Rheum palmatum
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| Datei:Rheum officinale 001.JPG
Zier-Rhabarber (Rheum palmatum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
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| L. |
Rheum palmatum ist eine Pflanzenart aus der Gattung Rhabarber (Rheum) innerhalb der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Im Deutschen wird sie beispielsweise als Handlappiger Rhabarber<ref name="BIB"/> oder Handförmiger Rhabarber, Zier-Rhabarber<ref name="Rothmaler5"/>, Kronrhabarberstaude, Tangutischer Rhabarber, Medizinal-Rhabarber, Arznei-Rhabarber, Chinesischer Rhabarber oder Kanton-Rhabarber bezeichnet.
Beschreibung[Bearbeiten]
Vegetative Merkmale[Bearbeiten]
Rheum palmatum ist eine große, kräftige, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 1,5 bis 2 Metern erreicht. Auch die Wurzeln und Rhizome sind kräftig. Der hohle und gerillte Stängel ist an seinen Knoten fast kahl oder stachlig.
Die Grundblätter haben einen länglich runden Blattstiel, der ungefähr so lang wie die Spreite und kaum warzig ist. Die große Blattspreite der Grundblätter ist ungefähr so lang wie breit und misst 40 bis 60 Zentimeter. Es sind fünf basale Blattadern vorhanden. Der herzförmige Blattgrund ist fingerförmig in fiederschnittige Lappen aufgeteilt. Das Blattende ist zugespitzt oder läuft spitz zu. Die Stängelblätter werden nach oben hin kleiner. Die große Ochrea erreicht Größen von bis zu 15 Zentimetern und ihre Außenseite ist stachelig.
Generative Merkmale[Bearbeiten]
Der große rispige Blütenstand besitzt leicht flaumig behaarte Zweige, die sich berühren, aber nicht miteinander verwachsen sind. Der 2 bis 2,5 Millimeter lange Blütenstiel ist unterhalb seiner Mitte gegliedert.
Die Blüten sind klein. Die sechs Blütenhüllblätter sind meist purpurrot, seltener gelb-weiß gefärbt. Die drei äußeren Blütenhüllblätter sind elliptisch bis kreisförmig geformt und mit einer Größe von 1 bis 1,5 Millimeter kleiner. Die Staubblätter überragen die Blütenhülle nicht. Der Fruchtknoten ist rautenförmig-eiförmig. Die Griffel sind leicht zurückgebogen. Die Narbe ist aufgeblasen.
Die Frucht ist bei einer Länge von 8 bis 9 sowie einer Breite von 7 bis 7,5 Millimetern länglich-ellipsoid bis länglich. Ihre Flügel sind ungefähr 2,5 Millimeter breit und in der Nähe ihres Randes finden sich längs verlaufende Adern. Die Samen sind schwarz-braun und breit-eiförmig.
Phänologie[Bearbeiten]
Die Blütezeit liegt in China im Juni. Die Früchte reifen im August.
Vorkommen[Bearbeiten]
Das Verbreitungsgebiet von Rheum palmatum umfasst Tibet, die Innere Mongolei und die chinesischen Provinzen Gansu, Hubei, Qinghai, Shaanxi, Sichuan sowie Yunnan. Rheum palmatum wächst an Abhängen und in Tälern in Höhenlagen von 1500 bis 4400 Metern.
Taxonomie[Bearbeiten]
Die Erstveröffentlichung von Rheum palmatum erfolgte 1759 durch Carl von Linné in Systema naturae ..., 2,. Seite 1010. Synonyme für Rheum palmatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Rheum potaninii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Losinsk., Rheum qinlingense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Y.K.Yang, J.K.Wu & D.K.Zhang, Rheum tanguticum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Maxim. ex Regel) Maxim. ex Balf., Rheum officinale Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Baill.
Nutzung[Bearbeiten]
Die typischen Inhaltsstoffe der seit dem Mittelalter auch in Europa heilkundlich genutzten Wurzeln und Rhizome („Wurzelstöcke“) von Rheum palmatum (lateinisch-pharmazeutisch auch Rhabarber<ref>Vgl. auch Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 153.</ref>) sind Anthrachinone, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren und Gerbstoffe. Sie werden in der Phytotherapie als Rhei radix (Rhabarberwurzel) zum Beispiel bei Verstopfung medizinisch genutzt.<ref>Ulrich Bomme: Kulturanleitung für Medizinal-Rhabarber (Rheum palmatum und R. officinale) zur Produktion von Rhei radix bzw. der TCM-Droge Dahuang. Herausgeber: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). (Digitalisat)</ref>
Russisches Rhabarber-Monopol[Bearbeiten]
Nachdem China sich seit 1653 für Handelsbeziehungen mit Russland geöffnet hatte, beanspruchte Russland ab 1704 ein Monopol für den Handel mit der Chinesischen Rhabarberwurzel (Radix Rhei). Dieses Monopol wurde 1728 auf den Platz Kjachta beschränkt, wo ab 1736 eine besondere amtliche Kontrollstation für den Rhabarberhandel eingerichtet wurde. Der Handelsweg führte weiter von Kjachta über die asiatische Steppe nach Moskau und St. Petersburg, von wo aus die Ware dann nach Europa verschifft wurde.<ref>Jean-Baptiste Du Halde. Ausführliche Beschreibung des Chinesischen Reichs und der grossen Tartarey. Johann Christian Koppe, Band 3, Rostock 1749, S. 520 (Digitalisat)</ref><ref>Friedrich August Flückiger. Pharmakognosie des Pflanzenreiches. 2. Auflage, Rudolf Gärtner, Berlin 1881, S. 364–381. Hier: S. 379–380 (Digitalisat) </ref>
Eine Rhabarber-Kommission in Kjachta unter Vorsitz des aus Peine stammenden Apothekers Johann August Carl Sievers sollte bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts Einzelheiten über das Herkunftsland des besten Rhabarbers ausfindig machen, das man in Gansu und Tibet vermutete. Ziel der Kommission war es, durch Kenntnisse über die Anbaumethoden und Anbaubedingungen des Medizinalrhabarbers sowie durch den Besitz des Original-Saatguts Unabhängigkeit von Importen zu erlangen.<ref>Walther Heissig (Herausgeber). Berichte und Bilder des J. Rehmann und A. Thesleff von der russischen Gesandtschaftsreise 1805/06. Steiner, Wiesbaden 1971 (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Suppl. 13), S. 13</ref><ref>Joseph Rehmann. Über den Rhabarberhandel in Kiächta. In: Hufelands Journal der Heilkunde, Band 33. 1811, St. 1. Juli. S. 54–78. (Digitalisat) Über den Handel mit dem sibirischen Moschus. In: Hufelands Journal der Heilkunde, Band 33. 1811, St. 1. Juli. S. 78–79. (Digitalisat)</ref><ref>Heinrich Julius Klaproth. Mémoires relatifs à l’Asie. I, Paris 1826, S. 1–80: De la frontière Russe et Chinoise. Notes recueillies pendant un voyage en Sibérie en 1806. (Digitalisat) Anmerkung zum Rhabarber : S. 72–73 Anm. 1 (Digitalisat)</ref>
Quellen[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Bao Bojian (包伯坚), Alisa E. Grabovskaya-Borodina: Rheum Linnaeus. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 5: Ulmaceae through Basellaceae, Science Press, Beijing, 2003, ISBN 1-930723-27-X. (Rheum palmatum Linnaeus. S. 345 textgleich online wie gedrucktes Werk)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="BIB"> Vorlage:BIB </ref> <ref name="Rothmaler5"> Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 208. </ref> </references>