Zum Inhalt springen

Günther Paal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Gunkl)
Datei:Wiener Tafel 20100618 066 Gunkl.jpg
„Gunkl“, Wien 2010.

Günther „Gunkl“ Paal (* 23. März 1962 in Wien<ref>Programmvorstellung auf burgenland.orf.at</ref>) ist ein österreichischer Kabarettist und Musiker.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Günther Paal wuchs in Wien-Favoriten auf.<ref>Renate Graber: Kabarettist Gunkl: „Wer ohne Aber denkt, ist gefährlich“. derstandard.at. 4. November 2017. Abgerufen am 21. September 2026.</ref> Seinen Künstlernamen Gunkl verdankt er seinem Bruder, der „Günther“ nicht aussprechen konnte. Paal besuchte von 1972 bis 1975 das Bundesrealgymnasium Waltergasse.<ref>Hall of Fame. brg4.at. Abgerufen am 19. September 2026.</ref> Daraufhin machte er an der Graphischen eine fünfjährige Ausbildung zum Reprofotografen, die er mit Matura abschloss.<ref>Gunkl mit neuem Programm. „Ich habe eine Hoffnung, hege aber eine Befürchtung“ In: Falter, 8. September 2026. Abgerufen am 19. September 2026.</ref> Er begann Publizistik und Soziologie zu studieren, was er aber bald abbrach.<ref name="Trenkler 2014">Gunkl: „Das Dasein muss genügen“ thomastrenkler.at, 29. Oktober 2014. Abgerufen am 19. September 2026.</ref> Dann arbeitete er zwölf Jahre als Kellner in Wiener Lokalen.<ref name="Trenkler 2014" />

Über sein Saxophonspiel kam er zu Alfred Dorfers Auftrittsband und fand dabei heraus, dass auch er Kabarett machen könne. Erstmals machte sich Günther Paal einen Namen als Mitglied der Gruppe Wiener Wunder, die 1986 Musik zum rekordbrechenden Kinofilm Müllers Büro beisteuerte, im selben Jahr mit Loretta einen Radiohit hatte und 1993 den Soundtrack zum österreichischen Kinofilm Muttertag lieferte. Neben Soloprogrammen spielte Paal ab 1993 Saxophon und E-Bass in Alfred Dorfers Auftrittsband. Von 2004 bis 2011 trat er in dessen Fernsehsatireshow Dorfers Donnerstalk regelmäßig als „Experte für eh alles“ bzw. „Spezialist für eh alles“ auf.

1997 war Paal Moderator der ORF-Kultursendung Kunst-Stücke. Für den Kunstpreis Der freche Mario der Giordano-Bruno-Stiftung war Gunkl 2013 Schirmherr.<ref>Kunstpreis „Der freche Mario 2012“</ref>

Datei:Wiener Tafel 20100618 100ff Gunkl.jpg
„Gunkl“, Wien 2010

Seit 2014 spielt Günther Paal zusammen mit Manuel Rubey, Cathi Priemer, Clara Luzia, Gerald Votava und Boris Fiala in der Gruppe Familie Lässig. Er war bis 2026 Teil der Wissenschafts-Kabarettgruppe Science Busters.

Paal ist Teil der Kabarettist:innen for Future und unterstützte im Mai 2023 eine Straßenblockade der Letzten Generation. Zwar befinde man sich mit der gewählten Protestform an der „Kante“ der Zulässigkeit, man würde es aber nicht machen, wenn es nicht notwendig wäre.<ref>Palfrader und Co. schließen sich Klimaprotest als „Kabarettisten For Future“ an. In: Puls24. 15. Mai 2023, abgerufen am 17. Mai 2023.</ref>

In seiner Freizeit schmiedet er Damastmesser bei einem Schmied in Hannover.<ref>Gunkl: „Das Problem ist ja nicht das Zuschlagen“. In: MEISTERSTRASSE. 18. Mai 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 31. März 2023; abgerufen am 1. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er ordnet sich selbst im Spektrum des Asperger-Syndroms ein.<ref>Kabarettist Günther Paal alias Gunkl erklärt sein Asperger-Syndrom | WZ • Wiener Zeitung. Abgerufen am 1. Dezember 2025.</ref>

Strafverfahren[Bearbeiten]

Gegen Paal wurde im September 2026 Anklage der Staatsanwaltschaft Wien wegen sexuellen Missbrauchs eines 3-jährigen Mädchens<ref>josef.kleinrath: Fall Gunkl: Anklage wegen Missbrauchsverdachts, 960 Bilddateien und 19 Videos. 16. September 2026, abgerufen am 17. September 2026.</ref> und des Besitzes von „zumindest 960 Bildern und 19 Videodateien von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial[s]“ erhoben. Laut Ausführungen Paals wurde er 2024 von der 42-jährigen Mutter mit dem Vorschlag kontaktiert, ein erneutes Dreiertreffen von Mutter und Großmutter zu vereinbaren. Laut Paals Rechtsanwalt Florian Höllwarth soll es sich bei den Frauen um Sexarbeiterinnen handeln,<ref name="Standard Prozesstermin">Prozess gegen Günther Paal alias „Gunkl“ am 22. Oktober. Abgerufen am 18. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> die mit seinem Mandanten eine Dreiecksbeziehung geführt hätten.<ref>josef.kleinrath: Missbrauchsfall Gunkl: Frauen sprechen von Dreierbeziehung und Liebe. 17. September 2026, abgerufen am 18. September 2026.</ref>

Beim Treffen in der Wohnung der Mutter<ref name="Standard Prozesstermin" /> sei ihm das Kleinkind seinen Angaben zufolge „zugeführt“ worden.<ref>KarolineKuca: Missbrauchsanklage gegen Gunkl: „Hab' Schande auf mich gebracht“. 17. September 2026, abgerufen am 17. September 2026.</ref> In der Folge soll er von der Mutter und der Großmutter des Kindes erpresst worden sein und ihnen insgesamt 189.000 Euro gezahlt haben. Als die Geldforderungen nicht abrissen, folgte im Mai 2026 die Selbstanzeige Paals, wenngleich er ab September 2026 noch eine neue Tournee plakatierte<ref>www.kabarett.at: Kabarett.at | Programm: Apropos übrigens. Abgerufen am 19. September 2026.</ref><ref>Gunkl mit neuem Programm: „Ich habe eine Hoffnung, hege aber eine Befürchtung“. 8. September 2026, abgerufen am 19. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Die mutmaßlichen Erpresserinnen kamen in Untersuchungshaft. Am Tag des Bekanntwerdens der Causa veröffentlichte Paal ein Video, in dem er im Wesentlichen die erhobenen Vorwürfe gegen ihn gestand. Er sei bereit, „jede Strafe, die kommt, unwidersprochen hinzunehmen“, so Paal.<ref>Kindesmissbrauch: Was wir bisher über den Fall Günther Paal alias „Gunkl“ wissen. Abgerufen am 17. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Bekannter heimischer Künstler unter Kindesmissbrauchsverdacht. In: Der Standard. 16. September 2026, abgerufen am 16. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Programme[Bearbeiten]

Kabarett Solo[Bearbeiten]

  1. Grundsätzliche Betrachtungen – anschaulich gemacht an kuriosen Einzelleistungen der Tücke des Alltags, was als Programmtitel vermutlich ein bisschen zu lang ist, zumal darin eine, sei’n wir ’mal ehrlich, sehr unelegante Genitivkette enthalten ist. (1994)
  2. Das Beste aus den nächsten sechs Programmen mit Ausnahme des fünften (1995)
  3. Ich muss mich jetzt genug konzentrieren, damit ich diese quasimetasprachliche Geschichte halbwegs glaubwürdig und nachvollziehbar auf die Bühne stell’ (1997)
  4.     (1998) Programm hat keinen Titel, also auch nicht „Ohne Titel“
  5. Ich laß mich gehen – Ein Abschied (2001)
  6. Glück – eine Vermutung (2002)
  7. Vom Leben – ein Entlebnisbericht<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.treibhaus.atKabarettist Gunkl Biografie (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.), Programm hieß tatsächlich so!</ref> (2004)
  8. Wir – schwierig (Premiere 3. Oktober 2006)
  9. Verluste – eine Geschichte (Premiere 28. August 2008)
  10. Die großen Kränkungen der Menschheit – auch schon nicht leicht (Premiere 1. September 2011)
  11. So Sachen – ein Stapel Anmerkungen (Premiere 3. September 2014)<ref>Gunkl – Veranstaltungstermine. Abgerufen am 11. Juli 2014.</ref>
  12. Zwischen Ist und Soll (Premiere 12. September 2017)
  13. So und anders – eine abendfüllende Abschweifung (Premiere im September 2020<ref>Peter Temel: Gunkl-Premiere: Paarhufer, Paviane, Philosophie und Plexiglas. In: Kurier.at. 18. September 2020, abgerufen am 13. Oktober 2020.</ref>)
  14. Nicht nur, sondern nur auch – ein ziemlich ungeordneter Versuch, über Ordnung zu reden (Premiere 19. September 2023)<ref>Gunkl findet Humor „im Spalt zwischen Ist und Soll“. In: volksblatt.at/APA. 16. September 2023, abgerufen am 16. September 2023.</ref>
  15. Apropos übrigens – Überleitungen mit Füllung ohne Anspruch auf Vollständigkeit (Premiere für 15. September 2026 in Wien geplant, „aus gesundheitlichen Gründen auf unbestimmt verschoben“)<ref>Programm : Apropos übrigens. In: e-a.at. 17. September 2026, abgerufen am 17. September 2026.</ref><ref>Missbrauchsvorwürfe gegen Gunkl: Anklage. In: orf.at. 16. September 2026, abgerufen am 17. September 2026.</ref>

Mit anderen Künstlern[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Tip des Tages. zehn Jahre, Amalthea Signum Verlag, Wien 2011, ISBN 978-3-85002-742-7.
  • Harald Weinkum: Max und Moritz in Schüttelreimen. Und Schüttelspenden von Günther Paal, Edition Va Bene, Wien-Klosterneuburg 2011, ISBN 978-3-85167-247-3.
  • Harald Weinkum mit einem Vorwort von Günther Paal: Der Struwwelpeter in Schüttelreimen, Edition Va Bene, Wien-Klosterneuburg 2010, ISBN 978-3-85167-239-8.
  • Gute Omen und 333 noch bessere Wortspiele mit Georg Breinschmid, edition a, Wien 2022, ISBN 978-3-99001-599-5.
  • Die Getränke gehen aufs Haus ... und 333 andere steile Wortspiele mit Georg Breinschmid, edition a, Wien 2023, ISBN 978-3-99001-699-2.
  • Achtung: Pestseller! ... und mehr als 333 andere Wortspiele zum Totlachen mit Georg Breinschmid, edition a, Wien 2024, ISBN 978-3-99001-741-8.
  • Angehender Philosoph: Prakti Kant! 400 Wortspiele und Sprachüberdehnungen mit Georg Breinschmid, Carl Ueberreuter Verlag, 2026, ISBN 978-3-8000-7807-3.

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Radio[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Gunkl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein