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Waldvöglein

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Waldvöglein
Datei:Cephalanthera rubra 02 Saarland.jpg

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Epidendroideae
Tribus: Neottieae
Untertribus: Limodorinae
Gattung: Waldvöglein
Wissenschaftlicher Name
Cephalanthera
Rich.

Die Waldvöglein (Cephalanthera) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Orchideen (Orchidaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Abbildungen der in Deutschland und den angrenzenden gebieten vorkommenden grundformen der orchideenarten (Pl 57 Cephalanthera) (6022131022).jpg
Illustration aus Abbildungen der in Deutschland und den angrenzenden gebieten vorkommenden grundformen der Orchideenarten, Tafel 57 des Weißen Waldvöglein (Cephalanthera damasonium)
Datei:Cephalanthera longifolia - fruit.jpg
Unreife aufrecht Kapselfrucht des Langblättrigen Waldvöglein (Cephalanthera longifolia)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Waldvöglein-Arten sind schlanke, ausdauernde krautige Pflanzen. Das Rhizom ist kurz, kriechend und oft verzweigt. Die Wurzeln stehen gebüschelt, sind bei den autotrophen Arten zahlreich und teilen sich in senkrecht stehende, dickere Speicherwurzeln und waagrecht stehende verpilzte Wurzeln auf.<ref name="Baumann2005" /><ref name="FOC2009" />

Der Stängel ist aufrecht, unverzweigt, zylindrisch, gerillt,<ref name="FoIbérica2005" /> bei den autotrophen Arten grün,<ref name="FoIbérica2005" /> beblättert, kahl oder am oberen Ende behaart,<ref name="FoIbérica2005" /> mit einer oder wenigen etwa kahnförmigen bis zylindrischen Blattscheiden am Grund. Die sitzenden Laubblätter sind grund- und wechselständig in spiraliger Anordnung. Die einfachen Blattspreiten sind eiförmig bis lanzettlich oder linealisch, längs gefaltet, längsnervig ohne erkennbare Quernerven, ganzrandig, grün, ungefleckt,<ref name="FoIbérica2005" /> mit verschmälerter Spreitenbasis,<ref name="FoIbérica2005" /> die den Stängel umscheidet; bei den mykotrophen Arten sind Blätter weiß<ref name="FoNA2002" /> und zu häutigen Scheiden zurückgebildet.<ref name="FOC2009" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Der endständige, traubige Blütenstand mit gerader, aufrechter, in etwa zylindrischer Achse enthält locker angeordnet<ref name="Baumann2005" /> viele bis wenige Blüten, selten nur eine Blüte.<ref name="FoIbérica2005" /> Die Tragblätter der unteren Blüten sind meist blattähnlich, aber nicht scheidig<ref name="FoIbérica2005" />, und überragen die Blüten meist, die der oberen Blüten sind viel kürzer.<ref name="FOC2009" />

Die Blüten sind um 180° verdreht, ziemlich aufrecht, mehr oder weniger sitzend.<ref name="FoIbérica2005" /> Die zwittrigen Blüten sind zygomorph, wenig geöffnet und glockenförmig, selten weit geöffnet. Die Blütenfarben sind weiß, rosafarben oder gelb. Der Fruchtknoten ist leicht verdreht und kahl.<ref name="FOC2009" /> Die Kelchblätter (Sepalen) sind frei, einander ähnlich und etwa gleich groß. Die seitlichen Kronblätter (Petalen) sind etwas kürzer als die Sepalen und neigen mit diesen mehr oder weniger stark nach vorne zu einem Helm zusammen. Die Lippe ist am Grund der Säule angewachsen; sie ist zweigliedrig, selten einfach. Der hintere Abschnitt (Hypochil) ist konkav<ref name="FoIbérica2005" /> und besitzt zwei aufrechte Seitenlappen, die die Säule umhüllen. Es ist am Grunde ausgesackt oder hat einen kurzen Sporn; Nektar wird nicht angeboten.<ref name="FoIbérica2005" /> Der vordere Abschnitt (Epichil) ist von fester Struktur,<ref name="FoIbérica2005" /> ausgebreitet, eiförmig-elliptisch mit stumpfem oder spitzem oberen Ende, die Oberseite besitzt drei bis sieben Längslamellen. Die Säule ist aufrecht, meist mit zwei schmalen, seitlichen Flügeln. Das Staubblatt ist aufrecht, herabklappbar, zweifächerig, mit zwei jeweils zweiteiligen, körnig-mehligen, ungestielten Pollinien, denen die Klebdrüsen (Viscidien) fehlen. Die Narbe ist konkav und gerundet, ohne ausdifferenziertes Rostellum.<ref name="FOC2009" />

Die Kapselfrüchte sind aufrecht, länglich und enthalten viele Samen.<ref name="FoIbérica2005" /> Die Samen sind flach und netznervig mit verbreiterten Maschen.<ref name="FOC2009" /><ref name="FoIbérica2005" />

Ökologie[Bearbeiten]

Bei Cephalanthera-Arten handelt es sich um autotrophe oder voll myko-heterotrophe Rhizom-Geophyten. Über Adventivknospen kann eine vegetative Vermehrung erfolgen.<ref name="Baumann2005" />

Einige Arten sind selbstbestäubend.<ref name="FOC2009" />

Datei:Phantom Orchid Gowlland-Tod2.jpg
Cephalanthera austiniae
Datei:Cephalanthera falcata 3.jpg
Cephalanthera falcata
Datei:Cephalanthera longibracteata 3.JPG
Cephalanthera longibracteata
Datei:Cephalanthera x schulzei 210506.jpg
Cephalanthera ×schulzei

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Gattung Cephalanthera wurde im Jahr 1818 durch den französischen Botaniker Louis Claude Marie Richard in Mémoires du Museum d'Histoire Naturelle, Band 4, Seite 51 aufgestellt.<ref name="POWO" /><ref name="Tropicos" /> Der Gattungsname Cephalanthera setzt sich aus den altgriechischen Wörtern κεφαλή kephalē für „Kopf“ und ἀνθηρός anthērós für „blühend“ zusammen und weist darauf hin, dass die Anthere der Columna wie ein Kopf aufsitzt. Synonyme für Cephalanthera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rich. sind: Callithronum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehrh., Dorycheile Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rchb., Eburophyton Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A.Heller, Lonchophyllum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehrh., Tangtsinia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.S.C.Chen, Xiphophyllum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehrh.<ref name="POWO" />

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich hauptsächlich in Nordafrika und Eurasien. Eine von drei mykotrophen Arten kommt aus dem westlichen Nordamerika.

Die Gattung Cephalanthera enthält seit 2023 etwa 20 Arten:<ref name="POWO" />

Europa, Nordafrika und Vorderasien[Bearbeiten]

Ostasien[Bearbeiten]

Nordamerika[Bearbeiten]

Naturhybriden[Bearbeiten]

  • Cephalanthera ×mayeri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(E.Mayer & Zimmerm.) A.Camus (Cephalanthera damasonium × Cephalanthera rubra)
  • Cephalanthera ×otto-hechtii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Keller (Cephalanthera longifolia × Cephalanthera rubra)
  • Cephalanthera ×renzii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.B.Baumann, H.Baumann, R.Lorenz & Ruedi Peter (Cephalanthera caucasica × Cephalanthera longifolia)
  • Cephalanthera ×schaberi Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Baumann (Cephalanthera epipactoides × Cephalanthera longifolia)
  • Cephalanthera ×schulzei Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.E.G.Camus (Cephalanthera damasonium × Cephalanthera longifolia)
  • Cephalanthera ×taubenheimii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Baumann (Cephalanthera damasonium × Cephalanthera kotschyana)

Bildergalerie[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

<references> <ref name="POWO"> Cephalanthera. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Tropicos"> Cephalanthera bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> 40003906 <ref name="FoNA2002"> Charles J. Sheviak, Paul M. Catling: In Cephalanthera Richard. - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="FoIbérica2005"> M. L. Alarcón & Carlos Aedo: Cephalanthera. In </ref> <ref name="Baumann2005"> Helmut Baumann: Cephalanthera. In: Arbeitskreise Heimische Orchideen (Hrsg.): Die Orchideen Deutschlands, Verlag AHO Thüringen, Uhlstädt – Kirchhasel 2005, ISBN 3-00-014853-1, S. 242. </ref> <ref name="FOC2009"> Xinqi Chen, Stephan W. Gale, Phillip J. Cribb: In: (Cephalanthera Richard. - textgleich online wie gedrucktes Werk). </ref> <ref name="Jepson_eFlora"> Ronald A. Coleman, Dieter H. Wilken & William F. Jennings, 2012: Datenblatt Cephalanthera In: Jepson Flora Project (Hrsg.): Jepson eFlora. </ref> </references>

Weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Füller: Epipactis und Cephalanthera (Orchideen Mitteleuropas, 5. Teil). 4. Auflage (unveränderter Nachdruck der 3. Auflage von 1986). Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben 2005 (Die Neue Brehm-Bücherei, Band 329), ISBN 3-89432-310-8.
  • Rudolf Schlechter: Die Orchideen 4 Bd. & Regist. 3. Auflage (überarb. Senghas, K., 1985–2003).
  • Hans Sundermann: Europäische und mediterrane Orchideen. 2. Auflage. Brücke-Verlag, Hildesheim 1975, ISBN 3-87105-010-5.
  • J.G. Williams et al.: Orchideen Europas mit Nordafrika und Kleinasien. BLV Verlag, München 1979, ISBN 3-405-11901-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Waldvöglein (Cephalanthera) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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