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Chord (Mathematik)

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Datei:Chord angle.svg
Definition der Chord-Funktion am Einheitskreis, zum Vergleich Sinusfunktion

Chord (von chorda, lat. Sehne) ist eine heute ungebräuchliche mathematische Funktion, die einen Winkel auf die zugehörige Sehnenlänge am Einheitskreisbogen abbildet.

Berechnung[Bearbeiten]

Wie die heute gebräuchlichen trigonometrischen Funktionen setzt auch chord ein Längenverhältnis am Kreis mit beliebigem Radius zu einem Winkel in Beziehung, nämlich das Verhältnis von Sehnenlänge <math>s</math> und Kreisradius <math>r</math> zum Winkel <math>\alpha</math>, den der Mittelpunkt dieses Kreises mit den Endpunkten der Sehne einschließt. Es gilt:

<math> s/r = \operatorname{chord} (\alpha) = 2 \cdot \sin(\alpha / 2)</math>

Heutzutage wird <math>\operatorname{chord}</math> sehr selten benutzt, entsprechende Stellen werden gemäß vorstehender Gleichung mit der Sinusfunktion ausgedrückt.

Wie für die heute gängigen Winkelfunktionen <math>\sin, \cos, \tan</math> wurden früher auch für die Chord-Funktion Tafelwerke benutzt, in denen zu bestimmten Winkeln in Gradeinheiten vorberechnete Werte des Chord-Funktionswertes nachgeschlagen werden konnten und umgekehrt.

Mit obiger Beziehung zwischen <math>\operatorname{chord}</math> und <math>\sin</math> lässt sich eine Chordentafel zusammenstellen:

α 0° 10° 20° 30° 40° 50° 60° 70° 80° 90° … 180°
chord(α) 0,0000 0,1743 0,3473 0,5176 0,6840 0,8452 1,0000 1,1472 1,2856 1,4142 … 2,0000

Solche Chordentafeln waren schon im Altertum bekannt<ref name="Vollrath">Hans-Joachim Vollrath: Historische Winkelmessgeräte in Projekten des Mathematikunterrichts. In: Der Mathematikunterricht. Band 45, Nr. 4, 1999, S. 42–58 (uni-wuerzburg.de [PDF; 1,1 MB]).</ref>. Die erste wird dem griechischen Astronomen Hipparchos von Nicäa zugeschrieben, ihre Teilung betrug 7,5°. Später erstellte Claudius Ptolemäus eine Sehnentabelle mit einer Teilung von ½°. Ferner wurden Proportionalzirkel mit Chordenskalen versehen, die ein einfaches geometrisches Konstruieren erlaubten<ref name="bion">Nicholas Bion: Traité de la construction et des principaux usages des instrumens de mathématique. In: Jombert. Paris 1709.
Übersetzter Nachdruck: N. Bion: The Construction and Principal Uses of Mathematical Instruments: Including Thirty Folio Illustrations of Several Instruments. Astragal Press, 1995, ISBN 1-879335-60-3.</ref>. Chordenskalen wurden bis ins 19. Jahrhundert in der Landvermessung zur Verbesserung der Messgenauigkeit<ref name="Kloeffler">Dr. Klöffler, Martin: Vermessungswesen in der Ausbildung und Praxis der preußischen Offiziere im frühen 19. Jahrhundert, in: Brohl, Elmar (Hrsg.), Militärische Bedrohung und bauliche Reaktionen – Festschrift für Volker Schmidtchen, Deutsche Gesellschaft für Festungsforschung e. V., Marburg (2000), ISBN 3-87707-553-3</ref> beim katoptrischen Zirkel<ref name="Brachner">Alto Brachner (Hrsg.): G. F. Brander, 1713–1783: wissenschaftliche Instrumente aus seiner Werkstatt. Deutsches Museum, München 1983, S. 131 ff.</ref> eingesetzt, der nach dem gleichen Prinzip wie der Spiegelsextant funktioniert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

en:Chord (geometry)#In trigonometry