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Süßklee

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Süßklee
Datei:Oberstdorf 2007 33 (3700403553).jpg

Alpen-Süßklee (Hedysarum hedysaroides)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Hedysareae
Gattung: Süßklee
Wissenschaftlicher Name
Hedysarum
L.

Der Süßklee (Hedysarum) ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).<ref name="Duan2015" /><ref name="GRIN" /><ref name="ILDIS" /> Die einzige mitteleuropäische Art ist der Alpen-Süßklee (Hedysarum hedysaroides).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Hedysarum grandiflorum Pallas.jpg
Illustration des Großblütigen Süßklees (Hedysarum grandiflorum)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Hedysarum-Arten wachsen als ein-, zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen oder selten als sommergrüne Sträucher mit weichem Holz.<ref name="FoC2010" />

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind meist in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die unpaarig gefiederten Blattspreiten besitzen an der Blattrhachis gegenüberstehende Fiederblättchen und erinnern an die Laubblätter von Wicken; allerdings ist der Endfieder ausgebildet und nicht zu einer Ranke umgeformt. Bei einigen Arten sind die Blätter auch stark zurückgebildet. Die Fiederblättchen sind ganzrandig. Die zwei freien oder verwachsenen Nebenblätter stehen den Blattstielen gegenüber, sind trockenhäutig und verwelken zwar, aber bleiben erhalten oder fallen früh ab.<ref name="FoC2010" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blüten stehen in seitenständigen, mehr oder weniger dichten und schmalen bis kopfigen traubigen Blütenständen zusammen.<ref name="FoC2010" /> Die zwei Tragblätter verwelken zwar, aber bleiben erhalten oder fallen früh ab. Je zwei Deckblätter befinden sich direkt unter dem Blütenkelch.<ref name="FoC2010" />

Der Name der Gattung Süßklee bezieht sich auf den süßen Duft der Blüten. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.<ref name="FoC2010" /> Die fünf gleichen bis ungleichen Kelchblätter mehr oder weniger schief glockenförmig verwachsen.<ref name="FoC2010" /> Die Farben der Blütenkronen ist bei den meisten Arten purpur- bis rosafarben oder violett, seltener gelb oder weiß. Die fünf Kronblätter sind in der typischen Form der Schmetterlingsblüten angeordnet. Die Fahne ist meist länger als die Flügel und kürzer oder selten so lang bis länger als das Schiffchen. Während der Anthese ist die Fahne nach hinten gerichtet. Das Schiffchen ist genagelt; sein Nagel ist höchstens halb so lang wie seine Platte.<ref name="FoC2010" /> Von den zehn Staubblättern sind neun verwachsen.<ref name="FoC2010" /> Das einzige Fruchtblatt ist gestielt oder ungestielt und enthält wenige Samenanlagen.<ref name="FoC2010" />

Datei:Hedysarum hedysaroides 2005.08.03 10.36.20.jpg
Gliederhülsen des Alpen-Süßklees (Hedysarum hedysaroides)

Alle Süßklee-Arten bilden, wie die anderen Arten der Tribus Hedysareae auch, als Früchte Gliederhülsen; dies sind Hülsenfrüchte, die sich nicht längs öffnen, sondern die nach der Reife quer in einzelne Glieder zerfallen. Die Teilfrüchte sind abgeflacht bis bikonvex mit Nerven, Rippen, Borsten oder Stacheln und gut ausgebildetem Rand.

Vorkommen[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein Die Gattung Hedysarum hat ihr Entfaltungszentrum in den innerasiatischen Trockengebieten. Weitere Arten kommen im Mittelmeerraum (einschließlich Nordafrika), in Westasien und in Nordamerika vor, wenige Arten auch im gemäßigten Gebieten Europas.

Der Großteil der Hedysarum-Arten gedeiht meist auf offenen, trockenen Standorten wie Steppen, Wüsten oder Grasland. Einige Arten wachsen auch an Küsten und sind recht salzverträglich.

Datei:Hedysarum boreale (5143694933).jpg
Hedysarum boreale
Datei:HEDYSARUYM BOVEANUM - EMPALOUS - IB-761 (Estaca-rossí).JPG
Hedysarum boveanum
Datei:Hedysarum caucasicum kz03.jpg
Hedysarum caucasicum
Datei:Крейдяні відслонення Hedysarum cretaceum4.jpg
Hedysarum cretaceum
Datei:Hedysarum cumuschtanicum (Fabaceae) (53134125570).jpg
Hedysarum cumuschtanicum
Datei:Hedysarum formosum kz02.jpg
Hedysarum formosum
Datei:Hedysarum grandiflorum in bloom 2.jpg
Großblütiger Süßklee (Hedysarum grandiflorum)
Datei:Illustration Hedysarum hedisaroides0.jpg
Alpen-Süßklee (Hedysarum hedysaroides), Illustration
Datei:Hedysarum occidentale (29096390422).jpg
Hedysarum occidentale
Datei:Hedysarum razoumovianum 81551066.jpg
Hedysarum razoumowianum
Datei:Hedysarum sulphurescens (5172164215).jpg
Hedysarum sulphurescens
Datei:Hedysarum ucrainicum 107992678.jpg
Hedysarum ucrainicum
Datei:Hedysarum varium 203208444.jpg
Hedysarum varium
Datei:Hedysarum vicioides 04.jpg
Hedysarum vicioides

Systematik[Bearbeiten]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Gattung Hedysarum wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 745<ref name="Linné1753" /> aufgestellt.<ref name="GRIN" /><ref name="ILDIS" /><ref name="Tropicos" /> Typusart ist Hedysarum alpinum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.<ref name="Tropicos" /> Der Typusbeleg und botanische Name wurde konserviert und von Choi & Ohashi in Taxon, Volume 47, 1988, S. 877 und in Taxon, Volume 49, 2000, S. 277 bestätigt.<ref name="Tropicos" />

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Hedysarum gehört zur Tribus Hedysareae in der Unterfamilie Faboideae innerhalb der Familie Fabaceae.<ref name="Duan2015" /><ref name="GRIN" />

Innere Systematik[Bearbeiten]

Der Umfang Gattung Hedysarum wird kontrovers diskutiert.<ref name="Duan2015" /> Fedtschenko gliederte 1902 die Gattung Hedysarum in sieben Sektionen.<ref name="Fedtschenko1902" />

Die Gattung Hedysarum wird bei Duan et al. 2015 in drei Sektionen gegliedert:<ref name="Duan2015" />

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Hedysarum enthält je nach Autor 100 bis 200 Arten:<ref name="GRIN" /><ref name="ILDIS" />

Datei:Hedysarum coronarium Italian Sainfoin - Flickr - gailhampshire (1).jpg
Spanische Esparsette (Sulla coronaria)
Datei:Hedysarum coronarium (plant).jpg
Blütenstand der Spanischen Esparsette (Sulla coronaria)
Datei:Hedysarum spinosissimum capitatum 2.jpg
Sulla glomerata
Datei:Sulla spinosissima kz01.jpg
Dorniger Süßklee (Sulla spinosissima)

Nicht mehr zur Gattung Hedysarum gehören die etwa acht Arten der Gattung Sulla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Medik.:<ref name="Duan2015" />

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein Die Wirkung der Cumarine wurde entdeckt, als in Kanada und in den USA eine Viehkrankheit auftrat, die sich durch eine verstärkte Blutungsneigung auszeichnete. Als Ursache konnte immer festgestellt werden, dass das Vieh verdorbenen Süßklee gefressen hatte. Aus diesem Futter wurden allein etwa 40 Substanzen mit Vit-K-Antagonisten-Eigenschaften isoliert.

Nutzung[Bearbeiten]

Einige Hedysarum-Arten werden als Zierpflanzen verwendet.<ref name="Ranjbar2006" /><ref name="Botanica2003" /> Einige Hedysarum-Arten sind wertvolle Futterpflanzen.

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Byoung-Hee Choi, Hiroyoshi Ohashi: Generic criteria and an infrageneric system for Hedysarum and related genera (Papilionoideae-Leguminosae). In: Taxon, Volume 52, Issue 3, 2003, S. 567–576. doi:10.2307/3647455
  • Yingxin Liu, Langran Xu, Chang Zhaoyang, Xiangyun Zhu, Hang Sun, Gennady P. Yakovlev, Byoung-Hee Choi, Kai Larsen, Bruce Bartholomew: Hedysareae., S. 512. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 10: Fabaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2010, ISBN 978-1-930723-91-7. Langran Xu, Byoung-Hee Choi: Hedysarum Linnaeus., S. 514 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • N. S. Nuzhdina, A. A. Bondar, O. V. Dorogina: New Data on Taxonomic and Geographic Distribution of the trnLUAA Intron Deletion of Chloroplast DNA in Hedysarum L. (Fabaceae L.): In: Russian Journal of Genetics, Volume 54, Issue 11, November 2018, S. 1282–1292. doi:10.1134/S1022795418110108
  • Haniyeh Nafisi, Shahrokh Kazempour-Osaloo, Valiollah Mozaffarian, Gerald M. Schneeweiss: Molecular phylogeny and divergence times of the genus Hedysarum (Fabaceae) with special reference to section Multicaulia in Southwest Asia. In: Plant Systematics and Evolution, Volume 305, Issue 10, 2019, S. 1001–1017. doi:10.1007/s00606-019-01620-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Hedysarum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Linné1753"> Carl von Linné: Species Plantarum, Tomus II, 1753, S. 745. eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Fedtschenko1902"> B. A. Fedtschenko: The genus Hedysarum. In: Trudy Imp. S. Petersburgsk Bot. Sada, Volume 19, 1902, S. 185–342. </ref> <ref name="Chrtková-Žertová1968"> A. Chrtková-Žertová: Hedysarum L. S. 185–187. In: Thomas Gaskell Tutin, Vernon Hilton Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Band 2: Rosaceae to Umbelliferae, Cambridge University Press, Cambridge 1968, ISBN 0-521-06662-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Botanica2003"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Random House Australia 2003. Deutsche Ausgabe: Tandem Verlag GmbH 2003, ISBN 3-8331-1600-5. Hedysarum darin S. 432. </ref> <ref name="Aeschimann2004"> David Aeschimann, Konrad Lauber, Daniel Martin Moser, Jean-Paul Theurillat: Flora alpina. Ein Atlas sämtlicher 4500 Gefäßpflanzen der Alpen. Band 1, Haupt Verlag, Bern, Stuttgart, Wien 2004, ISBN 3-258-06600-0, S. 952. </ref> <ref name="Ranjbar2006"> Massoud Ranjbar, Roya Karamian, Mohammad Reza Johartchi: Notes on the taxonomy of Hedysarum (Fabaceae) in Iran. In: Annales Botanici Fennici, Volume 43, April 2006, S. 152–155. PDF. </ref> <ref name="FoC2010"> Yingxin Liu, Langran Xu, Chang Zhaoyang, Xiangyun Zhu, Hang Sun, Gennady P. Yakovlev, Byoung-Hee Choi, Kai Larsen, Bruce Bartholomew: Hedysareae., S. 512. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 10: Fabaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2010, ISBN 978-1-930723-91-7. Langran Xu, Byoung-Hee Choi: Hedysarum Linnaeus., S. 514 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="ILDIS"> Datenblatt Hedysarum bei International Legume Database Information Service = ILDIS - LegumeWeb - World Database of Legumes, Version 10.38 vom 20. Juli 2010. </ref> <ref name="Duan2015"> Lei Duan, Jun Wen, Xue Yang, Pei-Liang Liu, Emine Arslan, Kuddisi Ertuğrul, Zhao-Yang Chang: Phylogeny of Hedysarum and tribe Hedysareae (Leguminosae: Papilionoideae) inferred from sequence data of ITS, matK, trnL–F and psbA–trnH. In: Taxon, Volume 64, Issue 1, 2015, S. 49–64. doi:10.12705/641.26 </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Süßklee (Hedysarum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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