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Zwiebel-Binse

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Zwiebel-Binse
Datei:Juncus bulbosus sl29.jpg

Zwiebel-Binse (Juncus bulbosus)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Binsengewächse (Juncaceae)
Gattung: Binsen (Juncus)
Art: Zwiebel-Binse
Wissenschaftlicher Name
Juncus bulbosus
L.

Die Zwiebel-Binse (Juncus bulbosus), auch Knollen-Binse genannt<ref name="InfoFlora" />, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Binsen (Juncus) innerhalb der Familie der Binsengewächse (Juncaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Juncus bulbosus — Flora Batava — Volume v5.jpg
Illustration der Zwiebel-Binse (Juncus bulbosus)
Datei:Juncus bulbosus sl7.jpg
Blütenstand mit Laubtrieben
Datei:Juncus bulbosus sl17.jpg
Blütenstand mit Laubtrieben

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Zwiebel-Binse wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 1 bis 20 (bis 30) Zentimeter erreicht.<ref name="Podlech1980" /> Sie bildet kurze Ausläufer. Die Basis der Sprossachse ist zwiebelartig verdickt. Der meist bogig aufsteigende Stängel kann an den Knoten (Nodien) wurzeln und ist oft rötlich. Die Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert. Die Öhrchen der Blattscheide sind lang und häutig. Die Laubblätter sind oft etwas rinnig und innen mit mehreren engen Längsröhrchen. Die Blattspreite kann borstlich bis fadenförmig, rundlich oder oberseits schwach rinnig sein und von variabler Länge.<ref name="Podlech1980" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit ist Juli bis Oktober.<ref name="Podlech1980" /> Der endständige Blütenstand ist eine Spirre. In der verzweigten Spirre sind zwei bis 15 Blüten knäuelig zusammengefasst. Der gesamte Blütenstand besteht aus 3 bis 20 solcher Köpfchen.<ref name="Podlech1980" /> Blütenköpfchen können aber teilweise durch Adventivsprosse aus den Achseln der Deckblätter ersetzt sein.<ref name="Podlech1980" /> Die rötlichgrünen Perigonblätter sind gleich lang und die äußeren spitziger als die inneren. Sie sind 2 bis 3 Millimeter lang, breit hautrandig und grün, hellbraun bis dunkelbraun oder rötlich.<ref name="Podlech1980" /> Die äußeren Blütenhüllblätter sind eiförmig bis lanzettlich und bootförmig.<ref name="Podlech1980" /> Der innere Staubblattkreis fehlt oder ist stark reduziert, daher gibt es oft nur drei Staubblätter. Die Staubbeutel sind 0,3 bis 1 Millimeter lang und so lang wie oder länger als die Staubfäden. Der sehr kurze Griffel trägt blassrote, 1 bis 1,5 Millimeter lange Narben.<ref name="Podlech1980" /> Die reife Kapselfrucht ist stachelspitzig und deutlich länger als die Perigonblätter. Sie ist grün bis dunkelbraun und gegen den Grund zu heller.<ref name="Podlech1980" /> Die Samen sind 0,5 bis 0,6 Millimeter lang, ellipsoidisch und rotbraun.<ref name="Podlech1980" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.<ref name="Oberdorfer2001" />

Datei:Juncus bulbosus sl6.jpg
Habitus
Datei:Juncus bulbosus sl25.jpg
Die Stängelbasen sind teilweise knollig angeschwollen.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Zwiebel-Binse ist ein Hydrophyt und Hemikryptophyt. Die Wuchsform ist je nach Standort sehr veränderlich. Untergetauchte Individuen gleichen solchen nur wenig, deren Standort nie längere Zeit überspült wird. Manche können sogar regelrecht im Wasser fluten. Manche Exemplare blühen schon im ersten Jahr und bleiben dann klein; ihr Stängel kann dann sogar nur einen Zentimeter lang sein.<ref name="Podlech1980" /> Blattartige Missbildungen am Blütenstand können durch die Stiche des Binsenflohs (Livia juncorum) hervorgerufen werden.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Zwiebel-Binse kommt außer in Europa in Marokko und in Tunesien vor. In Nordamerika, in Australien und in Neuseeland ist sie ein Neophyt.<ref name="POWO" /> In Europa fehlt sie nur in den Ländern Albanien, Griechenland, Bulgarien und Moldau.<ref name="Euro+Med" /> Die Zwiebel-Binse besitzt einen (nordisch-)subatlantischen Verbreitungsschwerpunkt. Die Zwiebel-Binse fehlt oder ist selten im südlichen Mittelmeergebiet und in Südosteuropa. Die östliche Verbreitungsgrenze ist annähernd der 30. östliche Längengrad.

Die Zwiebel-Binse gedeiht am besten in sauren und daher kalkarmen oder kalkfreien, oft überschwemmten Sand-, Schlick- oder Torfböden. Sie wächst an offenen Stellen in Flachmooren, in der Uferzone von Heideseen oder in träge durchflossenen Gräben von Sandgebieten. In Mitteleuropa ist sie insgesamt selten, kommt aber an ihren Standorten meist in kleineren Beständen vor. Sie steigt in den Alpen bis in Höhenlagen von etwa 1250 Meter.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w+ (nass aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie und Systematik[Bearbeiten]

Die Zwiebel-Binse wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Tomus 1, S. 327 als Juncus bulbosus erstbeschrieben. Synonyme für Juncus bulbosus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind Juncus supinus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Moench, Juncus setifolius Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehrh., Juncus uliginosus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Roth, Juncus fluitans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lam. und Juncus supinus f. submersus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Glück. Wegen ihrer Vielgestaltigkeit hat die Art sehr viele Synonyme. So zählt POWO für die Art 82 verschiedene Synonyme auf<ref name="POWO" />, EURO+MED 65 Synonyme.<ref name="Euro+Med" />

Manche Autoren unterscheiden 2 Unterarten:

  • Juncus bulbosus subsp. bulbosus
  • Juncus bulbosus subsp. kochii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(F.W.Schultz) Reichg.: Sie besitzt meist 6 Staubblätter mit Staubbeuteln, die halb so lang wie die Staubfäden sind. Die Perigonblätter sind hellbraun bis kastanienbraun. Sie wurde in Deutschland in Mecklenburg-Vorpommern, in Sachsen und in Rheinland-Pfalz beobachtet.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med"> World Checklist of Selected Plant Families 2010, The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. In: Datenblatt Juncus bulbosus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="POWO">Datenblatt Juncus bulbosus bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> <ref name="Podlech1980">Dietrich Podlech: Familie Juncaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 383–384. </ref> <ref name="InfoFlora"> Juncus bulbosus L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Juncus. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 223.</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Zwiebel-Binse (Juncus bulbosus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien