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Unternehmensarchitektur

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Datei:NIH IT Enterprise Architecture Framework.jpg
Unternehmensarchitektur des National Institutes of Health (NIH) c. 2008

Eine Unternehmensarchitektur ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) beschreibt ursprünglich das Zusammenspiel von Elementen oder Artefakten der geschäftlichen Tätigkeiten oder Geschäftsprozesse eines Unternehmens und der Informationstechnologie (IT).<ref></ref><ref></ref> Entgegen ihrer Bezeichnung sind Unternehmensarchitekturen jedoch nicht auf Unternehmen beschränkt, sondern werden auch von Organisationen, Regierungen und dem Militär entwickelt und eingesetzt.

Sie unterscheidet sich von Begriffen wie Informationsarchitektur oder Softwarearchitektur durch den ganzheitlichen Blick auf die Rolle der IT im Unternehmen. Oft geht damit auch ein höherer Abstraktionsgrad einher. Die Unternehmensstrategie oder IT-Strategie ist dabei vorgegeben und wird in einer Initiative für eine Unternehmensarchitektur detailliert. Sie geht meist von der obersten Managementebene, d. h. dem Vorstand oder der Geschäftsleitung, aus.

Teilweise werden unter der Unternehmensarchitektur nur die Schlüsselprozesse und deren IT-Bedürfnisse verstanden. In diesem speziellen Fall wird diese von der Unternehmensführung ohne Einbindung der IT erstellt.<ref>Jeanne W. Ross, Peter Weill, David C. Robertson: Enterprise Architecture as a Strategy. Harvard Business School Press, Boston, Massachusetts 2006, ISBN 1-59139-839-8.</ref> Außerdem wird die Entwicklung der Strategie für das Unternehmen und der IT-Strategie Bestandteil der Unternehmensarchitekturentwicklung.

In den letzten Jahren hat sich der Begriff „Unternehmensarchitektur“ weiterentwickelt und wird im Zusammenhang mit einem komplexer werdenden Geschäftsumfeld auch für die Konstruktion bzw. das Design von formellen und informellen Unternehmensstrukturen verwendet. Die gezielte Kombination unterschiedlicher Beratungsfelder wie beispielsweise Veränderungsmanagement, Diagnostik, Unternehmenskulturentwicklung und Personalentwicklung unterstützen die Etablierung dieser Strukturen und fördern den nachhaltigen Unternehmensaufbau.

Aufgrund der Komplexität des Themas „Unternehmensarchitekturen“ werden Berater und Beratungsunternehmen häufig in Groß- oder multinationalen Unternehmen oder Konzernen eingesetzt, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Datei:Evolution of Enterprise Architecture Frameworks.jpg
Evolution einiger US-amerikanischer Unternehmensarchitekturen (bis 2003)

Der Ursprung der Unternehmensarchitekturen liegt in den 1960er Jahren mit evolutionären Meilenstein des sogenannten Zachman Framework aus den 1980er Jahren.<ref></ref> Es wurde 1987 von John Zachman veröffentlicht.<ref></ref> Die Weiterentwicklung der Unternehmensarchitektur wurde in den folgenden Jahren vor allem durch das Militär und die Regierung der Vereinigten Staaten vorangetrieben:

  • Auf Basis der Überlegungen von Zachman entwickelte das US-Verteidigungsministerium eine Unternehmensarchitektur, die 1994 unter der Bezeichnung Technical Architecture Framework for Information Management (TAFIM) vorgestellt wurde.
  • 1996 verabschiedete der US-Kongress den Clinger-Cohen-Act<ref></ref><ref></ref>, der alle US-Regierungsbehörden verpflichtet, die Effektivität ihrer IT-Investitionen zu erhöhen. Dies führte 1999 zur Veröffentlichung des Federal Enterprise Architecture Frameworks (FEAF), das seit 2002 zur Federal Enterprise Architecture weiterentwickelt wird.
  • Aus TAFIM entwickelte die Open Group The Open Group Architecture Framework (TOGAF), das seit April 2022 in der Version 10 vorliegt.<ref>The Open Group Announces Launch of the TOGAF Standard, 10th Edition. 25. April 2022, abgerufen am 7. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das Thema verzahnt sich seit den 2010er Jahren außerdem mit der „digitalen Transformation“.<ref>Stephan Wildner: Herausforderungen für das IT-Architekturmanagement im Zuge der Digitalisierung. In: Handbuch Industrie 4.0 und Digitale Transformation. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-658-24575-7, S. 649–663, doi:10.1007/978-3-658-24576-4_27 (springer.com [abgerufen am 17. September 2026]).</ref><ref>Klaus D. Niemann: Unternehmensarchitektur und Digitalisierung: Eine Disziplin im Wandel. In: HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik. Band 55, Nr. 5, Oktober 2018, ISSN 1436-3011, S. 907–927, doi:10.1365/s40702-018-00441-1 (springer.com [abgerufen am 17. September 2026]).</ref>

Definition[Bearbeiten]

Datei:DOE Departemental Enterprise Vision.jpg
Aufbau und Ebenen einer Vision einer Unternehmensarchitektur des Department of Energy (DOE), c. 1998

Es besteht keine allgemein anerkannte Definition des Begriffs Unternehmensarchitektur.<ref></ref> Dennoch lassen sich aus den Gemeinsamkeiten der Definitionen Eigenschaften einer Unternehmensarchitektur ableiten.<ref name="Leitel">J. Leitel: Entwicklung und Anwendung von Bewertungskriterien für Enterprise Architecture Frameworks. Masterarbeit. Technische Universität München, Fakultät für Informatik, 2007. @1@2Vorlage:Toter Link/wwwmatthes.in.tum.deWeblink (PDF; 1,5 MB) (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2018. Suche im Internet Archive)</ref> Ein Ansatz hierzu ist der ISO-Standard ISO/IEC/IEEE 42010, der allgemeine Anforderungen an eine Unternehmensarchitektur definiert. In diesem Standard wird Architektur als Beschreibung (Modell) der grundsätzlichen Struktur der Teile eines Systems sowie der Zusammenhänge zwischen den einzelnen Elementen verstanden. Auf dieser Grundlage wird zwischen zwei Typen der Unternehmensarchitektur unterschieden:

  • Typ-1-Architekturen befassen sich mit der Beschreibung der Unternehmensarchitektur zu einem bestimmten Zeitpunkt (Momentaufnahme).
  • Typ-2-Architekturen legen den Schwerpunkt auf den Prozess zur Weiterentwicklung der Unternehmensarchitektur.

Struktur zur Beschreibung der Unternehmensarchitektur[Bearbeiten]

Die Unternehmensarchitektur befasst sich mit der geschäftlichen Tätigkeit des Unternehmens und der Unterstützung dieser Tätigkeiten durch die Informationstechnologie (IT). Hierbei werden oftmals die folgenden Architekturbereiche betrachtet:

  • Geschäftsarchitektur: Die Geschäftsarchitektur betrachtet die Geschäftsprozesse und die Geschäftsobjekte des Unternehmens. Die Geschäftsprozessarchitektur ist das Ergebnis der Geschäftsprozessmodellierung.
  • Informations- und Datenarchitektur: In der Informations- und Datenarchitektur werden die Daten mit ihren Beziehungen, die für die Durchführung der Geschäftsprozesse benötigt werden, identifiziert und beschrieben. Dies erfolgt in einem Modell und einer Darstellungsform, die stabil, vollständig, konsistent und für alle Beteiligten verständlich ist (vgl. Datenmodell). Die Informationsarchitektur repräsentiert Informationen, Informationsgruppen und deren Informationsbedürfnisse. Unter Informationsgruppen sind verschiedene Rollen zusammengefasst, die den gleichen Informationsbedarf haben (z. B. Controller).
  • Anwendungsarchitektur: Innerhalb der Anwendungsarchitektur werden die Anwendungen verwaltet, die für die Ausführung der Geschäftsprozesse erforderlich sind. Neben der Bestandsführung aller Anwendungen werden auch die Beziehungen und Schnittstellen zwischen den Anwendungen im Rahmen der Anwendungsarchitektur betrachtet. Die Anwendungen werden anhand ihrer fachlichen Funktionalität und der durch sie verarbeiteten Informationen kategorisiert. Diese Kategorien sind relativ stabil. Die konkreten Anwendungen, die innerhalb der Kategorien zum Einsatz kommen, werden häufiger ersetzt. Dieser Wandel ergibt sich aus der technischen Weiterentwicklung und veränderten Anforderungen. Anwendungsarchitektur wird im deutschen Sprachraum auch mit Softwarearchitektur gleichgesetzt.
  • Technologiearchitektur: Die Technologiearchitektur beschreibt die Architekturelemente für Aufbau und Betrieb der IT-Infrastruktur. Sie definiert die Basis, auf der Anwendungen beschafft, integriert und betrieben werden können.

Diese Basisarchitekturen können, je nach Sichtweise, um weitere Architekturen ergänzt werden. TOGAF ergänzt beispielsweise die Sicherheitsarchitektur (Beschreibung der Sicherheitsprozesse, Sicherheitssysteme und die Aufgaben der beteiligten Organisationseinheiten mit der die für die Organisation geeignete Informationssicherheit erreicht wird) und die Betriebsarchitektur (Betrieb und Verwaltung der Software, Hardware und Kommunikationsinfrastruktur).

Prozess zur Weiterentwicklung[Bearbeiten]

Die Struktur kann zur Darstellung des aktuellen (Ist-Architektur) oder eines angestrebten zukünftigen Zustandes (Soll-Architektur) der Unternehmensarchitektur genutzt werden. Die Weiterentwicklung der Unternehmensarchitektur, aus dem IST zum SOLL, ist ein Kreislauf.<ref>Ronny Fischer: Organisation der Unternehmensarchitektur. Entwicklung der aufbau- und ablauforganisatorischen Strukturen unter besonderer Berücksichtigung des Gestaltungsziels Konsistenzerhaltung. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8300-3770-5. (zgl. Dissertation Universität St. Gallen)</ref> Sie weist eine Verwandtschaft zum ISO-9000-Qualitätsprozess auf. Als erster Schritt wird die Soll-Architektur aus Geschäfts- und IT-Strategie abgeleitet. Nächster Schritt ist die Planung, Konzeption und Umsetzung von Projekten für die Transformation der Ist-Architektur. Anschließend werden die Ergebnisse kontrolliert. Sobald sich die Geschäfts- oder die IT-Strategie verändert, ist ein erneuter Durchlauf des Kreislaufes zur Aktualisierung der Unternehmensarchitektur erforderlich. Für die weitere Detaillierung können die Ansätze der einzelnen Enterprise Architecture Frameworks genutzt werden (vgl. Architecture-Development-Methode (ADM) aus dem TOGAF).

Ziele[Bearbeiten]

Eine Unternehmensarchitektur soll die Ausrichtung der Unternehmens-IT an den Geschäftszielen sicherstellen. Sie stellt die einzelnen Architekturen und deren Zusammenhänge dar, um die Komplexität beherrschbar zu machen. Dadurch soll die Unternehmens-IT beweglicher werden. Außerdem sollen IT-Investitionen besser bewertet und unnötige Investitionen vermieden werden können. Ferner kann die Unternehmensarchitektur zur Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern dienen. Insbesondere bei Fusionen und Übernahmen – aber auch bei der Aufteilung eines Unternehmens in mehrere Unternehmen – können Unternehmensarchitekturen wertvolle Dienste leisten und Zeit und Geld sparen.

Ein weiteres Ziel der Unternehmensarchitektur besteht in der Standardisierung der Komponenten in IT-Systemlandschaften. Dadurch kann eine erhöhte Kompatibilität der Komponenten zueinander und eine reduzierte Time To Market für neue oder angepasste Services und Lösungen geschaffen werden. Im Ergebnis können umfassende Unternehmenstransformationen schneller erreicht werden. Weitere Ziele bestehen in einem besseren Erkennen von Abhängigkeiten und dem Reduzieren von Redundanzen einzelner Komponenten und Bausteine. Da die Unternehmensarchitektur auch indirekte Zusammenhänge und die Analyse möglicher Auswirkungen von Entscheidungsalternativen ermöglicht, wird die Entscheidungsfindung verbessert.<ref>Enterprise Architecture (EA): Definition, Vorteile, Umsetzung. In: Edudirect. Abgerufen am 8. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der Unternehmensarchitekturprozess soll Wert schöpfen für alle Beteiligten, was von vielen Methoden leider nicht berücksichtigt wird. Kluge, Dietzsch und Rosemann<ref></ref> liefern einen Ansatz, wie diese Wertrealisierung gemessen werden kann.

Ergebnisse[Bearbeiten]

Zu den Ergebnissen der aufgestellten Unternehmensarchitektur zählen:

  • Darstellung der Organisation oder des Unternehmens in geeigneten Modellen als ein Teil einer ganzheitlichen Unternehmensabbildung.
  • Dokumentation von Prinzipien der Unternehmensarchitektur. Es handelt sich hier um Prinzipien auf höchster Ebene, welche die Grundzüge der Architektur bestimmen. Es sollten so wenig Prinzipien wie notwendig verwendet werden, da sonst die Architekturentwicklung behindert bzw. unmöglich wird. Die Architekturprinzipien beschäftigen sich nicht mit konkreten Technologien oder Anwendungen.
  • Einheitliches Vokabular für die Benennung der Bestandteile der Unternehmensarchitektur.

Eine Untersuchung der Auswirkungen auf die Ziele von Organisationen und Unternehmen wurde von Fachleuten durchgeführt.<ref></ref>

Rahmenwerke[Bearbeiten]

Sogenannte Enterprise Architecture Frameworks (EAF) dienen der Modellierung und der Entwicklung einer Unternehmensarchitektur. Sie bilden die Grundlage für die Ableitung oder Instanziierung einer konkreten Unternehmensarchitektur. Je nach Framework liegt der Schwerpunkt auf der Strukturierung (durch Beschreibung eines Architektur-Referenzmodells) oder Entwicklung (durch Anführung eines Vorgehens-Referenzmodells) der Unternehmensarchitektur. Diese eigenständigen EAF werden durch sogenannte Add-On Frameworks in ihrer Anwendung ergänzt. Zu den Add-On Frameworks zählt bspw. das Department of Defense Joint Technical Architecture (DoD JTA), welches Standards, Schnittstellen und Dienste liefert, die den Informationsfluss bei Implementierungen vereinfachen sollen. Das OMB Enterprise Architecture Assessment Framework (EAAF) unterstützt bei der Bemessung und Bewertung einer Enterprise Architecture Bestrebung.

Es sind über fünfzig<ref name=":1">Dirk Matthes: Enterprise Architecture Frameworks Kompendium: Über 50 Rahmenwerke für das IT-Management (= Xpert.press). Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-642-12954-4, doi:10.1007/978-3-642-12955-1 (springer.com [abgerufen am 17. September 2026]).</ref> verschiedene Enterprise Architecture Frameworks bekannt<ref></ref>, jedoch sind über den Einsatz nur wenig gesicherte Informationen bekannt. Laut einer Umfrage des Institute For Enterprise Architecture Developments (IFEAD) aus dem Jahr 2005 werden die folgenden Frameworks in relevantem Umfang in der Praxis genutzt:<ref>Institute For Enterprise Architecture Developments: Trends in Enterprise Architecture 2005: How are Organizations Progressing? Weblink (PDF; 2,4 MB)</ref>

  • Department of Defense Architecture Framework (DoDAF): Version 1.5 des DoDAF datiert aus dem Jahr 2007. Es wird u. a. für die Unternehmensarchitekturen im militärischen Bereich der USA eingesetzt. Es eignet sich besonders für große Systeme mit komplexen Integrations- und Kommunikationsaufgaben. Daher kommt DoDAF auch außerhalb des militärischen Bereichs bei großen Behörden und Unternehmen zum Einsatz.
  • Extended Enterprise Architecture Framework (E2AF): E2AF wurde in einer ersten Version 2003 veröffentlicht. Es basiert auf bestehenden Frameworks wie FEAF und TOGAF sowie aus praktischen Erfahrungen aus der Anwendung von Enterprise Architecture Frameworks.
  • NATO Architecture Framework (NAF): Das NATO Architecture Framework Version 4 (NAF v4) ist das aktuelle Architekturrahmenwerk der NATO.<ref>NATO Architecture Framework, Version 4.1. 2026, abgerufen am 17. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es behebt Schwächen der Vorgängerversion (NAF v3) und basiert auf internationalen Standards, um die Interoperabilität, Vergleichbarkt und Wiederverwendbarkeit von Architekturartefakten innerhalb der NATO zu fördern. Die Vorgängerversion NAF v3 betrachtet die NATO als Unternehmen und folgt damit dem ganzheitlichen Ansatz der Unternehmens-Architektur. Die vorherige Version, NATO C3<ref>Consultation, Command and Control (in Abgrenzung zu anderen Verwendungen wie Command, Control, and Communication)</ref> System Architecture Framework v2 (NAF v2) betrachtet lediglich sogenannte C3-Systeme. Das NAF v3 ist wie das NAF v2 eine Umsetzung der NATO Interoperability Directive (NID). Jede Architektur gemäß NAF v3 sollte einem in der NID definierten Architekturtyp entsprechen. Das NATO C3 Systems Architecture Framework ist auf Grundlage des DoDAF und vergleichbarer Rahmenwerke anderer Mitgliedsstaaten der NATO entwickelt worden.
  • Treasury Enterprise Architecture Framework (TEAF), ein ehemaliges, aus dem Jahr 2000 stammendes Rahmenwerk für das United States Department of the Treasury.
  • US Federal Enterprise Architecture Framework (FEAF): Das FEAF ist ein Framework, das für die US-Regierung entwickelt wurde. Es wurde 1999 in der Version 1.1 veröffentlicht. Es definiert eine Struktur für die Unternehmensarchitektur von US-Behörden vor und ermöglicht damit die Entwicklung einheitlicher Prozesse. Dies soll den Austausch von Informationen innerhalb der Behörden vereinfachen.
  • Zachman Framework: Das Zachman Framework wurde 1987 von John Zachman veröffentlicht. Es gilt als eines der bekanntesten Frameworks und beeinflusste das heutige Verständnis der Unternehmensarchitekturen sowie viele später entwickelte Enterprise Architecture Frameworks.
  • The Open Group Architecture Framework (TOGAF): TOGAF ist ein von der Open Group entwickeltes Framework. Im Wesentlichen bietet es eine Methodik zur Entwicklung einer Unternehmensarchitektur. 1995 wurde eine erste Version veröffentlicht, die aktuelle Version ist 10.

Qualität[Bearbeiten]

Mit Hilfe des Enterprise Architecture Management Maturity Framework (EAMMF) kann der Enterprise Architecture Entwicklungsfortschritt eingeordnet und begleitet werden.<ref name=":1" />

Werkzeuge[Bearbeiten]

Neben den Enterprise Architecture Frameworks unterstützen verschiedene Werkzeuge (meist Applikationen) ebenfalls beim Entwurf und der Modellierung einer Unternehmensarchitektur. Mit ihrer Hilfe lassen sich die unterschiedlichen Modelle der Unternehmensarchitektur erstellen und verwalten. Darüber hinaus ermöglichen sie die Koordination der Projekte, welche die Unternehmensarchitektur weiterentwickeln.

Die ersten Enterprise Architecture-Werkezeuge entstanden in den 1980er Jahren als Kombination aus Datenmodellierungs- und Prozessmodellierungswerkzeugen. Im Laufe der Zeit wurden weitere Sichten und Fähigkeiten ergänzt.

Zu den bekannten kommerziellen Werkzeugen zählen laut dem Beratungsunternehmen Forrester Research u. a.:<ref>The Forrester Wave™: Enterprise Architecture Management Suites, Q1 2019 | Forrester. 2019, abgerufen am 17. September 2026.</ref>

  • ABACUS (Avolution)
  • Alfabet (Software AG)<ref name=":2">Alfabet und Hopex wurden 2025 von der Firma Bizzdesign aufgekauft.</ref>
  • ADOIT (BOC Group)
  • iServer (Orbus Software)
  • HOPEX (MEGA International)<ref name=":2" />
  • BiZZdesign Enterprise Studio (BiZZdesign)

Ein weiteres bekanntes Werkzeuge ist Enterprise Architect (EA). Als Open-Source-Lösung steht zum Beispiel das Tool Archi zur Verfügung. Die meisten dieser Werkzeuge unterstützen auch die Modellierungssprache ArchiMate, die als Standard von der Open Group betreut wird und speziell für die Modellierung von Unternehmensarchitekturen entworfen wurde. Neben solchen Spezialanwendungen werden auch Werkzeuge genutzt, die eigentlich eine andere Ausrichtung haben: Zeichenprogramme wie Microsoft Visio, UML-Werkzeuge oder Kollaborationssoftware wie Wikis.

Abgrenzung[Bearbeiten]

Programmier-Frameworks werden nicht zu den Enterprise Architecture Frameworks gezählt. Diese Werkzeuge unterstützen bei der Programmierung von Software und können die Architektur einer Anwendung bestimmen – nicht jedoch einer Organisation oder eines Unternehmens.

Governance und Unternehmensarchitektur[Bearbeiten]

Die für das individuelle Unternehmen entwickelte Unternehmensarchitektur kann als Kommunikationsgrundlage für die verschiedenen Formen von Governance in der Unternehmung dienen, wie z. B. Business Process Management Governance, Corporate Governance, Data Governance, IT-Governance oder SOA-Governance. Diese verschiedenen Formen von Governance definieren auch die Rollen/Verantwortlichkeiten/Prozesse/Entscheidungen im Rahmen der Unternehmensarchitektur.

Kontroversen[Bearbeiten]

Vorlage:HinweisbausteinEine Unternehmensarchitektur muss, wenn sie erfolgreich sein soll, immer vom Top-Management initiiert werden. Gleichzeitig ist aber auch ein reiner Top-Down-Ansatz problematisch, da die Unterstützung aus der gesamten Organisation genauso erfolgsentscheidend ist. Die Etablierung einer Unternehmensarchitektur sollte also auf eine Kombination aus Top-Down- und Bottom-Up-Ansatz setzen. Die Unternehmensarchitektur wird in einem langen Prozess (häufig 6–18 Monate, unternehmensabhängig auch länger) erstellt und führt kurzfristig nicht zu höherem Gewinn, sondern zu zusätzlichem Aufwand. Voraussetzung für eine Unternehmensarchitektur ist ein Team, das in Vollzeit die Unternehmensarchitektur entwickelt. Dieses Team muss durch Mitarbeit der übrigen Bereiche unterstützt werden. Es ist unrealistisch, eine vollständige Unternehmensarchitektur zu erstellen. Dies würde Jahre bzw. Jahrzehnte benötigen. Deshalb soll die Unternehmensarchitektur nur die relevanten Bereiche des Unternehmens in einer geeigneten Granularität darstellen.

Mit dem Aufkommen von leichtgewichtigen und agilen Prozessen in der IT wird das Unternehmensarchitektur-Management manchmal als hinderlich betrachtet, vor allem wenn es mit sehr viel Bürokratie und ohne Rücksicht auf das unbedingt Notwendige betrieben wird. Daher besteht die Herausforderung, pragmatische Architekturarbeit zu leisten.<ref>Wolfgang Keller: IT-Unternehmensarchitektur: Von der Geschäftsstrategie zur optimalen IT-Unterstützung. dpunkt, Auflage: 3. überarb. u. erw. (27. März 2017), ISBN 978-3864904066, S. 361–362</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Commons: Unternehmensarchitektur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Literaturrecherchen siehe die Einzelnachweise<ref>Stephan Aier, Christian Riege, Robert Winter: Unternehmensarchitektur – Literaturüberblick und Stand der Praxis. In: WIRTSCHAFTSINFORMATIK. Band 50, Nr. 4, August 2008, ISSN 0937-6429, S. 292–304, doi:10.1365/s11576-008-0062-9 (springer.com [abgerufen am 17. September 2026]).</ref><ref>Sebastian Herden, Ulrike Zenner: Klassifikation von Enterprise-Architecture-Frameworks: eine Literaturanalyse / Sebastian Herden und Ulrike Zenner. Institut für technische und betriebliche Informationssysteme, Fakultät für Informatik, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Univ., Fak. für Informatik, 2011 (uni-halle.de [abgerufen am 17. September 2026]).</ref>
  • Gerold Riempp: Unternehmensarchitekturen (= HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik. Band 262). dpunkt.verlag, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-89864-510-2.
  • Dirk Matthes: Enterprise Architecture Frameworks Kompendium: Über 50 Rahmenwerke für das IT-Management (= Xpert.press). Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-642-12954-4, doi:10.1007/978-3-642-12955-1.
  • Wolfgang Keller: IT-Unternehmensarchitektur: Von der Geschäftsstrategie zur optimalen IT-Unterstützung. 3. Auflage. dpunkt.verlag, Heidelberg 2017, ISBN 978-3-86490-406-6.
  • Dimitris Karagiannis, Christoph Moser, Anke Helmes (Hrsg.): Benutzerzentrierte Unternehmensarchitekturen: Ein portfolio-orientierter Ansatz zur Geschäftstransformation mit ArchiMate®. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-30536-9, doi:10.1007/978-3-658-30537-6.
  • Ingo Arnold: Enterprise Architecture Function: A Pattern Language for Planning, Design and Execution. Springer International Publishing, Cham 2022, ISBN 978-3-030-84588-9, doi:10.1007/978-3-030-84589-6.
  • Hüseyin Yüksel: Enterprise-Architektur in der digitalen Welt: Zentrale Konzepte und Methoden für das EAM im agilen Projektalltag. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2024, ISBN 978-3-658-43593-6, doi:10.1007/978-3-658-43594-3.
  • Dennis Suhari: Enterprise Architektur entschlüsselt: Ein Praxisorientierter Leitfaden von den Grundlagen bis zur Anwendung. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2024, ISBN 978-3-658-43929-3, doi:10.1007/978-3-658-43930-9.
  • Inge Hanschke: Enterprise Architecture Management – einfach und effektiv: ein praktischer Leitfaden für die Einführung von EAM (= Hanser eLibrary). 4. Auflage. Carl Hanser, München 2026, ISBN 978-3-446-48442-9, doi:10.3139/9783446484429.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein