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Stängelumfassendes Habichtskraut

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Stängelumfassendes Habichtskraut
Datei:Hieracium amplexicaule 001.JPG

Stängelumfassendes Habichtskraut (Hieracium amplexicaule)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae
Gattung: Habichtskräuter (Hieracium)
Art: Stängelumfassendes Habichtskraut
Wissenschaftlicher Name
Hieracium amplexicaule
L.

Das Stängelumfassende Habichtskraut<ref name="CichorieaePortal" /><ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> (Hieracium amplexicaule) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Habichtskräuter (Hieracium) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist in Mittel-, Südost-, Südwesteuropa und Nordafrika weit verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Hieracium amplexicaule — Flora Batava — Volume v13.jpg
Illustration aus Flora Batava, Volume 13
Datei:Hieracium amplexicaule E02633.JPG
Habitus, Laubblätter und Gesamtblütenstand
Datei:Hieracium amplexicaule 002.JPG
Blütenkörbchen mit den fünfzipfeligen Zungenblüten im Detail

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten]

Das Stängelumfassende Habichtskraut wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimeter erreicht. Die Stängel ist im unteren Bereich dicht lang klebrig-drüsig behaart und dadurch auch duftend, oben schwach mit Drüsen- und Sternhaaren behaart bis kahl.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" />

Die Laubblätter stehen in einer grundständigen Blattrosette zusammen und sind wechselständig am Stängel verteilt angeordnet. Die spateligen bis lanzettlichen Grundblätter besitzen einen gezähnelten bis grob buchtig gezähnten Blattrand. Die Blattoberseite und der Blattrand kann kahl bis deutlich behaart sein. Von den meist drei bis sechs selten bis zu zehn Stängelblättern sind die unteren spatelig wie die Grundblätter oder breit-lanzettlich, eiförmig bis verkehrt-eiförmig mit breiten und spitzen Zähnen und in einen Stiel verschmälert, die oberen häufig kurz und eiförmig, alle sind mit geöhrtem oder herzförmigem, breitem Spreitengrund stängelumfassend und meist nach oben hin kleiner werdend.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" />

Blütenstand, Blüte und Frucht[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Der hoch gabelige bis locker rispige Gesamtblütenstand besitzt meist zwei bis vier (ein bis sechs) Verzweigungen und er enthält selten nur 2, meist 5 bis 25 körbchenförmige Teilblütenstände. Die meist kahlen Hüllblätter sind 10 bis 16 Millimeter lang und reichlich drüsig behaart. Die Blütenkörbe enthalten nur Zungenblüten. Die hell- bis sattgelben Zungenblüten besitzen stark bewimperte Kronzähne.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" />

Die schwarzen Achänen sind etwa 4 Millimeter lang.<ref name="InfoFlora" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 27 oder 36.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie[Bearbeiten]

Das Stängelumfassende Habichtskraut ist ein Hemikryptophyt.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Stängelumfassende Habichtskraut besitzt in Europa eine mittel- und südwesteuropäische Verbreitung.<ref name="InfoFlora" />

Es gibt ursprüngliche Vorkommen in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, in der Schweiz, Monaco, in den Niederlanden, in Ungarn (unsicher), Frankreich (inklusive Korsika und Kanalinseln), Portugal, Andorra, Gibraltar, Spanien (inklusive Balearen), Italien (inklusive Sardinien unsicher), San Marino, Vatikanstaat, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Griechenland, Algerien und Marokko.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GCC" /> In Großbritannien, Belgien, Schweden und Polen ist die Art ein Neophyt.<ref name="Euro+Med" />

Das Stängelumfassende Habichtskraut braucht etwas feuchten, kalk- und feinerdehaltigen oder sehr kalkarmen, aber nur schwach saure Substrate.

Es besiedelt Fels- und Mauerspalten, Ruheschutthalden und steinig-lückige alpine Rasen meist in Höhenlagen zwischen 800 und 1800 Meter. In den Allgäuer Alpen steigt es von 800 Metern Meereshöhe über der Tiefenbacher Straße bei Jauchen nahe Oberstdorf bis zu 1928 m Meereshöhe am Gipfel des Seeköpfel bei Oberstdorf auf.<ref name="Dörr und Lippert" /> In den Alpen steigt es bis 2600 Meter auf, in Marokko bis 3900 Meter.<ref name="Hegi1987" /> Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Klasse Asplenietea trichomanis.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 2+ (unter-sublpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Im Südschwarzwald tritt es nur vereinzelt auf, im Schweizer Jura und in den Alpen findet man es zerstreut. Außerhalb der Gebirge, wo es an manchen Burgmauern angepflanzt wurde, ist es verwildert und auch beständig geblieben.

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Hieracium amplexicaule erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 2, S. 803<ref name="Erstveröffentlichung" />.<ref name="tropicos" /><ref name="FoI" /> Synonyme für Hieracium amplexicaule Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Hieracium balsameum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Asso, Hieracium tappeineri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Murr & Zahn) Prain, Hieracium amplexicaule subsp. tappeineri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Murr & Zahn) Dalla Torre & Sarnth., Hieracium amplexicaule var. tappeineri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Murr & Zahn.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GCC" /> Das Artepitheton amplexicaule bedeutet stängelumfassend.

Es gibt viele Unterarten von der Art Hieracium amplexicaule:<ref name="Euro+Med" /><ref name="GCC" /><ref name="CichorieaePortal" />

  • Hieracium amplexicaule Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. subsp. amplexicaule
  • Hieracium amplexicaule subsp. atlanticum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Fr.) Zahn: Sie kommt in Algerien und Marokko vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. attracticaule Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Arv.-Touv.) Greuter: Sie kommt in Spanien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. balleyanum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Zahn: Sie kommt in Frankreich vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. belveriense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Arv.-Touv. & Gaut.) Zahn: Sie kommt in Spanien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. berardianoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Zahn: Sie kommt in Frankreich und in Italien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. berardianum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Arv.-Touv.) Zahn: Sie kommt in Marokko, Spanien, Andorra, Frankreich, Korsika, der Schweiz, Italien, Österreich, Deutschland, Liechtenstein, Slowenien, Kroatien, Albanien und Montenegro vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. cadinense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Evers) Zahn: Sie kommt in Frankreich, Italien, Österreich und Slowenien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. chenevardianum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Zahn: Sie kommt in Spanien, Frankreich, Korsika, Italien, der Schweiz und in Österreich vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. euplecum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Sudre) Zahn: Sie kommt in Frankreich vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. fouresii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Sudre) Zahn: Sie kommt in Frankreich vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. neopetraeum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Zahn: Sie kommt in Italien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. olivicolor Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Jahand. & Zahn: Sie kommt in Marokko vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. peyerimhoffii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Maire) Zahn: Sie kommt in Algerien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. pseudocerinthoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Arv.-Touv.) Zahn: Sie kommt in Marokko, Korsika und Frankreich vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. pseudoligusticum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Gremli) Zahn: Sie kommt in Frankreich, Korsika, Italien und in der Schweiz vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. pulmonarioides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Vill.) Zahn: Sie kommt ursprünglich in Spanien, Frankreich, Korsika, Deutschland, der Schweiz, Österreich, Italien vor und wurde nach Großbritannien und Schweden eingeschleppt.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. segranum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Arv.-Touv.) Zahn: Sie kommt in Spanien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. shuttleworthianum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Rouy) Zahn: Sie kommt in Frankreich vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. sonchophyllum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Arv.-Touv. & Cadevall) Zahn: Sie kommt in Spanien und in Frankreich vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Hieracium amplexicaule subsp. spelaeum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Arv.-Touv.) Zahn: Sie kommt in Portugal, Frankreich, Korsika, der Schweiz, Liechtenstein, Österreich und Italien vor und ist in Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden ein Neophyt.<ref name="Euro+Med" />

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Wagner: Illustrierte Deutsche Flora, Eine Beschreibung der in Deutschland und der Schweiz einheimischen Blütenpflanzen und Gefäßkryptogamen. 2. Auflage. Bearbeitet und vermehrt von Dr. August Garcke, Julius Hoffmann (K. Thienemann’s Verlag), Stuttgart 1882.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Stängelumfassendes Habichtskraut (Hieracium amplexicaule) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="FloraWeb"> Stängelumfassendes Habichtskraut auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum Abgerufen am 1. Dezember 2013 </ref> <ref name="tropicos"> Hieracium amplexicaule bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Erstveröffentlichung"> Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter: Compositae (pro parte majore). Hieracium amplexicaule. In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin ab 2006. Abgerufen am 1. Dezember 2013 </ref> <ref name="InfoFlora"> Hieracium amplexicaule L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="GCC"> Datenblatt bei Global Compositae Checklist. Abgerufen am 1. Dezember 2013 </ref> <ref name="CichorieaePortal"> Datenblatt beim Cichorieae Portal. Abgerufen am 1. Dezember 2013 </ref> <ref name="FoI"> Hieracium amplexicaule L. – Datenblatt mit vielen Detailbildern bei Schede di botanica. Abgerufen am 1. Dezember 2013 </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 703. </ref> <ref name="Hegi1987">Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Seite 1317–1319. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987. ISBN 3-489-86020-9</ref> </references>