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Hornkräuter

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Hornkräuter
Datei:Cerastium uniflorum.jpg

Einblütiges Hornkraut (Cerastium uniflorum)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Tribus: Alsineae
Gattung: Hornkräuter
Wissenschaftlicher Name
Cerastium
L.

Hornkräuter (Cerastium) bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Die etwa 100 Arten sind fast weltweit verbreitet und kommen hauptsächlich in den gemäßigten bis kühlen Gebieten der Nordhalbkugel vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Atlas der Alpenflora (Plate 107) (6311506597).jpg
Illustration des Breitblättrigen Hornkraut (Cerastium latifolium) aus Atlas der Alpenflora, Tafel 107
Datei:Minuartia spp Sturm14.jpg
Illustration aus Sturm des Gewöhnlichen Hornkraut (Cerastium fontanum subsp. vulgare) und des Wald-Hornkraut (Cerastium sylvaticum)
Kapselfrucht des Gewöhnlichen Hornkrauts (Cerastium fontanum subsp. vulgare)
Samen des Gewöhnlichen Hornkrauts (Cerastium fontanum subsp. vulgare)

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Hornkraut-Arten sind meist einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Es sind meist dünne Pfahlwurzeln und bei den ausdauernden Arten oft Rhizome, die an den Knoten Wurzeln bilden, vorhanden. Die selbständig aufrechten, aufsteigenden oder liegenden, einfachen oder verzweigten Stängel sind stielrund und oft behaart.<ref name="FoC2001" /><ref name="FoNA2005" />

Von den gegenständig und im Allgemeinen gleichmäßig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind bei manchen Arten die grundständigen gestielt, alle anderen sind sitzend.<ref name="FoC2001" /><ref name="FoNA2005" /> Die Blattpaare sind meist an ihrer Basis miteinander verwachsen.<ref name="FoNA2005" /> Die einfachen Blattspreiten sind linealisch bis elliptisch oder breit-eiförmig mit spitzem bis stumpfem oberen Ende.<ref name="FoC2001" /><ref name="FoNA2005" /> Auf der Blattspreite sind ein bis fünf Blattnerven erkennbar.<ref name="FoNA2005" /> Nur bei wenigen Arten (nur bei Cerastium bialynickii, Cerastium regelii, Cerastium viride) sind die Laubblätter sukkulent.<ref name="FoNA2005" />

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Blüten stehen selten einzeln, meist zu vielen in meist endständigen, offenen oder dichten, zymösen Blütenständen (Dichasien) zusammen; bei Cerastium axillare sind die Blütenstände seitenständig und traubig.<ref name="FoNA2005" /> Die paarigen Tragblätter sind laubblattähnlich oder reduziert, krautig oder oft mit trockenhäutigen Rändern.<ref name="FoNA2005" /> Die Blütenstiele sind aufrecht, aber manchmal während der Fruchtzeit zurückgebogen oder an ihrem oberen Ende hakenförmig; bei wenigen Arten sind sie kaum erkennbar.<ref name="FoNA2005" />

Die meist zwittrigen, selten eingeschlechtigen und dann weiblichen Blüten sind radiärsymmetrisch und selten vier-, meist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.<ref name="FoNA2005" /> Die meist fünf, selten vier Kelchblätter sind frei und bei einer Länge von 3 bis 12 Millimetern elliptisch bis eiförmig mit spitzem, zugespitztem oder stumpfem oberen Ende und meist grün.<ref name="FoNA2005" /> Charakteristisch für Cerastium-Arten sind die oft tief ausgerandeten, genagelten, meist weißen Kronblätter; selten fehlen sie.<ref name="FoNA2005" /> An der Basis der fünf äußeren Staubfäden sind Nektarien vorhanden.<ref name="FoNA2005" /> Es sind selten nur ein, meist zwei Kreise mit je meist fünf, selten vier freie Staubblätter vorhanden.<ref name="FoNA2005" /> Die meist fünf, seltener drei, vier oder sechs Griffel sind bei einer Länge von 0,5 bis 2 Millimetern keulen- bis fadenförmig.<ref name="FoC2001" /><ref name="FoNA2005" />

Die Blütenformel lautet: <math>\star K_5 \; oder \; K_{(5)} \; C_5 \; A_{5+5} \; G_{\underline{(2)}}</math>

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Der Name Hornkraut bezieht sich auf die meist mehr oder weniger hornartig gekrümmten, länglichen oder zylindrischen Kapselfrüchte, die mit doppelt so vielen Zähnen wie Griffel aufspringen. Die zylindrischen oder länglichen und oft etwa gebogenen Kapselfrüchte enthalten zahlreiche (15 bis über 150) Samen.<ref name="FoNA2005" /> Die orangefarbenen bis braunen Samen sind kugelig, nierenförmig oder kantig verkehrt-eiförmig und seitlich abgeflacht mit warziger Samenschale.<ref name="FoC2001" /><ref name="FoNA2005" />

Chromosomensätze[Bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = selten 13, 15, meist 17, 18 oder 19.<ref name="FoNA2005" /> Es kommen unterschiedliche Ploidiegrade vor.<ref name="IPCN" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Gattung Cerastium ist fast weltweit verbreitet, kommt jedoch besonders zahlreich in den gemäßigten bis kühlen Gebieten der Nordhalbkugel (Eurasien und Nordamerika) vor. In China gibt es 23 Arten, neun davon nur dort.<ref name="FoC2001" /> In Nordamerika kommen 27 Arten vor.<ref name="FoNA2005" /><ref name="Liu2023" />

Manche Cerastium-Arten (beispielsweise Cerastium subpilosum) sind bis in Höhenlagen von 3900 Metern anzutreffen.<ref name="FoC2001" />

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Cerastium wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 437<ref name="SpPl" /> aufgestellt,<ref name="Tropicos" /> die Diagnose befindet sich in Genera Plantarum Editio quinta, 1754, S. 199.<ref name="GenPl" /> Der Gattungsname Cerastium leitet sich vom altgriechischen Wort ceras für „Horn“ ab und bezieht sich auf die Form der Kapselfrucht.<ref name="FoNA2005" /> Ein Synonym für Cerastium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. ist Provancheria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.B.Boivin.

Die Gattung Cerastium gehört zur Tribus Alsineae innerhalb der Familie Caryophyllaceae.<ref name="GRIN" /><ref name="Liu2023" />

Datei:Cerastium aleuticum-MW0156370-live.jpg
Cerastium aleuticum
Datei:Rožec kuřičkolistý (Cerastium alsinifolium) (3).jpg
Blütenstände des Mierenblättrigen Hornkrauts (Cerastium alsinifolium)
Datei:Cerastium arcticum upernavik 2007-06-26 2.jpg
Radiärsymmetrische, fünfzählige Blüte im Detail des Arktischen Hornkrauts (Cerastium arcticum)
Datei:Cerastium banaticum kz01.jpg
Cerastium banaticum
Datei:Cerastium beeringianum 3034 - Flickr - andrey zharkikh.jpg
Cerastium beeringianum
Datei:Rogownica Biebersteina Cerastium biebersteinii.jpg
Blüten von Cerastium biebersteinii
Datei:Cerastium candidissimum kz04.jpg
Reinweißes Hornkraut (Cerastium candidissimum)
Datei:Cerastium davuricum (Caryophyllaceae) (33002497510).jpg
Cerastium davuricum
Datei:Cerastium decalvans kz02.jpg
Cerastium decalvans
Datei:Cerastium fischerianum 5.JPG
Cerastium fischerianum
Datei:Cerastium gibraltaricum 1.JPG
Cerastium gibraltaricum
Datei:Cerastium glomeratum1.jpg
Blütenstand mit fünfzähligen Blüten und Blütenknospen des Knäuel-Hornkrauts (Cerastium glomeratum)
Datei:Cerastium lineare 002.jpg
Piemonteser Hornkraut (Cerastium lineare)
Datei:Cerastium maximum 119936988.jpg
Blütenstand mit fünfzähligen Blüten und Blütenknospen von Cerastium maximum
Datei:Cerastium nemorale 34515723.jpg
Laubblätter, fünfzähligen Blüten und Blütenknospen von Cerastium nemorale
Datei:Shetland Mouse-Ear (Cerastium nigrescens) - geograph.org.uk - 179773.jpg
Cerastium nigrescens
Datei:Cerastium soleirolii.jpg
Cerastium soleirolii
Datei:Cerastium tatrae a2.jpg
Cerastium tatrae
Datei:Cerastium tomentosum ENBLA02.jpeg
Habitus, Laubblätter und Blütenstände des Filzigen Hornkrauts (Cerastium tomentosum)

In der Gattung Cerastium gibt es etwa 100 Arten<ref name="Liu2023" /> (Auswahl):<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" />

Nutzung[Bearbeiten]

Als Steingartenpflanzen und Bodendecker finden vor allem Filziges Hornkraut (Cerastium tomentosum), aber auch Bieberstein-Hornkraut (Cerastium biebersteinii), Reinweißes Hornkraut (Cerastium candidissimum), Acker-Hornkraut (Cerastium arvense) und Großblütiges Hornkraut (Cerastium grandiflorum) Verwendung.<ref name="Rothmaler5" />

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arvo Jaakko Juhani Jalas, Michael B. Wyse Jackson, Peter Derek Sell, F. H. Whitehead: Cerastium L. In:
  • Lu Dequan, John K. Morton: In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 6: Caryophyllaceae through Lardizabalaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2001, ISBN 1-930723-05-9. Cerastium Linnaeus. S. 31 - textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung und Systematik).
  • John K. Morton: In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 5: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 2. Oxford University Press, New York und Oxford, 2005, ISBN 0-19-522211-3, Cerastium Linnaeus. S. 74–93 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • David Aeschimann, Konrad Lauber, Daniel Martin Moser, Jean-Paul Theurillat: Flora alpina. Ein Atlas sämtlicher 4500 Gefäßpflanzen der Alpen. Band 1, Haupt, Bern/Stuttgart/Wien 2004, ISBN 3-258-06600-0, S. 292–306.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="IPCN"> Cerastium bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Tropicos"> Cerastium bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="VascularPlantsAmericas"> Cerastium bei Tropicos.org. In: Vascular Plants of the Americas. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoPakistan"> Shahina Ghazanfar: Flora of Pakistan, Volume 175: Caryophyllaceae. Department of Botany, University of Karachi, Karachi 1986, S. 35, Cerastium bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum. </ref> <ref name="Fischer2005"> </ref> <ref name="Hegi1979"> Hans-Christian Friedrich: Familie Caryophyllaceae. In: </ref> <ref name="Rothmaler5"> </ref> <ref name="FoC2001"> Lu Dequan, John K. Morton: In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 6: Caryophyllaceae through Lardizabalaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2001, ISBN 1-930723-05-9. Cerastium Linnaeus. S. 31 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="FoNA2005"> John K. Morton: In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 5: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 2. Oxford University Press, New York und Oxford, 2005, ISBN 0-19-522211-3, Cerastium Linnaeus. S. 74–93 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold: Caryophyllaceae. Cerastium. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011. </ref> <ref name="Greuter&al2002"> Werner Greuter, Niels Böhling, Ralf Jahn: The Cerastium scaposum group (Caryophyllaceae): three annual taxa endemic to Crete (Greece), two of them new. In: Willdenowia. Band 32, Nr. 1, S. 45–54, PDF-Datei. </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 437, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D1%26issue%3D%26spage%3D437%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D </ref> <ref name="GenPl"> Carl von Linné: Genera plantarum: eorumque characteres naturales secundum numerum, figuram, situm, et proportionem omnium fructificationis partium. Editio quinta. Lars Salvius, Stockholm 1754, S. 199, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fitem%2F14678%23page%2F234%2Fmode%2F1up~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D </ref> <ref name="AFE6-100"> Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. Band 6: Caryophyllaceae (Alsinoideae and Paronychioideae). Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 1983, ISBN 951-9108-05-X, S. 100. </ref> <ref name="AFE6-101"> Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. Band 6: Caryophyllaceae (Alsinoideae and Paronychioideae). Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 1983, ISBN 951-9108-05-X, S. 101. </ref> <ref name="AFE6-102"> Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. Band 6: Caryophyllaceae (Alsinoideae and Paronychioideae). Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 1983, ISBN 951-9108-05-X, S. 102. </ref> <ref name="AFE6-103"> Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. Band 6: Caryophyllaceae (Alsinoideae and Paronychioideae). Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 1983, ISBN 951-9108-05-X, S. 103. </ref> <ref name="AFE6-88"> Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. Band 6: Caryophyllaceae (Alsinoideae and Paronychioideae). Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 1983, ISBN 951-9108-05-X, S. 88. </ref> <ref name="Liu2023"> Cui Liu, Rui-Xia Zhang, Lin Li, Jun-Xia Su, Sheng-Dan Wu, Liang Xiong, Lin-Jing Zhang: Phylogenetic relationships and diversification dynamics of Cerastium (Alsineae: Caryophyllaceae): implications for biogeographical patterns of herbs in the Northern Hemisphere. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 203, Issue 1, September 2023, S. 67–77. doi:10.1093/botlinnean/boad018 </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Hornkräuter (Cerastium) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien