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Gazanien

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Gazanien
Datei:Unidentified Gazania cultivar 5.jpg

Gazania rigens var. rigens

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Vernonioideae
Tribus: Arctotideae
Gattung: Gazanien
Wissenschaftlicher Name
Gazania
Gaertn.

Die Gazanien (Gazania), auch Mittagsgold, Mittagsgoldblumen und Sonnentaler genannt, sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Cichorioideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 19 Arten sind hauptsächlich im südlichen Afrika in Namibia und Südafrika verbreitet. Es ist eine der vielen Gattungen, deren Arten Mittagsblumen genannt werden. Es gibt viele Sorten, diese sind Hybriden (Gazania-Hybriden) aus mehreren Arten (beispielsweise Gazania rigens, Gazania longiscapa), die weltweit als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet werden.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Favourite flowers of garden and greenhouse (10575011396).jpg
Illustration aus Favourite flowers of garden and greenhouse der Halbstrauch-Gazanie (Gazania rigens)
Datei:Gazanialinearis.jpg
Achäne mit Haaren und mit Pappus von Gazania linearis
Datei:Gazania (Gazania rigens), jardín del molino, Sierra de San Felipe, Setúbal, Portugal, 2012-05-11, DD 01.JPG
Blütenkorb einer Sorte von Gazania rigens

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Gazanien sind einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, selten Halbsträucher, die meist niedrig bleiben und selten Wuchshöhen über 30 (5 bis 35<ref name="FoNA" />) Zentimeter erreichen. Sie bilden oft Rasen.<ref name="FoNA" /> Wenige Arten führen weißen Milchsaft.<ref name="FoNA" /> Die meist aufrechten Sprossachsen sind oft mehr oder weniger gestaucht. Die „Wurzelstöcke“ sind bei den ausdauernden Arten oft verholzt.<ref name="FoNA" />

Meist werden Laubblätter nur grundständig gebildet, manchmal gibt es auch an der Sprossachse verteilte Laubblätter. Die Laubblätter sind gestielt oder sitzend.<ref name="FoNA" /> Die Blattspreiten sind linealisch bis lanzettlich, spatelförmig oder verkehrt-lanzettlich. Die Blattunterseite ist meist weiß wollig behaart. Die Blattoberseite ist meist verkahlend oder kahl, manchmal spinnwebenartig behaart.<ref name="FoNA" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die körbchenförmigen Blütenstände stehen meist einzeln an langen Stängeln. Die Hüllen (Involucrum) sind bei Durchmessern von selten 5 bis meist 10 bis 15 oder mehr Millimetern mehr oder weniger glockenförmig, kreiselförmig oder zylindrisch. Die in zwei bis vier Reihen angeordneten Hüllblätter sind auf 1/2 bis 3/4 ihrer Länge verwachsen. Die Hüllblätter besitzen einen mehr oder weniger trockenhäutigen Rand, spitze obere Enden und ihre Unterseite ist meist kahl oder selten spinnwebenartig bis wollig behaart.<ref name="FoNA" /> Der kegelförmige oder konvexe Korbböden sind tief wabenförmig (alveolat).<ref name="FoNA" />

Die Blütenkörbe enthalten Zungenblüten (= Strahlenblüten) und Röhrenblüten (= Scheibenblüten). Die zygomorphen Zungenblüten sind steril. Die weißen, gelben über creme- und orangefarben bis roten und kastanienbraunen Zungenblüten besitzen meist auf der Unterseite einen Streifen und auf der Oberseite oder auf beiden Seiten einen dunkleren Fleck.<ref name="FoNA" /> Die Kronzungen besitzen fünf Nerven und enden meist mit vier Kronzähnen,<ref name="FoNA" /> die oft nicht gut erkennbar sind. Die radiärsymmetrischen Röhrenblüten sind alle zwittrig und fertil. Die fünf gelben bis orangefarbenen Kronblätter der Röhrenblüten sind zu einer Röhre verwachsen.<ref name="FoNA" />

Die verkehrt-eiförmigen Achänen besitzen keine Rippen und sind zottig behaart; diese Haare können den Pappus mehr oder weniger verdecken. Der haltbare Pappus besteht aus sieben bis acht, selten bis zu zwölf lanzettliche bis pfriemlich-grannenförmigen Schuppen in zwei Reihen.<ref name="FoNA" />

Chromosomensätze[Bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 9; bei den Naturformen liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 18 vor.<ref name="FoNA" />

Ökologie[Bearbeiten]

Den Trivialnamen Mittagsblumen trägt diese Gattung, weil ihre Blumen, hier die Blütenkörbe, genau wie alle anderen Pflanzenarten, die diesen deutschen Trivialnamen tragen, sich um die Mittagszeit öffnen; genau genommen sind sie nur ganz geöffnet, wenn die Sonne darauf scheint.

Systematik, botanische Geschichte und Verbreitung[Bearbeiten]

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Gazania gehört zur Subtribus Gorteriinae aus der Tribus Arctotideae. In dieser Subtribus sind die nächsten verwandten Gattungen Hirpicium und Gorteria.<ref name="Funk2008" />

Datei:Gazania nivea HabitusFlowers BotGardBln0906.jpg
Gazania rigens
Datei:Gazania heterochaeta.jpg
Gazania heterochaeta im Habitat im Namaqualand, Südafrika
Datei:Common Gazania (Gazania krebsiana) (31946598773).jpg
Gazania heterochaeta im Habitat in Südafrika
Datei:Gazania lichtensteinii.JPG
Gazania lichtensteinii am Naturstandort (Goegap N.R., Namaqualand, Südafrika)
Datei:Gazania linearis 04.jpg
Habitus von Gazania linearis
Datei:Gazania pectinata botterblom (1).JPG
Blütenkörbe von Gazania pectinata
Datei:Starr 071024-0320 Gazania rigens var. leucolaena.jpg
Gazania rigens var. leucolaena
Datei:Gazania rigens uniflora KirstenboschBotGard09292010C.JPG
Gazania rigens var. uniflora, die Blütenkörbe sind nur bei Sonnenschein geöffnet, daher der Name Mittagsblume. Um einer Verwechslung mit Arten der nicht mit ihnen verwandten Familie der Mittagsblumengewächse vorzubeugen, sollten sie allerdings besser als Mittagsgoldblumen benannt werden.
Datei:Gazania rigida (Burm f.) Roessler.JPG
Gazania rigida

Botanische Geschichte[Bearbeiten]

Die Gattung Gazania wurde 1791 durch den deutschen Botaniker Joseph Gaertner in De Fructibus et Seminibus Plantarum, Band 2 Seite 451 aufgestellt. Der botanische Gattungsname Gazania ehrt Theodoros Gazes (1400–1475), der die botanischen Werke des Theophrastos von Eresos aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt hat.<ref name="Burkhardt2016" /><ref name="Howis2009" /> Eine andere Erklärung für den Namen lautet: griechisch gaza für reich (für die Reichhaltigkeit an Farben in dieser Gattung); sie ist aber unrichtig. Ein Synonym für Gazania Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gaertn. nom. cons. ist Melanchrysum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Cass.<ref name="GlobalCompositaeChecklist" />

Viele der Gazania-Arten sind nur schwer zu unterscheiden und die Anzahl der Arten wird von jedem Autor anders angegeben.

Helmut Roessler veröffentlichte 1959 eine Revision der Gattung Gazania mit 16 Arten.<ref name="Roessler1959" /> Er veröffentlichte 1973 einige Ergänzungen zu seiner Abhandlung.<ref name="Roessler1973" />

Mit molekulargenetischen Daten (Chloroplasten- und Zellkern-DNA-Sequenzen aller Arten Roesslers außer Gazania othonnites) veröffentlichten Howis et al. 2009 eine Phylogenie der Gattung Gazania.<ref name="Howis2009"/> Howis et al. fanden heraus, dass acht Arten einen Artkomplex bilden. Die sieben Arten, die nicht in diesen Artkomplex gehören sind: Gazania caespitosa, Gazania ciliaris, Gazania heterochaeta, Gazania jurineifolia, Gazania lichtensteinii, Gazania schenckii sowie Gazania tenuifolia.<ref name="Howis2009"/>

Durch Magee et al. wurden 2011 zwei weitere Arten erstbeschrieben und ein neuer Bestimmungsschlüssel für alle Gazania-Arten veröffentlicht.<ref name="Magee2011" />

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gazania-Arten sind wichtige Florenelemente der Capensis. Die Areale der meisten Taxa beschränken sich auf das südliche Afrika, beispielsweise Botswana, Namibia, Lesotho und Südafrika. Nur eine Unterart (Gazania krebsiana subsp. serrulata) kommt auch im tropischen Afrika in Tansania, Angola, Malawi, Mosambik, Sambia sowie Simbabwe vor.

Es gibt etwa 19 (16 bis 40) Arten in der Gattung Gazania:<ref name="GRIN" /><ref name="GlobalCompositaeChecklist" /><ref name="RedListSA" />

Nutzung[Bearbeiten]

Datei:Gazania rigens Sun Gold 2.jpg
Üppigblühender Bestand der Sorte ‘Sun Gold’ aus der Sortengruppe ‘Sun’

Gazania-Hybriden werden in vielen Sorten meist als einjährige Beet- und Balkonpflanzen gezogen. Viele Sorten werden aus Samen gezogen, aber es gibt auch Sorten, die über Stecklinge vermehrt werden.

Sortengruppen[Bearbeiten]

Es gibt einige Sortengruppen mit jeweils einem großen Farbenspektrum an Sorten (Auswahl):

  • ‘Fiesta’
  • ‘Sun’
  • ‘Talent’
  • ‘Mini-Star’

Invasive Pflanze[Bearbeiten]

Aus Parks und Gärten haben sich einige Arten und Sorten als invasive Pflanzen besonders in subtropischen Gebieten ausgebreitet, beispielsweise in Australien und Kalifornien.

Quellen[Bearbeiten]

  • Theodore M. Barkley, Luc Brouillet, John L. Strother: Asteraceae, tribe Cichorieae.: Gazania, Seite 196 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae). Oxford University Press, New York und Oxford, 2006. (Abschnitt Beschreibung)
  • Seranne Howis: A taxonomic revision of the southern African endemic genus Gazania (Asteraceae) based on morphometric, genetic and phylogeographic data. „Submitted in Fulfilment for the Degree of Doctor of Philosophy“ an der Rhodes University, März 2007. Volltext-PDF. (Abschnitt Systematik)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="RedListSA"> Artenliste zu Gazania in der Red List of South African Plants </ref> <ref name="IUCN"> [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2017.3. Eingestellt von: P. Craven, S. Loots, 2004. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Roessler1959"> Helmut Rössler: Revision der Arctotideae - Gorteriinae (Compositae). In: Mitteilungen der Botanischen Staatssammlung München, Band 3, 1959, S. 71–500. </ref> <ref name="Roessler1973"> Helmut Roessler: Mitteilungen der Botanischen Staatssammlung Muenchen, Band 11, 1973, S. 91–99. </ref> <ref name="FoNA"> Theodore M. Barkley, Luc Brouillet, John L. Strother: Asteraceae, tribe Cichorieae.: Gazania, Seite 196 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae). Oxford University Press, New York und Oxford, 2006. </ref> <ref name="Funk2008"> Vicki A. Funk, Raymund Chan: Phylogeny of the Spiny African Daisies (Compositae, tribe Arctotideae, subtribe Gorteriinae) based on trnL-F, ndhF, and ITS sequence data. In: Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 48, Issue 1, 2008, S. 47–60. </ref> <ref name="GlobalCompositaeChecklist">Compositae Working Group (CWG) (2025). Global Compositae Database: Gazania Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gaertn. Abgerufen am 20. Oktober 2025.</ref> <ref name="Howis2009"> Seranne Howis, Nigel P. Barker, Ladislav Mucina: Globally grown, but poorly known: species limits and biogeography of Gazania Gaertn. (Asteraceae) inferred from chloroplast and nuclear DNA sequence data. In: Taxon, Volume 58, Issue 3, 2009, S. 871–882. Volltext online. </ref> <ref name="Magee2011"> A. R. Magee, J. S. Boatwright, L. Mucina: Gazania lanata and G. splendidissima: two new species of Asteraceae (tribe Arctotideae) from the Greater Capensis, with an updated key for the genus. In: South African Journal of Botany, Volume 77, 2011, S. 86–93. </ref> <ref name="Burkhardt2016"> Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-946292-10-4. doi:10.3372/epolist2016 </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Gazanien (Gazania) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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