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Plattschwänze

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Plattschwänze

Laticauda laticauda

Systematik
ohne Rang: Toxicofera
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Überfamilie: Elapoidea
Familie: Giftnattern (Elapidae)
Unterfamilie: Laticaudinae
Gattung: Plattschwänze
Wissenschaftlicher Name der Unterfamilie
Laticaudinae
Cope, 1879
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Laticauda
Laurenti, 1768

Die Plattschwänze (Laticauda), auch als Seekraits bezeichnet, sind eine Gattung der Giftnattern (Elapidae). Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurden sie im Jahre 1768 von dem österreichischen Naturwissenschaftler Josephus Nicolaus Laurenti. Die Plattschwänze werden in die monotypische Unterfamilie Laticaudinae (Plattschwanz-Seeschlangen) gestellt, zeitweise standen sie auch in der Unterfamilie der Seeschlangen (Hydrophiinae).

Merkmale[Bearbeiten]

Die Plattschwänze sind mittelgroße Schlangen von schlanker Gestalt mit zylindrischem Körper, vertikal abgeflachtem Schwanz und meist kurzem, kaum vom Körper abgesetztem Kopf. Alle Arten weisen eine auffällige Zeichnung mit schwarzen oder dunkelbraunen Bändern auf hellerer, meist weißer bis blauer Grundfarbe auf. Bei Laticauda crockeri wird häufig Melanismus beobachtet.

Lebensweise[Bearbeiten]

Datei:Sea Snake eating Moray Eel, Fiji (Laticauda colubrina vs. Gymnothorax sp.).webm Die Arten dieser Gattung leben zwar vorzugsweise im Wasser, sind aber vergleichsweise stark landorientiert. Daher spricht man bei den Plattschwänzen auch von amphibischen Seeschlangen. Plattschwänze kommen zum Atmen an die Wasseroberfläche. Bei Arten wie Laticauda saintgironsi wurden Tauchdauern von mehr als 100 Minuten beobachtet.<ref>Snakes at sea: diving performance of free-ranging sea kraits. (PDF; 447 KB) François Brischoux, Xavier Bonnet, Timothée Cook, Richard Shine, S. 9–10, abgerufen am 7. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Sie suchen das Land zur Häutung, Aufnahme von Süßwasser und Eiablage auf. Sie ernähren sich von Fischen, insbesondere von aalartigen Fischen, die mit einem Giftbiss gelähmt werden. Plattschwänze sind ovipare Reptilien (im Gegensatz dazu sind alle Seeschlangen der Unterfamilie Hydrophiinae lebendgebärend), die Gelege können um die 20 Eier umfassen und werden beispielsweise in Felsspalten abgelegt. Über das Fortpflanzungsverhalten von Laticauda crockeri ist man sich noch nicht ganz einig.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Plattschwänze sind in den Küstengebieten Südostasiens verbreitet und kommen bei vielen westpazifischen Inseln vor. Zwei Arten dringen bis zur Nordküste Australiens vor. Laticauda crockeri ist endemisch im Lake Te´Nggano auf den Salomonen und teilt sich diesen Brackwassersee mit dem Nattern-Plattschwanz (Laticauda colubrina).

Giftigkeit[Bearbeiten]

Die Plattschwänze gehören zu den äußerst giftigen Schlangenarten. Allerdings sind sie im Allgemeinen zwar sehr neugierig, aber eher unaggressiv, so dass es nur selten zu Bissen kommt. Grund für einen Biss sind häufig hektische Bewegungen des Tauchers. Aber auch in der Paarungszeit kann es eher zu einem aggressiven Verhalten kommen. Wie alle Seeschlangen haben auch die Plattschwänze nur relativ kurze Giftzähne. Meist reicht hier schon ein dicker Neoprenanzug, um sich vor dem Biss zu schützen.<ref name="Goruma">Wissen Giftschlangen (Nattern-Plattschwanz). Go:ruma, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. Juni 2009; abgerufen am 16. Oktober 2009.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.goruma.de</ref>

Die Gifte der Schlangen sind lebensgefährlich, da sie auf das Nervensystem wirken und zu Lähmungen der Skelettmuskulatur bis hin zur Atmung führen können. Die Einstichstelle zeigt normalerweise weder Schmerzen noch lokale Veränderungen oder Symptome. Die Wirkungen im Körper können je nach Dosis des Giftes wenige Minuten nach dem Biss, meistens jedoch erst eine halbe bis eine Stunde später auftreten. Lebensgefährliche Reaktionen können auch erst viele Stunden nach dem Biss auftreten.<ref name="Goruma" />

Ökologie[Bearbeiten]

Zu den natürlichen Fressfeinden (Prädatoren) der Plattschwänze zählen Greifvögel wie Seeadler und Fischadler sowie Riffreiher und Tigerhaie. Auf einigen Inseln, auf denen Mungos eingeschleppt wurden, sind die Plattschwänze ausgerottet, da sie eine leichte Beute für diese Mangusten darstellen.

Arten[Bearbeiten]

Der Gattung der Plattschwänze werden aktuell acht Arten zugerechnet, die im Folgenden nach Taxon sortiert sind (Stand: Dezember 2022):<ref>Laticauda In: The Reptile Database</ref>

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Trivialname Taxon Erstbeschreibung Verbreitung Bild
Nattern-Plattschwanz,
Gelblippen-Seeschlange
Laticauda colubrina (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schneider, 1799) [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Datei:Laticauda colubrina (27567428624).jpg
Laticauda crockeri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Slevin, 1934 Datei:Laticauda crockeri distribution (colored).png
Laticauda frontalis (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.De Vis, 1905) Datei:Laticauda frontalis distribution (colored).png
Laticauda guineai Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Heatwole, Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Busack & Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Cogger, 2005 Datei:Laticauda guineai distribution (colored).png
Gewöhnlicher Plattschwanz Laticauda laticaudata (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Linnaeus, 1758) Ostindien, Westpazifik Datei:Mactan - panoramio - DAVID (17).jpg
Laticauda saintgironsi Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Cogger & Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Heatwole, 2006 Datei:Laticauda saintgironsi distribution (colored).png Datei:Tricot rayé-2.jpg
Laticauda schistorhyncha (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Günther, 1874) Niue Datei:Sea Snake Niue.jpg
Halbgebänderter Plattschwanz Laticauda semifasciata (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Reinwardt, 1837) Westpazifik Datei:Laticauda semifasciata.jpg

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Plattschwänze (Laticauda) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Mark O’Shea: Giftschlangen – Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen. Kosmos-Verlag, 2006, ISBN 3-440-10619-5.
  • Chris Mattison: Enzyklopädie der Schlangen. blv Verlag, ISBN 978-3-8354-0360-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />