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Eurasische Wirtschaftsunion

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(Weitergeleitet von Eurasische Union)
Eurasische Wirtschaftsunion
EAWU, EAEU, EEU
Emblem
 
Datei:Eurasian Economic Union.svg
Bild
  • Mitglieder
  • Beobachter
  • Beitrittskandidaten
  • Organisationsart Wirtschaftsunion
    Sitz der Organe Kasachstan Almaty (Eurasische Entwicklungsbank)
    Belarus Minsk (Gerichtshof)
    Russland Moskau (Kommission)
    Vorsitz Russland Russland
    (seit 1. Januar 2023)
    Mitgliedstaaten

    Armenien Armenien
    Belarus Belarus
    Kasachstan Kasachstan
    KirgisistanDatei:Flag of Kyrgyzstan.svg Kirgisistan
    Russland Russland

    Beobachter Iran Iran
    Kuba Kuba
    Moldau Republik Moldau
    Usbekistan Usbekistan
    Amts- und Arbeitssprachen

    Armenisch
    Belarussisch
    Kasachisch
    Kirgisisch
    Russisch

    Fläche 20.237.695 km²
    Einwohnerzahl 182,6 Mio.
    Bevölkerungsdichte 8,99 Einwohner pro km²
    Bruttoinlandsprodukt 3.915,7 Milliarden USD<ref>Summe BIP KKP von Russland, Belarus und Kasachstan (2012) World Bank, GDP, PPP (current international $)</ref>
    Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 12.031 USD
    Gründung 1. Januar 2015
    Zeitzone UTC+3 bis UTC+12
    www.eaeunion.org

    Vorlage:Hinweisbaustein Die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU, EAEU,<ref name="eaeunion">Webseite der Eurasian Economic Union. Abgerufen am 11. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> EEU<ref name="EEU">Poll: More Moldovans prefer integration with EEU to EU, NATO membership. Abgerufen am 7. Juni 2015.</ref>) ist ein von Russland initiierter Zusammenschluss mit Armenien, Belarus, Kasachstan und Kirgisistan zu einem Binnenmarkt mit Zollunion im Nordosten Eurasiens. Die Wirtschaftsunion ging mit Wirkung zum 1. Januar 2015 aus der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft hervor.

    Das Gründungsabkommen wurde am 29. Mai 2014 von Belarus, Kasachstan und Russland unterzeichnet, Kirgisistan trat am 12. August 2015 bei.<ref>On Accession of the Kyrgyz Republic to the Treaty on the Eurasian Economic Union, dated May 29, 2014. 29. Mai 2014, abgerufen am 28. Februar 2016.</ref> Ziel der Eurasischen Wirtschaftsunion ist es, den Austausch von Waren, Kapital, Dienstleistungen und Arbeit zu erleichtern. Außerdem wollen die fünf Länder nach dem Vorbild der Europäischen Union Teile ihrer Wirtschaftspolitik koordinieren.<ref>Russland, Kasachstan und Belarus. Moskau bastelt Gegenentwurf zur EU, NZZ vom 30. Mai 2014.</ref>

    Name[Bearbeiten]

    Die Namen Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU) und Eurasische Union (EaU) wurden im Laufe der Jahre verschiedentlich verwendet. In seiner Gründungsansprache vor dem Höchsten Eurasischen Wirtschaftsrat nutzte Wladimir Putin beide Begriffe.<ref>Press statements following the Supreme Eurasian Economic Council meeting (englisch), Webseite des Präsidenten Russlands, 29. Mai 2014.</ref> Die offizielle Website nutzt in der englischen Version die Bezeichnung Eurasian Economic Union mit der Abkürzung „EAEU“.

    Mitgliedstaaten[Bearbeiten]

    Staat Unterzeichnungs­datum Beitrittsdatum Einwohner in Mio. Fläche in km²
    Armenien Armenien 10. Oktober 2014<ref name="belarus.ahk.de">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt."Russland – aktuelle Situation, zukünftige Entwicklung" (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive)</ref> 2. Januar 2015<ref name="belarus.ahk.de" /> 2,8
    (2020)
    29.800
    Belarus Belarus 29. Mai 2014<ref name="IHK_Oldenburg_Spaak_22 2015" /> 1. Januar 2015<ref name="IHK_Oldenburg_Spaak_22 2015" /> 9,4
    (2020)
    207.595
    Kasachstan Kasachstan 29. Mai 2014<ref name="IHK_Oldenburg_Spaak_22 2015">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive)</ref> 1. Januar 2015<ref name="belarus.ahk.de" /> 18,9
    (2021)
    2.724.900
    KirgisistanDatei:Flag of Kyrgyzstan.svg Kirgisistan 23. Dezember 2014<ref name="IHK_Oldenburg_Spaak_22 2015" /> 12. August 2015<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive)</ref> 6,5
    (Schätzung 2020)
    199.900
    Russland Russland 29. Mai 2014<ref name="IHK_Oldenburg_Spaak_22 2015" /> 1. Januar 2015<ref name="IHK_Oldenburg_Spaak_22 2015" /> 144,1
    (Schätzung 2023)
    17.074.636

    Beobachterstatus[Bearbeiten]

    Staat Status gewährt
    Moldau Republik Moldau 14. Mai 2018<ref name=":2"/>
    Kuba Kuba 11. Dezember 2020<ref name=":2">Usbekistan und Kuba erhielten Beobachterstatus bei EAWU. In: belta.by. Staatliches unitäres Unternehmen „Belarussische Telegraphenagentur“, 11. Dezember 2020, abgerufen am 2. Januar 2021.</ref>
    Usbekistan Usbekistan 11. Dezember 2020<ref name=":2"/>
    Iran Iran 26. Dezember 2024<ref>https://jamestown.org/program/eurasian-economic-union-struggles-to-further-expand-in-eurasia/</ref>

    Mögliche Erweiterungskandidaten[Bearbeiten]

    Ukraine[Bearbeiten]

    Die russische Regierung versuchte erfolglos, die Ukraine in die Planungen zur Eurasischen Wirtschaftsunion mit einzubeziehen. Im August 2013 beantragte die Ukraine einen Beobachterstatus in der Eurasischen Wirtschaftsunion.<ref>Ukraine seeking observer status in Eurasian Economic Union – Yanukovych, Interfax-Ukraine 19. Dezember 2013.</ref> Unter Wiktor Janukowytsch hatte sich die ukrainische Regierung allerdings auch zum Ziel gesetzt, im November 2013 ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union zu unterzeichnen.<ref>Ukraine legt sich auf EU-Assoziierung fest, dw.de, 27. September 2013.</ref>

    Das geplante Assoziierungsabkommen wurde einerseits aufgrund politischer Differenzen zwischen der Ukraine und der Europäischen Union und noch mehr durch den Druck Russlands<ref>Ukraine, under pressure from Russia, puts brakes on E.U. deal. Published: November 21, washingtonpost.com, abgerufen am 12. März 2014.</ref> im November 2013 ausgesetzt. Diese Ankündigung führte in Kiew zur Revolution des Euromaidan und zum Sturz des Präsidenten Janukowytsch und seiner Regierung. Die ukrainische Übergangsregierung unterzeichnete das Abkommen mit der EU im Frühling 2014.

    Die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine verschlechterten sich drastisch mit dem 2014 begonnenen und 2022 auf die gesamte Ukraine ausgeweiteten Russisch-Ukrainischen Krieg. Eine freiwillige Mitgliedschaft der Ukraine wird dadurch unwahrscheinlich.

    International nicht anerkannte Staaten[Bearbeiten]

    Abchasien und Südossetien (Georgien)[Bearbeiten]

    Im Sommer 2013 berichteten georgische Fernsehsender, dass die international nicht anerkannten Republiken Abchasien und Südossetien in die Eurasische Wirtschaftsunion integriert werden könnten.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ketevan Charkhalashvili: Eurasia for Abkhazia and South Ossetia (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. April 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.georgianews.ge, georgianews.ge, 20. Juni 2013.</ref> Dazu wäre es nötig, dass Belarus, Kasachstan und Armenien die Unabhängigkeit dieser Gebiete ebenfalls anerkennen, was sie in eine offene Konfrontation mit Georgien brächte. „Deshalb hat Moskau nun den Plan ausgeheckt, die beiden Gebiete stärker zu integrieren“, sagte im Oktober 2014 der georgische Parlamentspräsident Dawit Ussupaschwili, für Georgien „ein weiterer Schritt hin zur definitiven Annexion“.<ref name="Wendet">„Wendet euch von Russland ab“, BAZ, 18. Oktober 2014.</ref> Ein abchasisch-russisches Assoziierungsabkommen vom November 2014 legt fest, dass Abchasien seine Handelsgesetze an die der Eurasischen Wirtschaftsunion angleicht.<ref>David M. Herszenhorn: Pact Tightens Russian Ties With Abkhazia, nytimes.com, 24. November 2014.</ref> Durch bilaterale abchasisch-russische und südossetisch-russische Integrationsverträge werden diese beiden Republiken de facto mit der Eurasischen Union assoziiert.<ref>David X. Noack: Russische Einflussgewinne im Kaukasus und die Geopolitik der Südkaukasischen Eisenbahn, imi-online.de, 6. Oktober 2015.</ref>

    Freihandelsabkommen[Bearbeiten]

    Vietnam[Bearbeiten]

    Presseberichten zufolge haben Vietnam und die Eurasische Wirtschaftsunion vor dem 31. Januar 2015 die Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen abgeschlossen. Die Unterzeichnung fand in einer Zeremonie in der vietnamesischen Provinz Kien Giang statt. Mit ihr wurden rechtliche und praktische Barrieren in verschiedenen Bereichen wie z. B. dem Handel, geistigem Eigentum sowie Quarantänevorschriften für Pflanzen und Tiere, abgebaut.<ref>Vietnam und Eurasische Zollunion unterzeichnen Freihandelsabkommen, www.vietnam-briefing.com, 30. Januar 2015.</ref>

    Einer weiteren Quelle zufolge erfolgte der Abschluss des Freihandelsabkommens in Burabay, Kasachstan. Das Abkommen wurde demnach vom vietnamesischen Premierminister Nguyen Tan Dung und den Premierministern der EAWU-Mitgliedsstaaten im Beisein des Vorsitzenden der Eurasischen Wirtschaftskommission der EAWU Wiktor Christenko unterzeichnet<ref>Vietnam schließt Freihandelsabkommen mit der Eurasischen Wirtschaftsunion, finanzen.net, 10. Juni 2015.</ref> und trat am 5. Oktober 2016 in Kraft.<ref name=":0">Germany Trade and Invest GmbH: GTAI – Zoll Aktuell. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Dezember 2017; abgerufen am 23. Dezember 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gtai.de</ref> Dieses Freihandelsabkommen ist das erste, das die EAWU mit einem anderen Staat geschlossen hat.<ref name=":0" />

    Serbien[Bearbeiten]

    Am 25. Oktober 2019 unterzeichneten Serbien sowie die Mitgliedsstaaten der EAWU ein Freihandelsabkommen. Das Abkommen, verhandelt seit 2016, erweitert die bisherigen bilateralen Verträge mit Russland, Belarus und Kasachstan um die weiteren Mitglieder Armenien und Kirgisistan. Demnach kann Serbien 2.000 Tonnen Zigaretten, 90.000 Liter Wein, 400 Tonnen Käse aus Kuhmilch sowie unbegrenzte Mengen an Ziegenkäse, Schafskäse und Obstbrand zollfrei in die EAWU exportieren.<ref>Radomir Ralev: Serbia signs free trade deal with EAEU. 28. Oktober 2019, abgerufen am 1. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Milica Stojanovic: Serbia Signs Trade Deal With Russia’s Eurasian Union. In: Balkan Insight. 25. Oktober 2019, abgerufen am 1. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Geschichte[Bearbeiten]

    Vorläufer[Bearbeiten]

    Die Bestrebungen zur Gründung einer Eurasischen Union gehen auf den kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew zurück, der diese 1994 ins Gespräch brachte.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Eurasische Wirtschaftsunion – Als Trio zurück zu alter Stärke? (Memento vom 29. Mai 2014 im Internet Archive), Horst Kläuser, ARD-Hörfunkstudio Moskau, 29. Mai 2014.</ref><ref>Putins Projekt einer Eurasischen Union – Eine EU für den Osten? tagesschau.de, 10. April 2014.</ref> Zwei Jahre später, am 29. März 1996, wurde die Gemeinschaft Integrierter Staaten gegründet. Ihre Arbeit nahm sie faktisch nie auf, jedoch gründeten die fünf Mitglieder 2000 die Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft.<ref name="armenia">Armenien tritt Eurasischer Wirtschaftsunion bei, RIA Nowosti, 10. Oktober 2014, abgerufen am 9. November 2014.</ref> Ziel beider Bündnisse war der Abbau von Handelshemmnissen.

    Zollunion[Bearbeiten]

    Am 6. Juli 2010 wurde innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft eine Zollunion gegründet, die Russland, Belarus und Kasachstan umfasste. Alle Zollgrenzen zwischen den drei Staaten wurden bis Juli 2011 abgebaut. Die Ukraine genoss in dieser Phase durch verschiedene Freihandelsabkommen bei vielen Gütern zollfreien Zugang zum gemeinsamen Markt der Zollunion.<ref>Eurasische Wirtschaftsunion fängt mit Zollunion an. In: aktuell.ru. 5. Juli 2010, abgerufen am 4. Januar 2015.</ref><ref>Exporting to Customs Union, 21. Februar 2014 (PDF).</ref>

    Im Oktober 2011 unterzeichneten Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan, Moldau, Russland, Tadschikistan und die Ukraine ein weiteres Abkommen zur Bildung einer Freihandelszone.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Christian Wipperfürth: Die Eurasische Union (Memento vom 25. August 2013 im Internet Archive), russland.ru 23. Januar 2012.</ref>

    Am 18. November 2011 unterzeichneten die Präsidenten von Russland, Belarus und Kasachstan ein Grundsatzabkommen, in dem die Schaffung der Eurasischen Wirtschaftsunion mit Januar 2015 festgesetzt wurde. Bereits ab 2012 sollte dabei ein Übergang in die nächste Phase der Integration stattfinden.<ref>Russland, Weißrussland und Kasachstan gründen Eurasische Wirtschaftsunion. In: euronews.com. 18. November 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Januar 2015; abgerufen am 2. Januar 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/de.euronews.com</ref>

    Gemeinsamer Wirtschaftsraum und Streit um supranationales Parlament[Bearbeiten]

    Am 1. Januar 2012 wurde als nächster Schritt der gemeinsame Wirtschaftsraum (CES) in Russland, Kasachstan und Belarus verwirklicht. Damit gibt es einen gemeinsamen Wirtschaftsraum für Waren, Kapital, Dienstleistungen und Arbeit.<ref>Die Zollunion zwischen Belarus, Kasachstan und Russland – Motive, Entwicklungen und Perspektiven. (PDF) Juli 2012, abgerufen am 31. Mai 2015.</ref>

    Dies stellt die Voraussetzung für eine stabile und effiziente Entwicklung der Volkswirtschaften der Teilnehmer und der Erhöhung des Lebensstandards dar. Der Gemeinsame Wirtschaftsraum basiert auf der Grundlage der Normen und Grundsätze der Welthandelsorganisation und ist in jeder Phase seiner Entstehung offen gegenüber dem Beitritt anderer Staaten. Der Politologe Fjodor Lukjanow meinte 2011 hierzu, dass Russland vor allem die Ukraine umwerbe: „Stimmt Kiew dem Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion zu, würde sie sofort zu einer mächtigen regionalen Struktur.“<ref>ab: Zukunft Eurasische Union. In: derStandard.at. 22. Dezember 2011, abgerufen am 2. Januar 2015.</ref> Das hat sich 2022 mit dem russischen Überfall auf die Ukraine und deren Hinwendung zur Europäischen Union erledigt. Am 2. Februar 2012 erfolgte die Einrichtung der Eurasischen Wirtschaftskommission, die als Aufsichtsbehörde sowohl die Zollunion als auch den gemeinsamen Wirtschaftsraum reguliert.<ref>Vgl. dazu: Mirosław Antonowicz: Cooperation of OSJD with the International Organisations in the Field of Transport. In: OSJD Bulletin 3-4/2022, S. 1–17 (10f).</ref>

    Im Februar 2012 sagte der Vorsitzende der russischen Staatsduma Sergei Naryschkin, dass nach der Gründung der Zollunion und des gemeinsamen Wirtschaftsraums die Staaten beabsichtigen, mit der Schaffung der supranationalen Behörden zu beginnen. Da die eurasische Kommission keine gesetzgebende Funktion erhalten soll, könne man in naher Zukunft über die Errichtung eines eurasischen Parlaments sprechen.<ref>rg.ru</ref> Dieses soll die Interparlamentarische Versammlung der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft ablösen und Rechtsvorschriften in den grundlegenden Bereichen des Rechts entwickeln. Schlussendlich solle es ein vollwertiges, demokratisch gewähltes Parlament werden. Die drei Länder der Zollunion haben laut Naryschkin eine Arbeitsgruppe für die Bildung eines solchen neuen Parlaments organisiert. Dieser russische Vorstoß wurde vonseiten Kasachstans jedoch mit Skepsis aufgenommen, so meinte der Sekretär der kasachischen Einheitspartei, Yerlan Karin: „Man sollte nicht in die politische Komponente hineinhetzen, sondern sich auf die wirtschaftliche Integrierung fokussieren.“<ref>Нарышкин труд. In: vlast.kz. 20. September 2012, abgerufen am 4. Januar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nachdem im September 2013 erneut von russischer Seite bekräftigt wurde, dass man ein eurasisches Parlament plane, stellte der Vorsitzende des kasachischen Außenkomitees Maulen Ashimbayev klar, dass Kasachstan diese Initiative nicht unterstütze: „Das Maximum, über das wir in diesem Vertrag sprechen, ist die Vereinbarung über die interparlamentarische Zusammenarbeit – und die gibt es bereits.“<ref>Казахстан против создания Евразийского парламента. In: astanatv.kz. 18. September 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. September 2013; abgerufen am 8. Januar 2015 (kasachisch).</ref>

    Im September 2013 kündigten die Präsidenten Armeniens und Russlands an, dass der Kaukasusstaat der Zollunion und in Folge auch der Eurasischen Union beitreten werde.<ref>Armenien tritt von Russland dominierter Zollunion bei. In: handelsblatt.com. 3. September 2013, abgerufen am 8. Januar 2015.</ref>

    Im Oktober 2013 äußerte sich der belarussische Präsident Aljaksandr Lukaschenka zu der Frage, wie tief die Integrierung der Wirtschaftsunion gehen sollte. Dabei unterstützte er die kasachische Position und meinte, man müsse das tun, was für die Menschen im Moment wichtig sei. „Wir müssen unabhängige und souveräne Staaten sein“, sagte Lukaschenko weiter. Über einen politischen Überbau und eine einheitliche Währung brauche man nicht sprechen, solange man nicht weit genug dafür gekommen sei.<ref>Лукашенко не видит необходимости в единой валюте и политической надстройке в ЕЭС. 2. Oktober 2013, abgerufen am 8. Januar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Auch der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew bekräftigte im Dezember 2013, dass man eine politische Union ausschließe: „Bereiche wie Grenzschutz, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Gesundheit, Bildung (...) und Kultur haben nichts mit ökonomischer Integration zu tun und können deshalb nicht im Rahmen einer Wirtschaftsunion stattfinden. Als unabhängiger Staat kooperieren wir (auch) mit anderen Staaten und Organisationen. Die Union sollte uns dabei nicht behindern.“<ref>Назарбаев раскритиковал политизацию Евразийского экономического союза. 24. Dezember 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Dezember 2014; abgerufen am 6. Februar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nasarbajew schlug zudem vor, die Türkei in die Union aufzunehmen, um Befürchtungen entgegenzuwirken, dass man eine „zweite UdSSR plane“.<ref>Nasarbajew schlägt Aufnahme der Türkei in die Zollunion vor. In: sputniknews.com. 24. Oktober 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Februar 2015; abgerufen am 6. Februar 2015.</ref>

    Anfang Mai 2014 verkündete Lukaschenka nach Gesprächen mit der russischen Regierung, dass aus belarussischer Sicht alle Probleme gelöst seien.<ref>"Нефть, газ, автомобили". Лукашенко подпишет договор о создании Евразийского союза. 9. März 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Mai 2014; abgerufen am 6. Februar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/news.tut.by</ref>

    Am 29. Mai 2014 unterzeichneten die Präsidenten von Russland, Kasachstan und Belarus den Gründungsvertrag für die Wirtschaftsunion in Astana. Die nationalen Parlamente segneten den Vertrag im September bzw. Oktober desselben Jahres ab.

    Am 10. Oktober 2014 wurde ein Beitrittsabkommen mit Armenien geschlossen,<ref>Friedrich Schmidt: Eurasische Wirtschaftsunion gegründet – Zum Unterschreiben verdammt. In: FAZ. 27. Mai 2014, abgerufen am 29. Mai 2014.</ref> am 23. Dezember eines mit Kirgisistan. Aufgrund diverser Fristen trat Kirgisistan der Union erst im Mai 2015 bei, das kirgisische Parlament hat jedoch einige Unionsgesetze verfrüht angenommen, um in diversen Bereichen schon von Jahresbeginn an zusammenzuarbeiten.

    Ratifizierung des Vertrages[Bearbeiten]

    Vertrag über die Eurasische Wirtschaftsunion<ref>Договор о Евразийском экономическом союзе. (PDF) 29. Mai 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Dezember 2014; abgerufen am 10. Dezember 2014.</ref>
    Land Datum der Entscheidung Institution Ja Nein Enthaltungen Abwesenheit Inkrafttreten Quellen
    Belarus Belarus 9.10.2014 Belarussisches Repräsentantenhaus nicht befasst nicht befasst nicht befasst nicht befasst 1.1.2015 <ref>Парламент Белоруссии ратифицировал договор о Евразийском экономическом союзе</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.9 октября 2014 года состоялось очередное заседание пятой сессии Палаты представителей пятого созыва, в ходе которого парламентарии рассмотрели пять вопросов (Memento vom 25. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref>
    9.10.2014 Belarussischer Rat der Republik 64 0 0 0 <ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Члены Совета Республики одобрили проект Закона Республики Беларусь «О ратификации Договора о Евразийском экономическом союзе» (Memento vom 25. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref>
    9.10. 2014 Präsident unterzeichnet <ref>Лукашенко подписал закон о ратификации Договора о Евразийском экономическом союзе</ref>
    Kasachstan Kasachstan 9.9.2014 Mäschilis 101 0 3 4 1.1.2015 <ref>Нижняя палата парламента Казахстана одобрила ратификацию договора о ЕАЭС</ref><ref>МАЖИЛИС ОДОБРИЛ ПРОЕКТ ЗАКОНА О РАТИФИКАЦИИ ДОГОВОРА О ЕВРАЗИЙСКОМ ЭКОНОМИЧЕСКОМ СОЮЗЕ</ref>
    9.10.2014 Kasachischer Senat nicht befasst nicht befasst nicht befasst nicht befasst <ref>Парламент Казахстана ратифицировал договор о Евразийском экономическом союзе</ref><ref>Сенаторы ратифицировали Договор о Евразийском Экономическом Союзе</ref>
    14.10.2014 Präsident unterzeichnet <ref>Казахстан ратифицировал договор о Евразийском экономическом союзе</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Главой государства подписан Закон Республики Казахстан «О ратификации Договора о Евразийском экономическом союзе» (Memento vom 25. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref>
    Russland Russland 26.9.2014 Duma 441 0 1 8 1.1.2015 <ref>Госдума ратифицировала договор о Евразийском экономическом союзе</ref><ref>Справка о голосовании по вопросу: О проекте федерального закона № 596865-6 «О ратификации Договора о Евразийском экономическом союзе»</ref>
    1.10.2014 Föderationsrat 140 0 0 30 <ref>Совет федерации ратифицировал договор о Евразийском экономическом союзе</ref><ref>Информация о результатах рассмотрения вопросов на 359 заседании Совета Федерации 1 октября 2014 года</ref>
    3.10.2014 Präsident unterzeichnet <ref>Путин подписал закон о ратификации договора о создании ЕАЭС</ref><ref>Подписан закон о ратификации Договора о Евразийском экономическом союзе</ref>
    Vertrag über den Beitritt der Republik Armenien in die Eurasische Wirtschaftsunion am 29. Mai 2014<ref>Договор о присоединении Республики Армения к Договору о Евразийском экономическом союзе от 29 мая 2014 года. (PDF) 10. Oktober 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Dezember 2014; abgerufen am 10. Dezember 2014.</ref>
    Land Datum der Entscheidung Institution Ja Nein Enthaltungen Abwesenheit Inkrafttreten Quellen
    Armenien Armenien 4.12.2014 Nationalversammlung 103 7 1 20 2.1.2015 <ref>Парламент Армении ратифицировал договор о присоединении страны к ЕАЭС</ref><ref>Парламент завершил работу последних четырёхдневных заседаний осенней сессии</ref>
    30.12.2014 Präsident unterzeichnet
    Belarus Belarus 19.12.2014 Belarussischer Rat der Republik nicht befasst nicht befasst nicht befasst nicht befasst 2.1.2015 <ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Палата представителей Беларуси ратифицировала договор о присоединении Армении к ЕАЭС (Memento vom 27. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.19 декабря 2014 года состоялось заседание Палаты представителей, на котором были рассмотрены восемь вопросов. Пятая сессия Палаты представителей Национального собрания Республики Беларусь пятого созыва завершила свою работу. (Memento vom 22. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref>
    19.12.2014 Belarussisches Repräsentantenhaus nicht befasst nicht befasst nicht befasst nicht befasst <ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Белорусские сенаторы одобрили ратификацию договора о присоединении Армении к ЕАЭС (Memento vom 27. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Шестая сессия Совета Республики завершила работу (Memento vom 19. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref>
    29.12.2014 Präsident unterzeichnet
    Kasachstan Kasachstan 18.12.2014 Mäschilis nicht befasst nicht befasst nicht befasst nicht befasst 2.1.2015 <ref>Депутаты Казахстана одобрили ратификацию договора о ЕАЭС</ref><ref>МАЖИЛИС ОДОБРИЛ РАТИФИКАЦИЮ ДОГОВОРА О ПРИСОЕДИНЕНИИ АРМЕНИИ К ЕАЭС</ref>
    19.12.2014 Kasachischer Senat nicht befasst nicht befasst nicht befasst nicht befasst <ref>Парламент Казахстана ратифицировал присоединение Армении к ЕАЭС</ref><ref>Сенат ратифицировал Договор о присоединении Армении к Договору о ЕАЭС и принял поправки в законодательство по вопросам кардинального улучшения условий для предпринимательства</ref>
    24.12.2014 Präsident unterzeichnet <ref>Казахстан ратифицировал договор о присоединении Армении к ЕАЭС</ref>
    Russland Russland 10.12.2014 Duma 441 1 0 8 2.1.2015 <ref>Госдума ратифицировала договор о присоединении Армении к ЕАЭС</ref><ref>Справка о голосовании по вопросу: О проекте федерального закона № 666644-6 «О ратификации Договора о присоединении Республики Армения к Договору о Евразийском экономическом союзе от 29 мая 2014 года»</ref>
    17.12.2014 Föderationsrat 149 0 0 21 <ref>СФ ратифицировал договор о присоединении Армении к ЕАЭС</ref><ref>Информация о результатах рассмотрения вопросов на 364 заседании Совета Федерации 17 декабря 2014 года</ref>
    22.12.2014 Präsident unterzeichnet <ref>Подписан закон о ратификации Договора о присоединении Армении к Договору о Евразийском экономическом союзе</ref>
    Vertrag über den Beitritt der Kirgisischen Republik in die Eurasische Wirtschaftsunion am 23. Dezember 2014
    Land Datum der Entscheidung Institution Ja Nein Enthaltungen Abwesenheit Inkrafttreten Quellen
    Armenien Armenien 16.6.2015 Nationalversammlung 91 4 0 0 12.8.2015 <ref>Парламент Армении ратифицировал присоединение Киргизии к ЕАЭС</ref>
    18.6.2015 Präsident unterzeichnet
    Belarus Belarus 26.6.2015 Belarussischer Rat der Republik nicht befasst nicht befasst nicht befasst nicht befasst 12.8.2015 <ref>Нижняя палата парламента Белоруссии ратифицировала договор о присоединении Киргизии к ЕАЭС</ref>
    30.6.2015 Belarussisches Repräsentantenhaus nicht befasst nicht befasst nicht befasst nicht befasst <ref>Парламент Белоруссии ратифицировал договор о присоединении Киргизии к ЕАЭС</ref>
    24.7.2015 Präsident unterzeichnet <ref>Президент Беларуси ратифицировал договор о вступлении Кыргызстана в ЕАЭС</ref>
    Kasachstan Kasachstan 1.7.2015 Mäschilis nicht befasst nicht befasst nicht befasst nicht befasst 12.8.2015
    9.7.2015 Kasachischer Senat nicht befasst nicht befasst nicht befasst nicht befasst
    5.8.2015 Präsident unterzeichnet <ref>Казахстан ратифицировал договор о вступлении Киргизии в ЕАЭС</ref>
    KirgisistanDatei:Flag of Kyrgyzstan.svg Kirgisistan 20.5.2015 Dschogorku Kengesch 96 2 0 0 12.8.2015 <ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.МЫЙЗАМ ДОЛБООРЛОРУ БОЮНЧА МААЛЫМАТ (Memento vom 27. Februar 2016 im Internet Archive)</ref>
    21.5.2015 Präsident unterzeichnet <ref>Атамбаев утвердил присоединение Киргизии к ЕАЭС</ref>
    Russland Russland 1.7.2015 Duma 437 0 0 2 12.8.2015 <ref>Стенограммы обсуждения законопроекта № 823290-6</ref>
    8.7.2015 Föderationsrat nicht befasst nicht befasst nicht befasst nicht befasst
    13.7.2015 Präsident unterzeichnet <ref>Подписан закон о ратификации договора о присоединении Киргизии к ЕАЭС</ref>

    Ziele[Bearbeiten]

    Zu den Zielen der Eurasische Wirtschaftsunion gehören unter anderem:

    Organisation[Bearbeiten]

    Datei:GDP PPP 2021 Selection.svg
    BIP (KKP) Vergleich (IWF, 2021, Top 10, ungeordnet): Russland (RU, braun) und die Eurasische Wirtschaftsunion (EaEU; dunkelgrau) sind rechts oben dargestellt

    An der Spitze der Eurasischen Wirtschaftsunion stehen der aus den Staatschefs der Mitgliederstaaten bestehende Höchste Eurasische Wirtschaftsrat sowie der Eurasische Interregierungsrat der Ministerpräsidenten. Entscheidungen treffen diese Gremien ausschließlich im Konsensverfahren.<ref name="Thielicke_11-18">Hubert Thielicke: Eurasische Integration nimmt Gestalt an: Vertrag über die Eurasische Wirtschaftsunion geschlossen. WeltTrends, September/Oktober 2014, S. 11–18, hier S. 13.</ref> Ein weiteres Gremium ist die Eurasische Wirtschaftskommission (EAWK) mit Sitz in Moskau, die mehr als 1000 Mitarbeiter beschäftigt.<ref>Kai Ehlers: Zankapfel Ukraine: Europäische versus Eurasische Union, Blätter für deutsche und internationale Politik, Februar 2014.</ref> Die EAWK wurde im November 2011 nach der Unterzeichnung des Grundsatzabkommens über eurasische Integration gegründet und nahm ihre Tätigkeit am 2. Februar 2012 auf. Sie besteht aus einem Kommissionsrat, einem Kommissionskolleg und Fachabteilungen.<ref>О Евразийской экономической комиссии. Abgerufen am 14. Juni 2020.</ref> Außerdem existiert noch das Gericht der EAWU in der belarussischen Hauptstadt Minsk. Arbeitssprache aller Gremien der Eurasischen Wirtschaftsunion ist Russisch.<ref name="Thielicke_11-18" />

    Ende Januar 2015 nahm die supranationale Anti-Monopolbehörde der Eurasischen Union ihre Arbeit auf.<ref name="VorsitzBelarus" />

    Diskrepanzen und mangelnder Erfolg[Bearbeiten]

    Während die EAWU in Russland vom geopolitischen Blickwinkel heraus als Gegenmodell zur Europäischen Union betrachtet wird, stellen Kasachstan und Belarus ausgesprochen die wirtschaftliche Zusammenarbeit in den Vordergrund.

    Anders als die von China gegründete Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, die tatsächlich ökonomisch und politisch an Gewicht gewinnt, besteht die von Russland geführte Wirtschaftsunion „hauptsächlich auf dem Papier“ und unterliegt – wie andere von Russland gegründete regionale internationale Organisationen – einer „Schwächung bis hin zu ersten Anzeichen von Desintegration“.<ref>Haiyun Ma: Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit: Wirtschaftliche Fragen abseits politischer Blockbildung. In: Zentralasien-Analysen. Nr. 154, 14. Oktober 2022, S. 18–19 (laender-analysen.de [abgerufen am 9. Oktober 2024]).</ref>

    Der russische Krieg in der Ukraine hat außerdem in Kasachstan, wo vor allem im Norden des Landes eine bedeutende russische Minderheit lebt, Argwohn und Ängste gegenüber Moskau auf den Plan gerufen. Erhärtet wurde das Bedrohungsgefühl nach den Äußerungen von Putin im Treffen mit der ihm nahestehenden Jugendbewegung Naschi („Die Unsrigen“) Ende August 2014, wonach Kasachstan vor Nursultan Nasarbajew zu keinem Zeitpunkt eine eigene Staatlichkeit gehabt habe. Es sei stets Teil der „großen russischen Welt“ (siehe Russki Mir) gewesen.<ref>Kasachstan – In der Umarmung des russischen Bären. In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 27. August 2023]).</ref>

    Die Republik Moldau reichte im Frühjahr 2022 in Folge des Angriffskrieges auf die Ukraine ein Beitrittsgesuch zur Europäischen Union ein, welches wenige Monate später in der Verleihung des offiziellen Kandidatenstatus resultierte. 2024 begannen die Beitrittsverhandlungen, womit eine Mitgliedschaft Moldaus in der Eurasischen Wirtschaftsunion nicht absehbar ist.<ref>Moldau EU-Beitritt - aktueller Stand im Beitrittsprozess 2024 - Wann wird Moldau in die EU aufgenommen? - Beitrittskandidat - Beitrittsantrag 2022. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. November 2024; abgerufen am 26. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Darüber hinaus stimmten im Oktober 2024 knapp über 50 % der Wählerinnen und Wähler in einem Referendum für die Verankerung der EU-Mitgliedschaft in der moldauischen Verfassung.<ref>deutschlandfunk.de: Auszählung abgeschlossen - Referendum in Moldau: Sehr knappe Mehrheit stimmt für EU-Aufnahme als Ziel in der Verfassung. 21. Oktober 2024, abgerufen am 26. Juni 2025.</ref>

    Auch Armenien hat seit dem Nichteingreifen russischer „Friedenstruppen“ im Krieg um Bergkarabach 2020 einen neuen außenpolitischen Kurs eingeschlagen und sucht zunehmend die Nähe zu westlichen Partnern.<ref>Silvia Stöber: Russlands Nachbarn wenden sich ab - Armenien sucht neue Partner. Abgerufen am 26. Juni 2025.</ref> Am 12. Februar 2025 verabschiedete das armenische Parlament einen Gesetzentwurf, der den EU-Beitritt Armeniens offiziell befürwortet.<ref>Armenian parliament adopts EU bill. 12. Februar 2025, abgerufen am 26. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Als Reaktion darauf sprach der stellvertretende russische Ministerpräsident Alexei Owertschuk davon, dass dies den Beginn des Austritts Armeniens aus der Eurasischen Wirtschaftsunion markieren werde.<ref>Russia threatens economic consequences for Armenia if it pursues membership of the European Union. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Februar 2025; abgerufen am 26. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.commonspace.eu</ref>

    Ein hochrangiges Mitglied des usbekischen Parlaments gab im Oktober 2024 nach Prüfung von internen Dokumenten der Organisation bekannt, dass Taschkent der Eurasischen Wirtschaftsunion nicht beitreten und Beobachter bleiben werde. In einer Erklärung wurde zudem die Rolle der nationalen Souveränität in der Verfassung des Landes unterstrichen und festgestellt, dass Kasachstan aus dem Beitritt zur Union kaum einen wirtschaftlichen Nutzen gezogen habe.<ref>https://jamestown.org/program/eurasian-economic-union-struggles-to-further-expand-in-eurasia/</ref>

    Literatur[Bearbeiten]

    Weblinks[Bearbeiten]

    Commons: Eurasische Wirtschaftsunion – Sammlung von Bildern

    Einzelnachweise[Bearbeiten]

    <references responsive />

    Vorlage:Klappleiste/Anfang

    Mitgliedstaaten:
    Armenien | Belarus | Kasachstan | Kirgisistan | Russland

    Beobachterstaaten:
    Kuba | Moldau | Usbekistan

    Vorlage:Klappleiste/Ende

    Vorlage:Hinweisbaustein