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Stachelmohn

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Stachelmohn
Datei:Argemone platyceras Flower BotGardBln0906.JPG

Breithorniger Stachelmohn (Argemone platyceras)

Systematik
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Papaveroideae
Tribus: Papavereae
Gattung: Stachelmohn
Wissenschaftlicher Name
Argemone
L.

Stachelmohn (Argemone) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Die etwa 32 Arten weisen eine weite Verbreitung in der Neuen Welt auf. Eine Art (Argemone glauca) kommt nur in Hawaii vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Curtis's botanical magazine (Plate 3073) (8411489644).jpg
Illustration aus Curtis’s Botanical Magazine, Tafel 3073 des Großblütigen Stachelmohn (Argemone grandiflora)
Datei:Argemonecorymbosa.jpg
Blütenknospe von Argemone corymbosa mit stacheligen Kelchblättern
Datei:Argemone munita 5.jpg
Detail der vielen Staubblätter und des Griffels mit Narben von Argemone munita

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Argemone-Arten wachsen als ein- bis zweijährige, monokarpische oder ausdauernde krautige Pflanzen<ref name=FoC />, manche Arten sind Halbsträucher. Die Pflanzenteile führen einen weißen, gelben bis orangefarbenen, bitteren Milchsaft<ref name=FoC /><ref name=FoNA />. Es werden Pfahlwurzeln gebildet. Stängel und Laubblätter können bereift sein. Die meist aufrechten und gedrungenen<ref name=FoC /> Stängel sind verzweigt und beblättert.<ref name=FoNA />

Die wechselständig und spiralig am Stängel verteilt und/oder in einer basalen Rosette angeordneten Laubblätter sind sitzend. Die einfache Blattspreite kann ungelappt oder schwach bis tief gelappt sein. Die Blattränder sind gezähnt und jeder Blattzahn endet in einer Stachelspitze. Die Blattflächen sind oft bereift, oft über die Blattadern hinweg gefleckt und borstig behaart oder kahl; sie können stachelig sein.<ref name=FoNA /> Nebenblätter fehlen.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Blüten stehen einzeln oder in endständigen zymösen Blütenständen. Es sind Tragblätter vorhanden, manchmal sind sie laubblattartig.<ref name=FoNA /> Die Blütenknospen sind aufrecht.<ref name=FoC />

Die relativ großen, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch mit einer doppelten Blütenhülle. Der Blütenboden ist schmal konisch<ref name=FoC />. Die zwei oder drei freien Kelchblätter besitzen eine hornartige Spitze, können mit Stacheln besetzt sein und fallen beim Öffnen der Blüte ab. Die (selten vier bis) meist sechs Kronblätter stehen in zwei Kreisen. Die Farbe der Kronblätter kann je nach Art von oft orangefarben oder gelb bis gelb-weiß oder weiß, manchmal rosa- bis malvenfarben sein. In den Blütenknospen überlappen sich die Kronblätter dachziegelartig oder sie sind verdreht<ref name=FoC />. Die vielen (20 bis 250 oder mehr) freien, fertilen Staubblätter werden zentripetal gebildet. Die Staubfäden sind fadenförmig oder im oberen Bereich pfriemlich. Die Staubbeutel sind oft länglich, nahe der Basis zweispaltig, nach außen gebogen und nach dem Öffnen gekrümmt.<ref name=FoC /> Meist drei bis fünf, selten bis zu sieben Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, einkammerigen Fruchtknoten verwachsen, der eiförmig, konisch-eiförmig oder fast elliptisch ist. Es sind viele Samenanlagen vorhanden. Auf dem Fruchtknoten befinden sich gleich viele Griffel wie Fruchtblätter, die Griffel sind kurz bis kaum erkennbar, frei und enden in strahlenförmig angeordneten Narbenlappen.<ref name=FoC /><ref name=FoNA />

Datei:Stachelmohn 02.jpg
Kapselfrucht und Samen des Mexikanischen Stachelmohns (Argemone mexicana)

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die aufrecht stehenden, meist stacheligen oder selten kahlen, ellipsoiden<ref name=FoP /> Kapselfrüchte besitzen meist drei bis fünf, selten bis zu sieben Fruchtfächer, deren Segmente leicht gelappt sind oder sie öffnen sich vom oberen Ende in Richtung Basis auf meist ein Drittel ihrer Länge, selten weiter, zerteilen sich in eine Art Gerippe, dessen einzelne Elemente mit den Griffeln und Narben verbunden bleiben und enthalten viele Samen. Die fast kugeligen Samen sind winzig genarbt.<ref name=FoC /><ref name=FoNA /> Es ist ein Arillus vorhanden<ref name=FoNA />.

Chromosomenzahl[Bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahl beträgt n = 14. Die meisten krautigen Arten können Hybriden bilden, aber die F1-Generation ist steril, wenn sich die Eltern im Ploidiegrad unterscheiden.<ref name=FoNA />

Ökologie[Bearbeiten]

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie).

Datei:Starr 060329-6812 Argemone glauca.jpg
Blüten von Argemone glauca
Datei:Starr 080415-4033 Argemone mexicana.jpg
Mexikanischer Stachelmohn (Argemone mexicana)
Datei:Argemone munita 1.jpg
Argemone munita
Datei:Stachelmohn.JPG
Bleicher Stachelmohn (Argemone ochroleuca)
Datei:Prickly Poppy (Argemone polyanthemos) 2016-07-12 406.jpg
Gehörnter Stachelmohn (Argemone polyanthemos)
Datei:Argemone sanguinea (homeredwardprice) 001.jpg
Rötlichweißer Stachelmohn (Argemone sanguinea)

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Argemone wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 508–509<ref name="Linné1753" /> aufgestellt. Als Lectotypusart wurde 1913 Argemone mexicana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. durch Nathaniel Lord Britton und Addison Brown in An illustrated flora of the northern United States ..., 2. Auflage, Band 2, Seite 138 festgelegt.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Argemone Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind Echtrus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lour. und Enomegra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A.Nelson.

Die Gattung Argemone gehört zur Tribus Papavereae in der Unterfamilie der Papaveroideae innerhalb der Familie der Papaveraceae.<ref name="GRIN" />

Es gibt etwa 32 Arten in der Gattung Argemone, die in der Neuen Welt und in Hawaii (nur die eine Art Argemone glauca) vorkommen:<ref name=FoC /><ref name="FoNA" /><ref name="GRIN" /><ref name="VascularPlantsAmericas" />

Nutzung[Bearbeiten]

Einige Sorten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet.

Aus den Samen von Argemone mexicana wird ein Öl gewonnen, das beispielsweise bei der Herstellung von Seife verwendet wird.<ref name="PFAFmexicana" /> Die medizinischen Wirkungen von Argemone albiflora und Argemone mexicana wurden untersucht.<ref name="PFAFaculeata" /><ref name="PFAFmexicana" />

Quellen[Bearbeiten]

  • Gerald B. Ownbey: In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 3 - Magnoliidae and Hamamelidae, Oxford University Press, New York und Oxford, 1997, ISBN 0-19-511246-6. Argemone - textgleich online wie gedrucktes Werk.(Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • Mingli Zhang, Christopher Grey-Wilson: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 7 - Menispermaceae through Capparaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2. Dezember 2008, ISBN 978-1-930723-81-8. Argemone, S. 262 - textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitt Beschreibung)
  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller: Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag. Berlin, Heidelberg 2008. ISBN 978-3-8274-0918-8

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Argemone bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoP"> Argemone bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="VascularPlantsAmericas"> Argemone bei Tropicos.org. In: Vascular Plants of the Americas. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoC"> Mingli Zhang, Christopher Grey-Wilson: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 7 - Menispermaceae through Capparaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2. Dezember 2008, ISBN 978-1-930723-81-8. Argemone, S. 262 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="FoNA"> Gerald B. Ownbey: In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 3 - Magnoliidae and Hamamelidae, Oxford University Press, New York und Oxford, 1997, ISBN 0-19-511246-6. Argemone - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> <ref name="Linné1753"> Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="PFAFaculeata"> Argemone albiflora Eintrag bei Plants for A Future. Zugriff Januar 2012 </ref> <ref name="PFAFmexicana"> Argemone mexicana Eintrag bei Plants for A Future. Zugriff Januar 2012 </ref> <ref name="Barton2014"> K. E. Barton: Prickles, latex, and tolerance in the endemic Hawaiian prickly poppy (Argemone glauca): variation between populations, across ontogeny, and in response to abiotic factors. In: Oecologia, Volume 174, 2014, S. 1273–1281. doi:10.1007/s00442-013-2836-z </ref> </references>

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • A. E. Schwarzbach, J. W. Kadereit: Phylogeny of prickly poppies, Argemone (Papaveraceae), and the evolution of morphological and alkaloid characters based on ITS nrDNA sequence variation. In: Pl. Syst. Evol., Volume 218, 1999, S. 257–279.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Stachelmohn (Argemone) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien