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Głogów

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Głogów
Wappen von Głogów
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Głogów
Fläche: Vorlage:FormatNum km²
Geographische Lage: 51° 40′ N, 16° 5′ OKoordinaten: 51° 39′ 45″ N, 16° 5′ 8″ O
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(1. Jan. 2024)<ref name="Area and population in the territorial profile in 2024"></ref>
Postleitzahl: 67-200 bis 67-210
Telefonvorwahl: (+48) 76
Kfz-Kennzeichen: DGL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Przemków–Leszno
Eisenbahn: PKP-Strecken Breslau–Stettin und Łódź–Forst (Lausitz)
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
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Bevölkerungsdichte: Vorlage:FormatNum Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0203011
Verwaltung (Stand: 2026)
Stadtpräsident: Rafael Rokaszewicz (SLD)<ref>Website der Stadt, Prezydent, abgerufen am 14. Juli 2026</ref>
Adresse: Rynek 10
67-200 Głogów
Webpräsenz: Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden.
Głogów aus der Luft
Głogów Luftaufnahme

Głogów <phonos file="Pl-Głogów-2.ogg">[ˈgwɔguf]</phonos>/?, (deutsch Glogau, vormals auch Groß-Glogau<ref>Jahrbuch für die amtliche Statistik des preussischen Staats, Berlin, 1863 - Seite 53</ref>, schlesisch Gruß-Gloge, im lokalen Dialekt Glauge) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie ist Kreisstadt des Powiat Głogowski und bildet eine eigene Stadtgemeinde. Zudem ist sie Sitz der Landgemeinde Głogów, die die Dörfer nördlich und östlich der Stadt umfasst.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im nördlichen Teil Niederschlesiens, rund 100 km nordwestlich von Breslau, auf beiden Seiten der Oder auf 83 m ü. NHN, wobei sich der Großteil der Stadtfläche auf der linken Uferseite konzentriert. Die Bebauung Glogaus auf der rechten Uferseite besteht lediglich auf der Dominsel. Der alte Ortskern der Stadt befindet sich auf dem linken Oderufer, genauso wie die Kupferhütten, die im Westen der Stadt liegen.

Stadtteile[Bearbeiten]

Głogów besteht aus folgenden Ortsteilen:

  • Brzostów (Brostau)
  • Chrobry
  • Hutnik
  • Kościuszki
  • Kopernik
  • Krzepów (Schrepau; 1937–45: Schwarztal)
  • Nosocice (Noßwitz; 1937–45: Urstetten)
  • Paulinów
  • Piastów Śląskich
  • Słoneczne
  • Śródmieście
  • Widziszów

Innerhalb der Gemeindegrenzen liegen folgende Ortschaften:

  • Biechów (Beichau; 1937–45: Oderhorst)
  • Wróblin Głogowski (Fröbel)
  • Żukowice (Herrndorf)

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter und Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Datei:Glogau XVII 3.jpg
Glogau im 17. Jahrhundert

Erstmals urkundlich erwähnt wurde „urbs Glogua“ von Thietmar von Merseburg im Jahre 1010. 150 Jahre später (1157) ließ Herzog Bolesław IV. als Seniorherzog von Polen die Stadt in Brand setzen, weil er glaubte, sie nicht gegen Kaiser Friedrich I. Barbarossa verteidigen zu können. Eine Glogauer Stiftsschule ist ab 1233 nachweisbar; sie gehörte somit zu den ersten Schulen Schlesiens.<ref>Kazimierz Bobowski: Entstehung und Entwicklung von verschiedenen schlesischen Schulgründungen im Mittelalter. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. 23, 2004, S. 471–485; hier: S. 483.</ref> Ab 1251 war Glogau Residenzstadt des Herzogtums Glogau. Zwei Jahre später erhielt Glogau, das damals über 2000 Einwohner zählte, das Magdeburger Stadtrecht. 1331 fiel Glogau zusammen mit dem Herzogtum Glogau als Lehen an das Königreich Böhmen und lag damit im Heiligen Römischen Reich.

Im Jahr 1484 ließ der Saganer Herzog Johann II. die Juden aus der Stadt verweisen und 1488 sieben Ratsherren einkerkern und verhungern. Von 1499 bis 1506 wurden Stadt und Herzogtum Glogau vom späteren polnischen König Sigismund I. regiert, der beides von seinem älteren Bruder, dem böhmischen König Vladislav II., als ein Lehen erhalten hatte.

Im Jahr 1630 begann der Bau von Befestigungen; die Einwohnerzahl war wegen der Zerstörung der Vorstädte von etwa 22.000 auf rund 7000 gesunken. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt 1632 von Protestanten erobert und 1633 von der Gegenreformation wiedergewonnen. 1642 galt die Stadt als Hauptfestung Schlesiens und war Standort für ein Versorgungsmagazin kaiserlich-sächsischer Truppen, daher bestand dort ab dem 17. Jahrhundert eine Münzprägeanstalt. Am 4. Mai 1642 wurden die Festung und das Magazin mit 95.000 Scheffel Getreide von einem schwedischen Heer unter Lennart Torstensson und Torsten Stålhandske erobert und besetzt. Danach drangen die schwedischen Heere weiter in das Landesinnere vor wodurch es kam zur Schlacht von Schweidnitz kam.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

In der Provinz Schlesien[Bearbeiten]

Datei:Karte von Gross-Glogau (1750).jpg
Karte von Glogau um 1750
Datei:Ansicht Glogau um 1850.jpg
Ansicht von Glogau um 1850
Datei:Plan der Stadt Glogau (ca. 1892).jpg
Stadtplan von Glogau kurz vor 1900
Datei:Posen 1905.png
Glogau, südsüdwestlich der Stadt Posen und südöstlich der Stadt Neusalz, auf einer Landkarte von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung)

Im Ersten Schlesischen Krieg erstürmten Anfang März 1741 preußische Truppen die Festung Glogau, die fortan zu Preußen gehörte. Friedrich der Große förderte Glogau, indem er es zum Sitz einer der beiden schlesischen Kriegs- und Domänenkammern und Oberamtsregierungen (später: „Bezirksverwaltungen“) sowie eines Medizinal- und eines Kriminalkollegiums bestimmte. Im Krieg mit Frankreich kapitulierte der General Franz Joachim von Reinhardt und die Festung Glogau kam am 3. Dezember 1806 in die Hände der französischen Truppen,<ref>Großer Generalstab (Hrsg.): 1806 – Das Preußische Offizierkorps und die Untersuchung der Kriegsereignisse. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1906, S. 40, 45.</ref> diese hielten es auch nach dem Frieden von Tilsit besetzt, was 1808 die Verlegung der Bezirksregierung nach Liegnitz zur Folge hatte. In den Befreiungskriegen verteidigten etwa 9000 französische Besatzer, geplagt von Kälte bis zu −26 Grad im Winter, Lebensmittelmangel und Desertionen, die Festung Glogau 14 Monate lang ohne jede Rücksicht auf die Einwohner gegen preußische und russische Belagerer. Am 10. April 1814 kapitulierten die 1800 überlebenden Besatzer unter General Jean Grégoire Laplane.<ref>Robert Berndt: Fortsetzung der Geschichte der Stadt Gross-Glogau vom Ende des dreissigjährigen Krieges bis zum Ausmarsche der Franzosen im Jahre 1814. G. Müller’s Nachfolger (R. Walter), Glogau 1882, S. 295.</ref> Am 17. April zogen sie ab.<ref>Heinrich Ulmann: Geschichte der Befreiungskriege, 1813 u. 1814, Band 2. Oldenbourg, München und Berlin 1915, S. 319.</ref>

Bei der Neuordnung der preußischen Verwaltung erhielt Glogau seine 1808 eingebüßte Funktion als Verwaltungszentrum nicht zurück. Es gehörte als Verwaltungssitz des Kreises Glogau seit 1815 zum Regierungsbezirk Liegnitz der Provinz Schlesien.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Glogau drei evangelische und drei katholische Kirchen (darunter der gotische Dom auf einer Oderinsel), eine Synagoge, ein königliches Schloss, ein Staatliches katholisches und ein Evangelisches Gymnasium, eine Reihe unterschiedlicher Fabrikationsbetriebe und war Sitz eines Landgerichts.<ref name="MKL" /><ref name="mgaz" />

In der 1919 gebildeten Provinz Niederschlesien schied die bisher kreisangehörige Stadtgemeinde Glogau zum 1. April 1920 als Stadtkreis aus dem Kreis aus, wobei der Landrat für den Landkreis Glogau weiterhin seinen Sitz in der Stadt behielt.

Zum 1. Juli 1931 wurden Teile der Landgemeinden Brostau, Rauschwitz, Weidisch, Zarkau und Zerbau (1938–1945: Lerchenberg<ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>) aus dem Landkreis Glogau in die Stadt eingegliedert.

Um 1935 hatte Glogau u. a. neun Bankhäuser, eine Bierbrauerei, einen Bootsbauer, zwei Buchdruckereien, sieben Destillationen, eine Dextrinfabrik, eine Drahtwarenfabrik, eine Essigfabrik, zwei Fruchtsaftpressereien, eine Handschuhfabrik, zwei Holzsägewerke, eine Kaffeegroßrösterei, eine Lederwarenfabrik, eine Maschinenfabrik, eine Matratzenfabrik, eine Metallgießerei, drei Mineralwasserfabriken, vier Möbelfabriken, zwei Molkereien, zwei Mühlen, eine Mühlenbauanstalt, eine Polstermöbelfabrik, eine Sattlerwarenfabrik, zwei Schokoladen- und Zuckerwarenfabriken, eine Stärkefabrik, eine Turmuhrenfabrik, zwei Vulkanisieranstalten, eine Wachswarenfabrik, drei Wagenbauer, eine Wäschefabrik, eine Wurstfabrik, zwei Zeitungsverlage, zwei Zementwarenfabriken, eine Zinngießerei und zwei Zuckerfabriken.<ref>Klockhaus' kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs für Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe, Band 1 B, Berlin 1935, 2. Teil, Provinz Schlesien, S. 1541–1546 (Google Books).</ref>

Mit Wirkung vom 31. März 1938 wurden weitere Teile der Gemeinden Brostau, Rauschwitz und Zarkau aus dem Landkreis Glogau nach Glogau eingemeindet. Im Jahr 1939 zählte die Stadt Glogau 33.558 Einwohner, der Landkreis Glogau 62.280 Einwohner.

Im Jahr 1945 war Glogau Kreisstadt im Regierungsbezirk Liegnitz der preußischen Provinz Niederchlesien.

Zweiter Weltkrieg und Gegenwart[Bearbeiten]

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Glogau zur Festung erklärt. Während der sechswöchigen Belagerung von Glogau durch die Rote Armee fielen über 90 Prozent der Bebauung den schweren Kämpfen zum Opfer, die Altstadt lag in Trümmern. Am 1. April 1945 kapitulierte Glogau, am 2. Mai erschien in Glogau ein Regierungsbeauftragter der Volksrepublik Polen für die Verwaltung des III. Bezirks (Niederschlesien) der Wiedergewonnenen Gebiete. Der polnische Ortsname Głogów wurde eingeführt. Bis in den Juli 1945 hatte der Militärkommandant der Roten Armee gegenüber der polnischen Verwaltung das letzte Wort. Unter dem am 10. Mai 1945 eingesetzten Bürgermeister Eugeniusz Hoinka begann am 13. Mai 1945 die organisierte Besiedlung der Stadt mit Polen. Am 14. Februar 1946 hatte sie 1681 Einwohner, darunter auch Deutsche. Infolge der Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten kam es in den Jahren von 1946 bis 1947 zu einem vollständigen Bevölkerungswechsel. Der Glogauer Heimatbund bezog 1952 in Hannover, der späteren Partnerstadt Głogóws, seinen Sitz im Hardenbergschen Haus.<ref>Helmut Knocke: Hardenbergsches Haus. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 270.</ref>

Nach 1945 entwickelte sich die Stadt in den Außenbezirken. In den 1950er Jahren wurden neben den Hauptdenkmälern die Ruinen der Altstadt abgerissen und das Gelände eingeebnet. Im Jahr 1950 hatte die Stadt 3915 Einwohner.

Ein Aufschwung folgte erst mit dem Bau einer Kupferhütte im Jahre 1967, die noch heute den größten Industriebetrieb darstellt. Bis in die 1980er Jahre blieb das Stadtzentrum unbebaut, seither wird auch die Innenstadt auf den ursprünglichen Fundamenten und in Nachahmung der alten Bürgerhäuser wiederaufgebaut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

  • Ältestes Gotteshaus der Stadt ist die Sankt-Nikolaus-Kirche, die 1309 erstmals urkundlich bezeugt, aber sicher schon früher gegründet worden war. Der gotische Backsteinbau stammt aus dem 14. Jahrhundert. Um 1900 war Sankt Nikolaus katholische Stadtpfarrkirche, war damals schon durch mehrere Brände beschädigt und wurde im Zweiten Weltkrieg zur Ruine, die heute als Mahnmal dient.
  • Nördlich der Oder, in der so genannten Domvorstadt (Ostrów Tumski), steht die Stiftskirche Mariä Himmelfahrt, ehemaliger Dom zu Sankt Maria, später katholische Pfarrkirche. Der Chor stammt teilweise aus dem 13. Jahrhundert, der Hauptteil des gotischen Bauwerks wurde im 15. und frühen 16. Jahrhundert aus Backsteinen errichtet; der Turm stürzte zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein und wurde von 1838 bis 1842 neu errichtet.
  • Die spätbarocke Corpus-Christi-Kirche mit zwei Türmen; sie diente später als katholische Garnisonkirche und wurde nach 1945 restauriert.
  • Die Sankt-Laurentius-Kirche (Kościół fil. pw. św. Wawrzyńca) im Ortsteil Brzostów ist eine um 1502 errichtete gotische Saalkirche, die 1804 umgebaut und 1931–1933 renoviert wurde. Zur Innenausstattung gehören u. a. barocke Altäre, eine barocke Kanzel und ein Taufbecken aus dem Jahre 1509.<ref>Historische Angaben nach Glogau. Ein Führer durch Stadt und Kreis, bearbeitet von R. Scholz und P. Knötel, Verlag von Carl Flemming, Glogau o. J. [zwischen 1892 und 1895], S. 1–7.</ref><ref>Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 305f</ref>
  • Die evangelische Kirche „Zur Hütte Christi“ wurde nach dem Westfälischen Frieden als erste von drei Schlesischen Friedenskirchen von 1651 bis 1652 außerhalb der Stadtmauern errichtet. Nach einem Einsturz 1654 wurde sie 1655 als dreischiffige Hallenkirche nach einem Entwurf des Architekten Albrecht von Säbisch wiederaufgebaut. 1758 fiel sie einem Brand zum Opfer.
  • Die evangelische Kirche „Schifflein Christi“ im Stadtzentrum südwestlich der Pfarrkirche entstand in den Jahren 1764 bis 1772 als Ersatz für die abgebrannte Friedenskirche. Der Entwurf stammte vom Landeshuter Architekten Carl Gotthard Langhans. Bei Kriegsende 1945 wurde sie beschädigt und die Ruine in den 1960er Jahren abgetragen. An ihrer Stelle befindet sich seit 2003 eine Gedenkstätte, die den Grundriss des Gebäudes mit niedrigen Mauern nachzeichnet.
  • An die ehemalige Synagoge der Stadt erinnert heute ein Denkmal.

Weitere Bauwerke[Bearbeiten]

  • Das Rathaus am ehemaligen Ring wurde im 19. Jahrhundert im Stil des Historismus neu erbaut; der Ratsturm, ehemals höchstes Gebäude der Stadt, wurde 1720 mit einem barocken Helmdach errichtet. Beide wurden nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges restauriert.
  • Das benachbarte Andreas-Gryphius-Theater, erbaut von 1798 bis 1799 im klassizistischen Stil nach Entwurf des Architekten Johann Christian Valentin Schultze (1748–1831), wurde nach den Kriegszerstörungen von 2017 bis 2019 wiederaufgebaut. Dabei wurde die Außenfassade des Theaters rekonstruiert und die noch erhaltene historische Bausubstanz integriert.<ref>Wiederaufbau Theater Aufgerufen am 25. Februar 2018 (polnisch)</ref><ref>Bilder zum Wiederaufbau des Theaters</ref>
  • Das am Oderufer gegenüber der Domvorstadt gelegene ehemalige Schloss der Herzöge von Glogau, später königliches Schloss und Landgericht, wurde restauriert und beherbergt heute das archäologische Museum. Von dem ursprünglichen mittelalterlichen Bau zeugt nur ein runder Turm, der so genannte Hungerturm, der Hauptteil des Gebäudes stammt aus dem 18./19. Jahrhundert.<ref>Nach Scholz/Knötel, Glogau, S. 5f.</ref>
  • Von der ehemaligen Stadtbefestigung sind (teilweise rekonstruierte) Reste der mittelalterlichen Stadtmauern und eines Grabens aus dem 17. Jahrhundert sowie ein Artillerie-Turm aus dem 19. Jahrhundert erhalten.
  • An weiteren Gebäuden ist z. B. der heutige Zespół Szkół Zawodowych sehenswert, eine Technische Berufsschule, die 1909 als Oberrealschule eingeweiht wurde. Der Entwurf stammt vom damaligen Glogauer Stadtbaurat Wilhelm Wagner.<ref>Website der Schule.</ref>
  • Hinter dem ehemaligen Schloss befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Schlossparks eine moderne Parkanlage mit einem Denkmal der Kinder von Głogów und anderen Erinnerungsstätten.
  • Östlich von Glogów befindet sich ein 221 Meter hoher Schornstein, der einst Teil eines Kraftwerks war und heute als Richtfunkturm genutzt wird.

Demographie[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Anmerkungen
1795 09991 darunter 1791 Juden<ref>Wolfgang Jäger: Geographisch-Historisch-Statistisches Zeitungs-Lexikon. Band 1: A – H, Nürnberg 1805, S. 787–788.</ref>
1809 unter 10.000 <ref>Ferdinand Minsberg: Geschichte der Stadt und Festung Groß Glogau. Band 2, Glogau 1853, S. 290</ref>
1810 09489 darunter 1752 Juden<ref name="AAM">A. A. Mützell (Hrsg.): Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des Preußischen Staats. Band 6, Halle 1825, S. 28–30.</ref>
1816 08087 darunter 4310 Evangelische, 2566 Katholiken und 1199 Juden<ref name="AAM" />
1825 09430 darunter 5735 Evangelische, 2573 Katholiken, 1122 Juden<ref>Johann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien, mit Einschluß des jetzt ganz zur Provinz gehörenden Markgrafthums Ober-Lausitz und der Grafschaft Glatz; nebst beigefügter Nachweisung von der Eintheilung des Landes nach den verschiedenen Zweigen der Civil-Verwaltung. Melcher, Breslau 1830, S. 928–929.</ref>
1840 14.565 einschließlich 2144 aktiver Militärpersonen, davon 9330 Evangelische, 4254 Katholiken, 981 Juden<ref>Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, Barth und Comp., Breslau 1845, S. 821–824.</ref>
1867 17.960 am 3. Dezember<ref name="KSB">Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Schlesien und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. Berlin 1874, S. 192–193, Ziffer 1.</ref>
1871 18.261 am 1. Dezember, davon 11.237 Evangelische, 6039 Katholiken, 38 sonstige Christen, 947 Juden<ref name="KSB" />
1880 18.630 <ref name="MR" />
1885 20.027 <ref name="MR" />
1890 20.529 darunter 13.614 Evangelische, 5989 Katholiken und 863 Juden<ref name="MR" />
1900 22.147 mit der Garnison (zwei Bataillone Infanterie Nr. 58, ein Regiment Feldartillerie Nr. 41, ein Bataillon Fußartillerie Nr. 6 und ein Pionierbataillon), davon 6500 Katholiken und 716 Juden<ref name="MKL">Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 8, Leipzig/Wien 1907, S. 45–46.</ref>
1910 24.524 davon 16.508 Evangelische, 7266 Katholiken und 569 Juden; 3543 Militärpersonen; Stadt mit zwei evangelischen und drei katholischen Kirchen (Dom auf einer Oderinsel), einer Synagoge und einem Schloss<ref name="mgaz" >Glogau, Kreisstadt und Festung, links der Oder, Regierungsbezirk Liegnitz, preußische Provinz Schlesien. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Glogau (meyersgaz.org).</ref>
1925 26.098 darunter 18.386 Evangelische, 6954 Katholiken, vierzehn sonstige Christen und 550 Juden<ref name="MR" />
1933 28.229 darunter 19.770 Evangelische, 7651 Katholiken, fünf sonstige Christen und 478 Juden<ref name="MR" />
1939 30.172 darunter 21.135 Evangelische, 8067 Katholiken, 48 sonstige Christen und 123 Juden<ref name="MR" />
1946 1681
1960 9179
1970 20.558
1979 74.390
2011 69.608 <ref name="GUS2011">Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025 </ref>
2024 62.049 <ref> Główny Urząd Statystyczny, Powierzchnia i ludność w przekroju terytorialnym w 2024 roku, abgerufen am 27. März 2026 </ref>

Politik[Bearbeiten]

Datei:Flag of Glogau.png
Flagge der Stadt Glogau

Stadtpräsident[Bearbeiten]

An der Spitze der Stadtverwaltung steht der Stadtpräsident. Seit 2014 ist dies Rafael Rokaszewicz, der zuvor Starost des Powiat Głogowski war. Er ist Mitglied der linksgerichteten SLD, tritt aber mit seinem eigenen Wahlkomitee an. Die turnusmäßige Wahl im April 2024 führte zu folgenden Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 25. Juni 2024.</ref>

  • Rafael Rokaszewicz (Wahlkomitee Rafael Rokaszewicz) 62,6 % der Stimmen
  • Wojciech Zobowski (Wahlkomitee Wojciech Zobowski) 24,7 % der Stimmen
  • Źaneta Baczińska (Koalicja Obywatelska) 8,9 % der Stimmen
  • Adam Borysiewicz (Trzecia Droga) 3,9 % der Stimmen

Damit wurde Rokaszewicz bereits im ersten Wahlgang für eine weitere Amtszeit wiedergewählt.

Die turnusmäßige Wahl im Oktober 2018 führte zu folgenden Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 26. August 2020.</ref>

Damit wurde Rokaszewicz bereits im ersten Wahlgang für eine weitere Amtszeit wiedergewählt.

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat umfasst 23 Mitglieder, die direkt gewählt werden. Die Wahl im April 2024 führte zu folgendem Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 25. Juni 2024.</ref>

  • Wahlkomitee Rafael Rokaszewicz 35,3 % der Stimmen, 9 Sitze
  • Koalicja Obywatelska (KO) 30,5 % der Stimmen, 8 Sitze
  • Wahlkomitee Wojciech Zobowski 28,8 % der Stimmen, 6 Sitze
  • Trzecia Droga (TD) 5,4 % der Stimmen, kein Sitz

Die Wahl im Oktober 2018 führte zu folgendem Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 26. August 2020.</ref>

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Głogów listet folgende Partnerstädte auf:<ref name="Twins">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Głogów - Städtische Gemeinde; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>

Stadt Land seit Typ
Amber Valley Vereinigtes Konigreich England, Vereinigtes Königreich 1999 Kooperation
Eisenhüttenstadt Datei:Wappen Eisenhuettenstadt.png Deutschland Brandenburg, Deutschland 1972 Städtepartnerschaft
Kamjanez-Podilskyj Datei:COA Kamjantec-Podilsky.svg UkraineDatei:Flag of Ukraine.svg Chmelnyzkyj, Ukraine 2004 Kooperation
Laholm Datei:Laholm vapen.svg Schweden Halland, Schweden 1994 Kooperation
Langenhagen Datei:DEU Langenhagen COA.svg Deutschland Niedersachsen, Deutschland 1996 Städtepartnerschaft
Middelburg Datei:Coat of arms of Middelburg.svg Niederlande Zeeland, Niederlande 1990 Kooperation
Riesa Datei:Wappen riesa.png Deutschland Sachsen, Deutschland 2005 Städtepartnerschaft

Verkehr[Bearbeiten]

Datei:Glogow, Poland - panoramio (13).jpg
Bahnhof

Durch Glogau verlaufen mehrere überörtliche Straßen. Die Größte, die Staatsstraße Droga krajowa 12 verläuft in Nord-West-Richtung und bildet am alten Ortskern die einzige Oderüberführung. Weitere überörtliche Straßen sind die Landstraßen Droga wojewódzka 292 und Droga wojewódzka 329.

Der Bahnhof Głogów liegt an der Kreuzung der Bahnstrecke Wrocław–Szczecin mit der Bahnstrecke Łódź–Forst (Lausitz). Das jetzige Bahnhofsgebäude im Stil der Neuen Sachlichkeit ist ein Werk des Architekten Wilhelm Beringer und wurde am 10. Mai 1935 eröffnet.

Sport[Bearbeiten]

Die Stadt ist Sitz der 1946 gegründeten Sportvereins Chrobry Głogów. Die Fußballmannschaft trägt ihre Heimspiele im städtischen Stadion an der ul. Wita Stwosza 3 in Glogau aus. Die Handballmannschaft des Vereins spielt in der polnischen Superliga im Herrenhandball. Der Verein trägt seine Heimspiele in der Sport- und Unterhaltungshalle Ryszard Matuszak in Glogau aus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Adam Dyczkowski (1932–2021), römisch-katholischer Bischof von Zielona Góra-Gorzów, Ehrenbürger seit 2008

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen mit Verbindung zur Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Vorlage:MerianTopo
  • Julis Blaschke: Geschichte der Stadt Glogau und des Glogauer Landes. Verlag Oskar Hellmann, Glogau 1913.
  • Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 298–305.
  • Robert Berndt: Geschichte der Juden in Gross-Glogau. G. Müller, Glogau o. J. (1874), Online PDF, 45 MBVorlage:WartungsURL
  • Hermann Hoffmann: Glogauer Bischöfe. In: Festschrift zur Dreihundertjahrfeier 1626–1926 des Staatlichen Katholischen Gymnasiums in Glogau. Breslau 1926, S. 73–105.
  • Franz D. Lucas, Margret Heitmann: Stadt des Glaubens. Geschichte und Kultur der Juden in Glogau. Olms, Hildesheim 1992.
  • Hans-Ludwig Abmeier: Glogau. In: Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Schlesien. Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 127–134.

Weblinks[Bearbeiten]

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  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Stadt Głogów; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.
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  • Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Glogauer Heimatbund e. V.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.
  • Rafael Rokaszewicz: 1000 lat Głogowa w datach (1000 Jahre Glogau in Daten), abgerufen am 15. August 2021.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive />

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Stadtgemeinde Głogów (Glogau)

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