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Joseph J. Ellis

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Joseph Ellis, 2016

Joseph J. Ellis (* 18. Juli 1943 in Alexandria (Virginia)) ist ein US-amerikanischer Historiker und Hochschullehrer, der sich auf die Gründerväter der Vereinigten Staaten spezialisiert hat.

Leben[Bearbeiten]

Ellis studierte Geschichte am College of William and Mary, dann erwarb er den Master und promovierte 1969 an der Yale University. Darauf diente er in der US-Army als Captain und lehrte in West Point. 1972 wechselte er an das Mount Holyoke College in Massachusetts, lehrte dort als Professor und von 1980 und 1990 als Dean, und wurde danach zum Inhaber des Ford Foundation Chair ernannt. 2001 musste er wegen einer falschen Behauptung, am Vietnamkrieg teilgenommen zu haben, zurücktreten<ref>Prof. Ellis' Course Is Yanked Over Lies. 21. Juni 2001, abgerufen am 17. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, wurde aber 2005 erneut berufen und ging 2012 in den Ruhestand.<ref name=":0">Trustees Name Four Faculty Members to Endowed Chairs. In: Mount Holyoke College. 20. Mai 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Oktober 2012; abgerufen am 3. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er lebt mit seiner Frau in Amherst, Massachusetts.<ref>Joseph Ellis Historian - Biography. Abgerufen am 17. März 2026.</ref>

Sein Buch Founding Brothers wurde 2001 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet<ref name="Pulitzer">Alfred A. Knopf: Winning Work: Founding Brothers: The Revolutionary Generation By Joseph J. Ellis. In: The Pulitzer Prizes. Abgerufen am 3. Januar 2021.</ref>, und American Sphinx: The Character of Thomas Jefferson wurde mit dem National Book Award for Nonfiction ausgezeichnet. Er trat in mehreren Dokumentationen auf und schreibt in großen Zeitungen wie der New York Times.<ref>Joseph J. Ellis - The New York Times. Abgerufen am 17. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seine Bücher Founding Brothers, der Bestseller His Excellency George Washington sowie 1776. Sommer der Revolution wurden ins Deutsche übersetzt.<ref name=":0" />

Präsident Donald Trump hat Vorwürfe auf sich gezogen, die amerikanische Verfassung zu ignorieren. Ellis hat ihm vorgeworfen, sie nie gelesen zu haben und sie nicht zu verstehen.<ref>Joseph J. Ellis: A ghost story for Donald Trump – and all of us. 4. Februar 2019, abgerufen am 17. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Werk[Bearbeiten]

Ellis’ erstes Werk The New England Mind in Transition: Samuel Johnson of Connecticut, 1696–1772 aus dem Jahr 1973 ist die erste wissenschaftliche Biografie des Geistlichen Samuel Johnson, des ersten Chancellor des Kings College, den er nutzt, um die intellektuelle Entwicklung Neu-Englands zu zeigen. Johnsons Philosophie sieht Ellis als „Mischmasch alter und neuer Ideen“, d. h. von Aufklärung und Puritanismus geprägt. Dabei bewertet er Johnson als nicht besonders genial, doch als bedeutenden Intellektuellen, der sich mit den wichtigen Themen seiner Zeit beschäftigte. Wahrscheinlich verstand er aber gerade die neuen Ideen nicht. Gerald G. Goodwin beschreibt das Buch als „nützlich und handwerklich“, allerdings sei noch mehr über Johnson zu sagen.<ref>Gerald G. Goodwin: [Rezension zu: Joseph J. Ellis. The New England Mind in Transition: Samuel Johnson of Connecticut, 1696–1772.] In: The American History Review, Band 80 (1975), S. 1382</ref> James A. Henretta sieht das Buch zwar als eine normale Biografie, doch das Buch sei darin gut.<ref>James A. Henretta: [Rezension zu: The New England Mind in Transition: Samuel Johnson of Connecticut, 1696-1772 by Joseph Ellis] In: The Journal of Interdisciplinary History, Band 6 (1976), S. 738–740</ref><ref>David H. Flaherty: [Rezension zu: The New England Mind in Transition: Samuel Johnson of Connecticut, 1696–1772. By Joseph J. Ellis.] In: Journal of American History, Band 61 (1974), S. 759f.</ref>

Zusammen mit Robert Moore, der auch in West Point wirkte, schrieb er School for Soldiers: West Point and the Profession of Arms, das 1974 veröffentlicht wurde. Es versucht die damalige Philosophie und Operation der Militärakademie West Point zu zeigen. Dafür interviewen sie Kadetten und Offiziere und nutzen Veröffentlichungen der Akademie. Sie urteilen, dass die Akademie ein Anachronismus der modernen Zeit sei, was aber positiv genutzt werde. Als exzellent bezeichnet John F. Marszalek das Buch.<ref>John F. Marszalek: [Rezension zu: School for Soldiers: West Point and the Profession of Arms, by Joseph Ellis and Robert Moore] In: Western Pennsylvania History, 1976, S. 77–79</ref> Allan R. Millett bezeichnet das Buch als guten Anfang für Recherche über West Point.<ref>Allan R. Millett: [Rezension zu: School for Soldiers: West Point and the Profession of Arms by Joseph Ellis, Robert Moore] In: History of Education Quarterly, Band 18 (1978), S. 97–100</ref>

In seinem 1979 veröffentlichten Buch After the Revolution: Profiles of Early American Culture behandelt Ellis die Biografien von Charles Wilson Peale, Hugh Henry Brackenridge, William Dunlap und Noah Webster, in denen er sowohl liberale und traditionelle Einflüsse entdeckt. Sie sollen kulturelle Spannungen zwischen republikanischem Idealismus und aufkommenden Kapitalismus repräsentieren.

Sein 1993 veröffentlichtes Werk Passionate Sage: The Character and Legacy of John Adams behandelt den Ruhestand des zweiten Präsidenten der Vereinigten Staaten John Adams, also nach seiner Niederlage während der Wahl 1800, mit einem Fokus auf seine späteren politischen Schriften. Anders als viele vorherige Historiker urteilt Ellis positiv über Adams und löste damit eine Vielzahl an Biografien von Adams aus. George W. Franz bewertet das Buch als einfach zu lesen und gut geschrieben.<ref>George W. Franz: [Rezension zu: Passionate Sage: The Character and Legacy of John Adams, by Joseph J. Ellis] In: Pennsylvania History Band 62 (1995), S. 128f.</ref><ref name="Bastian">Peter Bastian: Some Dead White Males do Matter: John Adams and Thomas Jefferson Revisited In: Australasian Journal of American Studies Band 21 (2002), S. 101–110</ref>

1997 erschien American Sphinx: The Character of Thomas Jefferson, eine unkonventionelle Biografie, die nur Teile seines Lebens umfasst, weil schon genug gute Biografien geschrieben wurden. Ellis beschreibt also vier Teile seines Lebens: seine politische Etablierung in Philadelphia (1775–1776), seine Zeit als Diplomat in Frankreich (1784–1789), seine Zeit auf seinem Gut Monticello (1794–1797), sein erster Teil der Präsidentschaft (1800–1804) und sein letztes Jahrzehnt (1816–1826). Dabei versucht er eine Mitte zwischen „Götzendienst und Ausweidung“.<ref>Robert Middlekauff: [Rezension zu: American Sphinx: The Character of Thomas Jefferson by Joseph J. Ellis] In: The William and Mary Quarterly Band 55 (1998), S. 435–438</ref> Alan Taylor bezeichnet das Buch als durchgehend interessant und oft elegant, jedoch ist es unfertig, wie Monticello in Jeffersons Leben.<ref>Alan Taylor: American Abyss In: Reviews in American History, Band 25 (1997), S. 390–395</ref><ref name="Bastian" />

Einen Pulitzer-Preis erhielt Ellis für Founding Brothers: The Revolutionary Generation, in dem er sechs Momente im Leben mehrerer Gründerväter (Burr-Hamilton Duell, Kompromiss von 1790, Petitionen zur Beendigung der Sklaverei, die Farewell Adress von George Washington, die Kollaboration zwischen James Madison, Jefferson, Adams und Abigail Adams sowie Adams und Jeffersons Freundschaft in ihrem Lebensabend) beschreibt.<ref name="Pulitzer" /> Diese historischen Momente nutzt er zur Besprechung der politischen Themen der frühen Republik. John Ferling sieht besonders Kapitel 3 und 4 positiv, doch kritisiert er, dass Ellis nicht auch politische Figuren von 1776 wie Samuel Adams beschreibt. Auch kritisiert er die Bewertungen von Abigail Adams und Madison: Abigail sei nicht so wichtig für ihren Ehemann wie ein politischer Verbündeter. Madisons Denken wird zwar als außerordentlich beschrieben, doch die Beschreibung seiner Tätigkeit als Politiker lässt zu wünschen übrig. Insgesamt sieht Ferling das Buch positiv.<ref>John Ferling: [Rezension zu: Founding Brothers: The Revolutionary Generation by Joseph J. Ellis] In: The Georgia Historical Quarterly, Band 85 (2001), S. 136–138</ref> Von James M. Bauer wird das Buch als auf der Ebene von The Age of Federalism von Stanley Elkins und Eric McKitrick gesehen.<ref>James M. Banner, Jr.: [Rezension zu: Founding Brothers: The Revolutionary Generation by Joseph J. Ellis] In: The William and Mary Quarterly, Band 58 (2001), S. 491–493</ref>

Ellis 2005 veröffentlichtes Buch His Excellency: George Washington ist eine Biografie und Charakterstudie zu George Washington, der von Ellis positiv bewertet wird. In einem Review von mehreren Büchern über Washington, u. a. His Excellency beschreibt William C. Calhoun diese als exzellent.<ref>William M. Calhoun: [Rezension zu: His Excellency: George Washington by Ellis, Joseph J.; Washington’s Crossing by Fischer, David Hackett; An Imperfect God: George Washington, His Slaves and the Creation of America by Wiencek, Henry] In: Naval War College Review, Band 58 (2005), S. 154–160</ref> R. William Weisberger bewertet das Buch als exzellent, doch weist er auf einige Details, z. B. Washingtons Freimaurerei, hin, die fehlen.<ref>R. William Weisberger: [Rezension zu: His Excellency: George Washington by Joseph J. Ellis] In: Pennsylvania History: A Journal of Mid-Atlantic Studies, Band 73 (2006), S. 267–270</ref>

Ellis verfasste weitere Werke über die Gründerväter: First Family Abigail and John Adams über die Beziehung zwischen Abigail und John Adams, Revolutionary Summer über den Sommer 1776, The Quartet: Orchestrating the Second American Revolution 1783-1789 über den Verfassungskonvent und American Dialogue: The Founders and Us über die Meinungen von Gründervätern zu modernen politischen Themen.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • The New England Mind in Transition: Samuel Johnson of Connecticut, 1696–1772 Yale University Press, New Haven 1973
  • Zusammen mit Robert Moore: School for Soldiers: West Point and the Profession of Arms Oxford University Press, New York 1974
  • After the Revolution: Profiles of Early American Culture W. W. Norton & Company, New York 1979
  • Passionate Sage: The Character and Legacy of John Adams W. W. Norton & Company, New York 1993; 2. Auflage. 2001, ISBN 0-393-31133-3.
  • American Sphinx: The Character of Thomas Jefferson Alfred A. Knopf, Inc., New York 1997.
  • Hrsg. und Mitautor: What Did the Declaration Declare? (Historians at Work)
  • Founding Brothers: The Revolutionary Generation Vintage, 2000. ISBN 9780375705243.
    • Sie schufen Amerika. Die Gründergeneration von John Adams bis George Washington. Aus dem Amerik. von Martin Pfeiffer. C.H. Beck, München 2002, ISBN 978-3-40649520-5.
  • His Excellency: George Washington Albert A. Knopf, New York 2004
    • Seine Exzellenz George Washington. Eine Biographie. Aus dem Amerikanischen von Martin Pfeiffer. C.H. Beck, München 2005, ISBN 9783406535093.
  • First Family Abigail and John Adams. Knopf, New York 2010, ISBN 0307269620.
  • mit Edmund S. Morgan und Rosemarie Zagarri: The Birth of the Republic, 1763–89. Chicago: University of Chicago Press, 2013. ISBN 0226923436.
  • Revolutionary Summer. The Birth of American Independence, Random House Inc., 2014, ISBN 9780307946379.
    • 1776. Der Sommer der Revolution, C.H. Beck, München 2026, ISBN 978-3-406-84381-5.
  • The Quartet: Orchestrating the Second American Revolution 1783-1789, 2015, ISBN 978-0804172486.
  • American Dialogue: The Founders and Us, 2018, ISBN 978-0-38535342-7.
  • The Cause: The American Revolution and Its Discontents. Liveright, New York 2021, ISBN 978-1-63149-898-5.
  • The Great Contradiction. The Tragic Side of the American Founding, Knopf, New York 2025, ISBN 978-0-59380141-3. (Zur Sklaverei)

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Joseph J. Ellis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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