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Hautfarngewächse

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Hautfarngewächse
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Englischer Hautfarn (Hymenophyllum tunbrigense)

Systematik
Reich: Pflanzen (Plantae)
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Hautfarnartige
Familie: Hautfarngewächse
Wissenschaftlicher Name der Ordnung
Hymenophyllales
A.B.Frank
Wissenschaftlicher Name der Familie
Hymenophyllaceae
Mart.

Die Hautfarngewächse oder auch Schleierfarne (Hymenophyllaceae) sind die einzige Familie der Pflanzenordnung der Hautfarnartigen (Hymenophyllales) innerhalb der leptosporangiaten Farne. Die etwa 600 Arten sind fast weltweit verbreitet.

Merkmale[Bearbeiten]

Datei:Die Farrnkräuter in kolorirten Abbildungen naturgetreu Erläutert und Beschrieben (1840) (20725973370).jpg
Illustration von Trichomanes membranaceum aus Die Farrnkräuter in kolorirten Abbildungen naturgetreu Erläutert und Beschrieben, 1840
Datei:Crepidomanes minutum utiwagoke01.jpg
Crepidomanes minutum
Datei:Hymenophyllum+Hymenoglossum Chiloe.JPG
Hymenophyllum cruentum und Hymenophyllum caudiculatum auf der Insel Chiloe
Datei:Hymenophyllum dentatum.jpg
Hymenophyllum dentatum
Datei:Starr 050125-3263 Mecodium recurvum.jpg
Hymenophyllum recurvum
Datei:Trichomanes reniforme in Waipoua.jpg
Trichomanes reniforme
Datei:13389-Trichomanes vittaria-Caura.JPG
Trichomanes vittaria

Es handelt sich um ausdauernde krautige Pflanzen. Die Rhizome sind zart, kriechend oder teilweise aufrecht, und besitzen eine Protostele. Die Blätter sind jung eingerollt. Ihren Namen haben die Hautfarne bekommen, weil ihre Blattspreite, abgesehen von den Blattrippen, nur eine Zellschicht dick ist. Es fehlen daher Stomata, aber auch die Cuticula ist meist nicht ausgebildet.

Ein anderes typisches Merkmal ist die Stellung der Sporangien. Diese liegen stets am Blattrand (marginal), und nicht wie bei den meisten anderen Farnen auf der Blattunter- oder Blattoberseite. Die Sporen sind grün.

Die Prothallien sind bei den Hautfarnen stets bandförmige und einzellschichtige, bei vielen Arten sogar verzweigte fadenförmige Gebilde, die an das Protonema von Moosen erinnern. Auch darin weichen die Hautfarne von den anderen Farnen ab.

Die Chromosomengrundzahl kann x = 11, 12, 18, 28, 32, 33, 34 oder 36 betragen.

Standorte[Bearbeiten]

Hautfarngewächse kommen vor allem in tropischen Regenwäldern vor. Sie wachsen terrestrisch und epiphytisch. In Mitteleuropa gibt es nur zwei Arten, die als große Seltenheiten in relativ niederschlagsreichen Gegenden an luftfeuchten Standorten wachsen. Die gametophytischen Prothallien des Prächtigen Dünnfarns (Trichomanes speciosum) wachsen in sehr lichtarmen, tiefen, feuchten Spalten von Felsen aus saurem, silikatischem Gestein. Nachgewiesen ist er beispielsweise für das Süderbergland und die Eifel. Fundstellen in Südniedersachsen repräsentieren die derzeit nordöstlichsten Vorkommen des Gametophyten von Trichomanes speciosum in Europa.<ref name="Horn1998" /><ref name="Krippel2005" /><ref name="Massard" />

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Familie Hymenophyllaceae wurde 1835 durch Carl Friedrich Philipp von Martius in Conspectus Regni Vegetabilis Secundum Characteres Morphologicas …, 3 aufgestellt. Typusgattung ist Hymenophyllum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sm.<ref name="Tropicos" />

Die Familie Hymenophyllaceae ist monophyletisch. Sie spaltet sich in zwei größere Kladen, die Trichomanoiden und Hymenophylloiden, die in etwa den beiden größten Gattungen entsprechen.

Smith et al. (2006) fassen alle Gattungen der hymenophylloiden Klade zur Gattung Hymenophyllum zusammen, da die klassischen Gattungen in Stammbäumen innerhalb der Gattung zu liegen kommen oder sogar nicht monophyletisch sind. Trichomanes s. l. besteht aus acht monophyletischen Gattungen.

Die Arten der Familie Hymenophyllaceae gedeihen von den gemäßigten über die subtropischen bis zu den tropischen Gebieten der Alten und Neuen Welt. In China gibt es sieben Gattungen mit etwa 50 Arten, 6 davon nur dort.<ref name="FoC2013" /> In Nord- und Mitteleuropa gibt es nur zwei Arten der Familie Hymenophyllaceae:

In Österreich kommen keine Arten der Hymenophyllaceae vor.<ref name="Euro+Med" />

In der Familie Hymenophyllaceae gibt es etwa neun Gattungen mit etwa 600 Arten:<ref name="Ebihara2006" /><ref name="FoC2013" />

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alan R. Smith, Kathleen M. Pryer, Eric Schuettpelz, Petra Korall, Harald Schneider, Paul G. Wolf: A classification for extant ferns. In: Taxon. Volume 55, Issue 3, 2006, S. 705–731. doi:10.2307/25065646
  • Liu Jiaxi, Zhang Qiaoyan, Atsushi Ebihara Kunio Iwatsuki: Hymenophyllaceae, S. 93–109 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 2–3: Lycopodiaceae through Polypodiaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2013, ISBN 978-1-935641-11-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Tropicos"> Hymenophyllaceae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Euro+Med"> Maarten Christenhusz, E. von Raab-Straube (2013): Lycopodiophytina.: Datenblatt Hymenophyllaceae In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Krippel2005"> Y. Krippel: The Hymenophyllaceae (Pteridophyta) in Luxembourg: past, present and future (Sandstone, Landscapes in Europe: Past, Present and Future: Proceedings of the 2nd International Conference of Sandstone Landscapes, Vianden (Luxembourg) 25–28. Mai 2005.) In: Ferrantia. Band 44, 2005, S. 209–214, (PDF-Datei; ca. 13 MB). </ref> <ref name="Horn1998"> Karsten Horn: Gametophyten des Hautfarns Trichomanes speciosum Willd. (Hymenophyllaceae, Pteridophyta) im südlichen Niedersachsen und angrenzenden Landesteilen von Hessen und Thüringen. In: Braunschweiger Naturkundliche Schriften. Band 5, Nr. 3, 1998, S. 705–728. </ref> <ref name="Massard"> J. A. Massard: Ein sensationeller Farnfund in der „Kleinen Luxemburger Schweiz“. In: Annuaire de la Ville d’Echternach. Jg. 1995, 1996, S. 218–221, (PDF-Datei, ca. 9,5 MB). </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> <ref name="Ebihara2006"> Atsushi Ebihara, Jean-Yves Dubuisson, Kunio Iwatsuki, Sabine Hennequin, Motomi Ito: A taxonomic revision of Hymenophyllaceae. In: Blumea, Volume 51, 2, 2006, S. 221–280. doi:10.3767/000651906X622210 online. </ref> <ref name="FoC2013"> Liu Jiaxi, Zhang Qiaoyan, Atsushi Ebihara, Kunio Iwatsuki: Hymenophyllaceae, S. 93–109 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 2–3: Lycopodiaceae through Polypodiaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2013, ISBN 978-1-935641-11-7. </ref> <ref name="FoNA"> Donald R. Farrar: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 2: Pteridophytes and Gymnosperms. Oxford University Press, New York 1993, ISBN 0-19-508242-7. Hymenophyllaceae Martius. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Hymenophyllaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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