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Apothekergarten

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Datei:D-BW-Kressbronn am Bodensee - Apothekergarten 0530.JPG
Apothekergarten auf dem Nunzenberg (Kressbronn am Bodensee)

Ein Apothekergarten (auch Arzneigarten, Arzneipflanzengarten, Medizinischer Garten, Heilpflanzengarten, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein Kräutergarten, in dem sich Heil- und Giftpflanzen, aber auch Gewürzpflanzen befinden können, die als Drogen zur Herstellung von Arzneimitteln dienen.<ref>Stadt Waiblingen: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Idyllisch gelegen – der Apothekergarten (Memento vom 13. Dezember 2013 im Internet Archive), abgerufen am 9. Dezember 2013</ref><ref>Stadt Gütersloh: Apothekergarten in Gütersloh, abgerufen am 9. Dezember 2013</ref><ref>Landesärztekammer Thüringen: Apothekergarten am Thüringer Apothekerhaus, abgerufen am 9. Dezember 2013</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Der Apothekergarten geht auf die Klostergärten des Mittelalters zurück, in denen Pflanzen auch zu medizinischen Zwecken angebaut wurden.<ref>Von Apothekern, Pillen und Kräutern: mit Bildern und Texten, 2001, S. 64 Online</ref><ref>Carmélia Opsomer-Halleux: The medieval garden and its role in medicine. In: Elisabeth B. MacDougall (Hrsg.) Medieval gardens. Dumbarton Oaks, Washington, D.C., 1986 (= Dumbarton Oaks Colloquium on the history of landscape architecture., Band 9).</ref> Über einen Kräutergarten hinausgehend enthielt der mittelalterliche Arzneigarten auch neben den typischen Arzneipflanzen weitere Pflanzen, denen medizinische Wirkungen zugesprochen wurden (zum Beispiel Sellerie, Lupinen und Spinat), und auch geschmackgebende und (als „Salsamenta“<ref>Jerry Stannard: Alimentary and medicinal uses of plants. In: Elisabeth B. Mac Dougall (Hrsg.): Medieval gardens. Dumbartin Oaks, Washington D.C. 1986 (= Dumbarton Oaks Colloquium on the history of landscape architecture. Band 9), S. 74.</ref>) würzende Pflanzen und Kräuter (etwa Dill, Knoblauch, Majoran, Raute und Salbei).<ref>Christina Becela-Deller: Ruta graveolens L. Eine Heilpflanze in kunst- und kulturhistorischer Bedeutung. (Mathematisch-naturwissenschaftliche Dissertation Würzburg 1994) Königshausen & Neumann, Würzburg 1998 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 65), ISBN 3-8260-1667-X, S. 100 f.</ref> Seit dem 16. Jahrhundert wurden sie auch von Apothekern angelegt,<ref>Apotheken-Garten in: Deutsche Gärtnerbörse: Ausg. A., Band 68, S. 756 ff. Online</ref> so beispielsweise 1539 von Johannes Ralla in Leipzig und 1540 in der Freien Reichsstadt Nürnberg vom Besitzer der Apotheke Zum weißen Schwan, Georg Öllinger.<ref>Werner Gaude: Die alte Apotheke: eine tausendjährige Kulturgeschichte. Verlag Koehler & Amelang, Leipzig 1985. S. 56 f.</ref> Dieser belieferte auch die Botaniker Hieronymus Bock und Otto Brunfels mit seltenen Pflanzen aus eigener Zucht. Ebenfalls in Nürnberg entstand 1613 der Hortus Eystettensis durch Basilius Besler als erstes botanisches Werk eines Apothekers. Besler hatte zuvor den verwilderten Garten des Arztes Camerarius wiederhergestellt und den Bestand aufgezeichnet.<ref>Gaude, S. 56</ref> Ende des 16. Jahrhunderts besaß auch die Ratsapotheke in Hannover zwei Gärten, die so groß waren, dass ab dem 17. Jahrhundert mehrere Gärtner dort fest beschäftigt wurden. Während des Barocks wurde das Anlegen solcher Gärten regelrecht zur Marotte, die aber auch dem ernsthaften Studium der Botanik diente.<ref name="gaude58">Gaude, S. 58</ref> Beispiele für damals angebaute, aber heute teils nicht mehr verwendete Heilpflanzen sind Rittersporn, Akelei, Mohn, Schwertlilie und die Weiße Lilie.<ref name="gaude58" /> Zu dieser Zeit entstanden auch botanische Gärten in Berlin und Halle, die als Mustergarten für praktische Medizin bzw. Arzneigarten angelegt wurden. Der Garten in Halle erlangte durch Kurt Sprengel Bekanntheit in ganz Europa.<ref name="gaude58" />

Aber auch Klöster beherbergten reine Apothekergärten, was im Falle der Abtei Seligenstadt durch einen Kupferstich von Johann Stridbeck aus dem Jahre 1712 belegt ist. Abt Peter IV. gründete dort im frühen 18. Jahrhundert eine Klosterapotheke, die der Versorgung der gesamten Umgebung diente. Eine historische Apotheke und der Garten mit etwa 200 Heilpflanzen, sortiert nach Anwendungsgebieten, sind heute wieder öffentlich zugänglich.<ref>Johannes Mayer: Klostermedizin. S. 43 ff.</ref> Nach kurzer Blüte verschwanden solche Klosterapotheken aber im Zuge der Säkularisation ab 1803 sehr schnell wieder.<ref>Johannes Gottfried Mayer: Klostergärten – die Apotheke Gottes In: Rudolf Walter (Hrsg.): Gesundheit aus Klöstern. Verlag Herder, Freiburg 2013, ISBN 978-3-451-00546-6, S. 8 ff.</ref>

Datei:Wallanlagen apothekergarten eingang.jpg
Eingang zum Apothekergarten in Planten un Blomen, Hamburg
Datei:Medicinal Plant Gardens Weleda Schwaebisch Gmuend pond with Indian Runner Ducks.jpg
Heilpflanzengarten der Weleda AG, Schwäbisch Gmünd

Manche Apotheker unterhalten weiterhin Apothekergärten, beispielsweise als Lehrgarten für Auszubildende, Praktikanten und Laien.<ref>Malin Schneider: Heilsames aus dem Apothekergarten. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 17. Juni 2013, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref> Außerdem gibt es Apothekergärten als Bestandteil Botanischer Gärten, öffentlicher<ref>Landesapothekerverband Niedersachsen e. V.: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Heilpflanzen- und Apothekergärten in Niedersachsen (Memento vom 13. Dezember 2013 im Internet Archive), abgerufen am 11. Dezember 2013</ref><ref>Nicola Menke: Der Apothekergarten im Kurpark wird neu bepflanzt, in nordbayern.de online von 19. April 2011, abgerufen am 11. Dezember 2013</ref><ref>Apothekergarten in Planten un Blomen auf der Website von Planten un Blomen, aufgerufen am 15. November 2025</ref> und privater Grünanlagen<ref>Albert M. Kraushaar: Bad Liebenzell – Apothekergarten zeigt sich gerade in voller Pracht, in Schwarzwälder Bote vom 4. Juni 2013, abgerufen am 11. Dezember 2013</ref> und in Museen wie dem LWL-Freilichtmuseum Detmold und dem Stadtmuseum Wendlingen am Neckar.<ref>Führung durch den Apothekergarten, lwl.org</ref><ref>Wendlingen: In Gottes Apothekergarten, 20. Juli 2013</ref> Auch das Unternehmen Weleda bewirtschaftet sieben Apothekergärten weltweit. Am Standort Schwäbisch Gmünd befindet sich mit 23 ha Fläche der größte Heilpflanzengarten Europas, in dem über 2.000 Pflanzenarten wachsen.<ref>Nachhaltigkeit aus dem Blickwinkel der Vielfalt. In: Marco Englert, Anabel Ternès (Hrsg.): Nachhaltiges Management: Nachhaltigkeit als exzellenten Managementansatz entwickeln. S. 737.</ref>

Die Anlage und der Betrieb von ungefähr 20 Apothekergärten wurde seit mehreren Jahren vom Unternehmen Klosterfrau Healthcare Group deutschlandweit gefördert,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Fernsehen: Die Affaire Hademar Bankhofer (Aktualisiert: WDR feuert Bankhofer) (Memento vom 14. Dezember 2013 im Internet Archive), Handelsblatt, 23. Juli 2013</ref> um die angeblich besonders heilkräftige „Klostermelisse“ und den daraus produzierten hochprozentigen Klosterfrau Melissengeist zu bewerben. Dabei handelt es sich bei der Klostermelisse in Wirklichkeit um eine gewöhnliche Zitronenmelisse, die in jedem Supermarkt als Gewürzkraut erhältlich ist.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Wirtschaft: Klostermelisse – die Piemont-Kirsche aus dem Hause Klosterfrau. (Memento vom 14. Dezember 2013 im Internet Archive) Handelsblatt, 25. Juli 2008</ref>

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Apothekergärten – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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