelgelb bis dunkel rot-braun (selten schwarz), ein- oder zweifarbig, linealisch-lanzettlich bis lanzettlich. Ihr Rand ist ganz, ausgebissen-bewimpert oder winzig gezähnt.

Die Blätter sind meist einheitlich, seltener etwas zweigestaltig. Sie stehen dicht gehäuft bis nahe beieinander, selten entfernt, und sind 15 bis 110 Zentimeter groß. Die Blätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist kastanienbraun bis dunkel-purpurn oder schwarz. Er besitzt an der Oberseite eine einzelne Rille. Der Stiel ist kahl bis behaart und wird von einem oder zwei Leitbündeln durchzogen. Die Blattspreite ist im Umriss lanzettlich, eiförmig, kellenförmig, oder fächerförmig, und dabei ein- bis vierfach (selten bis neunfach) gefiedert. Beide Seiten sind meist kahl (in Nordamerika besitzen zwei Arten zerstreut Haare). Die Oberseite ist stumpf bis glänzend, nicht gestreift. Die Blattspindel ist gerade bis gebogen. Die fast sitzenden bis kurz gestielten Blattabschnitte letzter Ordnung sind kreisförmig, fächerförmig, rhombisch oder länglich mit gestutztem bis keilförmigem Grund und 3 bis 29 Millimeter breit.

Die fruchtbaren Blattabschnitte sind am Rand umgebogen und bilden Pseudoindusien. Diese sind 0,6 bis 1 Millimeter breit und hell graugrün oder braun bis dunkelbraun gefärbt. Sie verdecken die Sporangien, bis diese sich öffnen. Die Sporangien selbst stehen fast am Spreitenrand entlang der Blattadern, manchmal auch zwischen diesen, an der Unterseite der Pseudoindusien. Die Sporen sind gelb bis gelblich-braun, tetraedrisch bis kugelig.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 29 oder 30.

Ökologie[Bearbeiten]

Adiantum-Arten wachsen terrestrisch oder auf Felsen (lithophytisch).

Datei:Starr 030405-0235 Adiantum hispidulum.jpg
Rauer Frauenhaarfarn (Adiantum hispidulum)
Datei:Adiantumjordanii.jpg
Adiantum jordanii
Datei:Adiantum macrophyllum a1.jpg
Adiantum macrophyllum
Datei:Adiantum pedatum - maidenhair fern - desc-foliage top view.jpg
Pfauenradfarn (Adiantum pedatum)
Datei:Starr-120229-3141-Adiantum raddianum-habit-Waikapu Valley-Maui (25136613955).jpg
Dreieckiger Frauenhaarfarn (Adiantum raddianum)
Datei:Adiantum reniforme 001.JPG
Talerfarn (Adiantum reniforme)
Datei:Adiantum trapeziforme.JPG
Diamant-Frauenhaarfarn (Adiantum trapeziforme)
Datei:Adiantum venustum - Flickr - peganum.jpg
Immergrüner Frauenhaarfarn (Adiantum venustum)
Datei:Adiantum viridimontanum.jpg
Adiantum viridimontanum

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Adiantum wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 1094 aufgestellt.<ref name="Hassler2022" /> Typusart ist Adiantum capillus-veneris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.

Die Gattung Adiantum gehört innerhalb der Familie Pteridaceae zu einer monophyletischen Gruppe, die neben Adiantum die neun Gattungen der Vittarioideae umfasst und als Unterfamilie Adiantoideae bezeichnet werden könnte.<ref name="Smith2006" /> Während die Gattung Adiantum selbst sehr gut charakterisiert ist, lassen sich die Arten nur schlecht voneinander abgrenzen.

Die Gattung Adiantum ist annähernd weltweit verbreitet (subkosmopolitisch). Sie fehlt allerdings in den Breiten jenseits des 60. Breitengrads. Ihre höchste Diversität erreichen sie in den südamerikanischen Anden. In Trockengebieten fehlen sie völlig.

In Europa kommen drei Arten vor, davon ist nur eine einheimisch, der Frauenhaarfarn oder Gewöhnlicher Frauenhaarfarn (Adiantum capillus-veneris)<ref name="Hegi" />, der in den Südalpen auch den Südrand Mitteleuropas erreicht. Des Weiteren kommen der Raue Frauenhaarfarn<ref name="Zander2008" /> (Adiantum hispidulum) und der Dreieckige Frauenhaarfarn (Adiantum raddianum) in Europa vor.<ref name="FE1" />

Es gibt 220 bis 230 Arten in der Gattung Adiantum (Auswahl):<ref name="Hassler2022" />

Nutzung (Auswahl)[Bearbeiten]

Der Pfauenrad-Frauenhaarfarn oder Pfauenradfarn (Adiantum pedatum) wird als Zierpflanze genutzt.<ref>Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Frauenhaarfarne (Adiantum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FE1"> A. Lawalrée, J. R. Akeroyd, A. M. Paul: Adiantum. In: </ref> <ref name="Hegi"> </ref> <ref name="Smith2006"> Alan R. Smith, Kathleen M. Pryer, Eric Schuettpelz, Petra Korall, Harald Schneider, Paul G. Wolf: A classification for extant ferns. In: Taxon. Volume 55, Issue 3, 2006, S. 705–731. doi:10.2307/25065646 </ref> <ref name="FoC2013"> Youxing Lin, Jefferson Prado, Michael G. Gilbert: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 2–3: Lycopodiaceae through Polypodiaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2013, ISBN 978-1-935641-11-7. Adiantum Linnaeus., S. 238–247 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="FoNA"> Cathy A. Paris : In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 2: Pteridophytes and Gymnosperms. Oxford University Press, New York 1993, ISBN 0-19-508242-7. Adiantum Linnaeus. - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Verloove+al2007">F. Verloove, R. van der Ham, T. Denters: Exotische muurvarens in België en Nederland. In: Dumortiera. Band 92, 2007, S. 1–16, Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.PDF-Datei. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.br.fgov.be</ref> <ref name="Dierkes+al2005"> Ann-Helen Dierkes, Andreas Sarazin, Renate Fuchs, Götz Heinrich Loos, Peter Keil: Ein Vorkommen von Adiantum raddianum C. Presl (Adiantaceae) in Essen (Nordrhein-Westfalen). In: Floristische Rundbriefe. Band 39, S. 45–49, PDF-Datei. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1178–1179. </ref> <ref name="Hassler2022"> Michael Hassler: Datenblatt Adiantum bei World Ferns. Synonymic Checklist and Distribution of Ferns and Lycophytes of the World. Version 12.9 vom 9. Januar 2022. </ref> <ref name="POWO">Datenblatt Adiantum bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Adiantum. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 133.</ref> </references>

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