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Glenn Miller

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Glenn Miller während seiner Dienstzeit beim US Army Air Corps
Unterschrift Glenn Miller
Unterschrift Glenn Miller

Alton Glenn Miller (* 1. März 1904 in Clarinda, Iowa; † 15. Dezember 1944 vermutlich bei einem Flugzeugabsturz über dem Ärmelkanal) war ein US-amerikanischer Jazz-Posaunist, Bandleader, Komponist und Arrangeur der Swing-Ära. Er zählte zur Zeit des Zweiten Weltkriegs zu den erfolgreichsten Musikern der Vereinigten Staaten. Mit seinem „Glenn Miller Orchestra“ schuf er weltweit bekannte Titel wie Moonlight Serenade, In the Mood, American Patrol und Chattanooga Choo Choo.

Leben[Bearbeiten]

Alton Glenn Miller wurde am 1. März 1904 in der Landstadt Clarinda, Iowa, geboren. Er besuchte zunächst die Grundschule in North Platte, Nebraska. Im Jahre 1915 zogen seine Eltern Mattie Lou (geb. Cavender) und Lewis Elmer Miller mit ihm nach Grant City, Missouri.<ref name="freeinfosociety">The Free Information Society – Miller, Glenn. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. November 2010; abgerufen am 26. Januar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Um etwa diese Zeit kaufte sich Miller seine erste Posaune mit dem Geld, das er sich mit dem Melken von Kühen verdient hatte, und spielte im dortigen Musikverein.<ref name="laut.de">Glenn Miller bei laut.de</ref> Im Jahr 1918 zog seine Familie erneut um, diesmal nach Fort Morgan, wo Miller die Highschool besuchte. Außerdem spielte er nun im dortigen Highschool-Orchester und konnte dadurch zwei Jahre seines Studiums finanzieren. Darüber hinaus trat er im Herbst 1919 der Schul-Footballmannschaft „Maroon“ bei, die 1920 die „Northern Colorado Football Conference“ im American Football gewann.<ref name="freeinfosociety" /><ref>Fort Morgan, CO – Glenn Miller. Abgerufen am 26. Januar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach Abschluss der Highschool 1921 entschloss sich Miller dazu, Berufsmusiker zu werden. In der Zwischenzeit studierte er das Schillinger Kompositionssystem; dabei komponierte er mit dessen Erfinder Joseph Schillinger seine spätere Erkennungsmelodie Moonlight Serenade.<ref name="freeinfosociety" /><ref>Wayback Machine. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Juli 2006; abgerufen am 2. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nach einem Studienaufenthalt an der Universität von Colorado trat er 1926 der „Ben Pollack Band“ bei, in der er mit zukünftigen Stars wie Benny Goodman (damals 17 Jahre alt) spielte. 1928 verließ er diese wieder und zog Ende des Jahres nach New York, wo er seine Jugendliebe<ref>Glenn Miller Orchestra :: Der Weg zum Ruhm. Abgerufen am 26. Januar 2017.</ref> Helen Burger (1902–1966) heiratete. Von 1929 bis 1937 spielte er als unabhängiger Posaunist bei Red Nichols, Benny Goodman, Ray Nobles American Band und den Dorsey Brothers. Miller machte 1937 mit seiner ersten eigenen Band Aufnahmen für Columbia (Solo Hop, April 1935, Millers erster Hit, der Platz 7 erreichte), Brunswick (Doin’ the Jive, in dem Rap-artiger Sprechgesang verwendet wird, um den titelgebenden Tanz zu erklären, vom 29. November 1937) und Decca. Die Band löste sich wegen großer Konkurrenz noch im selben Jahr auf.

Enttäuscht kehrte Miller nach New York zurück und arbeitete fortan als Arrangeur an einem „einzigartigen Sound“. Er machte Aufnahmen in unterschiedlichen Besetzungen, bis er im Frühjahr 1938 seinen zweiten Hit Every Day’s a Holiday in den nationalen Charts platzieren konnte, der seinen Durchbruch einleitete. Er gründete eine neue Band, die alle Besucherrekorde brach, und bekam schließlich einen Dreimonatsvertrag im Glen Island Casino auf Long Island.<ref name="Simon-105">George T. Simon, Bing Crosby: Glenn Miller And His Orchestra. Da Capo Press, November 1974, S. 105.</ref> Die dort gezahlten Gagen reichten zwar immer noch nicht aus, um das Überleben der Band dauerhaft zu sichern, aber immerhin wurden aus dem Casino regelmäßig Radioübertragungen gesendet, die Millers neuen „Sound“, in dem die Klarinette den Saxophonsatz führte (Glenn-Miller-Satz), bekannt machten.<ref name="freeinfosociety" /><ref name="laut.de" /> Miller wurde Ende 1939 zum Jubiläumskonzert der ASCAP in die New Yorker Carnegie Hall eingeladen. Dort wurden Musikstücke wie Moonlight Serenade, Little Brown Jug und In the Mood gespielt. Die Eigenkomposition Moonlight Serenade wurde Millers dritter Nummer-1-Hit. Seine Urheberschaft von Moonlight Serenade und In the Mood sind allgemein bekannt; dass die Glenn Miller Band ein breites Spektrum an Instrumental- und Gesangsmelodien formte und auch klassische Akzente setzte, weniger. Die Band spielte 1940 im Café Rouge im Hotel Pennsylvania; im Sommer desselben Jahres folgten Gigs im Wardham Park Hotel in Washington und in anderen Städten. Die Klassiker Pennsylvania 6-5000 und Tuxedo Junction wurden im gleichen, Chattanooga Choo Choo, String of Pearls und When That Man Is Dead and Gone im Jahr 1941 veröffentlicht. Glenn Miller komponierte außer Moonlight Serenade keinen seiner Hits selbst; einer seiner größten Erfolge, In the Mood, stammt von dem Komponisten Joe Garland. Seine erste Schallplatte verkaufte sich schlecht, da er darauf dieselben Musikstücke aufgenommen hatte wie Swing-König Benny Goodman.

Glenn Miller gewann am 10. Februar 1942 die erste Goldene Schallplatte der Musikgeschichte für das Lied Chattanooga Choo Choo, das er mit seinem Orchester auch in dem Spielfilm Adoptiertes Glück (1941), seinem ersten Film, spielte. Nach dieser Komödie wirkte er mit seiner Band im folgenden Jahr in Orchestra Wives mit.<ref name="Simon-105" />

Da die USA nach dem Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 in den Zweiten Weltkrieg eingetreten waren, trat Miller, der ein erklärter Gegner des Nationalsozialismus war, im Februar 1942 ungeachtet seiner großen Erfolge aus seinem Orchester aus und ging nach Überwindung einiger bürokratischer Hürden wegen seines fortgeschrittenen Alters von 38 Jahren zuerst zur US Navy und danach zu den Luftstreitkräften, um die Kriegsanstrengungen zu unterstützen. Er leitete im Rang eines Captain (Hauptmann) das „Army Air Force Orchestra“, das deutlich jazz-orientierter war als seine vorherige, eher kommerziell ausgerichtete Big Band.<ref name="freeinfosociety" /><ref>News. Glenn Miller Orchestra, abgerufen am 26. Januar 2017.</ref> Dies war nicht zuletzt das Verdienst so hervorragender Arrangeure wie Jerry Gray, der es unter anderem verstand, die im „Army Air Force Orchestra“ enthaltene Streichergruppe nahtlos in den Big-Band-Sound zu integrieren – für einen Jazz-Arrangeur keine leichte Aufgabe. Wohl das spektakulärste Arrangement von Jerry Gray war American Patrol, durchaus angemessen angekündigt als „And now, here’s the biggest tune of the books!“<ref>American Patrol (Meacham, Frank W.). In: IMSLP/Petrucci Music Library: Free Public Domain Sheet Music. Abgerufen am 26. Januar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Miller war während der deutschen V1- und V2-Raketenangriffe in London. Zahlreiche Tonaufnahmen von den Darbietungen der „Army Air Force Band“ wurden in den Abbey Road Studios gemacht, teilweise mit Live-Übertragungen der BBC London, genannt „Wehrmacht Hour“, mit der Ansagerin Ilse Weinberger in deutscher Sprache. Die dort gemachten Mono-Aufnahmen sind in hervorragender Qualität und spiegeln den hohen Standard des Orchesters wider.

Millers Verschwinden[Bearbeiten]

Datei:Avro Lancaster Mk 1 ExCC.jpg
Eine Avro Lancaster über den Wolken
Datei:Noorduyn UC-64A Norseman.jpg
Maschine vom Typ „Noorduyn Norseman“

Nachdem Paris durch die Alliierten befreit worden war, sollte im Dezember 1944 das „Army Air Force Orchestra“ im Olympia auftreten. Glenn Miller starb jedoch zuvor unter bis heute nicht geklärten Umständen. Die Meldung, Miller werde über dem Kanal vermisst, wurde an Heiligabend 1944 bekanntgegeben.<ref name=":0">Stille Nacht an allen Fronten – ZDF zeigt Dokumentarfilm über das letzte Weihnachtsfest im Zweiten Weltkrieg. presseportal.de; abgerufen am 26. Dezember 2010.</ref> Ähnlich wie bei anderen früh verstorbenen Musikstars existieren auch zu Millers Tod viele Versionen und Gerüchte. Die Propaganda beider Kriegsparteien versuchte aus seinen Todesumständen das für sie jeweils Passende zu verbreiten. Die reine Faktenlage ist durch die Kriegswirren bedingt sehr dünn und auch zum Teil widersprüchlich, was die Legendenbildung befördert. Millers Name wird auf dem Cambridge American Cemetery and Memorial an der Mauer der Vermissten aufgeführt.

Todesumstände[Bearbeiten]

Als wahrscheinlich gilt, dass das Flugzeug, mit dem er am 15. Dezember 1944 nach Frankreich unterwegs war, abgestürzt ist. Das Wrack der zivilen Noorduyn Norseman wurde nie gefunden, was jedoch nicht unüblich ist. In der Luftschlacht um England und den Kriegsjahren danach stürzten zahlreiche Flugzeuge in den Ärmelkanal und sanken auf den Grund, wo sie bis heute liegen.<ref name=":0" />

Wahrscheinliche Ursache: Flugzeugabsturz[Bearbeiten]

Der Historiker und Pilot Dennis Spragg, Autor des 2017 erschienenen Buches Glenn Miller Declassified, wertete für sein Buch verschiedene Dokumente britischer und amerikanischer Streitkräfte aus. Er geht von einem Absturz aufgrund von mechanischen Problemen und Pilotenfehlern in Zusammenhang mit einer Tragflächenvereisung aus, was bereits nach Millers Verschwinden zur wahrscheinlichsten Ursache gehandelt wurde.<ref name="laut.de" /><ref name=":1">Dalya Alberge: Glenn Miller book clears RAF of accidentally killing band leader. In: The Guardian. 29. August 2017, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 16. Juni 2026]).</ref> Laut Spragg könne der Pilot im dichten Nebel und beim kaltem, schlechtem Wetter, das an dem Tag geherrscht habe, orientierungslos geworden und das Flugzeug ins Wasser gesteuert haben.<ref name=":1" /> Auch der Film Die Glenn Miller Story, der sich ansonsten manche Freiheiten mit der biographischen Wirklichkeit erlaubt, hält sich an die offizielle Todesursache, den undokumentierten Flugzeugabsturz.

Eine von anderen Autoren als sehr plausibel betrachtete Theorie besagt, dass Millers Flugzeug über dem Ärmelkanal während dichten Nebels getroffen worden sein könnte, als sich britische Bomber ihrer Bombenladung entledigten. Ungefähr 138<ref>unterschiedliche Anzahl in den Quellen; auf der offiziellen Seite sind es 138, in anderen 139 Bomber</ref> viermotorige Lancaster der No. 3 Bomber Group des RAF Bomber Command<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.raf.mod.uk (Memento vom 17. Mai 2008 im Internet Archive) Webseite über die 3.Group (englisch)</ref> kehrten am Tag von Millers Verschwinden mit voller Bombenlast zurück; der Angriff auf die deutsche Stadt Siegen war abgebrochen worden,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.raf.mod.uk (Memento vom 6. Juni 2011 im Internet Archive) Dokumentation über den abgebrochenen RAF-Bombenangriff vom 15. Dezember 1944.</ref> da die zum Schutz der Bombenflugzeuge bestimmten Jagdflugzeuge wegen schlechten Wetters nicht starten konnten. Im Feindflug nicht abgeworfene Bomben wurden damals üblicherweise während des Rückflugs über dem Ärmelkanal abgeworfen, da eine Landung mit der brisanten Ladung zu gefährlich gewesen wäre. Der Navigator Fred Shaw beobachtete die fallenden Bomben und sah dabei nach eigener Auskunft eine kleine, einmotorige Propellermaschine direkt unter dem Bombenhagel. Shaw ging davon aus, dass Miller in dieser Maschine saß.<ref>Ariane Stürmer: Piloten im Zweiten Weltkrieg. In: Der Spiegel. 3. Oktober 2008, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 30. April 2023]).</ref><ref>Neue Theorie: Glenn Miller von "Friendly Fire" getötet? In: Der Spiegel. 15. Dezember 2001, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 30. April 2023]).</ref> Bei Großangriffen im Zweiten Weltkrieg mit Hunderten von Bombenflugzeugen in enger Formation waren Unfälle dieser Art nicht unüblich.<ref>Beispiel: Deutsche Luftwaffe 8. Sept. 1943, Kampfgeschwader 55 über Nowo-Ekonomtschenkoje: Eine He-111 wird von Bomben einer höher fliegenden He-111 getroffen und zerstört.</ref> Spragg wiederum hält die Theorie des Treffers durch Eigenbeschuss für nicht plausibel; die zurückfliegenden Lancasters hätten demnach schon circa 90 Minuten vor Millers Überflug den Ärmelkanal passiert.<ref name=":1" />

Weitere Vermutungen und Verschwörungstheorien[Bearbeiten]

Sowohl direkt nach Millers Tod als auch in späteren Jahren entstanden aber auch exotischere Todestheorien, die oft in die Richtung von Verschwörungstheorien gehen: Miller sei nicht bei einem Flugzeugabsturz gestorben, sondern an Lungenkrebs. Das soll unterdrückt worden sein, weil er bis 1942 eine von einem großen Tabakkonzern gesponserte Radiosendung bespielte; es ist aber schon deshalb unwahrscheinlich, weil der Zusammenhang von Lungenkrebs und Zigarettenrauchen damals noch nicht allgemein bekannt und – zumindest in den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich – auch noch nicht wissenschaftlich belegt war.<ref>„Wer, zum Teufel, ist Glenn Miller?“ In: Jazzpages – Jazz in Deutschland / Germany. Abgerufen am 29. Januar 2017.</ref>

Der Musikautor Jürgen Wölfer bezeichnete 2000 die „bekannte (aber inzwischen widerlegte) Geschichte vom Flugzeugabsturz“ als erfunden. Möglicherweise sei Miller in einem Pariser Bordell gestorben.<ref>Jürgen Wölfer: Das große Lexikon der Unterhaltungs-Musik, Lexikon Imprint im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-89602-272-5, Seite 361</ref> Diese These hatte zuvor der Autor Udo Ulfkotte 1997 in der Bild vorgebracht und berief sich auf angebliche amerikanische Dokumente.<ref>Straight Dope Staff: Did band leader Glenn Miller die in a French brothel? 10. April 2001, abgerufen am 16. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Eine andere Theorie, unter anderem vom Autor Hunton Downs in einem Buch von 1999 vertreten, sieht in Miller einen Spion des Office of Strategic Services, der von den Nazis umgebracht wurde.<ref>Glenn Miller von der SS ermordet? In: Hamburger Abendblatt. 25. Juni 1999, abgerufen am 16. Juni 2026.</ref>

Erfolgreicher Musiker und Geschäftsmann[Bearbeiten]

Glenn Miller war ein Perfektionist in Bezug auf Arrangements, die er selbst schrieb oder mitschrieb, sowie ein erfolgreicher Geschäftsmann. Seine Band war eine Musikkapelle, die wie eine Firma organisiert war. Die Musiker waren versichert und die Bühnenarbeiter wurden vom Orchester angestellt. Außerdem war eine PR-Abteilung eingerichtet. Das alles erfolgte in einer sozialverträglichen Art und Weise; ein Vorbild, dem später viele Bands folgten.<ref>Glenn Miller Orchestra :: Big Band Business. Abgerufen am 26. Januar 2017.</ref> Miller war ein eigensinniger Mensch und folgte oft nur seinen Sympathien. Einige talentierte Musiker traten aus seinem Orchester aus, als sie mit seinem Charakter nicht zurechtkamen. Glenn Miller war seit 1928 verheiratet. Laut seinem Biografen George T. Simon lag der einzige Streitpunkt mit seiner Frau Helen darin, wie herum die Toilettenpapierrollen aufzuhängen seien.<ref>Glenn Miller Medley – Konzertmoderationen. Abgerufen am 29. Januar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das „Glenn Miller Orchestra“[Bearbeiten]

Nach Millers Tod wurde das Army Air Force Orchestra bis zu seiner Auflösung nach dem 17. November 1945 von Arrangeur Jerry Gray weitergeleitet. 1946 wurde ein ziviles Glenn Miller Orchestra vom langjährigen Band-Saxophonisten und -Sänger Tex Beneke einberufen; es blieb dem Stil des „Army Air Force Orchestra“ mit einer integrierten Streichergruppe weitgehend treu.<ref name="Simon-437-439">Simon. 1980, S. 437–439.</ref> Pianist der Band wurde der zukünftige Filmkomponist Henry Mancini, der auch für diverse Arrangements verantwortlich war.<ref>Henry Mancini at All About Jazz. 31. März 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 31. März 2008; abgerufen am 29. Januar 2017.</ref> Das neu formierte Orchester hatte viele Auftritte in den Vereinigten Staaten, darunter auch einige im „Hollywood Palladium“ 1947, wo bereits Glenn Millers ursprüngliche Band gespielt hatte.<ref>George T. Simon: Simon. 1980, S. 258.</ref> Beneke machte sich Gedanken, wie man den typischen „Glenn Miller-Sound“ erweitern und auch unter seinem eigenen Namen Erfolg erzielen könnte. Was als „Glenn Miller Orchestra“ unter der Leitung von Tex Beneke begann, wurde schließlich zum „Tex Beneke Orchestra“. Bis 1950 trennte sich Beneke von Millers Stil insoweit, als der Saxophonist selbst aus den Aufführungen der ehemaligen Bandmitglieder verschwand.<ref name="Simon-437-439" /><ref name="glennmillerorchestra.com">Glenn Miller Orchestra. Abgerufen am 29. Januar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In den frühen 1950er Jahren imitierten diverse Bandleader wie Ralph Flanagan wie auch weitere Bigbands Millers Stil, indem die Klarinette den Saxophonsatz führt.<ref>Solid! – Bob Chester. 8. Februar 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. Februar 2007; abgerufen am 29. Januar 2017.</ref> Dies wie auch die Tatsache des Erfolgs der Glenn Miller Story führte dazu, ein neues ziviles Glenn Miller Orchestra zu gründen, diesmal unter der Leitung des Jazz-Schlagzeugers Ray McKinley.<ref name="glennmillerorchestra.com" /> Diese 1956 entstandene Band bildet heute das offizielle „Glenn Miller Orchestra“ in den Vereinigten Staaten, aktuell unter der Leitung von Erik Stabnau (in den Jahren 1966 bis 2021 war die Leitung u. a. in den Händen von Buddy DeFranco, Peanuts Hucko, Larry O’Brien und Nick Hilscher). Für das offizielle europäische „Glenn Miller Orchestra“ ist seit 2024 der Posaunist Uli Plettendorff<ref>Ein Gespräch mit Uli Plettendorff, Orchesterleiter auf glenn-miller.de, abgerufen am 13. Februar 2026.</ref> verantwortlich, für das „Glenn Miller Orchestra“ in England Ray McVay<ref>Devon Theatre – Review – Glenn Miller Orchestra at Plymouth Pavilions. BBC, abgerufen am 29. Januar 2017.</ref> und für das „Glenn Miller Orchestra Scandinavia“ der Posaunist Jan Slottenäs.<ref>Glenn Miller Orchestra Scandinavia. Abgerufen am 4. Juni 2026.</ref>

Es sind somit vier Formationen, die die originalen Arrangements von Glenn Miller im Namen der amerikanischen Glenn Miller Nachlassverwaltung offiziell spielen dürfen. Die Lizenzen werden von der Glenn Miller Productions Inc. verwaltet. Sie entscheidet auch darüber, welches Orchester wann und wo spielen darf, und kontrolliert die rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten.<ref name="laut.de" />

Repertoire des Orchesters (Auswahl)[Bearbeiten]

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Bekannte Bandmitglieder

Bekannte Sänger der Bigband

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

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Weitere Alben

  • 1951: This Is Glenn Miller And His Orchestra (Glenn Miller & His Orchestra; RCA; Kompilation)
  • 1954: Sun Valley Serenade (Glenn Miller & His Orchestra; RCA Victor; Studioalbum)
  • 1954: Orchestra Wives (Glenn Miller & His Orchestra; RCA Victor; Kompilation)
  • 1954: Juke Box Saturday Night (Glenn Miller & His Orchestra; RCA Victor; Kompilation)
  • 1956: The Sound Of Glenn Miller (Glenn Miller & His Orchestra; RCA Victor; Kompilation)
  • 1958: The Marvelous Miller Medleys (Glenn Miller & His Orchestra; RCA Victor; Kompilation)
  • 1958: The Glenn Miller Carnegie Hall Concert (Glenn Miller & His Orchestra; RCA Victor; Livealbum)
  • 1959: Glenn Miller Story II (Glenn Miller & His Orchestra; RCA Victor; Kompilation)
  • 1959: For The Very First Time Vol. 1 (Glenn Miller & His Orchestra; RCA; Kompilation)
  • 1959: For The Very First Time Vol. 2 (Glenn Miller & His Orchestra; RCA Victor; Kompilation)
  • 1967: In The Mod (The Glenn Miller Orchestra; RCA Victor; Studioalbum)
  • 1973: The Best Of The Glenn Miller Orchestra, Vol. 1 (Glenn Miller & His Orchestra; Embassy; Kompilation)
  • 1975: The Glenn Miller Story – The Original Recordings (Glenn Miller & His Orchestra; RCA; Kompilation)
  • 1988: The Collection (Glenn Miller & His Orchestra; Castle; Kompilation)
  • 1993: Gold (Gold; Kompilation)
  • 2001: A Tribute To Pearl Harbor (Glenn Miller Orchestra; Koch; Studioalbum)
  • 2004: 20 succès (Glenn Miller & His Orchestra; Ulysse; Kompilation)
  • 2007: Moonlight Serenade (Pegasus; Kompilation)
  • 2008: The Very Best Of Swing (Glenn Miller Orchestra; Koch Universal; Studioalbum)
  • 2010: Evergreens In Swing (The World Famous Glenn Miller Orchestra; Koch Universal; Studioalbum)
  • 2013: Army Air Force Band Live 1943-44 (Jazz Band; Livealbum)
  • 2013: The Complete Sustaining Broadcasts Volume IV – Heaven Can Wait (Jazz Band; Livealbum)
  • 2013: Live From The Cafe Rouge (Jazz Band; Livealbum)
  • 2013: The Complete Sustaining Broadcasts Volume 3 – On The Sentimental Side (Jazz Band; Livealbum)
  • 2013: The Complete Sustaining Broadcasts Volume 2 – Simple And Sweet (Jazz Band; Livealbum)
  • 2013: The Real... Glenn Miller – The Ultimate Glenn Miller Collection (RCA Victor; Kompilation, DE: Vorlage:Schallplatte)
  • 2013: Masters Of Jazz Delta (Kompilation)
  • 2013: From Rags To Riches (Glenn Miller & His Orchestra; Jazz Band; Kompilation)
  • 2014: The History Of Big Bands (Glenn Miller Orchestra; MCP / VM; Studioalbum)
  • 2014: The Legacy Of Glenn Miller (Go; Kompilation)
  • 2015: Moonlight Serenade [2015] (ZYX; Kompilation)
  • 2016: The Singles Collection – Volume One – 1935–1939 (Real Gone; Kompilation)
  • 2016: It’s Glenn Miller Time – Live In Concert (Glenn Miller Orchestra; MCP / VM; Livealbum)
  • 2016: Milestones Of A Swing Legend (Documents; Boxset)
  • 2017: In The Mood (ZYX; Kompilation)
  • 2017: Greatest Hits (ZYX; Kompilation)
  • 2018: Jukebox Saturday Night (Glenn Miller Orchestra; MCP / VM; Studioalbum)
  • 2018: Heroes Collection (Pegasus; Kompilation)
  • 2018: Moonlight And Miller (Bellevue; Kompilation)
  • 2018: 60 Essential Recordings (Big 3; Kompilation)
  • 2018: The Hits (New Continent; Kompilation)
  • 2020: 35 Years Anniversary Tour – Live In Concert (Glenn Miller Orchestra; MCP; Livealbum)
  • 2020: The Jazz Collector Edition (Glenn Miller & His Orchestra; Delta; Kompilation)
  • 2020: The Album (Power Station; Kompilation)
  • 2021: Gold [2021] (Crimson; Kompilation)
  • 2021: The Hits Collection 1935–44 (The Glenn Miller Orchestra; Acrobat; Kompilation)
  • 2021: The Jazz Collector Edition (LaserLight / Delta; Kompilation)
  • 2021: The Very Best Of Glenn Miller (No Frills; Kompilation)
  • 2021: The Glenn Miller Story (Austro Mechana; Kompilation)

Singles[Bearbeiten]

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Weitere Singles

  • 1939: Sunrise Serenade (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1939: Moonlight Serenade (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1939: Three Little Fishies (Itty Bitty Poo) (Glenn Miller & his Orchestra / Marion Hutton, Tex Beneke)
  • 1939: My Last Goodbye (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1939: But It Didn’t Mean A Thing (Glenn Miller & his Orchestra / Marion Hutton)
  • 1939: Stairway To The Stars (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1939: Little Brown Jug (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1939: The Lamp Is Low (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1939: Cinderella (Stay In My Arms) (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1939: I’m Sorry For Myself (Glenn Miller & his Orchestra / Marion Hutton, Tex Beneke)
  • 1939: The Man With The Mandolin (Glenn Miller & his Orchestra / Marion Hutton)
  • 1939: Over The Rainbow
  • 1939: Blue Orchids
  • 1939: My Isle Of Golden Dreams (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1939: Blue Moonlight (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1939: In The Mood (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1939: Melancholy Lullaby (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1939: Bless You (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1939: Faithful Forever (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1939: Indian Summer (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1939: Careless (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1939: On A Little Street In Singapore (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1939: Faithful To You (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1939: It Was Written In The Stars (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1939: Oh Johnny, Oh Johnny, Oh! (Glenn Miller & his Orchestra / Marion Hutton)
  • 1940: In An Old Dutch Garden (By An Old Dutch Mill) (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1940: When You Wish Upon A Star
  • 1940: Missouri Waltz (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1940: Tuxedo Junction (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1940: My! My! (Glenn Miller & his Orchestra / Marion Hutton)
  • 1940: Sierra Sue (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1940: Stardust (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1940: Shake Down The Stars (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1940: Alice Blue Gown (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1940: Devil May Care (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1940: Slow Freight
  • 1940: I Wouldn’t Take A Million (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1940: Beat Me Daddy Eight To The Bar
  • 1940: Shadows On The Sand (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1940: I’d Know You Anywhere (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1940: A Nightingale Sang In Berkley Square (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1940: Somewhere (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1940: Rug Cutter’s Swing (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1940: The Rumba Jumps! (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1940: Give A Little Whistle (Glenn Miller & his Orchestra / Marion Hutton)
  • 1940: Hear My Song, Violetta (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1940: April Played The Fiddle (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1940: Angel Child (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1940: My Reverie (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1941: Frenesi (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1941: The Woodpecker Song
  • 1941: You Stepped Out Of A Dream (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle & The Modernaires)
  • 1941: A Little Old Church In England (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle, Dorothy Claire & The Modernaires)
  • 1941: Perfidia (Glenn Miller & his Orchestra / Dorothy Claire & The Modernaires)
  • 1941: Boulder Buff
  • 1941: My Blue Heaven (Glenn Miller Army Air Force Orchestra)
  • 1941: I Guess I’ll Have To Dream The Rest (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1941: Johnson Rag (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1941: It Happened In Sun Valley (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1941: The Man In The Moon (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1941: Humpty Dumpty Heart (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1941: Day Dreaming (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1941: Moonlight Sonata (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1941: (There’ll Be Bluebirds Over) The White Cliffs Of Dover (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1941: It’s Always You (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1942: Under Blue Canadian Skies (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1942: When The Roses Bloom Again (Glenn Miller & his Orchestra / Ray Eberle)
  • 1942: Dear Mom (Glenn Miller & his Orchestra, Ray Eberle & The Modernaires)
  • 1942: The Lamplighter’s Serenade (Glenn Miller & his Orchestra, Ray Eberle & The Modernaires)
  • 1942: The Story Of A Starry Night
  • 1942: American Patrol (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1942: (I’ve Got A Gal In) Kalamazoo (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1942: Long Tall Mama (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1942: On The Old Assembly Line (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1943: Rhapsody In Blue (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1943: A String Of Pearls (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1953: One O’Clock Jump (Glenn Miller & his Orchestra)
  • 1957: In The Mood / Moonlight Serenade (Glenn Miller & his Orchestra)

Videoalben[Bearbeiten]

  • 2017: Live Avignon 2004 (The Glenn Miller Memorial Orchestra)

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten]

Silberne Schallplatte

  • Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
    • 1977: für das Album Golden Hour of Glenn Miller
    • 2013: für das Album In The Mood – The Very Best Of

Goldene Schallplatte

  • Frankreich Frankreich
    • 1997: für das Album Les originaux
  • Neuseeland Neuseeland
    • 1978: für das Album In The Mood<ref></ref>
  • Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
    • 1984: für das Album Pure Gold
    • 1991: für das Album In the Digital Mood
  • Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
    • 1979: für das Album Collection

Platin-Schallplatte

  • Kanada Kanada
    • 1985: für das Album A Memorial 1944–1969

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Filme[Bearbeiten]

Mit Glenn Miller[Bearbeiten]

Über Glenn Miller[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • George T. Simon: Glenn Miller and His Orchestra. Da Capo Press, New York 1980, ISBN 0-306-80129-9.
  • George T. Simon: Glenn Miller: Sein Leben – Seine Musik. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur, München 1991, ISBN 3-426-02412-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Glenn Miller – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Hörbeispiele

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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