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European Geostationary Navigation Overlay Service

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Logo von EGNOS
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SBAS Service Areas

European Geostationary Navigation Overlay Service (EGNOS) ist das europäische satellitengestützte Erweiterungssystem (Satellite Based Augmentation System, SBAS) für globale Satellitennavigationssysteme (GNSS). EGNOS verbessert innerhalb seines festgelegten Dienstgebiets die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der satellitengestützten Positionsbestimmung und stellt Informationen zur Integrität der verwendeten GNSS-Signale bereit.

EGNOS verarbeitet Messungen eines Netzes von Bodenstationen und übermittelt Korrekturen sowie Integritätsinformationen über geostationäre Satelliten. Die Übertragung erfolgt nach dem internationalen SBAS-Standard. Der direkte Empfang des EGNOS-Signals über einen geostationären Satelliten erfordert eine ausreichende Sicht in Richtung dieses Satelliten; in Mitteleuropa stehen die geostationären Satelliten relativ niedrig über dem Südhorizont. Neben Daten zur Verbesserung der Positionsgenauigkeit informiert EGNOS auch über die Integrität des GNSS: Innerhalb von 6 Sekunden erfahren die Nutzer des Safety-of-Life-Dienstes, wenn die Positionierungssysteme falsche Daten ausstrahlen oder der Empfang stark gestört ist. Der Safety-of-Life-Dienst kommt zum Einsatz, wenn korrekte Positionsangaben lebenswichtig sind, wie zum Beispiel im Flugverkehr.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nach der Abschaltung von Selective Availability für das zivile GPS-Signal im Jahr 2000 verringerte sich eine absichtlich eingebrachte Fehlerkomponente. Für die Positionsbestimmung mit globalen Satellitennavigationssystemen (GNSS) bleiben jedoch unter anderem Fehler der Satellitenbahnen und -uhren, Laufzeitverzögerungen in Ionosphäre und Troposphäre, Mehrwegeausbreitung sowie Empfängerfehler relevant.

Bei Einfrequenzempfängern kann insbesondere die ionosphärische Laufzeitverzögerung einen wesentlichen Anteil am Positionsfehler haben. Die Verzögerung ist von der Elektronendichte entlang des Signalwegs und damit vom Zustand der Ionosphäre abhängig. Sie kann aus den Messungen eines Einfreqenzempfängers nicht unmittelbar bestimmt werden. Zweifrequenzempfänger können den frequenzabhängigen ionosphärischen Anteil dagegen näherungsweise aus Messungen auf zwei Trägerfrequenzen ableiten; Restfehler bleiben jedoch bestehen.

EGNOS ist ein europäisches satellitengestütztes Erweiterungssystem (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., SBAS), das Satellitennavigationssysteme durch Korrektur- und Integritätsinformationen ergänzt. Dazu verarbeitet das System Messungen eines Netzes von Referenzstationen. Aus diesen werden satellitenbezogene Korrekturen für Uhren- und Bahndaten sowie Modelle der ionosphärischen Laufzeitverzögerung mit zugehörigen Unsicherheits- und Integritätsparametern abgeleitet. Die Informationen werden in standardisierten SBAS-Nachrichten über geostationäre Satellitennutzlasten ausgestrahlt.

Im Unterschied zu lokalen differenziellen GNSS-Verfahren, bei denen Korrekturdaten einer einzelnen Referenzstation oder eines regionalen Netzes verwendet werden, ist EGNOS als großräumiges Erweiterungssystem für ein festgelegtes Dienstgebiet ausgelegt. Geeignete Empfänger verarbeiten die SBAS-Nachrichten, um die satellitenbezogenen Korrekturen auf ihre Messungen anzuwenden. Aus den Korrektur-, Unsicherheits- und Integritätsinformationen können sie außerdem Schutzpegel für die Positionslösung berechnen. Bei sicherheitskritischen Anwendungen werden diese Schutzpegel mit anwendungsabhängigen Alarmgrenzen verglichen.

Systemaufbau[Bearbeiten]

EGNOS-Bodenstationen[Bearbeiten]

Datei:EGNOS map.svg
Karte der EGNOS-Bodenstationen
Datei:EGNOS RIMS BRN.jpg
EGNOS-RIMS-Station BRN (Berlin)

40 Referenzstationen (Ranging and Integrity Monitoring Station, RIMS) in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten<ref>EGSA: EGNOS System.</ref> empfangen die Signale der GPS-, GLONASS- und Galileo-Satelliten. Da die Stationen typischerweise viel weiter voneinander entfernt sind als die Ionosphäre hoch ist, müssen sie, um die Ionosphäre flächendeckend zu erfassen, die Satelliten bis dicht über dem Horizont empfangen. Um dabei störenden Mehrwegempfang durch Reflexionen am Boden zu unterdrücken, werden spezielle Choke-Ring-Antennen verwendet.<ref>[Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] Archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 2022-03-02;.Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Modifikation für breitbandigen Empfang (Satelliten mehrerer Systeme)</ref>

Aus den Daten der RIMS berechnen zwei redundante Kontrollzentren (Master Control Center, MCC) bei Madrid und Rom sowohl Korrekturen der Satellitenpositionen als auch aktuelle Karten der Elektronendichte der Ionosphäre zur Laufzeitkorrektur.

Sechs Up-Link-Stationen (Navigation Land Earth Station, NLES), je zwei redundante pro Satellitenorbit, senden die Korrekturdaten zur flächendeckenden Verteilung an die geostationären Satelliten.

EGNOS-Satelliten[Bearbeiten]

Aktuell in Betrieb stehende Transponder[Bearbeiten]

Folgende geostationäre Satelliten strahlen bzw. strahlten das EGNOS-Korrektursignal aus:

EGNOS-Betrieb PRN ID Signale Orbitposition Satellit Bemerkung
In Betrieb 121 L1, L5 5° West Eutelsat 5 West B gestartet am 9. Oktober 2019, EGNOS-Betrieb ab Ende September 2023
Testmodus 123 36 L1, L5 23,5° Ost Astra 5B gestartet am 22. März 2014, EGNOS-Betrieb seit 11. Dezember 2014
In Betrieb 136 49 L1, L5 5,0° Ost SES-5 gestartet am 9. Juli 2012, EGNOS-Betrieb seit 13. August 2015<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Datei:Inmarsat-3.gif
Inmarsat-3-Satellit

Neben dem seit 2006 ausgestrahlten regulären EGNOS-Signal ist das EGNOS-Signal von einem der Satelliten nur für Testzwecke vorgesehen (EGNOS System Test Bed (ESTB)).

Damit einfache GNSS-Empfänger keine weitere Empfangseinheit benötigen, versenden die geostationären Satelliten die Korrekturdaten auf der GPS L1-Frequenz. Zur Trennung mittels CDMA werden C/A-Codes ab PRN 120 verwendet, reguläre GPS-Satelliten benutzen den Kennungsbereich von 1 bis 32.

Zur Erhöhung der Ortungsgenauigkeit sollten bei Vermessungs- oder Navigationsarbeiten Wege so gewählt werden, dass am Startpunkt für längere Zeit Sichtverbindung zu mindestens einem EGNOS-Satelliten besteht und Gebiete mit vollständiger Abschattung gemieden oder zügig durchquert werden.

Außer Betrieb stehende Transponder[Bearbeiten]

In der Vergangenheit wurde auch ein Signal über die Satelliten Inmarsat-3 F2 (PRN 120)<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>, ARTEMIS (PRN 124; ID 37) und Inmarsat-4 F2 (PRN 126; ID 39)<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> gesendet.

Verteilung der EGNOS-Korrekturdaten über Internet[Bearbeiten]

Da die geostationären Satelliten in Europa nicht hoch am Himmel stehen und deshalb vor allem für mobile Nutzer in Städten ihre Signale schlecht zu empfangen sind, werden die Daten auch zeitnah über das Internet verteilt.<ref>SISNeT (PDF; 216 kB)</ref>

Alle versendeten Datensätze werden archiviert und sind frei per FTP verfügbar.<ref>EGNOS Message Server</ref> Das erlaubt die nachträgliche Korrektur (Postprocessing) von GNSS-Positionen (falls GNSS-Rohdaten aufgezeichnet wurden) und erleichtert die Anwendungsentwicklung.

Die auf diese Weise kostenlos verteilten Korrekturdaten haben eine nur geringe Datenrate. Die sehr viel umfangreicheren Rohdaten aller RIMS sind kostenpflichtig über einen Zugangspunkt erhältlich.<ref>EGNOS Data Access Service, EDAS Details</ref> Sie erlauben eine genauere Korrektur, insbesondere in den Umgebungen der RIMS, und haben eine garantierte Verfügbarkeit.

EGNOS-kompatible GNSS-Empfänger[Bearbeiten]

Viele GNSS-Empfänger unterstützen den Empfang des EGNOS-Korrektursignals über die EGNOS-Satelliten und können die EGNOS-Korrekturdaten verarbeiten. Hochwertige GNSS-Empfänger erlauben bei fehlender Sichtverbindung zu einem EGNOS-Satelliten den Empfang der EGNOS-Korrekturdaten über den Mobilfunk aus dem Internet. Die Nutzung des EGNOS-Dienstes Open Service ist kostenlos.

Als Designspezifikation liegt dem zu Grunde, dass sich 99 % der bestimmten Positionen innerhalb eines Kreises mit 40 Metern Radius um die wahre Position befinden. Falls diese Genauigkeit auf Grund von Systemanomalien nicht mehr garantiert werden kann, erfolgt innerhalb von sechs Sekunden eine Warnung.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/WaybackSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Webarchiv/Wartung/URLSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden.</ref>

EGNOS-Versionen[Bearbeiten]

EGNOS v2[Bearbeiten]

Der EGNOS Open Service ist seit Oktober 2009 verfügbar. Der Safety-of-Life-Service wurde 2011 für den operativen Einsatz in der zivilen Luftfahrt bereitgestellt und vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) für den Einsatz im deutschen Luftraum zugelassen. EGNOS v2 erweitert im gegenwärtigen Dienststand insbesondere GPS-basierte Positionslösungen durch SBAS-Korrektur- und Integritätsinformationen.

EGNOS v3[Bearbeiten]

EGNOS v3 ist die geplante Weiterentwicklung des Systems. Sie soll unter anderem die Unterstützung von Galileo sowie von Zweifrequenz- und Mehrkonstellationsempfängern ermöglichen. Zeitpunkt, stufenweise Einführung und endgültiger Leistungsumfang hängen vom jeweiligen Entwicklungs- und Betriebsstand ab und sind anhand aktueller offizieller Unterlagen zu belegen.

Organisation und Betrieb[Bearbeiten]

EGNOS wurde von der Europäischen Union, der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und Eurocontrol vorbereitet und entwickelt. Die Europäische Union ist für das Programm verantwortlich; die ESA wirkt insbesondere an der technischen Entwicklung und Weiterentwicklung mit. Betrieb, Dienstbereitstellung und weitere Aufgaben werden im Rahmen von Verträgen der zuständigen EU-Organisationen wahrgenommen.

Die jeweils aktuelle Aufgabenverteilung zwischen Europäischer Kommission, EUSPA, ESA und Dienstleistern sollte mit aktuellen offiziellen Quellen belegt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorlage:Wikidata-Registrierung

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Globale Systeme   Historisch:  Vereinigte Staaten Transit · SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Parus/Zikada   In Betrieb:  Vereinigte Staaten GPS  · Russland GLONASS · Europaische Union[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Galileo · China Volksrepublik Beidou-3

Regionale Systeme und regionale Ergänzungssysteme   Historisch:  China Volksrepublik Beidou-1  In Betrieb:  Japan QZSS · IndienDatei:Flag of India.svg IRNSS

Unterstützende satellitenbasierte Systeme (SBAS)   In Betrieb:  Vereinigte Staaten WAAS · Japan MSAS · Europaische Union[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: EGNOS   IndienDatei:Flag of India.svg GAGAN · Japan QZSS-SAIF · Russland SDKM

Siehe auch   Liste der Navigationssatelliten Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Erweiterte Navigationsleiste