Strangriede
Strangriede<ref name="An der Strangriede">Helmut Zimmermann: An der Strangriede, in ders.: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 26</ref> oder Strangriedegraben<ref>Helmut Zimmermann: Stöcken. Bauerndorf und Industrie, in ders.: Von Anderten nach Stöcken ... (= Streifzüge durch Hannovers Geschichte), Harenberg-Labs, Hannover 1987, ISBN 3-89042-023-0, S. 91–94; hier: S. 91</ref> war der Name eines Wassergrabens bei Hannover, der im heutigen Stadtteil Nordstadt in Höhe des Engelbosteler Dammes verlief<ref name="An der Strangriede">Helmut Zimmermann: An der Strangriede, in ders.: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 26</ref> und – nach einer Namensänderung – als Stöckener Bach<ref name="Schulbiologiezentrum">Eva Benz-Rababah: Schulbiologiezentrum. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 555; online über Google-Bücher</ref> schließlich in die Leine mündet.<ref name="Wasserzeichen">N.N.: Wasserzeichen / Stöckener Bach auf der Seite hannover.de, zuletzt abgerufen am 15. Mai 2016</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
An der Strangriede[Bearbeiten]
Schon seit dem 14. Jahrhundert war das Land vor dem Steintor in den Besitz hannoverscher Bürger übergegangen, die seit dem 16. Jahrhundert Grundstücke an Kleinbürger verpachteten. Die Pächter betrieben Gartenbau zum Erwerb und wurden daher als sogenannte „Gartenleute“ bezeichnet. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatten die Gartengemeinden nördlich Hannovers rund 200, und bis um 1800 – noch zur Zeit des Kurfürstentums Hannover – schon rund 500 Wohnhäuser errichtet.<ref name="DTBD">Gerd Weiß: Die Gartengemeinden der Nordstadt In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 2, Band 10.2, hrsg. von Hans-Herbert Möller, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege, Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1985, ISBN 3-528-06208-8, S. 100, sowie Ortskarte 2 Nordstadt Hainholz Vahrenwald S. 34f.; sowie Nordstadt im Addendum Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege) / Stand: 1. Juli 1985 / Stadt Hannover. S. 6f.</ref> Ebenfalls spätestens 1800 nutzten diese Menschen bereits einen Feldweg entlang der Strangriede.<ref name="An der Strangriede"/> Von ihren bewohnten Gartenhäusern soll sich im Bereich der heutigen Nordstadt nur das zur Zeit des Königreichs Hannover um 1820 errichtete Gartenhaus am Judenkirchhof als letztes Zeugnis der ursprünglich ländlichen Besiedlung erhalten haben.<ref name="DTBD"/>
1845 erhielt der ehemalige Feldweg entlang des Wassergrabens amtlich den Namen An der Strangriede.<ref name="An der Strangriede"/> Um diese Zeit hatte der Bereich noch einen ländlichen, aber auch schon kleinstädtischen Charakter, wie dies noch an den Gebäuden der Heisenstraße 24 oder der Heisenstraße 31 deutlich wird.<ref name="DTBD Die Erweiterung">Gerd Weiß: Die Erweiterung der Nordstadt um die Mitte des 19. Jahrhunderts. In: Denkmaltopographie ..., S. 103ff.</ref>
Noch 1852 erläuterte der Dichter Hoffmann von Fallersleben unter anderem mit dem Beispiel der Strangriede die Bedeutung von „-riede“ als niederdeutsches Wort für „Bach“.<ref>Hoffmann von Fallersleben: Niederdeutsches Namenbüchlein, Hannover: Karl Rümpler, 1852, S. 59; online bei Wikisource</ref>
Ab 1858 hatte die jüdische Gemeinde Schwierigkeiten bei ihrer Suche nach einem Platz für einen neuen Friedhof, da „[...] nur noch ganz wenige Teile des vorstädtischen Gebietes ganz frei von Ansiedelungen seien“,<ref name="DTBD Die Erweiterung"/> und fand den Platz schließlich in dem 1864 eröffneten Jüdischen Friedhof An der Strangriede. Ähnlich verhielt es sich mit dem Neuen St.-Nikolai-Friedhof.<ref name="HKuKL">Dirk Böttcher, Klaus Mlynek (Hrsg.), Helmut Knocke, Hugo Thielen: Am Lindener Berge 44. In: Hannover. Kunst- und Kultur-Lexikon. Handbuch und Stadtführer. 4., aktualisierte und erweiterte Auflage. zu Klampen, Springe 2007, ISBN 978-3-934920-53-8, S. 82.</ref> Beide Friedhöfe stehen heute als Gartendenkmal unter Schutz.<ref name="An der Strangriede"/>
Während der im Wesentlichen im letzten Drittes des 19. Jahrhunderts „[...] überplante und geschlossene Bereich zwischen Engelbosteler Damm und Schneiderberg“ aufgrund seiner historischen Bedeutung vollständig als „denkmalpflegerischer Interessenbereich“ kartiert wurde, wurde die Gesamtanlage des in der Gründerzeit des Deutschen Kaiserreichs 1892 errichteten Komplexes des städtischen Krankenhauses Mitte der 1980er Jahre denkmalgeschützt ausgewiesen.<ref name="An der Strangriede"/>
Der weitere Verlauf der Strangriede[Bearbeiten]
Noch zur Zeit der Weimarer Republik verlief die Strangriede entlang der 1922 bis 1923 eingerichteten „Gartenarbeitsschule“, dem späteren Botanischen Schulgarten Burg und heutigen Schulbiologiezentrum im Stadtteil Burg.<ref name="Schulbiologiezentrum"/>
In einiger Entfernung tritt die ehemalige Strangriede unter ihrem heutigen Namen Stöckener Bach<ref name="Schulbiologiezentrum"/> jedoch erst wieder als „[...] naturferner Abschnitt“ im Stadtteil Stöcken in Höhe der Straße Gretelriede Ecke Eilersweg aus ihrer Verrohrung heraus, bevor sie rund 2,7 km weiter in die Leine fließt.<ref name="Wasserzeichen"/>
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]
- Michael Tertilt: Die Nordstadt. Entstehung und Entwicklung eines Stadtteils, Stadtplanungsamt, Hannover 1989
- Sanierungszeitung Nordstadt Hannover, erschien von 1996 bis 2004, Hannover: Madsack Verlagsgesellschaft
- Franziska Scharsky, Michael Römer (Red. und Text): Die Wegeverbindung zwischen An der Strangriede und Haltenhoffstraße, in dies.: Sanierung Nordstadt. Abschlussbericht, Landeshauptstadt Hannover, Der Oberbürgermeister, Baudezernat, Fachbereich Planen und Stadtentwicklung, Bereich Stadterneuerung und Wohnen, Hannover: LHH, 2007, S. 60f.
- Wolfgang Becker: Sonntagspralinen. Gewerbebrachen im Sanierungsgebiet Nordstadt, Hochschulschrift, mit einer DVD (12,5 Minuten), Institut für Architektur- und Planungstheorie, Hannover 2008
Medienecho[Bearbeiten]
- Uwe Kreuzer: Mehr als ein Haus / Weber Massivhaus schafft An der Stangriede eine Heimat für Familien. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 14. Mai 2014; Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.online-Ausgabe ( vom 15. Mai 2016 im Internet Archive)
- Red.: Festival in Hannover-Nordstadt nun komplett / An-der-Strangriede-Fest Ende August mit elf Acts, Artikel vom 18. August 2014 auf der Seite rockszene.de
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Koordinaten: 52° 23′ 26,7″ N, 9° 43′ 6″ O
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