Rosenapfelgewächse
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| Datei:Dillenia reifferscheidia Blanco2.344-cropped.jpg
Dillenia reifferscheidia, Illustration | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Ordnung | ||||||||||||
| Dilleniales | ||||||||||||
| DC. ex Bercht. & J.Presl | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Familie | ||||||||||||
| Dilleniaceae | ||||||||||||
| Salisb. |
Die Rosenapfelgewächse (Dilleniaceae) sind die einzige Familie der Ordnung Dilleniales innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Sie kommen von den Tropen über die Subtropen bis in die warm gemäßigten Zonen vor.
Beschreibung[Bearbeiten]
Die Taxa der Familie Dilleniaceae sind in den meisten Merkmalen sehr variabel:
Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]
Es sind große meist laubabwerfende, verholzende Pflanzen: Bäume, Sträucher oder Lianen, selten sind es ausdauernde krautige Pflanzen (Acrotema).<ref name="DELTA" />
Meist sind die Laubblätter voll ausgebildet, bei einigen Arten sind sie aber stark reduziert. Bei manchen Arten stehen die Laubblätter nur in einer grundständigen Rosette, bei den meisten Arten sind sie aber an den Zweigen verteilt, wobei sie meist wechselständig und spiralig, selten gegenständig (Hibbertia coriacea) an den Zweigen angeordnet sind. Die Laubblätter sind meist in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die oft lederigen Blattspreiten sind meist einfach und oft gelappt. Die Blattränder sind glatt oder gesägt. Die geflügelten Nebenblätter sind mit den Blattstielen verwachsen oder sie fehlen.<ref name="DELTA" />
Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]
Die Blüten stehen einzeln oder sind in endständigen zymösen oder traubigen Blütenständen zusammengefasst.
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch bis zygomorph und sind meist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Es gibt meist fünf (3 bis 20, mehr als 14 bei Tetracera) freie Kelchblätter. Die (zwei bis) meist fünf freien, weißen oder gelben Kronblätter können zweigeteilt sein.<ref name="DELTA" /> Es sind meist 15 bis 150 (zentrifugal vermehrte), selten ein bis zehn, freie oder verwachsene Staubblätter vorhanden, sie sind entweder alle fertil oder teilweise steril. Die basifixen Staubbeutel öffnen sich mit Poren oder Längsschlitzen.<ref name="DELTA" /> Meist zwei bis sieben (ein bis 20) Fruchtblätter sind meist frei oder zu einem synkarpen oberständigen Fruchtknoten verwachsen. In jeder Blüte gibt es so viele Griffel wie Fruchtblätter.<ref name="DELTA" />
Früchte und Samen[Bearbeiten]
Als Früchte werden meist Balgfrüchte oder Nussfrüchte, seltener Kapselfrüchte oder Beeren gebildet. Die Früchte sind oft noch vom Kelch umgeben. Balgfrüchte und Nussfrüchte sind meist in Sammelfrüchten zusammengefasst. Die Früchte enthalten einen bis viele Samen. Die Samen haben oft einen Arillus.<ref name="DELTA" />
Chromosomensätze[Bearbeiten]
Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 4, 5, 8, 10, 12, 13.<ref name="DELTA" />
Systematik[Bearbeiten]
Die Familie Dilleniaceae wurde 1807 durch Richard Anthony Salisbury in The Paradisus Londinensis, bei Tafel 73 aufgestellt. Typusgattung ist Dillenia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Dilleniaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb. nom. cons. sind: Delimaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Martius, Hibbertiaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.Agardh, Soramiaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Martynov.
Nach APG III, 2009 hatten die Dilleniaceae innerhalb der Kerneudikotyledonen keine stabile Position. Sie wurden daher keiner Ordnung zugeteilt.<ref name="APGIII" /> Nach APG IV, 2016 steht die Familie in der eigenen Ordnung Dilleniales Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.DC. ex Bercht. & J.Presl.<ref name="APG_IV" />
Die Ordnung Dilleniales wurde 1820 durch Augustin-Pyrame de Candolle in Bedřich Všemír von Berchtold und Jan Svatopluk Presl: O Prirozenosti Rostlin, S. 223 aufgestellt.
Die Familie Dilleniaceae wird in vier Unterfamilien gegliedert und enthält etwa zwölf Gattungen mit 300 bis 410 Arten:<ref name="GRIN" />
- Unterfamilie Doliocarpoideae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.W.Horn: Sie wurde 2009 aufgestellt<ref name="Horn2009" /> und enthält 2016 etwa sechs Gattungen<ref name="Aymard2016" /> mit etwa 68 Arten:
- Curatella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Loefl.: Es gibt nur eine Art:<ref name="Aymard2016" />
- Curatella americana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.: Dieser Strauch oder kleine Baum ist in der Neotropis weitverbreitet.<ref name="Aymard2016" />
- Davilla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Vand. (Syn.: Tigarea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Aubl.): Die etwa 30 Arten gedeihen in der Neotropis.<ref name="Aymard2016" />
- Doliocarpus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rol.: Die 40<ref name="Aymard2016" /> bis 45 Arten gedeihen in der Neotropis. Das Zentrum der Artenvielfalt ist Brasilien.
- Neodillenia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Aymard: Sie wurde 1997 aufgestellt. Die etwa drei beschriebenen Arten kommen im Amazonasbecken vor. (Drei weitere Arten sind 2016 formal noch nicht erstbeschrieben.)<ref name="Aymard2016" />
- Pinzona Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mart. & Zucc.: Es gibt nur eine Art:
- Pinzona coriacea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mart. & Zucc.: Diese Liane ist in der Neotropis weitverbreitet.<ref name="Aymard2016" />
- Curatella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Loefl.: Es gibt nur eine Art:<ref name="Aymard2016" />
- Unterfamilie Dillenioideae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Burnett: Sie enthält etwa fünf Gattungen und etwa 75 Arten:<ref name="Horn2009" />
- Acrotrema Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Jack: Von den 9 bis 14 Arten kommen etwa 7 in Sri Lanka, eine in den Western Ghats in Indien vor und eine ist in Südostasien weitverbreitet.
- Didesmandra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Stapf: Es gibt nur eine Art:
- Didesmandra aspera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Stapf: Dieser Endemit kommt nur in Sarawak vor.
- Dillenia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. (Syn.: Neowormia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hutch. & Summerh., Wormia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rottb., Reifferscheidia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C.Presl): Die 58 bis 65 Arten kommen auf den Maskarenen, in Süd- sowie Südostasien, in Indonesien, Queensland (eine Art) und Fidschi vor. Etwa 45 Arten kommen in Malesien vor.
- Pachynema Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.R.Br. ex DC.: Es sind Sträucher meist mit stark reduzierten Blättern, die Photosynthese übernehmen die Zweige.
- Schumacheria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Vahl: Die etwa drei Arten kommen nur auf Sri Lanka vor.
- Unterfamilie Hibbertioideae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.W.Horn: Sie wurde 2009 aufgestellt und enthält nur eine Gattung:<ref name="Horn2009" />
- Hibbertia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Andrews (Syn.: Adrastaea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.DC., Trimorphandra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Brongn. & Gris, Trisema Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hook. f.): Von den etwa 225 Arten, kommen nur wenige von Madagaskar (eine Art) über Neuguinea (zwei Arten), Australien (200 Arten), Neukaledonien (24 Arten) bis Fidschi (eine Art) vor. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt im westlichen Australien. Einige Arten, beispielsweise Goldwein (Hibbertia scandens), werden als Zierpflanzen verwendet.
- Unterfamilie Delimoideae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Burnett: Sie enthält nur eine Gattung:<ref name="Horn2009" />
- Tetracera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. (Syn.: Delima Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Es gibt 40 bis 50 Arten. Es sind immergrüne Sträucher oder Lianen. Sie haben eine pantropische Verbreitung und reichen bis in die warm gemäßigten Gebiete. In der Neotropis sind 16 Arten verbreitet. Etwa 13 Arten kommen in Afrika vor. In Asien bis Australien gibt es etwa 15 Arten.<ref name="Aymard2016" />
Quellen[Bearbeiten]
- Die Ordnung der Dilleniales bei der APWebsite. (Abschnitt Systematik)
- Die Familie der Dilleniaceae bei DELTA von L. Watson und M.J. Dallwitz. (Abschnitt Beschreibung)
- Neotropical Dilleniaceae bei Neotropikey von Kew. (Abschnitt Beschreibung)
- Leslie Watson: Dilleniaceae in der Western Australian Flora. (Abschnitt Beschreibung)
- Zhixiang Zhang, Klaus Kubitzki: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 12: Hippocastanaceae through Theaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007, ISBN 978-1-930723-64-1. Dilleniaceae., S. 331 - textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitt Beschreibung)
- Abedin Sultanul: In: Flora of West Pakistan, Volume 42, Stewart Herbarium, Rawalpindi, 1973, S. 1–4. Dilleniaceae bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum (Abschnitt Beschreibung)
- James W. Horn: Phylogenetics of Dilleniaceae using sequence data from four plastid loci (rbcL, infA, rps4, rpl16 intron). In: International Journal of Plant Sciences, Volume 170, Issue 6, 2009, S. 794–813. doi:10.1086/599239 Volltext online. (Abschnitt Systematik)
- Gerardo Aymard, Carol Kelloff: Dilleniaceae. In: Flora of the Guianas. Ser. A: Phanerogams, Fascicle 31, 2016. Volltext online. (Abschnitt Beschreibung)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Dilleniaceae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="DELTA"> Die Familie der Dilleniaceae bei DELTA von L. Watson und M.J. Dallwitz. </ref> <ref name="Horn2009"> James W. Horn: Phylogenetics of Dilleniaceae using sequence data from four plastid loci (rbcL, infA, rps4, rpl16 intron). In: International Journal of Plant Sciences, Volume 170, Issue 6, 2009, S. 794–813. doi:10.1086/599239 Volltext online. </ref> <ref name="APGIII"> Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 161, Nr. 2, 2009, S. 105–121, DOI:10.1111/j.1095-8339.2009.00996.x. </ref> <ref name="APG_IV"> The Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG IV. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 181, Issue 1, 2016, S. 1–20. doi:10.1111/boj.12385 </ref> <ref name="Aymard2016"> Gerardo Aymard, Carol Kelloff: Dilleniaceae. In: Flora of the Guianas. Ser. A: Phanerogams, Fascicle 31, 2016. Volltext online. </ref> </references>