Fallkäfer
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| Datei:Cryptocephalus nitidus01.jpg | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cryptocephalinae | ||||||||||||
| Gyllenhaal, 1813 |

Die Fallkäfer (Cryptocephalinae) sind eine Unterfamilie aus der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae). Sie kommen in Europa mit 308 Arten und Unterarten vor.<ref name="www.faunaeur.org"> Cryptocephalinae. Fauna Europaea, abgerufen am 9. Dezember 2007.</ref> Der Name „Fallkäfer“ nimmt darauf Bezug, dass die Käfer sich bei Störung unvermittelt fallen lassen.
Merkmale[Bearbeiten]
Die Käfer haben einen gedrungenen Körperbau und meist eine sehr auffällige metallisch glänzende oder bunte Färbung. Dabei sind Halsschild und Deckflügel oft unterschiedlich gefärbt. Die Fühler sind lang und fadenförmig, der Kopf ist senkrecht nach unten gerichtet. Der Hinterrand des Halsschildes ist gezähnt. Die Hüften (Coxae) der Vorderbeine sind durch den Ansatz des Prothorax voneinander getrennt.
Lebensweise[Bearbeiten]
Fallkäfer ernähren sich von den Blättern ihrer Wirtspflanzen, seltener auch von Blütenpollen. Ihre Larven leben im Bodenstreu und fressen Detritus (zerfallene organische Substanzen), normalerweise die abgefallenen Blätter ihrer Wirtspflanze, oder seltener auch frische Blätter. Sie leben, vor Feinden geschützt, in einem Gehäuse aus Kot und Sekret. Bei Gefahr können sie sich vollständig in diesen schützenden Mantel zurückziehen. Sie verpuppen sich auch in ihrem Gehäuse.
Systematische Einteilung[Bearbeiten]
Die weltweit verbreitete Unterfamilie der Fallkäfer umfasst 5300 Arten in 127 Gattungen.<ref name="Chamorro 2013"/> Sie wird in drei Triben unterteilt, zu denen auch die beiden früher oft als eigenständige Unterfamilien betrachteten Clytrinae (heute Clytrini) und Chlamisinae (heute Fulcidacini) zählen.<ref name="Brown 2005"/>
- Cryptocephalini mit mehr als 3500 Arten kommen weltweit vor. Untertriben sind:
- Clytrini umfassen mehr als 1300 Arten in der Nearktis, Palaearktis, Neotropis, Afrotropis, Orientalis und Australis.<ref name="Erber 1988"/> Die größte Artenvielfalt liegt bei den Clytrini in Südamerika, Afrika und Asien. Es gibt sie kaum in der Karibik und in Australien, in Neuseeland fehlen sie ganz. Die Clytrini bestehen aus sechs Untertriben, die drei größten sind:
- Fulcidacini, früher Chlamisini oder als Unterfamilie Chlamisinae genannt, bestehen aus zusammen ungefähr 400 Arten in 11 Gattungen. 80 % der Arten sind in der Neotropis beheimatet, das restliche Fünftel lebt verstreut auf allen Kontinenten außer der Antarktis.<ref name="Chaboo 2008"/>
Europäische Arten (Auswahl)[Bearbeiten]
- Clytra laeviuscula Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ratzeburg, 1837 – Ameisen-Sackkäfer
- Coptocephala unifasciata (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Scopoli, 1763)
- Cryptocephalus bilineatus (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Linnaeus, 1758) – Zweiliniger Fallkäfer
- Cryptocephalus bipunctatus (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Linnaeus, 1758) – Zweipunktiger Fallkäfer
- Cryptocephalus cordiger (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Linnaeus, 1758) – Herzfleckiger Kapuzen-Blattkäfer
- Cryptocephalus coryli (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Linnaeus, 1758)
- Cryptocephalus crassus
- Cryptocephalus flavipes Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fabricius, 1781
- Cryptocephalus globicollis
- Cryptocephalus moraei (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Linnaeus, 1758) – Querbindiger Fallkäfer
- Cryptocephalus nitidus (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Linnaeus, 1758)
- Cryptocephalus ocellatus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Drapiez, 1819
- Cryptocephalus parvulus
- Cryptocephalus quinquepunctatus (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Scopoli, 1763) – Fünfpunkt-Fallkäfer
- Cryptocephalus sericeus (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Linnaeus, 1758) – Seidiger Fallkäfer oder Grünblauer Fallkäfer
- Cryptocephalus trimaculatus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rossi, 1790
- Cryptocephalus violaceus
- Cryptocephalus vittatus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fabricius, 1775 – Gebänderter Fallkäfer
- Labidostomis longimana
- Labidostomis tridentata
- Macrolenes dentipes
- Pachybrachys hieroglyphicus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Laicharting, 1781 – Hieroglyphen-Scheckenkäfer
- Smaragdina aurita (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Linnaeus, 1767)
- Tituboea biguttata (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.G.A. Olivier, 1791)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Chamorro 2013">M. L. Chamorro: 2.7.5 Chrysomelidae: Cryptocephalinae Gyllenhal 1813. In: R. A. B. Leschen, R. G. Beutel & J. F. Lawrence (Hrsg.): Handbook of Zoology. Arthropoda: Insecta. Coleoptera, Beetles. Vol. 3. Morphology and Systematics (Phytophaga). Walter De Gruyter, Berlin-New York 2013 S. 81–87</ref> <ref name="Erber 1988">D. Erber: Biology of Camptosoma Clytrinae-Cryptocephalinae-Chlamisinae-Lamprosomatinae. In: P. Jolivet, E. Petitpierre & T. H. Hsiao (Hrsg.): Biology of Chrysomelidae. Kluwer Academic Publishers, London 1988, S. 513–552 doi:10.1007/978-94-009-3105-3_30</ref> <ref name="Brown 2005">C. G. Brown & D. J. Funk: Aspects of the natural history of Neochlamisus (Coleoptera: Chrysomelidae): fecal-case-associated life history and behavior, with a method for studying insect constructions. Annals of the Entomological Society of America, 98, 5, S. 711–725, 2005 doi:10.1603/0013-8746(2005)098[0711:AOTNHO]2.0.CO;2</ref> <ref name="Chaboo 2008">Caroline S. Chaboo, Christopher G. Brown & Daniel J. Funk: Faecal case architecture in the gibbosus species group of Neochlamisus Karren, 1972 (Coleoptera: Chrysomelidae: Cryptocephalinae: Chlamisini). Zoological Journal of the Linnean Society, 152, 2, S. 315–351, 2008doi:10.1111/j.1096-3642.2007.00343.x</ref>
</references>
Literatur[Bearbeiten]
- Jiři Zahradnik, Irmgard Jung, Dieter Jung et al.: Käfer Mittel- und Nordwesteuropas. Parey, Berlin 1985, ISBN 3-490-27118-1.
- Erber, D. 1988. Biology of Camptosomata Clytrinae – Cryptocephalinae – Chlamisinae – Lamprosomatinae. S. 513–552. In: Jolivet, P. et al. (eds.) Biology of Chrysomelidae. Kluwer, Dordrecht.