Landes de Gascogne
Die Landes de Gascogne („Heidelandschaft der Gascogne“), auch Forêt des Landes („Heidewald“) oder einfach les Landes (die „Heidegebiete“; das zugrundeliegende Wort lande ist vielleicht verwandt mit keltisch landa: unbebautes Land, Feld<ref>Johann Jakob Egli: Nomina geographica. Sprach- und Sacherklärung von 42000 geographischen Namen aller Erdräume. Friedrich Brandstetter, 2. Aufl. Leipzig 1893, S. 523 f.</ref>) im Südwesten Frankreichs sind das größte zusammenhängende Waldstück Westeuropas. Das heutige Waldgebiet ist ein prägender Bestandteil der Region Nouvelle-Aquitaine und gab dem Département Landes den Namen. Der Wald besteht zu 90 Prozent aus See-Kiefern und bedeckt eine Fläche von rund 10.000 km².<ref>Waldbrände in Frankreich: Warum Bordeaux gefährdet ist. (spektrum.de [abgerufen am 26. Juli 2026]).</ref>
Geografie[Bearbeiten]
Die Forêt des Landes nimmt einen sehr großen Teil der französischen Départements Gironde und Landes sowie einen kleinen Teil des Départements Lot-et-Garonne ein. Im Westen grenzt der Wald an die Dünen der Atlantikküste. Inmitten des Waldes entspringt der Fluss Leyre.
Im Gegensatz zu vielen anderen Wäldern in Europa wurde die Forêt des Landes praktisch vollständig vom Menschen erschaffen, insbesondere zur Trockenlegung der Sümpfe und Moore, die früher in dem Gebiet vorherrschten, aber auch zur wirtschaftlichen Nutzung. Die Bepflanzung mit den Kiefern begann im 18. Jahrhundert im Gebiet der Gironde. Es wurde vor allem die Seekiefer verwendet. Grundlage für die damalige Nutzung der Seekiefer war, dass sie ein einheimischer Baum ist und die Nutzung von Seegras, um die Wanderdünen, wie z. B. die Dune du Pilat aufzuhalten, nicht half. Deshalb wurde die Anlage des Waldes beschlossen.<ref name=":0">ARTE MEDIATHEK | ARTE | Der Wert der Wälder - Der Kiefernwald Südwestfrankreichs. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. März 2017; abgerufen am 22. März 2017.</ref>
Im Gegensatz zu normalen Wäldern sind die Bäume in der Forêt des Landes aufgrund der künstlichen Anlegung etwa alle gleich alt und gleich groß. Der Wald ist durch mehrere Brandschneisen geteilt, um einen großflächigen Waldbrand zu verhüten. Des Weiteren stehen zur Brandbekämpfung mehrere Wasserbecken und sonstige Ausrüstungen im Wald zur Verfügung und ein ausgedehntes Wanderwegnetz ermöglicht es den Förstern, den Wald regelmäßig auf potenzielle Gefahren zu kontrollieren. Dadurch ist die Zahl von verheerenden Waldbränden seit den 1960er Jahren stark zurückgegangen. Der Schutz der Wälder unterliegt dem DCFI Aquitaine, aufgrund der Brände von 1947 und 1949 wurde die Brandverhütung und Brandbekämpfung zwingend verankert.<ref>DFCI Aquitaine - Historique de l'association. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. März 2017; abgerufen am 22. März 2017.</ref>
Seit den 1980er Jahren weist der Kiefernwald der Landes größere Schäden auf als irgendein anderes Waldgebiet in Frankreich. Ursachen für die Schäden sind der größtenteils homogene Baumbestand (Monokultur) und das Vorkommen von Ortstein durch die Bewaldung einer Heidelandschaft.<ref name=":0" />
Geschichte[Bearbeiten]
Die Landes waren eine unfruchtbare, dünn besiedelte Landschaft, „Lande“ ist französisch für Heide. Die wenigen Bewohner lebten von Viehzucht, meist Schafe, seltener Rinder, und Ackerbau für den Eigenbedarf. Im 19. Jahrhundert gab es Planungen, die Moore und Sümpfe trockenzulegen und die Sanddünen durch die Pflanzung von Bäumen zu stabilisieren. Der Ingenieur Jules Chambrelent brachte unter Napoleon III. im Jahr 1857 ein Gesetz zur Trockenlegung und Kultivierung dieser Landschaft ein. Innerhalb von zwanzig Jahren wurden zwei Drittel der Gemeindeflächen im Département Landes und die Hälfte derjenigen im Département Gironde versteigert, was den Grundbesitzern und Spekulanten zugutekam. Die ansässigen Bewohner protestieren, der Protest wurde gewaltsam niedergeschlagen. Zunächst war die Gewinnung von Baumharz der wichtigste Wirtschaftszweig, nachdem die Bäume groß genug waren, wurde ihr Holz für Eisenbahnschwellen und Grubenholz genutzt. Später wurde das Holz in Papierfabriken verarbeitet.<ref>Xavier Mauduit: Aux racines des Landes, un pin c’est tout ! Radio France, 30. August 2022, abgerufen am 15. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>La forêt des Landes de Gascogne. CENTRE RÉGIONAL DE LA PROPRIÉTÉ FORESTIÈRE D’AQUITAINE, 2026, abgerufen am 15. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Landes de Gascogne, Sologne : contre le paludisme, des forêts pour assainir. Office National des Forêts, 2026, abgerufen am 15. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Die Gascogne gruppe. Gascogne SA, 2026, abgerufen am 15. Juli 2026.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- François Sargos: Forêt des landes de Gascogne, une nature secrète, Editions Sud Ouest, Bordeaux, 2008, ISBN 978-2-87901-873-7
- Jacques Sargos, Histoire de la Forêt landaise - Du désert à l'âge d'or, L'horizon chimérique, Bordeaux, 1997, ISBN 2-907202-66-9
- Christian Maizeret, Les Landes de Gascogne, Delachaux et Niestlé, Paris, 2005, ISBN 2-603-01330-0
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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