Zum Inhalt springen

Kontraphobische Abwehr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Kontraphobiker)

Als kontraphobische Abwehr (auch kontraphobisches Verhalten) bezeichnet man den Versuch, etwas, was einmal passiv als angstauslösend erlebt wurde, später aktiv zu wiederholen, um das erträgliche Maß der Erregung selbst bestimmen zu können und so die Angst zu reduzieren.<ref>Timo Storck: Spiel am Werk: Eine psychoanalytisch-begriffskritische Untersuchung künstlerischer Arbeitsprozesse. Vandenhoeck & Ruprecht, 2010, ISBN 978-3-86234-104-7, S. 105 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Die angstauslösende Situation wird dabei gleichsam spielerisch wiederholt, wodurch unter Umständen beim Kind und ebenso beim Erwachsenen eine Lust entstehen könne.<ref name=":0">Egon Fabian: Die Angst: Geschichte, Psychodynamik, Therapie. Waxmann Verlag, 2013, ISBN 978-3-8309-7893-0, S. 84 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Diese Lust könne man auch als Angstlust bezeichnen, wie sie bei vielen Menschen beispielsweise beim Achterbahnfahren entstehe; die Überwindung von ängstlicher und gespannter Erwartung mache Freude.<ref name=":0" /> Die erreichte Lust beweise, dass die Betroffenen nicht wirklich davon überzeugt sind, ihre Angst gemeistert zu haben. Das verstärkte Aufsuchen von angstauslösenden Situationen ist insofern ein Abwehrmechanismus.<ref>Peter Berlit: Therapielexikon Neurologie. Springer-Verlag, 2006, ISBN 978-3-540-26367-8, S. 667 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>Peter Berlit: Klinische Neurologie. Springer Science & Business Media, 2006, ISBN 978-3-540-01982-4, S. 1332 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Der Begriff stammt von dem österreichischen Psychoanalytiker Otto Fenichel (1934, 1939, 1946).<ref>Ralph R. Greenson: Psychoanalytische Erkundungen. Klett-Cotta, 1993, ISBN 978-3-608-95090-8, S. 87 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Fenichel ging davon aus, dass Angst ebenso wie Traurigkeit oder Aggression libidinös besetzt werden könne.<ref name=":0" /> Man spricht auch vom Kontraphobiker.<ref name=":1">Sven O. Hoffmann: Neurotische Störungen und psychosomatische Medizin: mit einer Einführung in Psychodiagnostik und Psychotherapie; CompactLehrbuch; mit 10 Tabellen. Schattauer Verlag, 2009, ISBN 978-3-7945-2619-2, S. 109 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Kontraphobisches Verhalten ist aus verhaltenstherapeutischer Sicht eher als günstig zu bewerten (siehe Konfrontationstherapie). Man sollte deshalb nur von einem Kontraphobiker sprechen, wenn das aktive, gleichsam suchtartige, Aufsuchen von angstauslösenden Situationen eine psychische Einschränkung darstellt.<ref name=":1" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />