Flockigstieliger Rettich-Fälbling
Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.
| Flockigstieliger Rettich-Fälbling | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Hebeloma sinapizans.JPG
Flockigstieliger Rettich-Fälbling (Hebeloma sinapizans) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Hebeloma sinapizans | ||||||||||||
| (Paulet) Gillet |
Der giftige Flockigstielige Rettich-Fälbling (Hebeloma sinapizans) ist eine Pilzart aus der Familie der Hymenogastraceae.<ref>Karl Soop, Bálint Dima, János Gergő Szarkándi, Jerry Cooper, Tamás Papp: Psathyloma, a new genus in Hymenogastraceae described from New Zealand. In: Mycologia. Band 108, Nr. 2, März 2016, ISSN 0027-5514, S. 397–404, doi:10.3852/15-143.</ref> Die Fruchtkörper erscheinen von August bis Oktober bevorzugt in Buchen- und Buchenmischwäldern. Der Pilz wird auch Großer Rettich-Fälbling oder Bitterer Fälbling genannt.
Merkmale[Bearbeiten]
Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]
Der fleischige Hut ist 7–12 (–15) cm breit, mehr oder weniger gewölbt, aber oft auch unregelmäßig gebuckelt oder gelappt. Er ist tonbraun bis blass fleischbräunlich, rostfalb oder lehmfarben. Die Oberfläche ist glatt, bei Feuchtigkeit etwas schmierig und sonst trocken. Der oft heller gefärbte Rand bleibt lange Zeit eingerollt und ist nicht gerieft und ohne Velum.
Die ziemlich gedrängt stehenden und tief ausgebuchtet angewachsenen Lamellen sind anfangs tonblass (aber nie rein weißlich) und dunkeln beim Reifen nach. Schon bald sind sie milchkaffeebraun bis fleischocker gefärbt. Sie tränen nicht und ihre gleichfarbigen Schneiden sind schartig. Das Sporenpulver ist rostbraun.
Der weißliche, kräftig derbe und zylindrische Stiel ist 5–10 (–12) cm lang und 1–2,5 cm breit. Er ist hohl, ringlos und auf weißlichem Grund über die ganze Länge feinflockig oder weißlich beschuppt. Die oft knollig verdickte Basis ist etwa 2–3 cm dick. Im Längsschnitt ragt vom Hutfleisch ein kegelförmiger Zapfen in den hohlen Stiel. Das weißliche, bitter schmeckende Fleisch ist ziemlich dick und riecht stark nach Rettich.<ref name="Bon2005"/><ref name="Gerhardt1984"/><ref name="tintling"/>
Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]
Die mandelförmigen und grobwarzig ornamentierten Sporen sind 10–13 (–15) µm lang und 6,5–8,5 µm breit und haben einen papillenförmigen Apiculus. Die kurzen und relativ dicken Zystiden sind flaschenförmig und die Cheilozystiden oft im unteren Teil bauchig verdickt.<ref name="Bon2005"/><ref name="Gerhardt1984"/>
Artabgrenzung[Bearbeiten]
Sehr ähnlich sieht der häufigere Tonblasse Fälbling (Hebeloma crustuliniforme) aus. Er ist etwas heller gefärbt und besitzt tränende Lamellen, die durch die ausfallenden Sporen braun fleckig werden. Die Zystiden sind bei diesen Fälbling im unteren Teil nicht verdickt. Man findet den Tonblassen Fälbling eher außerhalb des Waldes, z. B. in Parkanlagen.
Ebenfalls sehr ähnlich, aber deutlich seltener ist der Kakao-Fälbling (Hebeloma theobrominum). Auch er ist kleiner und mehr rotbraun gefärbt. Sein voller (nicht hohler) Stiel ist weder an der Basis knollig, noch flockig beschuppt. Sein Fleisch riecht leicht kakaoartig. Der Pilz wächst bevorzugt in Nadelwäldern.<ref name="Bon2005"/><ref name="Gerhardt1984"/>
Ökologie und Verbreitung[Bearbeiten]
Die Fruchtkörper des Flockigstieligen Rettich-Fälblings erscheinen von August bis Oktober bevorzugt in Laubwäldern. Er wächst besonders gern bei Rotbuchen, seltener bei anderen Laubbäumen. Man findet ihn daher meist in Buchen- und Buchenmischwäldern, im Gebirge auch in Buchen-/ Tannenwäldern. Der Pilz bevorzugt kalk- und basenreiche Böden. Der Rettich-Fälbling ist zumindest stellenweise häufig, aber mancherorts rückläufig.<ref name="Bon2005"/><ref name="Gerhardt1984"/><ref name="tintling"/>
Systematik[Bearbeiten]
Etymologie: „Sinapizans“ bedeutet „senfartig“ und leitet sich vom lateinischen Wort „sinapis“ (= Senf) ab. Der senfartige Geruch und scharfe Geschmack findet sich bei vielen Arten aus der Pflanzenfamilie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Verursacht wird er durch die Senfölglykoside, den familientypischen Inhaltsstoffen, die auch für den scharfen Rettichgeruch und Geschmack verantwortlich sind.<ref name="tintling"/>
Bedeutung[Bearbeiten]
Der Flockigstielige Rettich-Fälbling ist giftig. Er erzeugt Verdauungsstörungen.<ref name="Gerhardt1984"/>
Quellen[Bearbeiten]
- Paul Kirk: Hebeloma sinapizans. In: Species Fungorum. Abgerufen am 20. September 2013.
- Hebeloma sinapizans. In: MycoBank.org. International Mycological Association, abgerufen am 20. September 2013 (englisch).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Gerhardt1984"></ref> <ref name="Bon2005"></ref> <ref name="tintling">Karin Montag: Großer Rettich-Fälbling Hebeloma sinapizans Im virtuellen Pilzbuch. In: tintling.com. Abgerufen am 20. September 2013.</ref> </references>
Weblinks[Bearbeiten]
- Flockigstieliger Rettich-Fälbling. In: Funghi in Italia / funghiitaliani.it. Abgerufen am 20. September 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Gute Fotos vom Flockigstieligen Rettich-Fälbling).
- M. Kuo: Hebeloma sinapizans. In: MushroomExpert.Com. Abgerufen am 20. September 2013 (englisch).