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Hainsimsen

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Hainsimsen
Datei:Gewone veldbies (Luzula campestris).jpg

Feld-Hainsimse (Luzula campestris)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Binsengewächse (Juncaceae)
Gattung: Hainsimsen
Wissenschaftlicher Name
Luzula
DC.

Die Hainsimsen (Luzula), auch als Hainbinsen oder regional als Marbel bezeichnet, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Binsengewächse (Juncaceae). Sie umfasst weltweit etwa 115 Arten.<ref name="Jepson_eFlor2012" /><ref name="POWO" />

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Hainsimsenbluete2.jpg
Bestandteile der Blüte einer Hainsimse
Datei:Flora Antarctica Plate XLVIII.jpg
Illustration aus Joseph Dalton Hooker: Flora Antarctica, Tafel XLVIII von Luzula crinita

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Hainsimsen-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen.<ref name="Jepson_eFlor2012" /> Häufig bilden sie aufsteigende bis aufrechte Rhizome<ref name="Jepson_eFlor2012" /> oder seltener Ausläufer. Die meisten Arten bilden Horste oder Rasen.<ref name="Jepson_eFlor2012" /> Der Stängel ist zylindrisch.<ref name="Jepson_eFlor2012" />

Die meisten Laubblätter sind in einer grundständigen Rosette angeordnet.<ref name="Jepson_eFlor2012" /> Falls Stängelblätter vorhanden sind, dann sind sie oft reduziert. Die Blattanordnung ist dreizeilig. Die Laubblätter sind in Blattscheide und -spreite gegliedert. Die Blattscheiden sind immer geschlossen. Die Blattränder und Scheidenmündungen sind mit wenigen Ausnahmen spärlich bis dicht lang und weich bewimpert.<ref name="Jepson_eFlor2012" /><ref name="Podlech1980" /> Die Blattscheidenmündung ist nicht geöhrt.<ref name="Podlech1980" /> Die einfachen Blattspreiten sind grasähnlich, linealisch und flach oder seltener rinnig.<ref name="Jepson_eFlor2012" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Der Blütenstand ist eine Spirre, eine abgewandelte Form der Rispe. Die randlichen beziehungsweise unteren Blüten sind am längsten gestielt. Die zentralen oder oberen stehen dagegen gestauchter. Auf diese Weise entsteht ein fast becherförmiges Gebilde. Die Tragblätter sind laubblattartig oder an ihrer Basis krautig und am oberen Ende häutig.<ref name="Jepson_eFlor2012" /> Es sind ein bis drei Deckblätter vorhanden, die am Rand meist bewimpert sind.<ref name="Jepson_eFlor2012" />

Die zwittrigen Blüten sind dreizählig.<ref name="Jepson_eFlor2012" /> Es sind zwei Kreise mit je drei gleichen Blütenhüllblättern vorhanden, die braun bis mehr oder weniger schwarz-braun sind.<ref name="Jepson_eFlor2012" /> Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden.<ref name="Jepson_eFlor2012" /><ref name="Podlech1980" /> Die drei Fruchtblätter sind zu einem immer oberständigen Fruchtknoten verwachsen mit basaler Plazentation.<ref name="Jepson_eFlor2012" /> Die Stempel enden in drei relativ langen, papillösen, oft eingedrehten Narbenästen.<ref name="Podlech1980" />

Die einfächrigen Kapselfrüchte öffnen sich mit drei Fruchtklappen<ref name="Jepson_eFlor2012" /> und enthalten drei Samen.<ref name="Jepson_eFlor2012" /><ref name="Podlech1980" /> Die Samen sind elliptisch bis eiförmig und an einer Seite ist eine Furche vorhanden.<ref name="Jepson_eFlor2012" /> Die Samen sind an ihrer Basis behaart und an ihrem oberen Ende sind bei vielen Arten lange mehr oder weniger weiße Anhängsel (Elaiosomen) ausgebildet.<ref name="Jepson_eFlor2012" /><ref name="Podlech1980" />

Ökologie[Bearbeiten]

Bei den Hainsimsen-Arten ist neben der Windausbreitung (Anemochorie) die Ameisenausbreitung (Myrmekochorie) vorherrschend.<ref name="Podlech1980" />

Die fettreichen Anhängsel der Samen, die als Elaiosome bezeichnet werden, dienen den Ameisen als Nahrung. Die Samen werden in die Ameisenbauten getragen und so an andere Orte verschleppt.<ref>Naturdetektive für Kinder - www.naturdetektive.de: Ameisen - Nützliche Helfer. Abgerufen am 7. Februar 2025.</ref>

Vorkommen[Bearbeiten]

Hainsimsen-Arten sind in den gemäßigten und arktischen Regionen beider Hemisphären verbreitet (kosmopolitisch).<ref name="Podlech1980" /> Der Schwerpunkt ihrer Diversität liegt in Europa und Asien. In den Tropen ist ihr Vorkommen auf die höheren Lagen der Gebirge beschränkt.<ref name="Podlech1980" /> Im Gegensatz zu den Binsen (Juncus) gedeihen die Arten der Gattung Luzula meist auf trockeneren Böden und schattige Standorte wie Wälder und Gebüsche.<ref name="Podlech1980" />

Systematik[Bearbeiten]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Gattung Luzula Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.DC. wurde 1805 durch Augustin Pyramus de Candolle in Jean-Baptiste de Lamarck und Augustin Pyramus de Candolle: Flore Française, ou Descriptions Succinctes de Toutes les Plantes qui Croissent Naturellement en France ..., 3. Auflage, 3, Seite 158 aufgestellt.<ref name="POWO" /> Synonyme für Luzula Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.DC. nom. cons. sind: Cyperella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.G.H.Kramer ex MacMill., Ebingeria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Chrtek & Krísa, Gymnodes Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Griseb.) Fourr., Juncoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ség. nom. rej., Luciola Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sm. nom. superfl., Nemorinia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fourr., Pterodes Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Griseb.) Börner nom. illeg.

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

Es gibt etwa 115 Arten in der Gattung Luzula<ref name="POWO" />
Datei:Luzula arcuata IMG 6952 buefrytle longyearbyen.JPG
Luzula arcuata
Datei:Luzula banksiana var banksiana kz1.jpg
Habitus und Laubblätter von Luzula banksiana var banksiana
Datei:Luzula capitata szmnyr01.jpg
Luzula capitata
Datei:Luzula confusa vardefrytle IMG 3419 norefjell.JPG
Luzula confusa
Datei:Hedgehog Woodrush - Flickr - treegrow (1).jpg
Luzula echinata
Datei:Luzula elegans kz1.jpg
Luzula elegans
Datei:Starr 041221-1827 Luzula hawaiiensis.jpg
Luzula hawaiiensis
Datei:Luzula hitchcockii 1.jpg
Luzula hitchcockii
Datei:2015.06.27 12.48.11 IMG 2787 - Flickr - andrey zharkikh.jpg
Luzula parviflora
Datei:Luzula plumosa nukabosisu02.jpg
Luzula plumosa

Hybriden[Bearbeiten]

Es gibt einige Naturhybriden in der Gattung Luzula<ref name="POWO" />
  • Luzula ×bogdanii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kirschner = Luzula campestris × Luzula fallax: Sie kommt in Bulgarien vor.
  • Luzula × bornmuelleriana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kük. = Luzula alpinopilosa × Luzula lutea: Sie kommt in Österreich vor.
  • Luzula ×borreri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bromf. ex Bab. = Luzula forsteri × Luzula pilosa: Sie kommt in Frankreich, Großbritannien, Irland und in Deutschland vor.
  • Luzula ×danica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Nordensk. & Kirschner = Luzula congesta × Luzula multiflora: Sie kommt in Spanien, Großbritannien und in Dänemark vor.
  • Luzula ×favratii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.K.Richt. = Luzula luzuloides × Luzula nivea: Sie kommt in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich vor.
  • Luzula ×gayana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Font Quer & Rothm. = Luzula caespitosa × Luzula pediformis: Sie kommt in Spanien vor.
  • Luzula ×hasleri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Murr = Luzula alpinopilosa × Luzula sylvatica subsp. sieberi: Sie kommt in Österreich vor.
  • Luzula ×heddae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kirschner = Luzula campestris × Luzula sudetica: Sie kommt in Spanien, in der Schweiz, in Schweden und in der früheren Tschechoslowakei vor.
  • Luzula ×hermannii-muelleri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Asch. & Graebn. = Luzula luzuloides × Luzula sylvatica: Sie kommt in Frankreich und in Deutschland vor.
  • Luzula ×hybrida Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Lindb. ex Kirschner = Luzula pallescens × Luzula sudetica: Sie kommt in der früheren Tschechoslowakei, in Schweden, Finnland und in Russland vor.
  • Luzula ×johannis-principis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Murr = Luzula alpina × Luzula sylvatica subsp. sieberi: Sie kommt in Deutschland und in Österreich vor.
  • Luzula ×levieri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Asch. & Graebn. = Luzula nivea × Luzula pedemontana: Sie kommt in Italien vor.
  • Luzula ×media Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kirschner = Luzula divulgata × Luzula multiflora: Sie kommt in der früheren Tschechoslowakei vor.
  • Luzula ×pfaffii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Murr = Luzula lutea × Luzula luzuloides subsp. rubella: Sie kommt in Italien vor.
  • Luzula ×romanica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.Dvorák & Vorel = Luzula forsteri × Luzula luzulina: Sie kommt in Rumänien vor.
  • Luzula ×sichuanensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.K.F.Wu = Luzula effusa × Luzula parviflora: Sie kommt in China vor.
  • Luzula ×somedana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fern-Carv. & Fern.Prieto = Luzula pediformis × Luzula sylvatica subsp. henriquesii: Sie kommt in Spanien vor.
  • Luzula ×vinesii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Murr = Luzula luzulina × Luzula pilosa: Sie kommt in der Schweiz, in Österreich und in der früheren Tschechoslowakei vor.
  • Luzula ×wettsteinii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Buchenau = Luzula crinita var. petrieana × Luzula leptophylla: Sie kommt auf der Südinsel von Neuseeland vor.
  • Luzula ×winderiae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Murr = Luzula alpina × Luzula spicata: Sie kommt in Frankreich, Deutschland und in Österreich vor.<ref name="POWO" />

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürke Grau, B. Kremer, B. M. Möseler, G. Rambold, D. Triebel: Gräser. Mosaik Verlag, München 1990, ISBN 3-576-10702-9.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4, S. 663–667.
  • Walter Erhardt et al.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-8001-5406-7
  • Ralph E. Brooks, Steven E. Clemants: Juncaceae. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 22: Magnoliophyta: Alismatidae, Arecidae, Commelinidae (in part), and Zingiberidae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2000, ISBN 0-19-513729-9. Luzula. - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • Guofang Wu, Steven E. Clemants: Juncaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2000, ISBN 0-915279-83-5. Luzula. - textgleich online wie gedrucktes Werk.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="POWO"> Datenblatt Luzula bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="Euro+Med"> World Checklist of Selected Plant Families 2010, The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. In: Datenblatt Luzula In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Jepson_eFlor2012"> Jan Kirschner, 2012: Luzula In: Jepson Flora Project (Hrsg.): Jepson eFlora. </ref> <ref name="Podlech1980"> Dietrich Podlech: Familie Juncaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 352, 397–399. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Luzula. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 225–227. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Hainsimsen (Luzula) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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