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Gänsefüße

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Gänsefüße
Datei:Chenopodium album Sturm27.jpg

Weißer Gänsefuß (Chenopodium album), Illustration

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Unterfamilie: Chenopodioideae
Tribus: Atripliceae
Gattung: Gänsefüße
Wissenschaftlicher Name
Chenopodium
L.

Die Gänsefüße (Chenopodium) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Chenopodioideae innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Die nur noch etwa 90 Arten sind fast weltweit verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Chenopodium album flowers, Melganzenvoet bloemen.jpg
Blütenstand des Weißen Gänsefußes (Chenopodium album)
Datei:Chenopodium album subsp. album sl8.jpg
Samen mit und ohne Fruchtwand des Weißen Gänsefußes (Chenopodium album subsp. album)
Datei:20120903Chenopodium album2.jpg
Weißer Gänsefuß (Chenopodium album)
Datei:Chenopodium berlandieri NPS-1.jpg
Berlandiers Gänsefuß (Chenopodium berlandieri)
Datei:Rhagodia candolleana.jpg
Chenopodium candolleanum
Datei:Chenopodium curvispicatum.jpg
Chenopodium curvispicatum
Datei:좀명아주.JPG
Feigenblättriger Gänsefuß (Chenopodium ficifolium)
Datei:MagentaSpreen Chenopodium giganteum EdibleOffice.jpg
Baumspinat (Chenopodium giganteum)
Datei:Einadia hastata Brush Farm.JPG
Chenopodium robertianum
Datei:Einadia fruit and foliage.jpg
Chenopodium nutans
Datei:Starr 010206-0253 Chenopodium oahuense.jpg
Chenopodium oahuense
Datei:Canihua (Chenopodium pallidicaule) at Atuncolla near Sillustani Juliaca.jpg
Chenopodium pallidicaule
Datei:Chenopodium quinoa0.jpg
Quinoa (Chenopodium quinoa)
Datei:Rhagodia spinescens 2.jpg
Chenopodium spinescens

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Chenopodium-Arten (in der jetzt enger gefassten Gattung) sind meist einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, seltener Halbsträucher oder Sträucher. Sie besitzen keinen aromatischen Geruch, sind manchmal aber übelriechend. Die jungen Stängel und Laubblätter sind oft dicht bemehlt mit kugeligen Blasenhaaren, die später becherförmig zusammenfallen und überdauern. Die verzweigten Stängel wachsen aufrecht, aufsteigend, ausgebreitet oder kriechend, ihre Seitenzweige stehen wechselständig, die untersten manchmal fast gegenständig. Die wechsel- oder fast gegenständigen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Ihre dünne oder dickliche, manchmal etwas fleischige Blattspreite ist linealisch, rhombisch oder dreieckig-spießförmig. Der Blattrand kann glatt, gezähnt oder gelappt sein.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Chenopodium-Arten sind einhäusig (monözisch) oder seltener zweihäusig (diözisch). Bei monözischen Chenopodium-Arten gibt es zwei Typen von Blüten, zwittrige und rein weibliche. Die Blüten sitzen in knäueligen Teilblütenständen, die in der Regel zu vielen in gedrängten rispigen bis scheinährigen Blütenständen angeordnet sind, selten auch einzeln stehen. Der Aufbau der Blütenstände ist sehr variabel. Vorblätter fehlen.

Die Blütenhülle besteht aus selten vier oder meist fünf oft grünen, meist hautrandigen Blütenhüllblättern, die an der Basis oder bis zur Mitte miteinander verwachsen sind und auf dem Rücken abgerundet oder gekielt sein können. In zwittrigen Blüten ist ein Kreis mit meist fünf Staubblättern vorhanden. Die Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten mit zwei Narben verwachsen.

Zur Fruchtzeit wird die Blütenhülle manchmal farbig, meist bleibt sie jedoch unverändert. Die Frucht wird von der Blütenhülle häufig umschlossen. Die häutige oder manchmal fleischige Fruchtwand haftet entweder an der Samenschale oder liegt dem Samen nur locker an. Der horizontal orientierte Samen ist flach-kugelig oder linsenförmig, mit abgerundetem oder leicht kantigem Rand. Die schwarze Samenschale besitzt eine fast glatte, fein gestreifte, etwas runzelige oder unterschiedlich grubige Oberfläche. Der ring- oder hufeisenförmige Embryo umgibt das reichlich vorhandene Nährgewebe.

Chromosomensätze[Bearbeiten]

Als Chromosomengrundzahl wird x = 9 angenommen. In der Gattung Chenopodium liegen unterschiedliche Ploidiegrade vor: Chromosomenzahlen sind bei Diploidie 2n = 18, bei Tetraploidie 4n = 36 und bei Hexaploidie 6n = 54.

Photosyntheseweg[Bearbeiten]

Alle Chenopodium-Arten sind C3-Pflanzen.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Chenopodium-Arten sind Nahrungspflanzen für die Raupen zahlreicher Schmetterlinge (Lepidoptera). In der HOSTS-Datenbank sind 186 Einträge von Schmetterlingsarten an Chenopodium verzeichnet.<ref name="HOSTS" /> (Diese beziehen sich jedoch auf die Gattung in ihrem früheren größeren Umfang).

Standorte[Bearbeiten]

Viele Arten gedeihen in trockenen Regionen oder auf salzreichen Böden, obwohl ihnen spezielle Anpassungen wie etwa Sukkulenz oder C4-Photosynthese fehlen.<ref name="Fuentes 2011" />

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Chenopodium wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 1, S. 218–222<ref name="biodiversitylibrary" /> aufgestellt. Die Typusart ist Chenopodium album Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.<ref name="Tropicos" />

Traditionell umfasste die Gattung Chenopodium im weiteren Sinne etwa 170 Arten.<ref name="FoC" /> Aufgrund morphologischer und anatomischer Merkmale wurde sie in drei Untergattungen (Subgenus Ambrosida, Subgenus Blitum und Subgenus Chenopodium) mit jeweils mehreren Sektionen untergliedert.

Durch phylogenetische Untersuchungen wurde deutlich, dass die Gattung in ihrem alten Umfang polyphyletisch war und somit keine natürliche Verwandtschaftsgruppe darstellte. Daher wurde eine neue Einteilung nötig, bei der zahlreiche Arten anderen Gattungen, teilweise sogar in anderen Tribus zugeordnet wurden. Mosyakin & Clemants (2002, 2008) trennten die Drüsengänsefüße (Dysphania) und Teloxys aristata in der Tribus Dysphanieae ab. Fuentes-Bazan et al. 2012 stellten weitere Arten in die Gattungen Blitum (in der Tribus Anserineae), Chenopodiastrum und Oxybasis und gliederten den Vielsamigen Gänsefuß als Lipandra polysperma ab.

Synonyme der verkleinerten Gattung Chenopodium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. (s. str.=im engeren Sinne) sind nach Fuentes-Bazan et al. 2012 Chenopodium sect. Leprophyllum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Dumort., Chenopodium sect. Chenopodiastrum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Moq., Einadia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Rhagodia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.R.Br. sowie Vulvaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bubani nom. illeg.

Chenopodium s. str. wurde von Fuentes et al. 2012 in die Tribus Atripliceae eingruppiert und gehört zur Unterfamilie Chenopodioideae innerhalb der Familie der Amaranthaceae.

Die Gattung Chenopodium ist fast weltweit verbreitet.<ref name="FoNA" /><ref name="FoC" /> Von den Gänsefüßen im weiteren Sinne kommen in Deutschland 16 Arten beständig vor,<ref name="Kochia"/> weitere Arten treten als unbeständige Einschleppungen in Erscheinung.<ref name="Rothmaler4-10"/> Nach Uotila (2011) handelt es sich bei den in Mitteleuropa vorkommenden Chenopodium-Arten um folgende:<ref name="Euro+Med" /> Weißer Gänsefuß (Chenopodium album), Berlandiers Gänsefuß (Chenopodium berlandieri), Feigenblättriger Gänsefuß (Chenopodium ficifolium), Bocks-Gänsefuß (Chenopodium hircinum), Schneeballblättriger Gänsefuß (Chenopodium opulifolium), Schmalblättriger Gänsefuß (Chenopodium pratericola), Kleinblättriger Gänsefuß (Chenopodium striatiforme), Gestreifter Gänsefuß (Chenopodium strictum), Schwedischer Gänsefuß (Chenopodium suecicum), Stinkender Gänsefuß (Chenopodium vulvaria).

Zu Chenopodium s. str. gehören nur noch etwa 90 Arten, darunter (Auswahl):

Noch nicht auf ihre Zugehörigkeit molekulargenetisch überprüft wurden beispielsweise:

Einige Arten wurden von Fuentes-Bazan et al. 2012 und auch älteren Autoren anderen Gattungen zugeordnet:

Nutzung und wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

Wirtschaftliche Bedeutung als Pseudogetreide besitzen beispielsweise Quinoa (Chenopodium quinoa) oder Kañiwa (Chenopodium pallidicaule), sowie Huauzontle (Chenopodium nuttalliae) als Gemüse. Viele weitere Arten sind essbar, ihre Samen dienten in Notzeiten als Mehlzusatz und ihre Blätter als spinatartiges Gemüse.<ref name="PFAF" />

Zahlreiche Arten eignen sich als Färberpflanzen.<ref name="PFAF" />

In der Landwirtschaft verursachen mehrere Arten Probleme als „Unkraut“, beispielsweise Weißer Gänsefuß (Chenopodium album).<ref name="Fuentes 2011" />

Quellen[Bearbeiten]

  • Susy Fuentes-Bazan, Pertti Uotila, Thomas Borsch: A novel phylogeny-based generic classification for Chenopodium sensu lato, and a tribal rearrangement of Chenopodioideae (Chenopodiaceae). In: Willdenowia. Band 42, Nr. 1, 2012, S. 5–24, DOI:10.3372/wi.42.42101 (Abschnitte Beschreibung und Systematik).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Tropicos"> Chenopodium bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="PFAF"> Einträge zu Chenopodium bei Plants For A Future </ref> <ref name="Rothmaler4-10"> </ref> <ref name="FoC"> Gelin Zhu, Sergei L. Mosyakin, Steven E. Clemants: Chenopodium - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: </ref> <ref name="FoNA"> Steven E. Clemants, Sergei L. Mosyakin: Chenopodium - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: </ref> <ref name="Fuentes 2011"> Susy Fuentes-Bazan, Guilhem Mansion, Thomas Borsch: Towards a species level tree of the globally diverse genus Chenopodium (Chenopodiaceae). In: Molecular Phylogenetics and Evolution, ISSN 1055-7903, online 22 October 2011. </ref> <ref name="HOSTS"> Gaden S. Robinson, Phillip R. Ackery, Ian J. Kitching, George W. Beccaloni, Luis M. Hernández: Eintrag bei HOSTS - A Database of the World's Lepidopteran Hostplants, abgerufen am 2. Februar 2012</ref> <ref name = "Kochia"> Karl Peter Buttler, Ralf Hand: Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands. In: Kochia, Beiheft 1, 107 S. </ref> <ref name="Mosyakin 2017"> Sergei Leonidovich Mosyakin, Duilio Iamonico: Nomenclatural changes in Chenopodium (incl. Rhagodia) (Chenopodiaceae), with considerations on relationships of some Australian taxa and their possible Eurasian relatives. In: Nuytsia, Volume 28, 2017, S. 255–271. </ref> <ref name="Euro+Med"> Pertti Uotila, 2011: Chenopodiaceae (pro parte majore): Chenopodium – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity., abgerufen am 2. Februar 2012 </ref> <ref name="biodiversitylibrary"> Erstveröffentlichung eingescannt bei Biodiversity Heritage Library. </ref> <ref name="POWO">Datenblatt Chenopodium bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Gänsefüße (Chenopodium) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Gänsefüße – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen