Zum Inhalt springen

Italienische Strohblume

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Currykraut)

Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.

Italienische Strohblume
Datei:Helichrysum italicum.jpg

Italienische Strohblume (Helichrysum italicum)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Gnaphalieae
Gattung: Strohblumen (Helichrysum)
Art: Italienische Strohblume
Wissenschaftlicher Name
Helichrysum italicum
(Roth) G.Don

Die Italienische Strohblume (Helichrysum italicum), auch Italienische Immortelle oder Currykraut genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist im Mittelmeerraum beheimatet. Genutzt wird sie als Gewürzpflanze.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Helichrysum italicum flowers.jpg
Gesamtblütenstand von oben mit vielen Blütenkörbchen
Datei:Helichrysum italicum sl5.jpg
Habitus
Datei:Curry plants.jpg
Habitus und Laubblätter

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Italienische Strohblume wächst als Halbstrauch und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern. Sie ist im unteren Bereich reich verzweigt. Die sterilen Triebe sind dicht beblättert, die fertilen locker beblättert.<ref name="Wagenitz1979" /> Junge Pflanzenteile sind gräulich-weiß filzig behaart.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind sitzend. Die Blattspreite ist ganzrandig und bei einer Breite von 0,5 bis 1 Millimetern schmal-linealisch<ref name="Wagenitz1979" /> mit umgerolltem Rand. Die Blattoberseite ist anfangs dünn filzig behaart und verkahlt später. Die Laubblätter riechen besonders im Anschluss an Regen nach Curry.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis August. In einem dichten, doldentraubigen Gesamtblütenstand befinden sich die körbchenförmigen Teilblütenstände. Die Körbchenhülle ist goldgelb und schmal glockig, dabei länger als breit. Die Hüllblätter stehen dachziegelartig in mehreren Reihen, die äußeren sind eiförmig, die inneren sind linealisch.<ref name="Wagenitz1979" />

Die Blütenkörbchen enthalten nur gelbe Röhrenblüten.

Der Pappus der Achänen ist etwa 3 Millimeter lang mit feinen weißen Borsten.<ref name="Wagenitz1979" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.<ref name="IPCN" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Italienische Strohblume hat Vorkommen in Marokko, Algerien, Tunesien, Spanien, Frankreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, in Griechenland, auf Zypern und in der Türkei.<ref name="Euro+Med" /> Sie gedeiht in Garrigues und Feldfluren. Auf der Iberischen Halbinsel kommt sie in Höhenlagen bis 600 Meter Meereshöhe vor.<ref name="FloraVascular" />

Taxonomie und Systematik[Bearbeiten]

Datei:Helichrysum italicum subsp microphyllum g04.jpg
Helichrysum italicum subsp. microphyllum
Datei:Helichrysum italicum spp serotinum.000 - Islas Cies.JPG
Blütenstand von Helichrysum italicum subsp. serotinum

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1790 unter dem Namen (Basionym) Gnaphalium italicum durch Albrecht Wilhelm Roth in Observationes Plantarum in: Johann Jakob Römer, Paulus Usteri (Hrsg.): Magazin für die Botanik. Band 4, Nr. 10, S. 19.<ref name="Roth1790" /> Die Neukombination zu Helichrysum italicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Roth) G.Don wurde 1830 durch George Don junior in John Claudius Loudon: Hortus Britannicus: a catalogue of all the plants indigenous, cultivated in, or introduced to Britain. Part I. The Linnaean arrangement: Syngenesia Superflua. Seite 342<ref name="Don1830" /> veröffentlicht.<ref name="GRIN" />

Von der Art Helichrysum italicum gibt es je nach Autor etwa sechs Unterarten:<ref name="Euro+Med" /><ref name="Galbany2006" />

  • Helichrysum italicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Roth) G.Don subsp. italicum: Bei dieser Unterart ist die Hülle 2 bis 3 Millimeter breit und die äußeren Hüllblätter sind drüsenlos.<ref name="Schönfelder2008" /> Sie ist weit verbreitet im Gesamtareal der Art, fehlt aber auf der Iberischen Halbinsel, auf den Balearen, auf Sizilien und Kreta.
  • Helichrysum italicum subsp. microphyllum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Willd.) Nyman (Syn. Helichrysum microphyllum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Willd.): Bei dieser Unterart ist die Hülle nur 2 Millimeter breit und die äußeren Hüllblätter tragen Drüsen. Die Laubblätter sind nur bis 1 Zentimeter lang, sie sind am Rande gewellt und dem Stängel anliegend.<ref name="Schönfelder2008" /> Sie kommt auf Mallorca, Korsika, Sardinien, Kreta und in Griechenland vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Helichrysum italicum subsp. picardii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Boiss. & Reut.) Franco: Sie kommt auf der Iberischen Halbinsel und in Marokko vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Helichrysum italicum subsp. pseudolitoreum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Fiori) Bacch., Brullo & Mossa: Sie kommt nur an der Küste der Toskana, auf dem Toskanischen Archipel und auf Sardinien vor.<ref name="Bacchetta2003" />
  • Helichrysum italicum subsp. serotinum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Boiss.) P.Fourn. (Syn.: Helichrysum serotinum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss.): Bei dieser Unterart sind die äußeren Hüllblätter drüsenlos und die Hülle ist 3 bis 4 Millimeter breit.<ref name="Schönfelder2008" /> Sie kommt im südlichen Frankreich, auf der Iberischen Halbinsel, den Pityusen und in Algerien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Helichrysum italicum subsp. siculum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Jord. & Fourr.) Galbany, L.Sáez & Benedí: Sie kommt auf der Apenninen-Halbinsel, auf Sizilien und in Tunesien vor.<ref name="Euro+Med" />

Verwendung und Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Der starke Duft der Blüten erinnert an Curry, er ist bei heißem Wetter besonders intensiv. Die jungen Laubblätter und Sprossachsen eignen sich zum Würzen von Reis, Saucen und Fleischgerichten sowie Fisch und Füllungen. Zweige werden kurz mitgekocht und vor dem Servieren entfernt. Das Essen wird aber nicht gelb gefärbt wie bei einem Curry. Getrocknete Blütenstände und Triebe werden in der Floristik verwendet. Die Italienische Strohblume ist für Formschnitt und niedrige Hecken geeignet.<ref name="Greiner2006" /> Die Blätter des Currybaums schmecken oder riechen allerdings ganz anders.

Das ätherische Öl wirkt bakterien-, entzündungs- und oxidationshemmend.<ref name="Mastelic2008" /> Das Öl kann durch Destillation (Hydrodestillation) gewonnen werden. Die chemische Zusammensetzung ist komplex und enthält verschiedene Carbonsäuren und mindestens 27 Ester. Die in chemischen Analysen ermittelten Inhaltsstoffe schwanken stark je nach Herkunftsgebiet (Nordamerika, Italien, Griechenland), es sind jeweils die Maximalwerte angegeben.<ref name="Tucker2009" /> Die chemische Untersuchung einer zweiten Quelle<ref name="Mastelic2008" /> ist in Klammern angegeben:

  • 14 bis 54 % Nerylacetat (10,4 %)
  • 2 bis 34 % α-Pinen (12,8 %)
  • 0 bis 16 % γ-Curcumen
  • 0 bis 17 % β-Selinen
  • 0 bis 36 % Geraniol
  • 0 bis 12 % (E)-Nerolidol
  • 0 bis 11 % β-Caryophyllen
  • 9 bis 25 % Linalool
  • 6 bis 15 % Limonen
  • 2-Methyl-cyclohexylpentanoat (11,1 %)
  • 1,7-Di-epi-α-Cedren (6,8 %)

Literatur[Bearbeiten]

  • Avril Rodway: Kräuter und Gewürze. Die nützlichsten Pflanzen der Natur – Kultur und Verwendung. Tessloff, Hamburg 1980, ISBN 3-7886-9910-8.
  • Marilena Idžojtić: Dendrology. Academic Press, 2019, ISBN 978-0-444-64175-5, S. 314.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Italienische Strohblume (Helichrysum italicum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="IPCN"> Helichrysum italicum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Wagenitz1979"> Gerhard Wagenitz: Helichrysum italicum. In: </ref> <ref name="Roth1790"> Albrecht Wilhelm Roth: Observationes Plantarum. In: Johann Jakob Römer, Paulus Usteri (Hrsg.): Magazin für die Botanik. Band 4, Nr. 10, S. 19, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fbiodiversitylibrary.org%2Fpage%2F13439159~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D. </ref> <ref name="Don1830"> George Don jr. In: J. C. Loudon: Hortus Britannicus: a catalogue of all the plants indigenous, cultivated in, or introduced to Britain. Part I. The Linnaean arrangement: Syngenesia Superflua. Longman, Rees, Orme, Brown and Green, London 1830, S. 342, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fbiodiversitylibrary.org%2Fpage%2F10904543~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D. </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter: Compositae (pro parte majore) In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae.: Helichrysum italicum - Datenblatt bei Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin, 2006–2009. </ref> <ref name="Bacchetta2003">Gianluigi Bacchetta, Salvatore Brullo, Luigi Mossa: Note tassonomiche sul genere Helichrysum Miller (Asteraceae) in Sardegna. In: Informatore Botanico Italiano. Band 35, Nr. 1, 2003, S. 217–225, Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.(PDF). (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. März 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ccb-sardegna.org</ref> <ref name="Galbany2006"> Mercè Galbany-Casals, Llorenç Sáez, Carles Benedí i González: A taxonomic revision of Helichrysum Mill. sect. Stoechadina (DC.) Gren. & Godr. (Asteraceae, Gnaphalieae). In: Canadian Journal of Botany. Band 84, Nr. 8, 2006, S. 1203–1232, doi:10.1139/b06-082. </ref> <ref name="Greiner2006"> Karin Greiner, Angelika Weber: Kräuter. Gräfer und Unzer, München 2006, ISBN 3-8338-0046-1, S. 129. </ref> <ref name="Mastelic2008"> Josip Mastelić, Olivera Politeo, Igor Jerković: Contribution to the Analysis of the Essential Oil of Helichrysum italicum (Roth) G. Don. – Determination of Ester Bonded Acids and Phenols. In: Molecules. Band 13, 2008, S. 795–803, doi:10.3390/molecules13040795. </ref> <ref name="Tucker2009"> Arthur O. Tucker, Thomas DeBaggio, Francesco DeBaggio: The Encyclopedia of Herbs: A Comprehensive Reference to Herbs of Flavor and Fragrance. Timber Press, Portland 2009, ISBN 978-0-88192-994-2, S. 252. </ref> <ref name="Schönfelder2008"> Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos-Mittelmeerflora. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2008. ISBN 978-3-440-10742-3. S. 112. </ref> <ref name="FloraVascular"> Datenblatt bei Flora Vascular. </ref> </references>