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Klebsiella

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Klebsiella
Datei:Klebsiella-pneumoniae.jpg

Klebsiella pneumoniae
(sekundärelektronenmikroskopische Aufnahme)

Systematik
Reich: Pseudomonadati
Abteilung: Proteobakterien (Pseudomonadota)
Klasse: Gammaproteobacteria
Ordnung: Enterobacterales
Familie: Enterobacteriaceae
Gattung: Klebsiella
Wissenschaftlicher Name
Klebsiella
Trevisan 1885
(Approved Lists 1980)
emend. Drancourt et al. 2001

Die Gattung Klebsiella umfasst gramnegative stäbchenförmige Bakterien der Familie der Enterobacteriaceae. Benannt wurden sie nach dem ostpreußischen Bakteriologen Edwin Klebs. Die Bakterien, mit Ausnahme von Klebsiella aerogenes, haben keine aktive Bewegung und sind von einer Schleimkapsel (Glykokalyx) umgeben. Sie leben unter oxischen Bedingungen, also in Gegenwart von Sauerstoff, aerob, können aber auch ohne Sauerstoff leben, d. h., sie sind fakultativ anaerob. Typisch für Klebsiella ist ein Biofilm, der auf den Kolonien entsteht.

Klebsiella-Arten leben im Boden, in Gewässern und auf Getreide. Von den Klebsiella-Arten sind Klebsiella granulomatis als Erreger des Granuloma inguinale, Klebsiella pneumoniae und Klebsiella aerogenes als Bewohner des Magen-Darm-Traktes medizinisch relevant. Alle Arten sind unempfindlich (resistent) gegen Penicillin. Als Erreger von im Krankenhaus erworbenen Infektionskrankheiten (siehe nosokomialen Infektionen) ist vor allem K. pneumoniae, neben K. aerogenes von Bedeutung, vor allem wenn es sich um multiresistente Bakterienstämme handelt.

Stoffwechsel[Bearbeiten]

Die Angehörigen der Gattung Klebsiella sind chemoorganotroph, d. h., sie bauen zur Energiegewinnung organische Stoffe ab. Sie sind fakultativ anaerob: Wenn Sauerstoff vorhanden ist (oxisches Milieu), haben sie einen oxidativen Energiestoffwechsel, sie oxidieren die organischen Stoffe zu Kohlenstoffdioxid und Wasser; wenn kein Sauerstoff vorhanden ist, also unter anoxischen Bedingungen, nutzen sie die 2,3-Butandiolgärung zur Energiegewinnung. Hierbei entstehen als Endprodukt vor allem in großen Mengen der Alkohol 2,3-Butandiol und Kohlenstoffdioxid, daneben in geringen Mengen u. a. verschiedene Säuren.

Bei anderen Gattungen der Familie Enterobacteriaceae wie z. B. Escherichia und Salmonella, ist die Gemischte Säuregärung der anaerobe Energiestoffwechselweg, wobei im Gegenteil zu der Butandiolgärung große Mengen von Säuren (Essigsäure, Milchsäure und Bernsteinsäure) als Endprodukte entstehen, aber kein Butandiol. Dieses Merkmal wird zur Unterscheidung der Enterobacteriaceae-Gattungen genutzt. Dazu dient der Voges-Proskauer-Test, mit dem Acetoin, ein Zwischenprodukt der 2,3-Butandiolgärung, nachgewiesen wird. Klebsiella reagiert hierbei also positiv.

Systematik und Taxonomie[Bearbeiten]

Datei:Raoultella planticola Standard I colonies 97.jpg
Klebsiella planticola [Raoultella planticola]: Kolonien auf einer Nähragarplatte

Die Artenliste ist nach der {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (LPSN) mit Stand 31. August 2026 wie folgt;

Gattung Klebsiella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Trevisan 1885 (Approved Lists 1980) [Raoultella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Drancourt et al. 2001, Calymmatobacterium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Aragão & Vianna 1913 (Approved Lists 1980)]


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Synonyme (Auswahl)[Bearbeiten]

In diesem Abschnitt werden Bakterien aufgeführt, die früher der Gattung Klebsiella angehörten, nun aber zu anderen Gattungen gestellt wurden oder die umgekehrt aus anderen Gattungen in Klebsiella überführt wurden.

Medizinische Bedeutung[Bearbeiten]

Klebsiellen können Lungenentzündung, Harnwegsinfektion, Bakteriämie, Sepsis, Bauchfellentzündung und intraabdominelle Abszesse verursachen. Nosokomiale Infektionen mit Klebsiella-Arten kommen vor. Für die antibiotische Behandlung von Klebsiellen-Erkrankungen ist die Unterscheidung von Wildtyp und ESBL-positiven Stämmen von Bedeutung.<ref>Marianne Abele-Horn: Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten. Unter Mitarbeit von Werner Heinz, Hartwig Klinker, Johann Schurz und August Stich, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, ISBN 978-3-927219-14-4, S. 264 (Klebsiella spp.).</ref>

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Systematik und Synonyme nach:

  • George M. Garrity, Julia A. Bell, Timothy G. Lilburn: Taxonomic Outline of the Prokaryotes. Bergey’s Manual of Systematic Bacteriology. 2. Auflage, Release 5.0, Springer, New York 2004 (PDF)
  • Martin Dworkin u. a. (Hrsg.): The Prokaryotes. A Handbook of the Biology of Bacteria. Band 6: Proteobacteria: Gamma Subclass. 3. Auflage, Springer-Verlag, New York 2006, ISBN 0-387-30746-X.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Klebsiella – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references>

<ref name="UniProt"> UniProt: Taxonomy - Phyllobacterium myrsinacearum (SPECIES). Dazu:

</ref> <ref name="Drancourt2001"> Michel Drancourt, C. Bollet, Angelino Carta, P. Rousselier: Phylogenetic analyses of Klebsiella species delineate Klebsiella and Raoultella gen. nov., with description of Raoultella ornithinolytica comb. nov., Raoultella terrigena comb. nov. and Raoultella planticola comb. nov. In: International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology. Band 51, 2001, S. 925–932, ISSN 1466-5026; doi:10.1099/00207713-51-3-925 (englisch). </ref> <ref name="Kern1966"> Hartmut Kern: Untersuchugen zur genetischen Transformation zwischen Agrobacterium tumefaciens und Rhizobium spec. Istitut für Botanik ud Mikrobiologie, Kernforschungsanlage Jülich, September 1966; Jül-416-BO (PDF). </ref> <ref name="Mergaert2002">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2 </ref> <ref name="Tindall2017"> B. J. Tindall, G. Sutton, G. M. Garrity: Enterobacter aerogenes Hormaeche and Edwards 1960 (Approved Lists 1980) and Klebsiella mobilis Bascomb et al. 1971 (Approved Lists 1980) share the same nomenclatural type (ATCC 13048) on the Approved Lists and are homotypic synonyms, with consequences for the name Klebsiella mobilis Bascomb et al. 1971 (Approved Lists 1980). In: International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology. Band 67, 2017, S. 502–504; doi:10.1099/ijsem.0.001572 (englisch). </ref> </references>