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Bahnstrecke Sibi–Quetta

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(Weitergeleitet von Bolanbahn)
Sibi–Quetta
Datei:Kolpur Balochistan.jpg
Zug der Bolanbahn auf der Hochebene bei Kolpur
Zug der Bolanbahn auf der Hochebene bei Kolpur
Datei:Streckenprofil Bolanbahn.png
Streckenverlauf
Vereinfachtes Streckenprofil der Bolanbahn
rot: Steilstrecke mit 40 ‰ Steigung
Streckenlänge:141 km
Spurweite:1676 mm (Kolonialspur)
Maximale Neigung: 40 ‰
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von Zardalu
240 Sibi 133 m ü. M.
nach Jacobabad
257 Mushkaf 143 m ü. M.
Tunnel Mushkaf
266 Pehro Kunri
281 Panir
290 Peshi 444 m ü. M.
303 Aab-e-Gum 657 m ü. M.
315 Mach 989 m ü. M.
329 Hirok 1387 m ü. M.
Tunnel Mary Jane
333 Dozan
341 Kolpur 1790 m ü. M.
Tunnel Kolpur
von Zahedan
357 Spezand 1786 m ü. M.
371 Sar-i-Ab
381 Quetta 1676 m ü. M.
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nach Chaman

Die Bahnstrecke Sibi–Quetta, auch als Bolanbahn bezeichnet, ist eine 141 Kilometer lange Eisenbahnstrecke der Pakistan Railways mit einer Spurweite von 1676 mm in Belutschistan und verbindet Sibi über den Bolan-Pass mit Quetta. Ein Teil der Bahnstrecke war ursprünglich mit zweilamelliger Zahnstange System Abt ausgestattet.<ref>ÖNB-ANNO - Die Lokomotive. Abgerufen am 10. November 2025.</ref> Vorlage:BildFloat

Geschichte[Bearbeiten]

Die zwischen 1880 und 1891 unter Feldmarschall Lord Roberts erstellte doppelspurige Strecke über Bolanpass ist eine der größten Ingenieurleistungen der britischen Herrschaft in Indien. Im Jahr 1876 gab die britische Regierung vor allem aus militärstrategischen Überlegungen die Projektierung einer Eisenbahn über den Bolan-Pass in Auftrag. Die Bauarbeiten begannen 1880, wurden aber nach der Verlegung von 31 km Strecke wegen der Schlacht von Maiwand eingestellt. 1885 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen, indem ein Gleis entlang des Flusses Bolan gelegt wurde. Im August 1886 erreichte die Eisenbahn den Endpunkt der Strecke in Quetta.

Die Bahnstrecke über den Bolan-Pass mit heißen Temperaturen im Sommer und extremer Kälte im Winter musste mehrmals neu trassiert werden. Im Jahre 1889 zerstörte eine sintflutartige Flut die entlang des Flusses Bolan führende Strecke. Eine höher gelegte Trasse wurde wiederum von einem Hochwasser weggespült. Die heute genutzte Streckenführung wurde im Jahre 1890 in Auftrag gegeben und am 15. April 1897 eingeweiht. An manchen Stellen entlang der Strecke kann man die aufgegebenen Tunnel und das Schienenbett der beiden ursprünglichen Trassen noch erkennen.

Die Bolanbahn von Sibi nach Quetta hat 17 Tunnel und überquert mehrmals den Fluss Bolan. Auf einem 20,0 km langen Teilstück zwischen Aab-e-Gum und Kolpur befanden sich ursprünglich 11,2 km zweilamellige Zahnstangenstrecken System Abt<ref>Fünfundzwanzigjähriges Jubiläum des System Abt. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 50 (1907), Heft 10 (E-Periodica.ch, PDF; 0,4 MB).</ref> mit einer maximalen Steigung von 40 ‰ und engen Kurven mit 180 m Radius.<ref>Zahnradbahn am Bolanpass, Indien. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 11/12 (1888), Heft 24 (E-Periodica.ch, PDF; 1,5 MB).</ref> Andere Quellen geben eine maximale Steigung von 60 ‰ an,<ref> Walter Hefti: Zahnradbahnen der Welt. Birkhäuser, Basel 1971, ISBN 3-7643-0550-9, S. 257.</ref> was allerdings der Angabe eines Steigungsverhältnisses von 1:25 widerspricht.<ref>Railway Line through the Bolan Pass In: IRFCA, the Indian Railways Fan Club. 23. August 2008 (englisch)</ref><ref>Beide Maximalsteigungen sind mit den angegebenen Längen und Höhen rein rechnerisch möglich (wahlweise max. 40 ‰ und ca. 30 ‰ auf Adhäsion oder 60 ‰ und ca. 22 ‰ auf Adhäsion).</ref>

Betrieb[Bearbeiten]

Vorlage:BildFloat Der aufwendige Zahnradbetrieb wurde durch schwere Adhäsionslokomotiven bald abgelöst, was durch die verhältnismäßig geringe Steigung erleichtert wurde – sofern er überhaupt lange bestand, nachdem bereits 1888 Vergleichsfahrten mit Adhäsionslokomotiven durchgeführt wurden. Von der Maschinenfabrik Esslingen wurden 1887 lediglich zwei Dampflokomotiven mit den Fabriknummern 2230 und 2231 geliefert. Sie hatten die Achsfolge Czz1’ n4t mit getrenntem Adhäsions- und Zahnradantrieb durch 4 Dampfzylinder.<ref>Zahnradlokomotiven von ME. Abgerufen am 29. Juni 2024.</ref><ref> Walter Hefti: Zahnradbahnen der Welt. Birkhäuser, Basel 1971, ISBN 3-7643-0550-9, S. 307.</ref>

Während des Dampfbetriebs wurden für einen Zug zwischen Aab-e-Gum nach Kolpur bis zu vier Lokomotiven eingesetzt. Die 1896 von Neilson & Company aus Glasgow gelieferten vier Tenderlokomotive der Baureihe TA konnten 220 Anhängelast auf den Steigungen befördern.<ref>Historical Railway Images: Indian State Railways (North West Railway) Class TA steam locomotive Nr. 200. In: Historical Railway Images. 8. September 2017, abgerufen am 7. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Weitere acht Lokomotiven folgten 1901 von den Pittsburgh Locomotive Works aus Amerika. Sie wurden als Baureihe TAA bezeichneten und waren den TA-Lokomotiven äußerlich sehr ähnlich, hatten aber zusätzlich zwei Sanddome auf dem Kessel.<ref>NWR locomotive, 1900s. In: The IRFCA Photo Gallery. IRFCA, abgerufen am 7. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die meisten Züge werden auf der Bergfahrt von Aab-e-Gum nach Kolpur, der höchstgelegenen Bahnstation Pakistans, von einer Schiebelokomotive unterstützt. Eine einzelne 2400-PS-Diesellokomotive, die 70 Güterwagen bis Sibi zieht, befördert von Sibi bis Aab-e-Gum nur 14 Wagen. Für die Fahrt von Aab-e-Gum nach Kolpurist eine zusätzliche Schiebelokomotive notwendig. Für die Talfahrt sind die Diesellokomotiven mit einer Widerstandsbremse ausgerüstet, um die Züge verschleißfrei in Beharrung zu halten. Einigen Güterzügen werden 5 bis 10 leere Wagen mitgegeben, die als Bremswagen dienen.

Die Bolanbahn ist Teil des pakistanischen Hauptliniennetzes und wird von mehreren Schnellzügen befahren:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Bolan Pass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Pakistan Main Line 3 (ML3) Rohri Junction – Quetta - Chaman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Inamul Haque Quetta to Lahore in 1925, bearbeitet von Izaz Haque. In: IRFCA, the Indian Railways Fan Club. 2010 (englisch), abgerufen am 15. August 2017

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />