Amtsgericht Steinau
Das Amtsgericht Steinau (bis 1867 Justizamt Steinau) war ein von 1822 bis 1968, als Zweigstelle bis 1975 bestehendes Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit mit Sitz in Steinau an der Straße.
Geschichte[Bearbeiten]
Durch das Organisations-Edikt vom 29. Juni 1821<ref>Verordnung vom 29. Juni 1821, die Umbildung der bisherigen Staatsverwaltung betreffend (Kurhess. GS S. 29–62)</ref> wurden im Kurfürstentum Hessen Verwaltung und Justiz getrennt. Für die Rechtsprechung in erster Instanz wurden Justizämter und für die Verwaltung Landkreise eingerichtet. So bildete man aus dem bisherigen Amt Steinau und Schlüchtern, den Gerichten Brandenstein und Ramholz des bisherigen Amtes Altengronau sowie den Orten Herolz, Sannerz und Weiperz aus dem bisherigen Amt Salmünster das Justizamt Steinau, die administrativen Funktionen für das genannte Gebiet gingen dagegen auf den Kreis Schlüchtern über.<ref>Verordnung vom 30. August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend (Kurhess. GS S. 76)</ref> Der Bezirk des neu errichteten Justizamts bestand demnach aus
- den Städten Steinau und Schlüchtern sowie den Dörfern Ahlersbach, Bellings, Breitenbach, Klosterhöfe, Hintersteinau, Hohenzell, Kressenbach, Marjoß, Niederzell, Reinhards, Seidenroth und Wallroth des Amts Steinau und Schlüchtern<ref>XVI) Amt Steinau und Schlüchtern. In: Handbuch des kurhessischen Militair-, Hof- und Civil-Staats auf das Jahr 1821. Waisenhaus, Kassel, S. 194–195.</ref>;
- den Orten Elm, Gundhelm, Hutten und Oberkalbach des Gerichts Brandenstein<ref name="Altengronau">II) Amt Altengronau, nebst dem Amt Brandenstein und dem Gericht Ramholz. In: Handbuch des kurhessischen Militair-, Hof- und Civil-Staats auf das Jahr 1821. Waisenhaus, Kassel, S. 184–185.</ref>;
- den Orten Hinkelhof, Ramholz und Vollmerz des Gerichts Ramholz<ref name="Altengronau" /> sowie
- Herolz, Sannerz und Weiperz aus dem Amt Salmünster.
Am 15. Januar 1832 wurde das Assistenzamt Schlüchtern, bestehend<ref>11) Justizamt Steinau mit dem Amte Schlüchtern und dem Gericht Ramholz. In: Kurhessisches Staats- und Adress-Handbuch auf das Jahr 1830. Waisenhaus, Kassel, S. 171–172.</ref> aus den Orten Schlüchtern, Elm, Gundhelm, Herolz, Hutten, Oberkalbach, Sannerz und Weiperz, zu einem selbstständigen Justizamt erhoben.<ref>Verordnung vom 21. Dezember 1831, die Veränderung einiger Untergerichts-Bezirke betreffend (Kurhess. GS S. 157–159)</ref> Mit dem 1. Januar 1850 gingen der Patrimonial-Gerichtsbezirk Ramholz mit den Orten Hinkelhof, Ramholz und Vollmerz sowie die Ortschaften Breitenbach, Klosterhöfe, Hintersteinau, Reinhards und Wallroth an das Justizamt Schlüchtern, dagegen ging das bis dahin zum Justizamt Salmünster zählende Dorf Marborn an das Justizamt Steinau.<ref>Verordnung vom 20. Dezember 1849, betreffend die Vollziehung des Gesetzes vom 13ten November d. J., über die Aufhebung der von den Standes- und Grundherren ausgeübten Gerichtsbarkeit etc., sowie die Veränderung einiger Untergerichtsbezirke im Obergerichtsbezirke Hanau. (Kurhess. GS S. 143)</ref> In Folge der Annektierung Kurhessen durch Preußen im Deutschen Krieg 1866 kam es zu einer grundlegenden Neuordnung der dortigen Gerichtsverfassung. Die bisherigen Justizämter, Obergerichte und das Oberappellationsgericht Cassel wurden aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in dem vormaligen Kurfürstenthum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 26. Juni 1867 (PrGS 1867, S. 1085)</ref> So wurde am 1. September 1867 aus dem vorherigen Justizamt das Amtsgericht Steinau.<ref>Verfügung vom 8. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 26. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstenthum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen, mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden neuen Gerichte (JMBl. S. 221)</ref> Gehörte dieses Amtsgericht anfangs noch zum Bezirk des Kreisgerichts Hanau, so kam es anlässlich des Inkrafttretens des Gerichtsverfassungsgesetzes am 1. Oktober 1879 zum Wechsel in den Bezirk des an die Stelle des Kreisgerichts tretenden Landgerichts Hanau.<ref>Verordnung, betreffend die Errichtung der Amtsgerichte vom 26. Juli 1878 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.PrGS 1878, S. 275 ( des Vorlage:IconExternal vom 23. September 2023 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)</ref> Der Bezirk des Amtsgerichts Steinau selbst bestand aber wie bisher schon aus der Stadt Steinau und den Gemeinden Ahlersbach, Bellings, Hohenzell, Kressenbach, Marborn, Marjoß, Niederzell und Seidenroth.<ref>Verordnung, betreffend die Bildung der Amtsgerichtsbezirke vom 5. Juli 1879 (PrGS 1879, S. 542)</ref>
Am 1. Juli 1957 musste die Gemeinde Ahlersbach an das Amtsgericht Schlüchtern abgegeben werden.<ref>Gesetz über Maßnahmen auf dem Gebiete der Gerichtsorganisation (§1 Abs. 4) vom 6. März 1957. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1957 Nr. 5, S. 16 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref> Am 1. Juli 1968 erfolgte die Aufhebung des Amtsgerichts Steinau<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 3 d) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref>, welches fortan nur noch als Zweigstelle des Amtsgerichts Schlüchtern fungierte.<ref>Betrifft: Gerichtsorganisation (Errichtung von Zweigstellen der Amtsgerichte) vom 1. Juli 1964. In: Der Hessische Minister Justiz (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1968 Nr. 28, S. 1037, Punkt 777: § 1 Abs. 2c) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,8 MB]).</ref> Am 1. November 1975 wurde auch diese Zweigstelle aufgelöst.<ref>Dritte Anordnung zur Änderung der Anordnung über die Errichtung und die Zuständigkeit von amtsgerichtlichen Zweigstellen (Ämder GVBl. II 210-33) vom 23. September 1975. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1975 Nr. 21, S. 232, Artikel 1, Abs. 1 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,1 MB]). ändert die Anordnung über die Errichtung und die Zuständigkeit von amtsgerichtlichen Zweigstellen (GVBl. II 210-33) vom 22. Mai 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 18, S. 270 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,6 MB]).</ref>
Gebäude[Bearbeiten]
Das Amtsgericht war im Steinauer Amtshaus untergebracht.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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Koordinaten: 50° 18′ 43,8″ N, 9° 27′ 33,7″ O
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