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Ochsenzungen

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Ochsenzungen
Datei:Anchusa officinalis.jpeg

Gemeine Ochsenzunge (Anchusa officinalis)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Unterfamilie: Boraginoideae
Tribus: Boragineae
Gattung: Ochsenzungen
Wissenschaftlicher Name
Anchusa
L.

Die Pflanzengattung Ochsenzungen (Anchusa), benannt nach den rinderzungenähnlichen<ref>Helmut Carl: Die deutschen Pflanzen- und Tiernamen: Deutung und sprachliche Ordnung. Heidelberg 1957 (Neudruck Heidelberg und Wiesbaden 1995), S. 64 f.</ref> Blättern, gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Die 30 bis 50 Arten sind hauptsächlich im Mittelmeerraum verbreitet; auch im übrigen Europa, in Westasien, in Nord- und Südafrika kommen Arten vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Anchusa-Arten wachsen als ein-, zweijährige bis ausdauernde krautige Pflanzen.<ref name="FoC1995" /> Die oberirdischen Pflanzenteile sind meist spärlich rau bis borstig oder selten weich anliegend behaart (Indument).<ref name="FoC1995" /> Die Stängel sind aufrecht oder ausgebreitet. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind einfach.<ref name="FoC1995" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die endständigen, zymösen Blütenstände enthalten lanzettliche Tragblätter.<ref name="FoC1995" />

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch bis leicht zygomorph und fünfzählig. Die fünf Kelchblätter sind im unteren Drittel oder am Grund<ref name="FE3" /> verwachsen; sie sind manchmal in der Fruchtreife etwas vergrößert.<ref name="FoC1995" /> Die gleichen oder ungleichen Kelchlappen sind linealisch bis dreieckig.<ref name="FoC1995" /> Die Kronröhre ist meist länger als der Blütenkelch.<ref name="FoC1995" /> Die blauen bis purpurfarbenen oder gelben Kronblätter sind am Grund zu einer geraden bis gebogenen<ref name="FE3" /> Röhre verwachsen; die Schlundanhängsel sind schuppig oder papillös und kurz behaart.<ref name="FoC1995" /> Die fünf radförmig bis glockenförmig abstehenden<ref name="FE3" /> Kronzipfel sind gleich oder ungleich. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden; sie sind mit der Kronröhre an ihrer Hälfte oder darunter verwachsen und sie überragen die Krone nicht.<ref name="FoC1995" /> Die Staubfäden sind kurz und fadenförmig.<ref name="FoC1995" /> Die Staubbeutel sind eiförmig-länglich.<ref name="FoC1995" /> Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen; er ist durch falsche Scheidewände in vier Fächer geteilt. Der Griffel überragt die Krone nicht und endet in einer kopfigen, zweiteiligen Narbe.<ref name="FoC1995" />

Die Klausenfrüchte zerfallen in vier einsamige, nussartige Klausen. Die Klausen sind gerade, nierenförmig oder schief-eiförmig und haben eine netzrunzelige Oberfläche; die Ansatznarbe befindet sich am Grund oder in dessen Nähe und hat einen ringförmigen, verdickten und verhärteten Rand.<ref name="FoC1995" />

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 8, bei Anchusa thessala jedoch nur x = 6.<ref name="Selvi-Bigazzi2003" />

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Die Wurzeln und unterirdischen Sprossteile enthalten Alkannin (auch Anchusin genannt), einen auch bei anderen Gattungen der Boraginaceae (Alkanna, Echium, Lithospermum, Onosma) enthaltenen roten bis violetten Farbstoff.<ref name="Hegi5-3" />

Datei:Anchusa calcarea.jpg
Untergattung Anchusa: Anchusa calcarea
Datei:Anchusa capensis 1DS-II 3682.jpg
Untergattung Anchusa: Blütenstand der Afrikanischen Ochsenzunge (Anchusa capensis)
Datei:Anchusa sardoa (Illario) Selvi and Bigazzi (AM AK345035-2).jpg
Untergattung Anchusa: Anchusa sardoa
Datei:Anchusa undulata.JPG
Untergattung Anchusa: Anchusa undulata subsp. undulata<ref name="FlIb" />
Datei:Anchusa azurea.JPG
Untergattung Buglossum: Italienische Ochsenzunge (Anchusa azurea)
Datei:Anchusa strigosa 5.jpg
Untergattung Buglossum: Anchusa strigosa
Datei:Anchusa aegyptiaca kz5.jpg
Untergattung Buglossoides: Ägyptische Ochsenzunge (Anchusa aegyptiaca)

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Anchusa wurde durch Carl von Linné 1753 in Species Plantarum, Tomus I, Seite 133<ref name="Euro+Med" /> und 1754 in Genera Plantarum, 5. Auflage, Seite 64 aufgestellt.

Die Gattung Anchusa s. l. ist nach molekulargenetischen Untersuchungen monophyletisch; dazu war es erforderlich einige kleinere Gattungen (Gastrocotyle, Phyllocara) abzuspalten oder einige Arten in bestehende andere Gattungen auszugliedern.<ref name="Hilger2004" /> Die in der Gattung Anchusa s. str. verbleibenden Arten werden in fünf Untergattungen eingeteilt, deren Aufteilung aber auch deshalb befürwortet wird, weil sie paraphyletisch sind.<ref name="Hilger2004" /> Grundlage dieser Einteilung sind vor allem Fruchtmerkmale.<ref name="Selvi-Bigazzi2003" /> Die bei einigen Arten aufgeführten Unterarten wurden in älterer Literatur<ref name="FE3" /><ref name="Med-Check1" /> oft als Arten geführt. Insgesamt gibt es etwa 30 bis 50 Anchusa-Arten:<ref name="GRIN" /><ref name="Selvi-Bigazzi1998" /><ref name="Selvi-Bigazzi2003" /><ref name="Hilger2005" />

Untergattungen mit in der Gattung Anchusa verbleibenden Arten[Bearbeiten]

  • Anchusa subgenus Buglossum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Gaertn.) Guşul. <ref name="FloraIranica" />: Diese Untergattung umfasst ausdauernde Pflanzen. Die Schlundanhängsel sind aufrecht und sind mit keulenförmigen Trichomen bedeckt. Die Klausenfrüchte sind aufrecht, länglich, sehr groß und an der Spitze gerundet.<ref name="Selvi-Bigazzi2003" />
  • Anchusa subgenus Buglossellum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Guşul.: Diese Untergattung umfasst einjährige Pflanzen. Die Schlundanhängsel sind einwärts gebogen. Die Klausenfrüchte sind fast aufrecht oder quer eiförmig und haben einen seitenständigen, stumpfen Schnabel.<ref name="Selvi-Bigazzi2003" />
  • Anchusa subgenus Limbata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Chamb. & R.R.Mill: Diese Untergattung umfasst zweijährige Pflanzen. Der Kronsaum ist stark verkürzt, die Schlundanhängsel sind aufrecht. Die Klausenfrüchte sind quer-eiförmig und haben einen seitenständigen, stumpfen Schnabel.<ref name="Bigazzi2003" /><ref name="Davis1977" /> Mit der einzigen Art:

Arten, die in neueren Arbeiten in andere Gattungen gestellt wurden[Bearbeiten]

Die folgenden Arten werden bei Hilger et al. 2005 anderen Gattungen zugeordnet:<ref name="Hilger2005" />

Quellen[Bearbeiten]

  • Gelin Zhu, Harald Riedl, Rudolf V. Kamelin: Boraginaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1995, ISBN 0-915279-33-9. Anchusa. S. 329 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • Yasin J. Nasir: Anchusa., S. 78. In: S. I. Ali (Hrsg.), Yasin J. Nasir: Flora of Pakistan 191: Boraginaceae. National Herbarium, Islamabad u. a. 1989. online.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Bacchetta2008"> G. Bacchetta, A. Coppi, C. Pontecorvo, Federico Selvi: Systematics, phylogenetic relationships and conservation of the taxa of Anchusa (Boraginaceae) endemic to Sardinia (italienisch). In: Systematics and Biodiversity. Band 6, Nr. 2, 2008, S. 161–174. doi:10.1017/S1477200008002673 </ref> <ref name="Bigazzi2003"> Massimo Bigazzi, Hayri Duman, Federico Selvi: Anchusa limbata Boiss. & Heldr. (Boraginaceae): contribution to the knowledge of an enigmatic species from SW Turkey. In: Candollea. Band 58, Nr. 2, 2003, S. 339–349. </ref> <ref name="Bigazzi2002"> Massimo Bigazzi, Hartmut H. Hilger, Federico Selvi: Evidence from nuclear and chloroplast DNA for the placement of Anchusa macedonica in the genus Gastrocotyle (Boraginaceae). In: Webbia. Band 57, Nr. 2, 2002, S. 173–180. </ref> <ref name="FE3"> A. O. Chater: Anchusa. In: </ref> <ref name="APD"> Conservatoire et Jardin botaniques de la Ville de Genève, South African National Biodiversity Institute, Pretoria (Hrsg.): African Plants Database (version 3.3). Suchmaske. Abgerufen am 3. September 2010. </ref> <ref name="Davis1977"> Peter Hadland Davis, Arthur Huber-Morath, D. F. Chamberlain et al.: Materials for a Flora of Turkey XXXIV: Boraginaceae, Gentianaceae, Solanaceae. In: Notes from the Royal Botanical Garden Edinburgh. Band 35, Nr. 3, 1977, S. 297–314 Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.(online) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bhle-dev-1.nhm.ac.uk. </ref> <ref name="Med-Check1">, Eintrag für Anchusa. </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="Hegi5-3"> </ref> <ref name="Rothmaler5"> </ref> <ref name="Hilger2005"> Hartmut H. Hilger, Marc Gottschling, Federico Selvi, Massimo Bigazzi, Elisabeth Långström, Elke Zippel, Nadja Diane, Maximilian Weigend: The Euro+Med treatment of Boraginaceae in Willdenowia 34 – a response. In: Willdenowia. Band 35, Nr. 1, 2005, S. 43–48, doi:10.3372/wi.35.35101. </ref> <ref name="Hilger2004"> Hartmut H. Hilger, Federico Selvi, A. Papini, Massimo Bigazzi: Molecular Systematics of Boraginaceae Tribe Boragineae Based on ITS1 and trnL Sequences, with Special Reference to Anchusa s.l. In: Annals of Botany. Band 94, Nr. 2, 2004, S. 201–212, doi:10.1093/aob/mch132. </ref> <ref name="FloraIranica"> Harald Riedl: Anchusa. In: Karl Heinz Rechinger (Hrsg.): Flora Iranica 48: Boraginaceae. Akadem. Verlagsanstalt, Graz 1967, S. 232–239. </ref> <ref name="Selvi-Bigazzi1998"> Federico Selvi, Massimo Bigazzi: Anchusa L. and allied genera (Boraginaceae) in Italy. In: Plant Biosystems. Band 132, Nr. 2, 1998, S. 113–142, doi:10.1080/11263504.1998.10654198. </ref> <ref name="Selvi-Bigazzi2003"> Federico Selvi, Massimo Bigazzi: Revision of the genus Anchusa (Boraginaceae-Boragineae) in Greece. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 142, Nr. 2, 2003, S. 431–454, doi:10.1046/j.1095-8339.2003.00206.x. </ref> <ref name="Catalogue N Maroc"> Benito Valdés: Anchusa. In: Benito Valdés Castrillón, Moh Rejdali, Ahmed Achhal El Kadmiri, Stephen Leonard Jury, Josep María Montserrat-Martí: Catalogue des plantes vasculaires du nord du Maroc, incluant des cles d'identification. Checklist of vascular plants of N Morocco. Band 2, CSIC, Madrid u. a. 2002, ISBN 84-00-08073-4, S. 495–496, online. </ref> <ref name="FlIb"> Benito Valdés: Anchusa. In: Santiago Castroviejo, C. Andrés, M. Arista, M. P. Fernández Piedra, M. J. Gallego, P. L. Ortiz, C. Romero Zarco, F. J. Salgueiro, S. Silvestre, Alejandro Quintanar (Hrsg.): Flora Ibérica. Plantas Vasculares de la Península Ibérica e Islas Baleares. Volume XI. Gentianaceae – Boraginaceae. Real Jardín Botánico, CSIC, Madrid 2012, ISBN 978-84-00-09415-7, S. 349–363 (floraiberica.es [PDF; 300 kB]). </ref> <ref name="FoC1995"> Gelin Zhu, Harald Riedl, Rudolf V. Kamelin: Boraginaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1995, ISBN 0-915279-33-9. Anchusa. S. 329 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Euro+Med"> Benito Valdés, E. von Raab-Straube, Berlin 2011: Boraginaceae. Anchusa In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ochsenzungen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien