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Kaffee (Pflanze)

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Kaffee
Datei:Koeh-189-cropped.jpg

Arabica-Kaffee (Coffea arabica), Illustration

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Unterfamilie: Ixoroideae
Tribus: Coffeeae
Gattung: Kaffee
Wissenschaftlicher Name
Coffea
L.

Kaffee (Coffea) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) mit derzeit 124 bekannten Arten. Die berühmtesten unter ihnen sind die als Plantagenpflanzen bevorzugten Arabica-Kaffee (Coffea arabica) und Robusta-Kaffee (Coffea canephora), letztere bekannter unter dem nur noch als Synonym geltenden Namen Coffea robusta. Es werden aber die Samen („Bohnen“) von mindestens fünf weiteren Arten ebenfalls geröstet und verkauft, um daraus das Getränk Kaffee herzustellen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Coffea-Arten sind immergrüne, kleine Bäume oder Sträucher, manchmal Kletterpflanzen. Die gegenständigen, gestielten Laubblätter besitzen eine einfache, glänzende Blattspreite. Es sind Nebenblätter vorhanden.

Es werden achselständige, vielblütige und zymöse Blütenstände gebildet. Die duftenden, zwittrigen und sitzenden bis kurz gestielten Blüten sind vier- bis neunzählig. Es sind teils mehrere verwachsene Tragblätter (Calyculus) vorhanden, diese sind teils blattartig vergrößert. Der Kelch am Blütenbecher ist nur minimal ausgebildet, er ist gestutzt oder bis sechszipflig. Die weißen bis rosa Kronblätter sind röhrig, stielteller- oder trichterförmig verwachsen; wobei die Röhre kürzer ist als die dachigen Kronzipfel. Es sind bis zu 8 sehr kurze Staubblätter oben in der Kronröhre vorhanden. Der zweikammerige Fruchtknoten ist unterständig, der Griffel endet in einer zweilappigen Narbe.

Die Kaffeekirschen oder Kaffeebeeren genannten Steinfrüchte schmecken fruchtig süß, besitzen aber sehr wenig Fruchtfleisch.<ref>Erin Meister: Ever Wonder What a Coffee Cherry Tastes Like? In: serious eats. 1. Februar 2011, abgerufen am 16. Juli 2019.</ref> Dieses ist umgeben von einer dicken, weichen Schale. Unter der Fruchtpulpe befindet sich das von Schleim umgebene Pergamenthäutchen. Darunter liegt das Silberhäutchen, das die Samen bedeckt. In der Frucht befinden sich meist zwei, selten mehr, Samen, die so genannten Kaffeebohnen. Gelegentlich bildet sich auch nur ein Samen aus, welcher dann Perlbohne genannt wird.<ref>Perlbohne im Kaffee-Lexikon. Abgerufen am 5. März 2015.</ref>

Nutzung[Bearbeiten]

Die Kaffeebohnen genannten Samen enthalten als wirksamen Bestandteil Coffein und sind der Rohstoff für das anregende Heißgetränk Kaffee. Dazu werden die Bohnen auf unterschiedliche Weise getrocknet, (mit oder ohne Fruchtfleisch) fermentiert und später geröstet. Die Schale der Kaffeekirsche kann zur Herstellung von Cascara verwendet werden.

Aus den rohen oder gerösteten Samen des Kaffeestrauchs wird das Kaffeebohnenöl gewonnen, das hauptsächlich zur Produktion von Sonnenschutzmitteln und Körperlotionen dient.<ref>Kaffeebohnenöl. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. April 2015; abgerufen am 5. März 2015.</ref> Bis zur Verkohlung geröstet und zu Pulver verrieben wird medizinische Kaffeekohle als natürliches Mittel vor allem zur Behandlung von Durchfallerkrankungen eingesetzt.<ref>Kaffeekohle – Ein Heilpulver nicht nur für den Darm. 22. April 2011, abgerufen am 27. März 2015.</ref>

Bilder[Bearbeiten]

Datei:Carte Coffea robusta arabic.svg
Kaffeeanbaugebiete der Welt
r: Robusta-Kaffee
m: Robusta- und Arabica-Kaffee
a: Arabica-Kaffee

Geschichte[Bearbeiten]

Fast alle Arten haben ihre ursprüngliche Heimat im tropischen Afrika, Madagaskar und den Maskarenen.

Seit dem 17. Jahrhundert wird in Europa Kaffee getrunken, verbreitet durch Araber und Türken. Die mit Abstand häufigste kultivierte Art ist Coffea arabica, deren Urform aus den Hochländern Äthiopiens und des Sudans stammt, heute aber weltweit in der tropischen und subtropischen Zone als Kulturpflanze angebaut wird.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Coffea wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 1 Seite 172 aufgestellt. Synonyme für Coffea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind Buseria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.T.Durand, Cafe Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Adans., Hexepta Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Leiochilus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hook. f., Nescidia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A.Rich., Paolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Chiov., Pleurocoffea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Baill., Psilanthopsis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A.Chev., Solenixora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Baill. Die Gattung Coffea wird in die zwei Untergattungen Baracoffea und Coffea gegliedert.<ref name="GRIN" /> Von etwa 124 Arten in der Gattung Coffea wurden einige erst im 21. Jahrhundert beschrieben. Die Gattung Coffea gehört zur Tribus Coffeeae in der Unterfamilie Ixoroideae innerhalb der Familie der Rubiaceae.

Von der Vielzahl botanischer Arten werden neun entweder weltweit oder wenigstens regional kultiviert und zum Brauen von Kaffee verwendet.

In der Gattung Coffea gibt es etwa 124 Arten:<ref name="WCSP" />

Datei:Kona Coffee tree.jpg
Coffea arabica
Datei:Coffea arabica 002.JPG
Coffea arabica, Blüte
Datei:Coffea arabica 5.jpg
Coffea arabica blühend
Datei:Coffea arabica1.jpg
Coffea arabica fruchtend
Datei:Coffea canephora 4.JPG
Coffea canephora
Datei:Coffea liberica (5597934575).jpg
Coffea liberica

Kultivierte Kaffeearten[Bearbeiten]

  • Coffea arabica: Der Anbau erfolgt vorzugsweise auf Höhenlagen von 1000 bis 3000 Metern, die Wuchshöhe beträgt etwa 5 Meter, Laubblätter 5–20 cm lang, trägt Früchte nach 3 – 5 Jahren für 50 – 60 (– 100) Jahre, Früchte 9–11 Monate nach der Befruchtung reif, in Deutschland der üblicherweise konsumierte Kaffee, 1,5 % Coffein, mehrere Sorten, über 60 % der Weltkaffeeproduktion<ref name="Flora of Thailand">Flora of Thailand. Abgerufen am 16. Juli 2019.</ref>
  • Coffea canephora (Robusta), ursprünglich West- und Zentralafrika, erst seit dem 19. Jh. als Kaffeepflanze bekannt, natürliche Wuchshöhe bis zu 8 m, Blätter bis zu 40 cm lang, Früchte 6–8 Monate nach der Befruchtung reif, 2,7 % Coffein, Geschmack herber, mehrere Sorten, getrunken v. a. in Südfrankreich, Spanien, Portugal, ca. 36 % der Weltkaffeeproduktion<ref name="Flora of Thailand" />
  • Coffea liberica, Wuchshöhe bis 9 (– 20) m, ursprünglich Flachland Westafrikas, inzwischen auch Philippinen, Indonesien, Vietnam, Laubblätter bis 35 cm lang und 15 cm breit; Kirschen größer und härter als bei Arabica und Robusta, ertragreich und widerstandsfähig gegenüber Parasiten
    • darunter die Sorte Excelsa, 1904 entdeckt, Wuchshöhe bis 20 m, Umgebung des Tschadsees (250 m über dem Meer), dürrestabil, Laubblätter zunächst rötlich violett, erst im Alter Grün, Früchte brauchen zum Reifen 12 bis 14 Monate, nur 1 % der Weltproduktion
  • Coffea stenophylla, um 1890 entdeckt, Wuchshöhe max. 3 m, ursprünglich Bergländer Guineas, Sierra Leones und der Elfenbeinküste, heute auch andere Länder Westafrikas und außerafrikanische Länder in Höhenlagen bis zu 700 Metern, trägt erst nach 7 Jahren für nur 9 Jahre, Bohnen rund, groß und schwarz, milder Geschmack
  • Coffea congensis, Kongo (Kinshasa), kleine schmale Blätter, große weiße Blüten<ref name="kaffeemagazin">kaffeemagazin.com</ref>
  • Coffea bonnieri, Nord-Madagaskar, große dunkelgrüne Blätter, weiße Blütenblätter um die Kaffeekirschen<ref name="kaffeemagazin" />
  • Coffea racemosa, Mosambik, lokaler Gebrauch
  • Coffea zanguebariae, Tansania, lokaler Gebrauch
  • Coffea benghalensis, Wild- und Kulturpflanze in Bengalen, in Höhenlagen von 300 bis 900 Metern, außerhalb der Ursprungsregion schwer zu kultivieren, buschartig, lange dünne Blätter, kleine weiße Blüten, große Bohnen, Aroma ähnlich wie Robusta, außer als Getränk auch für medizinische Zwecke genutzt.<ref name="kaffeemagazin" /><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Pflanzenverzeichnis eines bengalischen Nationalparks (Memento vom 5. März 2014 im Internet Archive)</ref>
  • Coffea arabica var. maragogype, Mutation aus Arabica oder Kreuzung zwischen Arabica und Liberica, Bohnen ein Drittel größer als Arabica, angebaut in Mexiko und Nicaragua in Höhenlagen von 400 bis 1200 Metern, niedriger Ertrag
  • Híbrido de Timor: Ein natürlicher Hybride von Arabica- und Robusta-Kaffee.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Becker, Volker Höhfeld, Horst Kopp: Kaffee aus Arabien. Der Bedeutungswandel eines Weltwirtschaftsgutes und seine siedlungsgeographische Konsequenz an der Trockengrenze der Ökumene. (Reihe: Erdkundliches Wissen. Schriftenfolge für Forschung und Praxis. Heft 46). Wiesbaden 1979.
  • Antoinette Schnyder von Waldkirch: Wie Europa den Kaffee entdeckte. Reiseberichte der Barockzeit als Quelle zur Geschichte des Kaffees. Zürich 1988.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Kaffee (Coffea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP</ref> </references>

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