Zum Inhalt springen

Felsenbirnen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Felsenbirne)

Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.

Felsenbirnen
Datei:2014.03.30.-2-Vogelstangsee Mannheim-Kupfer-Felsenbirne-bluehend.jpg

Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)

Systematik
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Pyreae
Untertribus: Kernobstgewächse (Pyrinae)
Gattung: Felsenbirnen
Wissenschaftlicher Name
Amelanchier
Medik.

Die Pflanzengattung Felsenbirnen (Amelanchier) gehört zu den apfelfrüchtigen Kernobstgewächsen (Pyrinae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).<ref name="FoNA" />

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Amelanchier canadensis SZ42.png
Illustration der Kanadischen Felsenbirne (Amelanchier canadensis)
Datei:Amelanchier spicata - young shoot (aka).jpg
Ährige Felsenbirne (Amelanchier spicata) kurz vor dem Aufblühen

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Amelanchier-Arten sind laubabwerfende, sommergrüne Sträucher oder kleine Bäume. Die auffälligen Winterknospen sind schmal-zylindrisch mit einigen Knospenschuppen.<ref name="FoC" /> Die Blattspreiten-Hälften ruhen in der Knospenlage konduplikativ (entlang der Längsachse) zusammengeklappt – also ähnlich wie auch beim Tulpenbaum.

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten sind häufig filzig behaart. Die Blattränder sind ganz oder gesägt. Nebenblätter sind vorhanden.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

In endständigen traubigen Blütenständen stehen viele Blüten zusammen.<ref name="FoC" />

Der Blütenbecher (Hypanthium) ist glockenförmig.<ref name="FoC" /> Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf freien Kelchblätter sind ganzrandig.<ref name="FoC" /> Die fünf freien Kronblätter sind meist weiß, länglich oder lanzettlich, schlank.<ref name="FoC" /> Es sind zehn bis zwanzig Staubblätter vorhanden. Die zwei bis fünf Fruchtblätter sind unter- bis halbunterständig. Je Fruchtblatt sind zwei Samenanlagen vorhanden.<ref name="FoC" /> Die zwei bis fünf Griffel sind teilweise verwachsen oder frei.<ref name="FoC" />

Die bei Reife dunkel-violetten bis bläulich-schwarzen, kleinen, apfelförmigen Früchte, es sind Sammelbalgfrüchte, mit vier bis zehn einsamigen Fächern (die Fächer sind Balgfrüchte) sind saftig und süß. Die Früchte weisen am oberen Ende noch die zurückgekrümmten Kelchblätter und Blütenbecherreste auf.<ref name="FoC" />

Systematik, botanische Geschichte und Verbreitung[Bearbeiten]

Der botanische Gattungsname Amelanchier leitet sich ab von der französisch-provencalischen Bezeichnung amélanche für die Früchte der dort heimischen Amelanchier ovalis. Das Wort amelanche ist keltisch-gallischen Ursprungs und bedeutet Äpfelchen.<ref>Im Eintrag amélanche des deutschsprachigen Wiktionarys wird eine andere, modernere etymologische These vertreten (nach: Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 56 Eintrag Amelanchier).</ref> Die erste schriftliche Erwähnung von Amelanchier datiert aus dem Jahre 1549. Die Gattung Amelanchier wurde 1789 durch Friedrich Casimir Medicus aufgestellt.

Die Gattung Amelanchier umfasst etwa 25 Arten, die fast alle in Nordamerika verbreitet sind. Eine Art ist in Europa bis Kleinasien und zwei Arten sind in Asien beheimatet.

Datei:Amelanchier ovalis fruits.jpg
Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis) mit Früchten in Oberösterreich

Nutzung[Bearbeiten]

Die Felsenbirnen-Arten werden in der Regel als Ziersträucher kultiviert. Als solche werden in Mitteleuropa die Arten Amelanchier arborea, Amelanchier lamarckii, Amelanchier laevis und Amelanchier ovalis und deren Sorten verwendet, seltener auch Amelanchier alnifolia und Amelanchier spicata.

Je nach Felsenbirnen-Arten sind die Früchte mehr oder weniger aromatisch, saftig und süß. Die Wildfrüchte können zu einer süßen Marmelade mit marzipanartigem Beigeschmack verarbeitet werden.

Die Samen der Früchte sowie die Blätter enthalten geringe Mengen an Blausäure abspaltenden Glykoside, die zu den Pflanzengiften zählen. Zerkaute Samen können beim Verzehr größerer Mengen zu Magenbeschwerden, Übelkeit und Durchfall führen.<ref>CliniTox Pflanzengifte Amelanchier sp. In: Clinipharm CliniTox. Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie Universität Zürich, abgerufen am 2. Juli 2026.</ref><ref>Felsenbirne (Amelanchier ovalis). In: Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW. Abgerufen am 2. Juli 2026.</ref>

Datei:Amelanchier ovalis3.JPG
Erlenblättrige Felsenbirne (Amelanchier alnifolia) mit Früchten

In Kanada gibt es Plantagen der Erlenblättrigen Felsenbirne oder Saskatoon (Amelanchier alnifolia).

Im Folgenden sind einige Inhaltsstoffe der Felsenbirnenfrucht aufgelistet<ref>Tunde Juríková, Stefan Balla, Jiri Sochor, Miroslav Pohanka, Jiri Mlcek, Mojmir Baron: Flavonoid Profile of Saskatoon Berries (Amelanchier alnifolia Nutt.) and Their Health Promoting Effects. In: Molecules. Band 18, Nr. 10, 11. Oktober 2013, ISSN 1420-3049, S. 12571–12586, doi:10.3390/molecules181012571, PMID 24126375, PMC 6270369 (freier Volltext) – (mdpi.com [abgerufen am 21. August 2023]).</ref><ref>Sabina Lachowicz, Anna Michalska-Ciechanowska, Jan Oszmiański: The Impact of Maltodextrin and Inulin on the Protection of Natural Antioxidants in Powders Made of Saskatoon Berry Fruit, Juice, and Pomace as Functional Food Ingredients. In: Molecules. Band 25, Nr. 8, 15. April 2020, ISSN 1420-3049, S. 1805, doi:10.3390/molecules25081805, PMID 32326580, PMC 7221788 (freier Volltext) – (mdpi.com [abgerufen am 21. August 2023]).</ref> und deren unterstellte Wirkung beschrieben.

Pflanzenkrankheiten[Bearbeiten]

Amelanchier-Arten werden manchmal von Mehltau (Podosphaera amelanchieris) befallen. Symptome sind ein weißer, mehliger Belag und dunkle, punktartige Fruchtkörper auf der Oberseite der Blätter.<ref>Gerhard Bedlan: Gehölzkrankheiten: Felsenbirne. (PDF) 2019, abgerufen am 2. Juli 2026.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Gu Cuizhi (Ku Tsue-chih), Stephen A. Spongberg: Amelanchier, S. 190 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 9 – Pittosporaceae through Connaraceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2003, ISBN 1-930723-14-8.

Historische Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="FoC"> Gu Cuizhi (Ku Tsue-chih), Stephen A. Spongberg: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 9: Pittosporaceae through Connaraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003, ISBN 1-930723-14-8. Amelanchier Medikus, S. 190 – textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="FoNA"> Christopher S. Campbell, Michael B. Burgess, Kevin R. Cushman, Eric T. Doucette, Alison C. Dibble, Christopher T. Frye : In: Flora of North America Editorial Committee: Flora of North America North of Mexico. Volume 9: Magnoliophyta: Picramniaceae to Rosaceae. Oxford University Press, Oxford und New York, 2014, ISBN 978-0-19-534029-7. Amelanchier Medikus – textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Felsenbirnen (Amelanchier) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Felsenbirne – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Amelanchier – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen