Zum Inhalt springen

Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von IFEU)
ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH
colspan="2" class="notheme" style="text-align:center; background-color:#Vorlage:Standardfarbe; color:#202122;" | ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH
Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg
Rechtsform des Trägers: gGmbH
Mitgliedschaft: Ecological Research Network (Ecornet)
Standort der Einrichtung: Heidelberg
Außenstellen: Berlin, Hamburg
Art der Forschung: Energie- und Umweltforschung
Mitarbeiter: 120
Website: www.ifeu.de

Das ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH (ifeu) wurde 1978 von wissenschaftlichen Mitarbeitern der Universität Heidelberg gegründet mit dem Ziel, unabhängige Forschungsarbeiten zu umweltrelevanten Themen zu ermöglichen. Das ifeu war eines der ersten selbstverwalteten und selbstbestimmten Forschungsinstitute in Deutschland.<ref>Mario Schmidt, Ulrich Höpfner (Hrsg.): 20 Jahre Ifeu-Institut. Engagement für die Umwelt zwischen Wissenschaft und Politik, Vieweg: Braunschweig, Wiesbaden 1998, ISBN 3-528-06980-5, S. 38</ref>

Das als gemeinnützig anerkannte Institut mit Sitz in Heidelberg sowie Zweigstellen in Berlin und Hamburg hat rund 120 Mitarbeiter (Stand 2025). Der Chemiker und Mitgründer Ulrich Höpfner war zwischen 1978 und 2009 Vorstand bzw. Geschäftsführer des ifeu. Derzeit (Stand 2026) sind Alexander Höger, Lothar Eisenmann und Martin Pehnt Geschäftsführer.<ref>Team, auf ifeu.de, abgerufen am 19. Mai 2026</ref>

Arbeitsfelder und Auftraggeber[Bearbeiten]

Die Arbeitsfelder umfassen (Stand 2025) folgende Bereiche: Biomasse und Ernährung, Ressourcen, Industrie & Produkte, Mobilität, Energie. Forschung, Beratung, Ökobilanzen und Nachhaltigkeitsbewertungen, Gutachten und Produktbewertungen, Risikobewertung, UVP & SUP.

Zu den Auftraggebern des ifeu zählen nationale und internationale Institutionen, Bundes- und Landesbehörden sowie Ministerien, darunter etwa Food and Agriculture Organization of the United Nations, European Environment Agency, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Umweltbundesamt oder Umweltministerium Baden-Württemberg.<ref>IFEU Referenzen</ref>

Hinzu kommen Beratungsleistungen für Kommunen oder namhafte Unternehmen wie Deutsche Shell AG, Volkswagen AG oder Deutsche Bahn, für die das ifeu u. a. fachliche Unterstützung und Datenbasis für den ersten Internet-Umweltbilanzrechner „UmweltMobilCheck“ lieferte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Umweltmobilcheck Hintergrundinformationen (Memento des Vorlage:IconExternal vom 6. Juni 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bahn.de</ref> Auch die Auto-Umweltliste des VCD basiert auf einer Studie des ifeu.<ref>VCD-Auto-Umweltliste. Berechnung der Punktzahl. VCD, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. August 2013; abgerufen am 14. August 2013.</ref> Weitere Auftraggeber sind Wirtschaftsverbände, Nichtregierungsorganisationen (etwa WWF), Schulen, Stadtwerke sowie Transport- und Logistikdienstleister. Zahlreiche Projekte wurden bzw. werden von der EU gefördert.<ref>EU-Projekte IFEU</ref>

Entwicklung der Themenfelder und exemplarische Forschungsprojekte[Bearbeiten]

Bereits im Gründungsjahr 1978 erregte das ifeu durch ein radioökologisches Gutachten zum Kernkraftwerk Wyhl bundesweites Aufsehen, mit dem sich auch die US-amerikanische Nuclear Regulatory Commission auseinandersetzte.<ref>Tüftler im Grünen. Der Spiegel 36/1980</ref> Es folgten weitere Forschungsaufträge aus dem Bereich der Kernenergie, etwa für das damalige deutsche Ministerium für Forschung und Technologie, aber auch zu anderen umweltrelevanten Themen, wie Zusammenhängen zwischen Luftverunreinigungen und Waldsterben.<ref>Mario Schmidt, Ulrich Höpfner (Hrsg.): 20 Jahre Ifeu-Institut. Engagement für die Umwelt zwischen Wissenschaft und Politik, Vieweg: Braunschweig, Wiesbaden 1998, ISBN 3-528-06980-5, S. 40</ref>

Später kam beispielsweise der Themenbereich Umwelt und Verkehr hinzu, so bezog Mitte der 1980er-Jahre das ifeu-Institut dezidierte Positionen in der Diskussion zum Tempolimit auf deutschen Straßen.<ref>Tempolimit: Taktik statt Taten. Der Spiegel 41/1984</ref> In der Folge wandte sich das ifeu auch dem damals neuen Thema der Ökobilanzierung zu. In diesem Zusammenhang entstanden Gutachten für Unternehmen wie Bertelsmann<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bertelsmann Die Klimabilanz 2010 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 21. Mai 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bertelsmann.de</ref> oder Duales System Deutschland.<ref>Der Grüne Punkt – Nachhaltigkeit in Zahlen</ref>

Beate Weber, damalige Oberbürgermeisterin von Heidelberg, konstatierte 1998 zum 20. Gründungsjubiläum: „[…] 20 Jahre ifeu – das ist etwas ganz Besonderes. So wird damit zum einen der erfolgreiche Weg von Wissenschaftlern aus der Universität in die Selbständigkeit dokumentiert, zu einer Zeit, als davon allgemein noch keine Rede war. Zum anderen lässt sich die Geschichte des ifeu nicht loslösen von der Entwicklung der Umweltpolitik und Umweltbewegung in Deutschland.“<ref>Mario Schmidt, Ulrich Höpfner (Hrsg.): 20 Jahre Ifeu-Institut. Engagement für die Umwelt zwischen Wissenschaft und Politik, Vieweg: Braunschweig, Wiesbaden 1998, ISBN 3-528-06980-5, S. 3</ref>

Eine 2004 abgeschlossene Ökobilanz-Untersuchung des ifeu, die PET-Einweg-Gebinde mit Glas-Mehrweg-Verpackungen verglich, bildete die bis dahin weltweit größte und umfassendste wissenschaftliche Studie in diesem Bereich.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.neue-verpackung.deWeltweit größte PET -Ökobilanz rehabilitiert Einwegflaschen, 17. September 2004 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juli 2025. Suche im Internet Archive)Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> Zu den vom ifeu untersuchten Themen zählt auch die Elektromobilität.<ref>Kein Elektroauto ist völlig sauber, Zeit Online, 9. Juli 2010.</ref> Speziell bei der Abfallwirtschaft unterstützte das ifeu-Institut gemeinsam mit Experten anderer Fachrichtungen das Bundesumweltministerium und den Interministeriellen Ausschuss „Nachhaltige Entwicklung“ der Bundesregierung bei der Erarbeitung und Auswahl von Nachhaltigkeitsindikatoren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />BMBF/FONA (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. Mai 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fona.de</ref> Das vom ifeu-Institut im Auftrag des baden-württembergischen Ministeriums für Umwelt und Verkehr erstellte Internetangebot „KlimaNet“, das sich an Schulen richtet, wurde von der UNESCO-Kommission für die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ 2005 offiziell als Dekadenprojekt ausgezeichnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />KlimaNet als Dekadenprojekt ausgezeichnet (Memento des Vorlage:IconExternal vom 17. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fona.de</ref>

Das ifeu ist eines der sieben Pionierinstitute der Nachhaltigkeitsforschung, die sich im Jahr 2011 gegründeten Netzwerk Ecological Research Network (Ecornet) zusammengeschlossen haben (mit Ecologic Institut, IÖW, ISOE, Öko-Institut, UfU sowie Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie).<ref>Ecornet</ref> Darüber hinaus zählt es zu den Instituten, die das seit 1992 jährlich herausgegebene Jahrbuch Ökologie begleiten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Mario Schmidt, Ulrich Höpfner (Hrsg.): 20 Jahre Ifeu-Institut. Engagement für die Umwelt zwischen Wissenschaft und Politik. Vieweg, Braunschweig/Wiesbaden 1998, ISBN 3-528-06980-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein