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Interleukin-10

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Interleukin-10
Interleukin-10
Bändermodell nach PDB 2H24

Vorhandene Strukturdaten: 1ilk, 1inr, 1j7v, 1lk3, 1vlk, 1y6k, 1y6m, 1y6n, 2h24, 2ilk

Eigenschaften des menschlichen Proteins
Masse/Länge Primärstruktur 160 Aminosäuren
Sekundär- bis Quartärstruktur Homodimer
Bezeichner
Gen-Namen
Externe IDs
Vorkommen
Homologie-Familie Hovergen
Übergeordnetes Taxon Gewebetiere, manche Viren<ref>InterPro: IPR000098 Interleukin-10 (englisch)</ref>
Orthologe
Mensch Hausmaus
Entrez 3586 16153
Ensembl ENSG00000136634 ENSMUSG00000016529
UniProt P22301 P18893
Refseq (mRNA) NM_000572 NM_010548
Refseq (Protein) NP_000563 NP_034678
Genlocus Chr 1: 206.77 – 206.77 Mb Chr 1: 131.02 – 131.02 Mb
PubMed-Suche 3586 16153

Interleukin-10 (oder kurz: IL10, oder veraltet: Cytokine-synthesis inhibitory factor bzw. kurz: CSIF) gehört innerhalb der Zytokine (Botenstoffe des Immunsystems) zu den Interleukinen. Es wird vor allem von Monozyten und ferner von TH2-Lymphozyten oder regulatorischen T-Zellen sezerniert.

IL10 bindet an dessen heterodimeren Rezeptor, der aus den Untereinheiten IL-10R1 (auch IL-10Rα) und IL-10R2 (auch IL-10Rβ) besteht.<ref></ref><ref name=":0"></ref>

Es hat zahlreiche Funktionen in der Regulation des Immunsystems. Es wirkt unter anderem begrenzend und hemmend auf Abwehrvorgänge, die z. B. in einen septischen Schock münden können und schützt damit den Organismus davor, sich durch übersteigerte Entzündungsprozesse selbst zu zerstören. Es ist zusammen mit TGF-β eines der wichtigsten antientzündlichen Zytokine und wichtig zur Entwicklung der Immuntoleranz.<ref name="Grütz2005">Gerald Grütz: New insights into the molecular mechanism of interleukin-10-mediated immunosuppression. In: Journal of Leukocyte Biology. Band 77, Nr. 1, Januar 2005, S. 3–15, doi:10.1189/jlb.0904484, PMID 15522916.</ref> Es hemmt die Bildung von Zytokinen der Th1-Antwort und wirkt verlängernd auf das Überleben, Vermehrung und die Antikörperproduktion von B-Lymphozyten. Es blockiert den nukleären Faktor NF-κB und ist in die Regulation des JAK-STAT-Signalweges einbezogen. Interleukin-10 ist ein wesentlicher Immunmodulator im Intestinaltrakt. Ein Mangel geht mit einer Veranlagung zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa einher.

IL-10 ist Teil der namensgebenden IL-10-Familie, zu der auch die Interleukine 19, 20, 22, 24, 26, 28A, 28B und 29 zählen.<ref name=":0" />

Genetik[Bearbeiten]

Der Präkursor des Interleukin-10 wird beim Menschen auf Chromosom 1 Genlocus q31-32 kodiert. Das Genprodukt umfasst 178 Aminosäuren.

Funktionen[Bearbeiten]

  • IL-10 hemmt die CD-28-Signalgebung und die Bildung von Tumornekrosefaktor, Interleukin-1 (und fördert synergistisch die Bildung eines Interleukin-1-Rezeptorantagonisten), Interleukin-2 und Interleukin-6 in antigenpräsentierenden Zellen wie z. B. Monozyten und dendritischen Zellen und damit indirekt die Aktivierung von T-Lymphozyten.
  • IL-10 hemmt die Aktivierung der Cyclooxygenase-2 durch Lipopolysaccharide in Monozyten.
  • Es lenkt die T-Lymphozytenantwort mehr von der TH1 zu TH2 hin.
  • IL-10 fördert die Proliferation der B-Lymphozyten und ihre Differenzierung zu Plasmazellen. Andererseits hemmt es die IgE-Bildung in Gegenwart von Monozyten.
  • Bei Natürlichen Killerzellen kann IL-10 die Interferon-Bildung hemmen in der Gegenwart von Monozyten oder dendritischen Zellen oder sie verstärken, wenn auf isolierte Natürliche Killerzellen gleichzeitig Interleukin-12 einwirkt.
  • Fördert die Phagozytose und hemmt die Antigenpräsentation bei Monozyten. Monozyten differenzieren weniger zu antigenpräsentierenden und damit die Entzündung allgemein fördernden dendritischen Zellen, sondern mehr zu die Entzündungsursache beseitigenden Makrophagen. Interleukin-10 hemmt aber nicht bereits ausdifferenzierte dendritische Zellen, da diese keinen IL-10-Rezeptor mehr exprimieren.

Forschung[Bearbeiten]

Pegilodecakin (PEG-hIL-10) ist ein rekombinantes PEGyliertes IL-10, welches in der Tumortherapie getestet wurde, beispielsweise bei Bauchspeicheldrüsenkrebs<ref></ref>, Nierenkrebs<ref></ref>, und auch in Kombination von PD-1-Inhibitoren<ref></ref>. Die Hoffnungen stützen sich auf Tierversuche, bei denen intratumorale, zytotoxische CD8+-T-Lymphozyten durch IL-10 aktiviert wurden.<ref>John B. Mumm, Jan Emmerich, Xueqing Zhang, Ivan Chan, Lingling Wu: IL-10 Elicits IFNγ-Dependent Tumor Immune Surveillance. In: Cancer Cell. Band 20, Nr. 6, Dezember 2011, S. 781–796, doi:10.1016/j.ccr.2011.11.003.</ref> Das Programm wird nicht mehr durch das Pharmaunternehmen Eli Lilly weitergeführt, eine Zulassung zur Anwendung am Menschen außerhalb von Studien besteht nicht.

IL-10 ist Gegenstand klinischer Forschung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis) oder anderen Autoimmunerkrankungen wie Schuppenflechte oder Asthma.<ref name=":0" />

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references/>

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