Anatomische Lage- und Richtungsbezeichnungen
Die Lage- und Richtungsbezeichnungen für die Körperteile der meisten Gewebetiere (inklusive des Menschen) dienen in der Anatomie zur Beschreibung der Position (situs), der Lage (versio) und des Verlaufs einzelner Strukturen. Zum Teil sind diese Termini auch Bestandteil anatomischer Namen. Während sich die standardsprachlichen Lagebezeichnungen wie „oben“ oder „unten“ je nach Körperposition ändern können, sind die anatomischen Lagebezeichnungen eindeutig, denn sie sind relativ zum Körper und damit unabhängig von seiner Position.
Bis auf die Schwämme und die radiärsymmetrischen Hohltiere (Coelenterata, Radiata) gehören alle vielzelligen Tiere (95 Prozent<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Spektrum Akademischer Verlag, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref>) zu den Bilateria (Bilateralia, „Zweiseitentiere“), die aufgrund ihrer bilateralen Körpersymmetrie (Ausnahme Stachelhäuter: Pentamerie) so genannt werden. Bilateralsymmetrisch ist ein Körper, wenn er sich entlang der Medianebene (Spiegelebene, Symmetrieebene) in zwei äußerlich gleiche spiegelbildliche Hälften teilen lässt. Anders als bei radiärsymmetrischen Gewebetieren, durch die sich viele Symmetrieebenen legen lassen (Polysymmetrie), haben die Bilateria eine eindeutige Symmetrieebene in Körperlängsrichtung (Monosymmetrie), anhand der sich verschiedene Ebenen und Richtungen definieren lassen.<ref>Hynek Burda: Allgemeine Zoologie. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2005, ISBN 3-8001-2838-1, S. 54.</ref>
In übertragener Weise werden diese Begriffe auch auf manche Einzeller, insbesondere Geißeltierchen wie etwa Dinoflagellaten angewendet. Ein Beispiel findet sich bei Lee et al. (2019).<ref name="Lee2019">Sung Yeon Lee, Hae Jin Jeong, Ji Eun Kwon, Ji Hyun You, So Jin Kim, Jin Hee Ok, Hee Chang Kang, Jae Yeon Park: First report of the photosynthetic dinoflagellate Heterocapsa minima in the Pacific Ocean: morphological and genetic characterizations and the nationwide distribution in Korea. In: Algae, Band 34, Nr. 1, 15. März 2019, S. 7–21; Epub auf e-algae.org, doi:10.4490/algae.2019.34.2.28</ref>
Manchmal ist der Rückgriff auf die anatomische Grundposition nötig. Beim Menschen ist diese wie folgt definiert: aufrechter Stand, die Augen geradeaus, die Hände supiniert (Handflächen nach vorn); die Füße stehen parallel (siehe auch Neutral-Null-Methode).
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Anatomische Hauptrichtungen[Bearbeiten]
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. dorsal<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (lateinisch dorsalis, von dorsum ‚Rücken‘): rückenseits, rückenwärts gelegen,<ref name=":0" /> am Rücken gelegen
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. ventral<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (lateinisch ventralis, von venter ‚Bauch‘): bauchseits, bauchwärts gelegen,<ref name=":0" /> am Bauch gelegen (in der Schmetterlingskunde mit dem Symbol △ dargestellt)
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.kranial oder cranial<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (lateinisch cranialis, ‚schädelwärts gelegen‘,<ref name=":0" /> von cranium ‚Schädel‘): zum Schädel hin
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. kaudal oder caudal<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (lateinisch caudalis, ‚schwanzwärts gelegen‘,<ref name=":0" /> von cauda ‚Schwanz‘): zum Schwanz hin (bei schwanzlosen Tieren ist das Gesäß bzw. das Steißbein hier richtungsbestimmend)
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. proximal (lateinisch proximalis, ‚rumpfwärts gelegen‘,<ref name=":0" /> von proximus ‚nächster‘): zum Körperzentrum hin (abweichende Bedeutung in der Nephrologie: am Anfang des Nierenkanälchen)
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. distal (lateinisch distalis, ‚peripherwärts gelegen‘,<ref name=":0" /> von distare ‚entfernt sein‘): vom Körperzentrum entfernt (abweichende Bedeutung in der Zahnmedizin, siehe unten; abweichende Bedeutung in der Nephrologie: am Nierenkanälchenende)
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. In Bezug auf die Medianebene (Spiegelebene der Körpersymmetrie) unterscheidet man:
- median (lateinisch medianus, von medium ‚Mitte‘, von medius ‚der Mittlere‘): annähernd in der Medianebene bzw. der sagittalen Mittelebene<ref name=":0" /> gelegen
- paramedian: (deutlich) neben der Medianebene gelegen
- medial<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (lateinisch medialis): zur Medianebene hin (nach der Mittelebene gelegen<ref name=":0" />)
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. lateral<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (lateinisch lateralis ‚seitlich gelegen‘,<ref name=":0" /> von latus ‚Seite‘): von der Medianebene weg, zur Seite hin
- anterolateral: vorne und seitlich
- homolateral: oder ipsilateral: auf der gleichen Seite
- kontralateral: auf der gegenüberliegenden Seite
- dexter: rechts
- sinister: links
Weitere allgemeine Lage- und Richtungsbezeichnungen Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.[Bearbeiten]
- vertikal (lateinisch verticalis, von vertex ‚Scheitel‘): ‚senkrecht‘,<ref name=":0">Heinz Feneis: Anatomisches Lexikon der internationalen Nomenklatur. Mit Zeichnungen von Gerhard Spitzer. Thieme, Stuttgart 1970; 3. unveränderte Auflage unter dem Titel Anatomisches Bildwörterbuch der internationalen Nomenklatur ebenda 1972, ISBN 3-13-330103-9, S. 375.</ref> entlang der Linie vom Scheitel zur Sohle
- horizontalis ‚waagerecht‘<ref name=":0" />
- postkranial oder postcranial: ‚hinter dem Schädel‘ (beim Menschen: unterhalb), also Rumpf und Gliedmaßen betreffend
- profund (lateinisch profundus ‚tief‘, ‚in der Tiefe gelegen‘<ref name=":0" />): in tieferen, oberflächenfernen Geweben des Körper(teil)s gelegen
- superfizial (lateinisch superficialis ‚oberflächlich‘, ‚oberflächlich gelegen‘<ref name=":0" />): nahe der oder an der Oberfläche des Körper(teil)s gelegen
- terminal am Ende gelegen
- subterminal nicht ganz am Ende gelegen
- apikal <templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (lateinisch apex ‚Spitze‘) an der Spitze gelegen (vgl. Apex cordis „Herzspitze“, Apex linguae „Zungenspitze“, Apex nasi „Nasenspitze“), davon abgeleitet
- antapikal an der Spitze von vorne,<ref name="Lee2019" />
- subapikal (direkt) hinter der Spitze befindlich,<ref name="AlgaeBase">Guillardia D.R.A.Hill & R.Wetherbee, 1990. AlgaeBase</ref>
- basal<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. die Basis bildend, am Grunde, grundständig
- parabasal neben der Basis befindlich
- intrakorporal (von lateinisch intra ‚innerhalb‘, corpus ‚Körper‘): innerhalb des Körpers
- internus (lateinisch für ‚der Innere‘)<ref name=":0" />
- externus (lateinisch für ‚der Äußere‘)<ref name=":0" />
- ektop am falschen Ort gelegen (→ Ektopie)
- zentral näher zur Mitte, nichtperipher
- peripher fern vom Körperstamm<ref>Wolfgang Miehle: Gelenk- und Wirbelsäulenrheuma. Eular Verlag, Basel 1987, ISBN 3-7177-0133-9, S. 175.</ref>
<templatestyles src="FN/styles.css" />
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Lage- und Richtungsbezeichnungen am Rumpf[Bearbeiten]
Neben den üblichen Bezeichnungen für die Hauptrichtungen verwendet man in der Humananatomie im Bereich des Rumpfes häufig die Begriffe
- anterior (von lateinisch ante ‚vor‘): vorderer, vorn liegend (beim Menschen identisch mit ventral)
- posterior (von lateinisch post ‚hinter‘): hinterer, hinten liegend (beim Menschen identisch mit dorsal)
- inferior (von lateinisch infra ‚unter‘): unterer, der untere, unten liegend (beim Menschen identisch mit kaudal)
- superior (von lateinisch super ‚über‘): oberer, der obere, oben liegend (beim Menschen identisch mit kranial)
Obige Begriffe sind in der Tieranatomie ausschließlich am Kopf erlaubt.
In Bezug auf die Wirbelsäule:
- prävertebral: vor der Wirbelsäule
- paravertebral: neben der Wirbelsäule
In Bezug auf das Brustbein:
- retrosternal: hinter dem Brustbein
- parasternal: seitlich des Brustbeins
Lage- und Richtungsbezeichnungen am Kopf[Bearbeiten]
Am Kopf ist die Bezeichnung kranial nicht sinnvoll. Für an der Vorderseite des Schädels gelegene oder zur Vorderseite bzw. zum vorderen Ende des Schädels hin orientierte Strukturen verwendet man daher die Begriffe:
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.rostral (lateinisch rostrum ‚Schnabel‘, ‚Rüssel‘): an der Kopfvorderseite, schnauzen- oder schnabelwärts
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.oral (lateinisch os ‚Mund‘): am Mund, im Mund, mundwärts; den Mund betreffend, dazu gelegentlich:
- adoral: am Mund
- postoral: hinter der Mundöffnung
Für hinten liegende Strukturen verwendet man auch den Begriff:
- aboral: vom Mund weg gelegen
- okzipital oder occipital (lateinisch occiput ‚Hinterhaupt‘): zum Hals (bzw. zur Kontaktebene zwischen Kopf und Hals) hin gelegen (→ Hinterhauptbein).
Statt lateral und medial verwendet man am Kopf, insbesondere am Auge, auch die Begriffe:
- temporal (lateinisch temporalis, von tempus ‚Schläfe‘): schläfenwärts, also seitlich (lateral)
- nasal (lateinisch nasus ‚Nase‘): nasenwärts, zur in der Mitte gelegenen Nase hin (medial)
Lage- und Richtungsbezeichnungen für die Gliedmaßen[Bearbeiten]
Während bis zur Hand- bzw. Fußwurzel noch die gleichen Bezeichnungen wie am Rumpf gelten, verwendet man für die Gliedmaßen<ref>Vgl. Heinz Feneis: Anatomisches Lexikon der internationalen Nomenklatur. Mit Zeichnungen von Gerhard Spitzer. Thieme, Stuttgart 1970; 3. unveränderte Auflage ebenda 1972, ISBN 3-13-330103-9, S. 375 (Termini ad membra spectantes. Richtungsbezeichnungen für die Gliedmaßen).</ref> Hand bzw. Fuß:
- dorsal (lat. dorsum manus ‚Handrücken‘ und dorsum pedis ‚Fußrücken‘): zum Hand- bzw. Fußrücken hin gelegen
- palmar (lateinisch palmaris ‚handtellerwärts gelegen‘, von palma manus ‚Handfläche‘): handflächenseitig
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. volar: hohlhandseitig, identisch mit palmar
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. plantar (lateinisch plantaris ‚fußsohlenwärts gelegen‘, von planta pedis ‚Fußsohle‘): fußsohlenseitig
- axial (lat. axis ‚Achse‘): zu einer gedachten Gliedmaßenachse hin gelegen
- abaxial: von der gedachten Gliedmaßenachse weg gelegen
Durch die mögliche Rotation des Unterarms und des Unterschenkels sind die Bezeichnungen medial und lateral nicht eindeutig definiert. Daher sagt man normalerweise beim Unterarm
- ulnar: (lateinisch ulnaris, ‚ulnarwärts gelegen‘) zur Elle (Ulna) hin (statt medial)
- radial: (lateinisch radialis ‚radialwärts gelegen‘) zur Speiche (Radius) hin (statt lateral)
und in gleicher Weise beim Unterschenkel
- tibial: (lateinisch tibialis ‚tibialwärts gelegen‘) zum Schienbein (Tibia) hin
- fibular: (lateinisch fibularis ‚fibularwärts gelegen‘) zum Wadenbein (Fibula) hin
Lage- und Richtungsbezeichnungen bei Körperhöhlen[Bearbeiten]
In den Körperhöhlen verwendet man zusätzlich die Begriffe:
- parietal (lat. paries ‚Wand‘): zur Wand eines Organes oder zur Leibeswand gehörig; wandständig, seitlich. Der Begriff kann auch den Scheitelbereich bezeichnen (lat. os parietale „Scheitelbein“).
- viszeral (lat. viscera ‚Eingeweide‘): zu den Eingeweiden hin gelegen, zu den Eingeweiden gehörend
- thorakal (lat. thorax ‚Brustkorb‘): am Brustkorb, im Brustkorb
- intrathorakal: innerhalb des Brustkorbs, z. B. intrathorakaler Druck
- abdominal (lat. abdomen ‚Bauch‘): am Bauch, im Bauch
- intraabdominal: innerhalb der Bauchhöhle, z. B. intraabdominales Fett
- intraperitoneal: innerhalb der Bauchhöhle im Bereich des Bauchfells
Adjektivbildungen zu weiteren Körperteilen[Bearbeiten]
Zu praktisch allen Körperteilen und Organen können Adjektive gebildet werden, um die Zugehörigkeit zu bezeichnen. Dazu wird der lateinische Wortstamm in der Regel mit der Endsilbe -al versehen, zum Beispiel
- anal<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (lat. anus, After)
- genital (lat. genitale, Geschlechtsorgan)
- intestinal (lat. intestinum ‚Darm‘)
- laryngeal (lat. larynx ‚Kehlkopf‘)
- nuchal (lat. nucha ‚Nacken‘)
- sakral (lat. os sacrum ‚Kreuzbein‘)
- spinal (lat. spina ‚Wirbelsäule‘)
- zervikal (lat. cervix ‚Hals‘)
Mit Präfixen wie sub (unter) und supra (über) können Positionen relativ zu dem Körperteil oder Organ angegeben werden, zum Beispiel
- extrauterin (lat. uterus ‚Gebärmutter‘): außerhalb der Gebärmutter, vgl. Extrauteringravidität
- infraorbital (lat. orbita Augenhöhle), unterhalb der Augenhöhle (z. B. Nervus infraorbitalis)
- retrosternal (lat. sternum ‚Brustbein‘): hinter dem Brustbein
- sublingual (lat. lingua ‚Zunge‘): unter der Zunge
- supratrochlear (lat. trochlea ‚Rolle‘), z. B. Nervus supratrochlearis
- infrarenal (lat. ren ‚Niere‘): unter der Niere beziehungsweise unterhalb des Abgangs der Nierenarterien
- paraaortal (lat. aorta ‚Hauptschlagader‘): neben der Aorta
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Lage- und Richtungsbezeichnungen an den Zähnen[Bearbeiten]
Bei den Zähnen sind sonst übliche Bezeichnungen wie medial („zur Mitte“) wegen der Krümmung des Zahnbogens nicht brauchbar. Stattdessen werden andere Bezeichnungen wie mesial verwendet. Die Bezeichnung distal hat beim Gebiss eine spezifische Bedeutung.
Die einzelnen Zähne selbst werden mit dem Zahnschema bezeichnet, wobei heute fast ausschließlich das EDV-gerechte FDI-Schema gebräuchlich ist.
Flächen der Zahnkrone[Bearbeiten]
Entlang des Zahnbogens
- mesial<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (griech. mesos ‚mittig‘): zur Mitte des Zahnbogens hin
- distal<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (lat. distare ‚entfernt sein‘): zum Ende des Zahnbogens hin
- approximal (lat. approximare ‚sich annähern‘): zum Nachbarzahn hin (unspezifische Alternative zu mesial und distal)
Äußere Fläche (Vorhof- oder Vestibulärfläche)
- labial<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (lat. labium ‚Lippe‘): lippenseitig, im Frontzahnbereich identisch mit vestibulär<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden.
- bukkal oder buccal<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (lat. bucca ‚Backe‘): wangenseitig, im Seitenzahnbereich identisch mit vestibulär<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden.
- vestibulär<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (lat. vestibulum ‚Vorhof‘) zum Mundvorhof hin (labial oder bukkal)
Innere Fläche (Lingual- oder Zungenfläche)
- lingual<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. (lat. lingua ‚Zunge‘): zungenseitig, identisch mit oral
- palatinal (lat. palatum ‚Gaumen‘): gaumenseitig (ausschließlich an den Oberkieferzähnen anzuwenden), identisch mit oral
- oral (lat. os ‚Mund‘): zur inneren Mundhöhle hin (lingual oder palatinal)
Kaufläche (Okklusionsfläche)
- okklusal (lat. occludere ‚verschließen‘), veraltet auch mastikal: zur Okklusionsfläche (Kaufläche) hin (bei Seitenzähnen)
- inzisal (lat. incidere ‚einschneiden‘): zur Schneidekante hin (bei Frontzähnen)
<templatestyles src="FN/styles.css" />
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Krone, Hals, Wurzel und Pulpa[Bearbeiten]
- koronal (von lateinisch corona ‚Krone‘): an der Zahnkrone, zur Zahnkrone hin
- intrakoronal (lat. intra ‚innerhalb‘, lat. corona ‚Krone‘): in der Zahnkrone
- perikoronal (griech. peri ‚um … herum‘, lat. corona ‚Krone‘): um die Zahnkrone herum
- zervikal (lat. cervix ‚Hals‘): am Zahnhals, zum Zahnhals hin
- radikulär (lat. radix ‚Wurzel‘): an der Zahnwurzel, die Zahnwurzel betreffend, von der Zahnwurzel ausgehend
- periradikulär (griech. peri ‚um … herum‘, radix ‚Wurzel‘): um die Zahnwurzel herum
- interradikulär (lat. inter ‚zwischen‘, radix ‚Wurzel‘): zwischen den Zahnwurzeln gelegen
- intrakanalikulär (lat. intra ‚innerhalb‘, lat. canalis ‚Röhre‘): in dem Wurzelkanal
- apikal (lat. apex ‚Spitze‘): an der Wurzelspitze, zur Wurzelspitze hin
- periapikal (griech. peri ‚um … herum‘, lat. apex ‚Spitze‘): um die Wurzelspitze herum
- pulpal (lat. pulpa ‚Fleisch‘): an der Zahnpulpa (das Zahnmark), die Pulpa betreffend
Kieferknochen und Zahnfleisch[Bearbeiten]
- mandibulär (lat. mandibula ‚Unterkiefer‘): auf den Unterkiefer bezogen
- paramandibulär (griech. para ‚neben‘, lat. mandibula ‚Unterkiefer‘): neben dem Unterkiefer
- perimandibulär (griech. peri ‚um … herum‘, lat. mandibula ‚Unterkiefer‘): um den Unterkiefer herum
- submandibulär (lat. sub ‚unter‘, lat. mandibula ‚Unterkiefer‘): unter dem Unterkiefer
- mental (lat. mentum ‚Kinn‘): am Kinn, das Kinn betreffend, Mehrdeutigkeit mit mental von lat. mens ‚Geist‘
- submental (lat. sub ‚unter‘, lat. mentum ‚Kinn‘): unter dem Kinn
- maxillär (lat. maxilla ‚Oberkiefer‘): auf den Oberkiefer bezogen. Selten bezieht sich das Wort maxillär auch auf den Unterkiefer. Beispiel: Eine bimaxilläre Umstellungsosteotomie ist eine Operation, bei der sowohl der Unterkiefer als auch der Oberkiefer vom restlichen Gesichtsskelett abgetrennt und in neuer Lage fixiert werden.
- krestal oder crestal (engl. crest, lat. crista ‚Kamm‘): 1. vom Kieferkamm her; 2. im Bereich des knöchernen Alveolarrandes (Limbus alveolaris) oder an der Crista alveolaris; Arcus alveolaris
- subkrestal oder subcrestal (lat. sub ‚unter‘, engl. crest, lat. crista ‚Kamm‘): unter dem Kieferkamm
- suprakrestal oder supracrestal (lat. supra ‚oberhalb‘, engl. crest, lat. crista ‚Kamm‘): über dem Kieferkamm
- gingival (lat. gingiva ‚Zahnfleisch‘): zum Zahnfleisch gehörend, zum Zahnfleisch hin
- subgingival (lat. sub ‚unter‘, lat. gingiva ‚Zahnfleisch‘): unter dem Zahnfleisch, auch für unterhalb des Zahnfleischrands
- paragingival (griech. para ‚neben‘, lat. gingiva ‚Zahnfleisch‘): auf Höhe des Zahnfleischrands
- supragingival (lat. supra ‚oberhalb‘, lat. gingiva ‚Zahnfleisch‘): über dem Zahnfleisch, auch für oberhalb des Zahnfleischrands
- marginal (lat. margo ‚Rand‘): zum Zahnfleischrand gehörend
- paramarginal (griech. para ‚neben‘, lat. margo ‚Rand‘): neben dem Zahnfleischrand, zumeist im Sinne von parallel zum Zahnfleischrand
- parodontal (griech. para ‚neben‘, lat. dens ‚Zahn'): den Zahnhalteapparat betreffend
- interdental (lat. inter ‚zwischen‘, lat. dens ‚Zahn'): zwischen den Zähnen oder zwischen zwei benachbarten Zähnen
- intrafurkal (lat. intra ‚innerhalb‘, furka Gabel): im Bereich der Aufteilungsstelle der Zahnwurzeln (Bifurkation, Trifurkation)
Sonstige Lage- und Richtungsbezeichnungen[Bearbeiten]
- axial (lat. axis ‚Achse‘): in Richtung der Zahnachse
- zentral (lat. centrum ‚Mitte‘): an der kieferzugewandten Seite eines Zahnes bzw. zum Alveolarfortsatz hin
- transdental (lat. trans ‚darüber hinaus‘ und dens ‚Zahn‘): durch den Zahn hindurch, über die Wurzelspitze hinaus
Körperebenen[Bearbeiten]
Es gibt drei Hauptscharen von Körperebenen: Transversalebenen, Frontalebenen und Sagittalebenen. Die mittlere Sagittalebene ist die Medianebene. Entsprechend unterscheidet man die Richtungen bzw. Achsen:
- transversal: (zu lateinisch transversus ‚quer verlaufend‘<ref name=":0" />) rechts ↔ links
- longitudinal: (lateinisch longitudinalis ‚längs verlaufend‘<ref name=":0" />) oben ↔ unten
- sagittal (lateinisch sagittalis ‚in Richtung des Scheitels gelegen‘,<ref name=":0" /> von sagitta ‚Pfeil‘): vorne ↔ hinten
- median: vorne ↔ hinten in der Medianebene
In der Bildgebung des Kopfes werden Schnitte entlang dieser Körperebenen wie folgt benannt:
- axiale Schnitte: horizontale Schnitte (d. h. in den Transversalebenen). Ergebnis: Man blickt von oben oder unten in den Kopf hinein. Erklärung des Begriffs: „Schnitt durch die Längsachse des Körpers“.
- koronare (coronare) Schnitte: senkrechte Schnitte in den Frontalebenen. Ergebnis: Man blickt von vorne oder hinten in den Kopf hinein. Erklärung des Begriffs: „Schnitt parallel zur Sutura coronalis“ (von lateinisch coronalis ‚kranzartig‘<ref name=":0" />). Deswegen besteht vor allem in der Anatomie auch der Begriff der „Koronalebene“, der früher üblicher war. Besonders in der klinischen Verwendung und in der Radiologie ist hingegen die Koronarebene üblich.
- sagittale Schnitte: senkrechte Schnitte in den Sagittalebenen. Ergebnis: Man blickt von der Seite in den Kopf hinein.
Verlaufsbezeichnungen[Bearbeiten]
- aszendierend (lat. ascendere ‚aufsteigen‘): aufsteigend
- deszendierend (lat. descendere ‚absteigen‘): absteigend
- antegrad oder anterograd: nach vorn; in der normalen Bewegungs- oder Flussrichtung
- retrograd: rückwärts; entgegen der normalen Bewegungs- oder Flussrichtung
Literatur[Bearbeiten]
- Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 265. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-030509-8.
- Walter Hoffmann-Axthelm: Lexikon der Zahnmedizin. 6. Auflage. Quintessenz-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-87652-609-6.
- Joseph Maria Stowasser: Der Kleine Stowasser – Lateinisch-deutsches Schulwörterbuch. Begr. von J. M. Stowasser, M. Petschenig, F. Skutsch. Hrsg. von Fritz Lošek unter Mitwirkung von Barbara Dowlasz (u. a.) Völlige Neubearbeitung. Oldenbourg Schulbuchverlag, Wien / München 2016, ISBN 978-3-637-01549-4, ISBN 978-3-230-04285-9.
- Wilhelm Gemoll: Griechisch-deutsches Schul- und Handwörterbuch. Oldenbourg Schulbuchverlag; Auflage: Neubearbeitung 2006, ISBN 978-3-637-00234-0.
- Gerhard Maschinski: Lexikon Zahnmedizin Zahntechnik. Verlag Urban & Fischer, 1999, ISBN 3-437-05060-5.
- Heinz Feneis: Anatomisches Lexikon der internationalen Nomenklatur. Mit Zeichnungen von Gerhard Spitzer. Thieme, Stuttgart 1970; 3. unveränderte Auflage ebenda 1972, ISBN 3-13-330103-9, S. 375 (Termini situm et directionem partium corporis indicantes. Lage- und Richtungsbezeichnungen für die Körperteile).
Weblinks[Bearbeiten]
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Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />