Kreuzdorn
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| Datei:Rhamnus alaternus kz02.jpg
Stechpalmen-Kreuzdorn (Rhamnus alaternus) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Rhamnus | ||||||||||||
| L. |
Kreuzdorn (Rhamnus), auch Wegedorn genannt, bildet eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae). Die etwa 100 Arten sind bis auf einige wenige Regionen weltweit verbreitet.
Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]
Vegetative Merkmale[Bearbeiten]
Die Rhamnus-Arten sind meist sommergrüne, selten immergrüne Sträucher und kleine Bäume. Sie bilden häufig Dornen. Einige Arten bilden Knospenschuppen an den Winterknospen.<ref name="EdS238" /><ref name="FoC" />
Die gegenständigen oder wechselständigen, selten in Büscheln auf Kurztrieben angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die Blattspreiten sind einfach und oft gesägt oder gezähnt und teils stachelig. Die Nebenblätter sind stark zugespitzt und meist abfallend.<ref name="EdS238" /><ref name="FoC" />
Generative Merkmale[Bearbeiten]
Die Pflanzen sind zwittrig und einhäusig monözisch oder zweihäusig diözisch. Die Blüten stehen einzeln oder in zymösen, traubigen oder rispigen Blütenständen zusammen.<ref name="EdS238" /><ref name="FoC" />
Die unscheinbaren Blüten sind oft teils funktionell, eingeschlechtlich oder zwittrig und meist vier- oder fünfzählig mit einfacher oder doppelter Blütenhülle. Die Blütenfarbe ist grünlich-weiß oder gelblich. Es ist ein glocken-, becherförmiger Blütenbecher vorhanden. Die vier oder fünf Kelchblätter sind knapp verwachsen und enden in eiförmig-dreieckigen, klappigen, freien Kelchzipfeln. Die meist vier bis fünf Kronblätter sind kürzer als die Kelchblätter, öfters fehlen sie ganz. Die vier bis fünf Staubblätter besitzen dorsal fixierte Staubbeutel. Die kugelförmigen, freistehenden und mehrkammerigen Fruchtknoten sind mittel- bis oberständig mit mehreren Griffelästen.<ref name="EdS238" /><ref name="FoC" /> Es ist oft ein Diskus vorhanden. Ein Pistillode kann in den männlichen Blüten vorkommen, in den weiblichen können Staminodien ausgebildet sein.
Die ledrigen oder fleischigen, beerenähnlichen Steinfrüchte enthalten zwei bis vier Kerne (Pyrene), die von Vögeln ausgebreitet werden. Die Früchte der meisten Arten enthalten einen gelben Farbstoff, die Samen reichlich Protein und Öle.<ref name="EdS238" /><ref name="FoC" /><ref name="Botanica2006" />
Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]
Die Rhamnus-Arten kommen meist in gemäßigten bis tropischen Gebieten der Nordhalbkugel vor, hauptsächlich in Ostasien und Nordamerika, wenige in Europa und Afrika. Sie fehlen allein in Madagaskar, Australien und Polynesien.<ref name="FoC" /><ref name="EdS238" /><ref name="kub" />
Der Umfang der Gattung Rhamnus wird kontrovers diskutiert. Die Faulbäume (Frangula) werden häufig als eigene Gattung gesehen. Es gibt verschiedene Gliederungen der Gattung Rhamnus. Manche Autoren teilen die Gattung Rhamnus s. l. in zwei Untergattungen Rhamnus und Frangula, die weiter in Sektionen gegliedert werden. Die folgende Einteilung folgt dem System nach Suessenguth 1953, also noch bevor molekulargenetische Daten zur Verfügung standen:<ref name="Suessenguth1953">Karl Suessenguth: Rhamnaceae. In: A. Engler, K. Prantl (Hrsg.): Die natürlichen Pflanzenfamilien. 2. Auflage. Band 20d. Duncker & Humblot, Berlin 1953 (zitiert nach Schütt et al.: Enzyklopädie der Sträucher. S. 239).</ref>
- Untergattung Frangula Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Miller) S.F.Gray:
- Die Blüten sind fünfzählig und zwittrig. Die sind Samen ungefurcht und die Kotyledonen sind dick. Die Knospen haben keine Knospenschuppen. Blätter und Zweige sind wechselständig. Das Hauptverbreitungsgebiet ist das pazifische Nordamerika, darüber hinaus Afrika, Ostasien, Mittel- und Südamerika.
- Untergattung Rhamnus (Syn.: Eurhamnus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Dippel):
- Die Blüten sind immer eingeschlechtig und die Arten diözisch. Die Samen sind tief gefurcht. Die Keimung erfolgt epigäisch und die Keimblätter sind dünn. Die Blattstellung ist wechsel- oder gegenständig. Knospenschuppen sind vorhanden. Schwerpunkt der Verbreitung ist Ostasien.
Auswahl an Arten:
- Stechpalmen-Kreuzdorn oder Immergrüner Kreuzdorn (Rhamnus alaternus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Er kommt in Südeuropa, Nordafrika, in Westasien, auf der Krim und auf Gran Canaria vor.<ref name="GRIN" />
- Alpen-Kreuzdorn (Rhamnus alpina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Ohne Stacheln und mit vierzähligen Blüten. Er kommt in Mittel- und Südeuropa, in Westasien, Algerien und Marokko vor.<ref name="GRIN" />
- Purgier-Kreuzdorn oder nur Kreuzdorn bzw. Wegedorn (Rhamnus cathartica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Ein aufrechter Strauch mit großen, manchmal flaumig behaarten Blättern und fleischigen Früchten.<ref name="Oberdorfer2001">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 652.</ref>
- Rhamnus crocea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nutt.: Vorkommen im Südwesten der USA und Nordwesten Mexikos.<ref>Elbert L. Little: Minor Western Hardwoods (= Atlas of United States Trees. Band 3). US Government Printing Office, 1976, Map 150-SW, Rhamnus crocea, hollyleaf buckthorn.</ref>
- Krainer Kreuzdorn<ref name="Schmeil und Fitschen2019" /> (Rhamnus fallax Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss., Syn.: Rhamnus alpina subsp. fallax Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Boiss.) Maire & Petitm.): Er ist ohne Dornen und kommt in Südosteuropa und Westasien vor.<ref name="GRIN" />
- Faulbaum (Rhamnus frangula Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Syn.: Frangula alnus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mill.)
- Balearen-Kreuzdorn (Rhamnus ludovici-salvatoris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Chodat, Syn.: Rhamnus balearica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(DC.) Willk.): Vorkommen auf Mallorca und in Ost-Spanien (bei Valencia).
- Bocksdornartiger Kreuzdorn (Rhamnus lycioides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Er kommt in 7 Unterarten in Südeuropa, Nordafrika und Westasien vor.<ref name="GRIN" />
- Rhamnus myrtifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Willk.
- Rhamnus oleoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. => Rhamnus lycioides subsp. oleoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Jahand. & Maire
- Afrikanischer Faulbaum (Rhamnus prinoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L'Hér.): Er kommt im tropischen und im südlichen Afrika vor.<ref name="GRIN" />
- Zwerg-Kreuzdorn (Rhamnus pumila Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Turra): Kleinblättriger Zwergstrauch der süd- und mitteleuropäischen Gebirge.
- Purgier-Faulbaum (Rhamnus purshiana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.DC., Syn.: Frangula purshiana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(DC.) A.Gray): Er kommt in British Columbia, Washington, Oregon, Idaho, Montana und in Kalifornien vor.<ref name="GRIN" />
- Rhamnus rupestris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Scop. (Syn.: Frangula rupestris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Scop.) Schur): Sie kommt im nordöstlichen Italien, im früheren Jugoslawien, Albanien, Bulgarien und Griechenland vor.<ref name="GRIN" />
- Felsen-Kreuzdorn (Rhamnus saxatilis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Jacq.): dicht verzweigte und dornige Art mit sehr kleinen Blättern. Er kommt in Gebirgen von Mittel- und Südeuropa und in der westlichen Türkei vor.<ref name="GRIN" />
Verwendung[Bearbeiten]
Das Öl der Samen wird zur Herstellung von Schmieröl, Druckerfarbe und Seife verwendet. Die Wurzeln und Blätter einiger Arten dienen als Heilmittel.<ref name="FoC" /> Die Früchte einiger Arten, Purgier-Kreuzdorn, Stechpalmen-Kreuzdorn, Felsen-Kreuzdorn, Färberdorn (Rhamnus infectorius), werden zum Färben verwendet.<ref>Saftgrün aus Kreuzdornbeeren auf materialarchiv.ch, abgerufen am 9. Januar 2025.</ref> Ein unter anderem aus Kreuzdornarten, insbesondere Färberdorn, gewonnener und eingetrockneter Pflanzensaft wurde im Mittelalter als Licium bezeichnet und als Arzneidroge verwendet.<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 198 (Licium – eyn safft, liceos […]).</ref>
Nachweise[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Thomas Gaskell Tutin: Rhamnus L. In: Thomas Gaskell Tutin et al.: Flora Europaea. Band 2, S. 244–245. Cambridge University Press 1968.
- Schütt, Weisgerber, Schuck, Lang, Stimm, Roloff: Enzyklopädie der Sträucher. Nikol, Hamburg 2006, ISBN 3-937872-40-X, S. 237–239.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="EdS238"> Schütt et al.: Enzyklopädie der Sträucher. S. 238. </ref> <ref name="kub"> D. Medan, C. Schirarend: Rhamnaceae., S. 327. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants – Volume VI – Flowering Plants – Dicotyledons – Celastrales, Oxalidales, Rosales, Cornales, Ericales. 2004, ISBN 3-540-06512-1. </ref> <ref name="FoC"> Yilin Chen, Carsten Schirarend: Rhamnaceae. Rhamnus. S. 139–148 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 12 – Hippocastanaceae through Theaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007, ISBN 978-1-930723-64-1. </ref> <ref name="Botanica2006"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica Bäume & Sträucher. Tandem Verlag, 2006, ISBN 978-3-8331-2003-9, S. 718. </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2019"> Jens G. Rohwer: Rhamnus. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 484. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2019, ISBN 978-3-494-01700-6. </ref> </references>