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Haseln

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Haseln
Datei:Illustration Corylus avellana0.jpg

Gemeine Hasel (Corylus avellana), Illustration

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Birkengewächse (Betulaceae)
Unterfamilie: Haselnussgewächse (Coryloideae)
Gattung: Haseln
Wissenschaftlicher Name
Corylus
L.

Die Haseln (Corylus) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Birkengewächse (Betulaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Corylus heterophylla var thunbergi1.jpg
Laubblätter von
Corylus heterophylla
Datei:Corylus avellana 0007.JPG
Weiblicher Blütenstand von Corylus avellana in den Knopsenschuppen; nur die Narbenäste der weiblichen Blüten sind sichtbar
Datei:Corylus-colurna-catkins.JPG
Männliche Kätzchen von
Corylus colurna
Datei:Corylus americana0.jpg
Fruchtstände von
Corylus americana

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Hasel-Arten sind sommergrüne, laubabwerfende zumeist einstämmige Bäume oder Sträucher, die Wuchshöhen von 3 bis 30 Metern (Baum-Hasel) erreichen. Die Sträucher verzweigen meistens in eine Vielzahl von Ästen, ohne einen Hauptstamm auszubilden, die Stämme und Äste sind drehrund. Die gräulich braune, dünne und glatte Rinde zeigt keine auffallenden Korkporen, sie ist geschlossen und zerbricht im Alter in vertikale Streifen und Schuppen. Das Holz ist nahezu weiß bis hellbraun, fein texturiert, mittelhart und schwer. Äste, Ästchen und Zweige sind in zwei Reihen stehend bis verteilt. Die jungen Zweige unterscheiden sich in lange und kurze Triebe. Vor dem Winter bilden die Pflanzen aufsitzende, breit eiförmige Knospen, die nach oben spitz sind und mehrere glatte, sich dachziegelartig überlappende Schuppen besitzen.

Die Laubblätter stehen zweireihig sowohl an den langen als auch an den kurzen Trieben. Die Blattspreite ist eiförmig bis verkehrt-eiförmig oder rundlich, die Basis ist meist herzförmig, die Spitze ist bespitzt bis spitz oder zugespitzt, die Ränder sind doppelt gesägt bis grob gezähnt. Die 4 bis 12 cm lange und 3,5 bis 12 cm breite Spreite wird von acht oder weniger Paar Seitenadern durchzogen, sie ist dünn, die Unterseite ist meist fein behaart und gelegentlich drüsig.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Hasel-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die männlichen Blütenstände (Kätzchen) stehen an den Zweigen der kurzen Triebe in vielen traubenartigen Gruppen. Sie werden bereits im Vorjahr gebildet und überdauern den Winter nackt, um bereits vor den Laubblättern auszuschlagen. Innerhalb der männlichen Kätzchen stehen die Blüten zu dritt gedrängt von einem schuppenartigen Tragblatt umgeben. Sie enthalten vier Staubblätter, die nahezu bis zur Hälfte geteilt sind und damit acht Halbstaubblätter bilden. Die Staubfäden sind sehr kurz und mit den zwei Vorblättern am Tragblatt verwachsen.

Oberhalb der männlichen Kätzchen stehen die weiblichen Blütenstände als kleinere Gruppen von Blüten und Tragblättern in Knospenschuppen. Je zwei weibliche Blüten werden von einem Tragblatt gehalten und sind von zwei Deckblättern (jeweils aus bis drei verwachsenen Vorblättern) begleitet.<ref>Corylus avellana - a typical species of family Betulaceae bei Mike's North Hants nature watch.</ref><ref>A. W. Eichler: Blüthendiagramme. Zweiter Theil, Engelmann, 1878, S. 15–18.</ref> Der Fruchtknoten ist klein mit zwei Griffelästen und langen Narben, ein Kelch kann vorkommen.<ref>Corylus bei Trees and Shrubs Online.</ref> Die weiblichen Blüten blühen zur gleichen Zeit wie die männlichen Blüten, sie sind reduziert und nur die Narben treten zur Blütezeit aus der Knospe hervor.

Pollen[Bearbeiten]

Pollen von Hasel-Arten sind oft die Ursache für allergische Rhinitis im Spätwinter und den ersten Frühlingsmonaten. Die Pollenkörner sind durch eine palynologische Untersuchung leicht durch die tiporate und seltener tetraporate Struktur ihrer granulären Exine zu erkennen.<ref>Hasel (Corylus) Die Pollenkörner der Hasel bei Pollenflug-Nord.</ref>

Früchte[Bearbeiten]

Die Fruchtstände sind dichte Gruppen, die aus mehreren Früchten bestehen. Jede Frucht ist von einer aus den Deckblättern gebildeten „Hülle“ umgeben. Die Deckblätter sind laubblattartig, haarig oder stachelig, vergrößert und gelegentlich zu einer kurzen bis verlängerten Röhre verwachsen. Die Nussfrüchte sind relativ dünnwandig, nahezu kugelförmig bis eiförmig, seitlich sind sie etwas eingedrückt und längsgerippt.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Arten der Gattung sind in den gemäßigten Gebieten der nördlichen Halbkugel, von Nordamerika über Europa bis nach Asien verbreitet.

Ökologie[Bearbeiten]

Haseln beherbergen 44 Arten von Schmetterlingsraupen.<ref>Helmut Hintermeier: Der Liguster und seine Gäste. In: Allgemeine Deutsche Imkerzeitung. November 2008, S. 30–31.</ref>

Die Nüsse dienen als Nahrung für kleine Säugetiere wie Eichhörnchen, Siebenschläfern und Mäuse, sowie für Vögel (Eichelhäher, Kleiber, Spechte).

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Corylus gehört zur Unterfamilie der Haselnussgewächse (Coryloideae) innerhalb der Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Phylogenetische Untersuchungen stellen die Gattung als Schwesterklade zu den restlichen drei Gattungen der Unterfamilie.<ref name="Chen1999">Z. D. Chen, S. R. Manchester, H. Y. Sun: Phylogeny and evolution of the Betulaceae as inferred from DNA sequences, morphology, and palaeobotany. In: American Journal of Botany. Band 86, 1999, S. 1168–1181.</ref>



Corylus


   

Ostryopsis


   

Carpinus


   

Ostrya


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Kladogramm nach<ref name="Chen1999" />

Datei:Corylus colurna subadriatic dinaric mountains Orjen.JPG
Baum-Hasel (Corylus colurna) am Standort im Orjen
Datei:Beaked-Hazel.png
Schnabel-Hasel (Corylus cornuta)
Datei:Corylus sieboldiana 4.JPG
Japanische Hasel
(Corylus sieboldiana)
Datei:Corylus johnsonii Holotype SR 98-01-02 A.jpg
Die fossile Corylus johnstonii aus Republic, 49,5 Millionen Jahre alt

Je nach Autor enthält die Gattung Corylus 10 bis 25 Arten:<ref name="WCSP" />

Je nach Auffassung des Autors werden von Corylus avellana oft die Arten Corylus maxima Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mill. (Lambertshasel), Corylus pontica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.K.Koch und Corylus colchica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Albov abgespalten. Zudem wird je nach Autor die Art Corylus californica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(A. DC.) A. Heller als Varietät von Corylus cornuta gezählt. Ebenso werden die oft zu Corylus heterophylla gestellten Varietäten var. sutchuenensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Franch. und var. yunnanensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Franch. von einigen Autoren als eigenständige Arten geführt. Ebenfalls strittigen Rang besitzt Corylus papyracea.<ref name="Erdogan00">Veli Erdogan, Shawn A. Mehlenbacher: Phylogenetic Relationships of Corylus Species (Betulaceae) Based on Nuclear Ribosomal DNA ITS Region and Chloroplast matK Gene Sequences. In: Systematic Botany. Band 25, Heft 4, Oktober–Dezember 2000, S. 727–737.</ref>

Fossile Nachweise[Bearbeiten]

Ein erster fossiler Nachweis von Haseln anhand von Nüssen, die von mehrlappigen, laubblattartigen und bestachelten Tragblättern umgeben sind, stammt aus dem mittleren Eozän und wurde bei Republic im US-amerikanischen Bundesstaat Washington gefunden. Fossile Blätter, die denen der Corylus-Arten ähneln, sind von der nördlichen Halbkugel aus vielen Funden aus dem Paleozän und dem Eozän bekannt. Eine genaue Zuordnung zur Gattung Corylus oder Palaeocarpinus ist jedoch nicht möglich.<ref name="Manchester99">Steven R. Manchester: Biogeographical Relationships of North American Tertiary Floras. In: Annals of the Missouri Botanical Garden. Band 86, Nummer 2, 1999, S. 472–522.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • John J. Furlow: Corylus. In: Flora of North America. Volume 3: Magnoliophyta: Magnoliidae and Hamamelidae. Oxford University Press, 1997, ISBN 0-19-511246-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Haseln (Corylus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="Redlist">Kirsty Shaw, Larry Stritch, Malin Rivers, Shyamali Roy, Becky Wilson, Rafaël Govaerts: The Red List of Betulaceae. Published by Botanic Gardens Conservation International, Richmond, Surrey, 2014, ISBN 978-1-905164-58-5, S. 29.</ref> </references>

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