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Weißgefleckter Oktopus

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Weißgefleckter Oktopus
Datei:Callistoctopus macropus en colère (photo de nuit).jpg

Weißgefleckter Oktopus (Callistoctopus macropus)

Systematik
Unterklasse: Tintenfische (Coleoidea)
Überordnung: Achtarmige Tintenfische (Vampyropoda)
Ordnung: Kraken (Octopoda)
Familie: Echte Kraken (Octopodidae)
Gattung: Callistoctopus
Art: Weißgefleckter Oktopus
Wissenschaftlicher Name
Callistoctopus macropus
(Risso, 1826)
Datei:Octopus macropus - The Coral Kingdom Collection.jpg
Weißgefleckter Oktopus im Golf von Akaba
Datei:Octopus macropus.jpg

Der Weißgefleckte Oktopus (Callistoctopus macropus) ist ein großer Kopffüßer aus der Gattung Callistoctopus.<ref name="cw">Cephalopods of the world. An annotated and illustrated catalogue of cephalopod species known to date (S. 106)</ref> Erstmals beschrieben wurde er von Joseph Antoine Risso im Jahr 1826.

Merkmale[Bearbeiten]

Anatomie[Bearbeiten]

Der Weißgefleckte Oktopus ist eine muskulöse Art mit einer länglichen Form. Die Figur des Mantels variiert und ist länglich bis eiförmig. In der hinteren Hälfte ist der Körper breiter.<ref name="slb">Callistoctopus macropus (sealifebase)</ref> Er wird bis zu zwei Kilo schwer.<ref name="slb"/> Die Männchen haben eine Mantellänge von 15 Zentimetern und erreichen eine Gesamtlänge von 1,5 Metern.<ref name="mb">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Marine Invertebrates of Bermuda - Octopus macropus (Memento vom 19. Januar 2016 im Internet Archive)</ref><ref name="slb"/>

Die Arme erreichen die siebenfache Länge des Mantels. Die Tentakeln haben eine unterschiedliche Länge. Die dorsalen Arme sind die längsten und robustesten<ref name="cw"/>. Der weißgefleckte Oktopus besitzt zwei Reihen Saugnäpfe. An den dorsalen Armen werden die Saugnäpfe größer als an den restlichen Tentakeln und erreichen bis zu 13,5 % der Mantellänge<ref name="cw"/>. Bei der Länge der Arme und Größe der Saugnäpfe gibt es zwischen Männchen und Weibchen keine merkliche Differenz<ref name="mb"/><ref name="cw"/>.

Beim männlichen Callistoctopus macropus bildet der dritte rechte Arm den Hectocotylus. Dieser ist deutlich kürzer als die restlichen Tentakeln. Er besitzt eine Länge zwischen 41 und 51 Prozent eines durchschnittlichen Armes. An der Spitze befindet sich eine kleine bis mittelgroße Ligula, die 4,5–8 % der Armlänge erreicht. Sie ist schmal und spitz, mit geschwollenen Rändern. Die Spermatophore-Rille besitzt zahlreiche empfindliche Querlamellen. Der Calmus erreicht 13–18 % der Ligulalänge. Das Terminal-Organ, der eigentliche Penis, ist mit 12–28 % der Mantellänge vergleichsweise klein. Er ist mit großen vorwärts- oder rückwärtsgerichteten Divertikeln bedeckt.

Die Velarhaut des Weißgefleckten Oktopus ist dürftig ausgebildet und erreicht maximal 7–17 % der Armlänge<ref name="mb"/>. Ein Tintenbeutel ist vorhanden. Die Kiemen besitzen zehn bis elf Lamellen pro Demibranch. Das Trichterorgan hat ein W-förmiges Aussehen, wobei die laterale Falte kürzer ist als die mediale Falte. Die Radula besteht aus sieben Querreihen von Zähnen und Randplatten. Der Mittelzahn, genannt Rhachis, bildet einen großen Mesocone und zwei bis drei Seitenzacken auf jeder Seite, im asymmetrischen Aufbau<ref name="cw"/>.

Aussehen[Bearbeiten]

Die Hautfarbe von lebenden Tieren im Ruhezustand ist ziegelrot oder bräunlich mit unterschiedlichen Mustern. Der Körper weist zahlreiche weiße Flecken auf Rücken, Armen, Mantel und Kopf auf. Wie alle Echten Kraken kann Callistoctopus macropus sein Aussehen der Umgebung anpassen. Diese Tarnung beruht auf einer Kombination aus verschiedenen Chromatophoren und einer Veränderung der Hauttextur<ref name="ir">Haut als Superreflektoren</ref><ref name="tol">Octopodidae – Artikel bei Tree of Life</ref>.

Die Haut ist glatt. Über jedem Auge befinden sich große warzenartige Gebilde, genannt Papillen.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Weißgefleckten Oktopus erstreckt sich über alle Küsten des Mittelmeers und der Atlantikküste bis nach Dakar in Senegal. Er ist eine benthone Art und lebt in warmen, gemäßigten Gewässern. In Tiefen zwischen 5 und 100 Metern unter den Meeresspiegel. Der bevorzugte Lebensraum ist Sand, Schotter und Seegraswiesen. Callistoctopus macropus vergräbt sich oft im Sand.

Lebensweise[Bearbeiten]

Ernährung[Bearbeiten]

Callistoctopus macropus ist ein nachtaktiver Jäger. Eine oft beobachtete Jagdmethode besteht darin, sich von einem Korallenbusch zum nächsten zu bewegen. Dabei wickelt er seinen Mantel um ein Endteil der Verzweigungen und untersucht mit seinen Armen das Innere der Korallenbüsche nach Wirbellosen und kleinen Fischen, die sich dort verstecken. Bevorzugt werden dabei Korallen der Gattungen Acropora und Stylophora<ref name="bf">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>. Verschiedene Arten der Zackenbarsche und auch andere Raubfische können mit dem Weißgefleckten Oktopus assoziieren. Sie fressen die kleinen Organismen, die aus der Koralle gespült werden<ref name="bf"/>.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Die männlichen Spermatophoren erreichen rund 50 % der Mantellänge. Die reifen Eizellen werden 2,5 Millimeter lang. Das Weibchen produziert kurzstielige Eier, die eine Größe von 1,2–4 Millimetern haben. Die Eier werden in einem Bogen auf einer harten Oberfläche abgelegt. Das Weibchen brütet den Nachwuchs aus, sorgt für eine gute Belüftung der Eier und hält sie sauber<ref name="mba">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>. In der Brutzeit stoppt das Weibchen die Nahrungsaufnahme komplett. Kurz nachdem die Eier ausgebrütet sind, stirbt das Weibchen. Die planktonisch lebenden Larven haben nach dem Schlüpfen eine Größe von 5,5 Millimetern und sieben kurze Arme. Sie ernähren sich von Zooplankton<ref name="mba"/>.

Fischerei[Bearbeiten]

Trotz seiner Größe existieren für den Weißgefleckten Oktopus keine kommerziellen Fangstatistiken. Im Mittelmeerraum ist es jedoch sehr wahrscheinlich, dass von den Fangstatistiken für Octopus vulgaris ein kleiner Anteil auf Callistoctopus macropus entfällt.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Weißgefleckter Oktopus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />