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Forschungsinstitut für biologischen Landbau

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Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) ist ein Verbund unabhängiger Forschungseinrichtungen für biologischen Landbau mit Hauptsitz im schweizerischen Frick. Aus dem 1973 gegründeten Schweizer Institut entstand schrittweise ein Netzwerk rechtlich eigenständiger nationaler FiBL-Institute in Deutschland, Österreich, Frankreich und Ungarn sowie das gemeinsam von den nationalen Instituten getragene FiBL Europe.<ref>Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL. In: fibl.org. Abgerufen am 16. Dezember 2023.</ref> Das Schweizer Institut ist das älteste und grösste der Gruppe.

Das FiBL ist eines der führenden Forschungs- und Informationszentren für Biolandbau weltweit. Das FiBL Schweiz beschäftigt knapp 400 Mitarbeiter (2022). Im Jahr 2021 erwirtschaftete das Institut einen Ertrag von zirka 32 Millionen Franken.<ref>Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL): Tätigkeitsbericht. FiBL, Frick. Abrufbar unter https://www.fibl.org/de/ueber-uns/taetigkeitsbericht.html</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

1970 wurde vom Politiker Heinrich Schalcher ein Vorstoss beim Parlament eingereicht, mit der Forderung eine Forschungseinrichtung für den biologischen Landbau zu schaffen. Der Vorstoss wurde jedoch abgelehnt.<ref name="geschichte" /> Infolge haben Biobauern gemeinsam mit Wissenschaftlern am 1. Februar 1973 die Schweizerische Stiftung zur Förderung des biologischen Landbaus gegründet, welche als Grundstein des heutigen Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) zählt.<ref>50 Jahre FiBL. In: fibl.org. 2023, abgerufen am 13. November 2023.</ref> Mitgründer dieser Stiftung sind neben Schalcher u. a. der Agronom Philippe Matile und der Biobauer Fritz Baumgartner.<ref>Archiv für Agrargeschichte: Matile-Lutz, Philippe (1932-2011)--DB4433. In: histoirerurale.ch. Abgerufen am 13. November 2023.</ref><ref>Archiv für Agrargeschichte: Baumgartner, Fritz (1928-2017)--DB4336. In: histoirerurale.ch. Abgerufen am 13. November 2023.</ref> Schalcher wurde zum ersten Präsidenten ernannt, welcher dieses Amt bis 1987 ausübte.<ref>Archiv für Agrargeschichte: Schalcher, Heinrich (1917-2006)--DB4096. In: histoirerurale.ch. Abgerufen am 13. November 2023.</ref>

Das FiBL wurde 1973 als private Stiftung gegründet. Es setzte sich zum Ziel, die Biobauern durch Forschungsprojekte und Beratung zu unterstützen.<ref name="geschichte">Geschichte des FiBL Schweiz. In: fibl.org. Abgerufen am 13. November 2023.</ref> Erster Direktor wurde Hartmut Vogtmann, welcher dieses Amt von 1974 bis 1981 ausübte.<ref>Archiv für Agrargeschichte: Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), AfA133. In: histoirerurale.ch. Abgerufen am 8. Januar 2023.</ref> Das Institut war von 1974 bis 1997 in Oberwil ansässig, seither am heutigen Standort in Frick.<ref name="geschichte" /> Durch das Institut erfolgte die Ausrichtung der 1. IFOAM-Konferenz 1977 in Sissach<ref>Besson, J. M. & Vogtmann, H. (1978): Towards a Sustainable Agriculture. Conference proceedings of the first IFOAM conference, held in Sissach 1977. Verlag Wirz AG, Aarau, Switzerland</ref> und der 13. IFOAM-Konferenz in Basel, 2000.<ref>Alföldi, Thomas, William Lockeretz, Urs Niggli (2000): Proceedings of the 13th International IFOAM Scientific Conference. Convention Center Basel, 28 to 31 August 2000. vdf Hochschulverlag an der ETH Zürich. Information available at Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 2. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.swissbib.ch</ref> Mit dem DOK-Versuch – biologisch-dynamisch (D), organisch-biologisch (O) und konventionell (K) –<ref>DOK-Versuch. In: FiBL. Abgerufen am 9. April 2024.</ref> startete das FiBL zusammen mit Agroscope im Jahr 1978 einen heute noch existierenden Langzeitversuch, welcher die Anbausysteme dieser drei Landwirtschaftssysteme erstmals mit wissenschaftlichen Methoden vergleicht.<ref>Die Biolandwirtschaft in der Schweiz, 1990 – 2017. (PDF; 225 kB) Von der Nischenproduktion zur etablierten landwirtschaftlichen Produktion. Bundesamt für Statistik, Januar 2019, abgerufen am 9. Februar 2021.</ref> 1981 wurde vom FiBL der Verband Schweizerischer Biologischer Landbau-Organisationen (VSBLO) mitbegründet, der heutigen Bio Suisse.

1992 wurde der Biolandbau als «förderungswürdige Produktionsform» in das schweizerische Landwirtschaftsgesetz aufgenommen. Zwei Jahre später wurde dem FiBL der erste Leistungsauftrag erteilt.<ref name="geschichte" />

Nach Vogtmann wurde das Institut von 1981 bis 1989 von Henri Suter geleitet,<ref>FiBL: FiBL - Ehemaliger FiBL Direktor Henri Suter verstorben. In: fibl.org. Abgerufen am 28. Juni 2023.</ref> von 1990 bis Ende März 2020 von Urs Niggli. Am 1. April 2020 übernahmen Knut Schmidtke, Marc Schärer und Lucius Tamm die Direktion von FiBL Schweiz.<ref>Das FiBL Schweiz geht mit neuer Direktion in die Zukunft. In: bioaktuell.ch. 2. April 2020, abgerufen am 5. April 2020.</ref> Seit Oktober 2023 wird das Institut von Jürn Sanders, Beate Huber und Richard Tüscher geleitet.<ref>Geschäftsleitung Schweiz. In: fibl.org. 26. Mai 2026, abgerufen am 3. August 2026.</ref>

Ab den 2000er-Jahren baute das FiBL seine internationale Zusammenarbeit aus; in der Folge entstanden rechtlich eigenständige nationale Institute in Deutschland, Österreich, Frankreich und Ungarn (siehe die entsprechenden Abschnitte unten).<ref name="geschichte" /> Aus dem ursprünglich einzigen Schweizer Institut ist so die heutige FiBL Gruppe hervorgegangen.

Kooperationen[Bearbeiten]

Der FiBL Gruppe gehören derzeit neben dem FiBL Schweiz, FiBL Deutschland (2001), FiBL Österreich (2004), ÖMKi (Ungarisches Forschungsinstitut für biologischen Landbau) (2011), FiBL Frankreich (2017) und das gemeinsam von den fünf nationalen Instituten getragene FiBL Europe (2017) an.<ref name="geschichte" /><ref>Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL. In: fibl.org. Abgerufen am 16. Dezember 2023.</ref>

Das FiBL ist Mitglied der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen IFOAM – Organics International und hat die International Society of Organic Agriculture Research (deutsche Internationale Gesellschaft der Forschung im Ökologischen Landbau) ISOFAR mit aufgebaut. Es unterhält ein umfangreiches europäisches Forschungsnetzwerk. Zudem ist das FiBL in Osteuropa, Asien, Lateinamerika und Afrika aktiv.

2015 wurde das Schweizer Nationale Bioforschungsforum (NBFF) von Agroscope, Bio Suisse und dem FiBL gegründet.<ref>Neues Nationales Bioforschungsforum: Bio-Forschung und Praxis rücken zusammen. In: admin.ch. Agroscope, 30. November 2015, abgerufen am 14. Dezember 2020.</ref> 2023 haben das FiBL und der Strickhof ihre seit 1981 bestehende Zusammenarbeit mit der Unterzeichnung eines neuen Leistungsauftrags für die Jahre 2024 bis 2031 ausgebaut.<ref>Strickhof und FiBL Schweiz stärken Zusammenarbeit. In: fibl.org. 6. November 2023, abgerufen am 13. November 2023.</ref><ref>Alexandra Stückelberger: Die Synergien werden künftig gebündelt. In: bauernzeitung.ch. 7. November 2023, abgerufen am 13. November 2023.</ref>

Schweiz[Bearbeiten]

Finanzierung[Bearbeiten]

Das Institut wird vom Bundesamt für Landwirtschaft, vom Bundesamt für Umwelt, vom Staatssekretariat für Wirtschaft, von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, von den Landwirtschaftsämtern der Kantone, von Gemeinden sowie von Coop, Bio Suisse, Migros und Einzelpersonen finanziert. Daneben finanziert sich das FiBL über zahlreiche Forschungsaufträge. Das Institut ist des Weiteren an zahlreichen EU-Forschungsprojekten beteiligt.

Stiftungsrat[Bearbeiten]

Folgende Personen sind im Stiftungsrat von FiBL Schweiz vertreten: (Stand: 5. Oktober 2024)<ref>Stiftungsrat FiBL Schweiz. In: fibl.org. Abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref>

Vizepräsidentin Bauernverband Aargau.</ref>

2021 wurde der FiBL-Stiftungsrat von neun auf zehn Personen aufgestockt.<ref name="neu" /> 2022 wurde der langjährige Präsident Martin Ott von Bernard Lehmann abgelöst.<ref>Erfolgreiche Stabsübergabe der Präsidentschaft des Stiftungsrates FiBL Schweiz. Medienmitteilung FiBL, 2. September 2022, abgerufen am 8. Januar 2023.</ref> Von 1997 bis 2007 war alt Bundesrat Otto Stich Stiftungsratspräsident.<ref>Otto Stich: Realpolitiker und engagierter Visionär, Rede Urs Niggli, Direktor FiBL, anlässlich der Beerdigung von Otto Stich in Dornach am 21. September 2012. In: fibl.org. FiBL, 20. September 2012, abgerufen am 15. April 2023.</ref> Seine Vorgänger waren Hans Schüpbach (1990–1997), Heinz Zumstein (1978–1990) und der erste FiBL-Präsident Nationalrat Heinrich Schalcher (1973–1978).

Wissenschaftlicher Beirat[Bearbeiten]

Folgende Personen sind im wissenschaftlichen Beirat von FiBL Schweiz vertreten: (Stand: Juni 2026)<ref>Wissenschaftlicher Beirat FiBL Schweiz. In: fibl.org. Abgerufen am 3. Juni 2025.</ref>

Deutschland[Bearbeiten]

Das FiBL Deutschland e. V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Frankfurt am Main. Seine Wurzeln reichen ins Jahr 2000 zurück, als der Verein FiBL Berlin gegründet wurde; ab 2001 wurde die Struktur zum heutigen FiBL Deutschland ausgebaut.<ref name="geschichte-de">Geschichte FiBL Deutschland. In: fibl.org. Abgerufen am 22. Juni 2026.</ref> Vorstandsvorsitzender ist seit 2021 Jürgen Heß, der zuvor Urs Niggli im Amt ablöste und dem Vorstand bereits seit 2003 angehörte;<ref>FIBL Deutschland mit neuem Vorsitz. In: BioHandel. Abgerufen am 22. Juni 2026.</ref> Geschäftsführerin ist seit 2025 Rebecca Franz-Wippermann.<ref>FiBL kündigt Geschäftsführerwechsel an. In: bioPress. Abgerufen am 22. Juni 2026.</ref>

Österreich[Bearbeiten]

Das FiBL Österreich wurde im Mai 2004 als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Wien gegründet.<ref>FiBL Österreich gegründet. In: fibl.org. Abgerufen am 22. Juni 2026.</ref> Geschäftsführer ist Andreas Kranzler; Obmann ist seit Juni 2020 Urs Niggli, der zuvor von 1990 bis 2020 das FiBL Schweiz leitete.<ref>Vorstand FiBL Österreich. In: fibl.org. Abgerufen am 22. Juni 2026.</ref>

Ungarn (ÖMKi)[Bearbeiten]

Das Ungarische Forschungsinstitut für biologischen Landbau (ÖMKi) mit Sitz in Budapest wurde 2011 auf Initiative des FiBL Schweiz gegründet, finanziert zunächst durch die liechtensteinische Pancivis-Stiftung.<ref>Dóra Drexler. In: fibl.org. Abgerufen am 22. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Direktorin ist seit der Gründung Dóra Drexler.<ref>Dóra Drexler. In: fibl.org. Abgerufen am 22. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Frankreich[Bearbeiten]

Das FiBL Frankreich wurde 2017 mit Sitz in Eurre im Département Drôme gegründet.<ref>Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL. In: fibl.org. Abgerufen am 16. Dezember 2023.</ref> Präsident ist Felix Heckendorn.<ref>New president for FiBL Europe. In: fibl.org. Abgerufen am 22. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Anmerkungen[Bearbeiten]

<references group="A" />

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