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Hochjoch (Verwall)

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Hochjoch
Blick von der Wormser Hütte über den Herzsee auf das Hochjoch
Blick von der Wormser Hütte über den Herzsee auf das Hochjoch
Höhe 2520 m ü. A.
Lage Vorarlberg, Österreich
Gebirge Verwall
Dominanz 5,7 km → Lobspitze
Schartenhöhe 545 m ↓ Furkla
Koordinaten 47° 3′ 58″ N, 9° 59′ 17″ OKoordinaten: 47° 3′ 58″ N, 9° 59′ 17″ O
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Hochjoch (Verwall) (Vorarlberg)
Hochjoch (Verwall) (Vorarlberg)
Gestein Biotitfleckenschiefer, Amphibolit, Hornblendegneis

Das Hochjoch ist ein 2520 m ü. A. hoher Berg mit zwei schwach ausgeprägten Gipfelhöckern im Verwall im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Es liegt oberhalb von Schruns im Montafon. Von Nordosten (z. B. vom Spullersee) erscheint das Hochjoch als ebenmäßige Pyramide, während es von Westen schon aus dem Walgau als breites Bergmassiv in Erscheinung tritt. Das Hochjoch ist durch mehrere Seilbahnen erschlossen und Teils des Skigebiets Silvretta Montafon.

Lage[Bearbeiten]

Das Wander- und Skigebiet am Hochjoch liegt im Gemeindegebiet von Schruns und ist auch bekannt als Kapell (von Kapellalpe). Die Vorderkapellalpe steht gleich hinter der Bergstation der von Schruns heraufführenden Hochjochbahn, die Hinterkapellalpe weiter östlich. Die Gemeindegrenze Schruns–Silbertal ist über den Berg gezogen und setzt sich südwestlich weiter auf dem Grat über das Kreuzjoch bis zur Zamangspitze fort.<ref>Vorarlberg Atlas4. Abgerufen am 13. Februar 2020.</ref>

Wandern[Bearbeiten]

Gipfel[Bearbeiten]

Westlich des Hochjoch-Gipfels, nahe dem Kreuzjoch, befindet sich die Wormser Hütte. Von dort bieten sich die folgenden Aufstiege an:

  • Kapelljoch auf 2325 m, ¼ Std.
  • Zamangspitze auf 2386 m, 1¼ Std. (Trittsicherheit ist erforderlich)
  • Kreuzjoch auf 2395 m, ¾ Std.
  • Hochjoch auf 2520 m, 2½ Std. (einige Stellen II)
  • Mittagsjoch auf 2362 m, 2 Std.
Datei:SchwarzseeHochjoch1.JPG
Schwarzsee
Siegerehrung der Kapell-Abfahrt beim Goldschlüsselrennen 1975

Klettersteig[Bearbeiten]

Beim Schwarzsee zweigt der Zustieg zum Hochjoch Klettersteig ab. Der Steig mit einer Schwierigkeit der Kategorie C führt durch die Westwand des Hochjochs hinauf bis zu dessen Gipfel. Kurz vor Ausstieg wurde eine 62 Meter lange Seilbrücke errichtet. Die gesamte Seillänge beträgt ungefähr 1700 Meter.<ref>Hochjoch Klettersteig - Schruns. Abgerufen am 30. Juli 2026.</ref>

Seen[Bearbeiten]

Beliebte Ziele sind der Herzsee (2216 m) unterhalb des Kreuzjochs sowie der Schwarzsee zwischen Hochjoch und Sennigrat.
Neben Sauerbleis (vorarlbergisch: "Bleise" steht für "Wiese", also saure Wiese) (1985 m) liegt der Speichersee Hochjoch. Er dient als Speicher für die Beschneiungsanlagen des Skigebietes.

Wintersport[Bearbeiten]

Am 15. Dezember 1906 wurde in Schruns der Wintersportclub Schruns gegründet und bereits im Winter 1906/07 besuchten die ersten Skifahrer das Gebiet.<ref> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Montafon 1906–2006 (Memento vom 3. Januar 2016 im Internet Archive), Sommerausstellung Heimatschutzverein Montafon (pdf, activepaper.tele.net; 6,0 MB)</ref>

Die Österreichischen Alpinen Skimeisterschaften 1947 sollten eigentlich auf der Kapellabfahrt am Hochjoch in Schruns gefahren werden, sie mussten aber wegen der warmen Temperaturen auf die Grabser Abfahrt auf der Tschaggunser Mittagspitze verlegt werden.

In den Jahren 1971, 1973 und 1975 war die Kapellalpe dann wieder Austragungsort von Ski-Weltcup-Rennen der Damen: Die Goldschlüsselrennen fanden mit Abfahrts- und Slalomwertung im Wechsel hier, auf Grabs (1963–1969) und am Golm (1977–1983) statt. Damit erlangte das Gebiet durch die Berichterstattung der Medien internationale Bekanntheit.

Die für den 20. und 21. Dezember 2011 geplanten Europacup-Rennen der Damen (Slalom) mussten wegen Schneemangel abgesagt werden.<ref>Europacuprennen in Schruns abgesagt. vol.at, 13. Dezember 2011</ref>

Seit 2012 finden regelmäßig zum Ski-Opening, Welt- und Europacup-Rennen im Ski- und Snowboardcross am Hochjoch statt.

Die Hochjoch Bergbahnen gehören seit der Zusammenlegung mit den Silvretta Nova Bergbahnen im Jahr 2008 zum Skizentrum Silvretta Montafon.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Neue Marke „Silvretta Montafon“ (Memento vom 9. Juli 2018 im Internet Archive)</ref>

Erschließung[Bearbeiten]

1913 gab es erste Pläne, eine Bahn auf das Schrunser Kapell zu bauen. Im Herbst 1945 schlugen die beiden Schrunser Josef Thöni und Albert Zudrell sowie der Alpinschriftsteller Walther Flaig den Bau einer Kabinenseilbahn von Schruns über die Kapellalpe auf den Kreuzjochgipfel in 2395 m Höhe vor.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/activepaper.tele.netDie Seilbahn auf das Schrunser Hochjoch (S. 31) (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive) (PDF; 1,4 MB).</ref>

1948 wurde die Montafoner Bergbahn GmbH gegründet. 1950 konnte die „Vierjahreszeitenbahn“ auf das Kapell (1855 m) eröffnet und 1951 auch die zweite Sektion (Kropfen–Kapellalpe) in Form eines Sessellifts in Betrieb genommen werden. 1966 wurde der Sessellift durch eine Pendelbahn von Waagner-Biro ersetzt, die als „Hochjochbahn“ bekannt ist. Die Anlage wurde mit 4 Kabinen (2 pro Tragseil) und einer Mittelstation zum Umstieg ausgeführt. Ein Umbau erfolgte im Jahr 1992, wobei die 45 Fahrgäste fassenden Kabinen durch 54er-Personen Kabinen ersetzt wurden, um eine erhöhte Förderleistung von bis zu 620 Personen pro Stunde zu erhalten.<ref>Lifte in der Welt ~ Liftdatenbank | Lift-World.info. Abgerufen am 30. Juli 2026.</ref><ref>Hochjoch Bahn I. Abgerufen am 30. Juli 2026.</ref> Die bestehende Pendelbahn soll bis ins Jahr 2027 durch eine Ein-Seil-Umlaufbahn ersetzt werden, die eine Förderleistung von bis zu 3000 Personen pro Stunde bieten soll.<ref>Hochjoch. Abgerufen am 30. Juli 2026.</ref>

Seit 1980 ist auch das Grasjoch-Gebiet erschlossen und mit der Zamangbahn von Schruns sowie der Kapellbahn von Silbertal wurden weitere Aufstiegsmöglichkeiten geschaffen.

Der auch im Sommer in Betrieb befindliche Sessellift Sennigratbahn führt von der Bergstation (Kapell) der Hochjochbahn auf den knapp 2300 Meter hohen Sennigrat. Von dort braucht man noch 15 bis 20 Minuten auf einem gut ausgebautem Wanderweg mit wenig Höhenunterschieden zur Wormser Hütte.

Es gibt heute vier Stationen der aufs Hochjochmassiv führenden Bahnen im Tal:

Bis 2011 war aber das Hochjoch nur von den talauswärtigen Orten erreichbar, mit 2011/12 ging mit der Grasjoch–Hochalpila-Anlage unterhalb der Zamangspitze die Verbindung über St. Gallenkirch in Betrieb. Seit der Wintersaison 2014/15 ist das Hochjoch durch die Panorama Bahn aus dem Gebiet von Kapell deutlich schneller erreichbar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Pindur, Roland Luzian, Andreas Weiskopf: Alpenvereinsführer Verwallgruppe. 10. Auflage. Bergverlag Rother, Ottobrunn bei München 2005, ISBN 3-7633-1251-X, S. 127.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Hochjoch Schruns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />