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Lieschgräser

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Lieschgräser
Datei:Illustration Phleum pratense0.jpg

Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense), Illustration Mitte und rechts, links das Steppen-Lieschgras (Phleum phleoides)

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Tribus: Poeae
Gattung: Lieschgräser
Wissenschaftlicher Name
Phleum
L.

Die Lieschgräser (Phleum) sind eine Gattung der Süßgräser (Poaceae), die in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel heimisch sind. Sie gehören zur Tribus Poeae.

Merkmale[Bearbeiten]

Lieschgräser sind einjährig und büschelig wachsende oder ausdauernd und mit zahlreichen Trieben wachsende, krautige Pflanzen. Die Triebbildung kann extra- oder intravaginal erfolgen. Manche Arten besitzen ein Rhizom und bilden Ausläufer. Die Stängel sind aufrecht oder aufsteigend, und mehrknotig. Die Internodien der Stängel sind hohl, die Knoten kahl. Die Blühtriebe erreichen eine Höhe von 4 bis 150 Zentimetern.

Die Blattscheiden am Stängel sind bis zum Grund frei. Die oberste Blattscheide liegt am Stängel an oder ist deutlich aufgeblasen. Die Ligula ist ein häutiger Saum. Die Blattspreiten sind flach oder leicht eingerollt und beidseitig gerippt. Die Leitbündel sind deutlich als Rippen erkennbar, die Mittelrippe tritt nicht deutlich hervor. Das Sklerenchym ist immer mit den Leitbündeln verbunden.

Datei:Timoteegras ligula Phleum pratense subsp pratense.jpg
Ligula beim Wiesen-Lieschgras
Datei:Timoteegras vruchten Phleum pratense.jpg
Ährchen des Wiesen-Lieschgrases (Phleum pratense), sichtbar sind die beiden begrannten Hüllspelzen, wegen denen das Ährchen stiefelknechtartig erscheint

Der Blütenstand ist eine dicht kopfige Rispenähre. Die Form ist eiförmig bis zylindrisch-walzenförmig. Die Rispenäste sind frei oder mit der Hauptachse verwachsen. Sie sind bis zu einem Zentimeter lang und reich verzweigt. Die einzelnen Ährchen sind kurz gestielt. Sie sind einblütig mit zwittrigen Blüten und haben über dem Blütchen einen kurzen Achsenfortsatz (kann auch fehlen). Das Ährchen ist seitlich zusammengedrückt. Die Ährchenachse ist kahl und zerfällt zur Fruchtreife über den Hüllspelzen. Letztere sind frei und untereinander gleich. Sie sind drei- bis fünfnervig, gekielt, haben eine Stachelspitze und eine Granne. Die Deckspelzen sind (ein) drei- bis siebennervig, nicht begrannt und oben abgerundet oder gezähnt. Die Vorspelzen besitzen zwei Kiele und haben breit eingeschlagene Seitenflächen.

Es sind (zwei) drei Staubblätter vorhanden. Der Fruchtknoten ist eiförmig, kahl und zweigrifflig. Die Narben treten zur Blüte federig aus der Blütchenspitze hervor.

Die Karyopse ist länglich, stielrund oder seitlich zusammengedrückt. Der Embryo ist ein Sechstel bis ein Viertel so lang wie die Frucht. Der Nabel (Hilum) ist punktförmig und grundständig.

Die Speicherkohlenhydrate der Lieschgräser sind Fructane vom Phlein-Typ. Die Lieschgräser sind C3-Pflanzen.

Die Chromosomengrundzahl ist x = 7. 2n = 10 (selten), 14, 28, oder 42. Die Arten sind di-, tetra- oder hexaploid.

Datei:Phleum alpinum a1.jpg
Alpen-Lieschgras (Phleum alpinum)
Datei:Phleum arenarium sentier-decouverte-fort-mahon-plage 80 29042007 1.jpg
Sand-Lieschgras (Phleum arenarium)
Datei:Glanz-Lieschgras.JPG
Steppen-Lieschgras (Phleum phleoides)
Datei:Timothee (Phleum pratense subsp. pratense).jpg
Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense)
Datei:Gras Liuthalas 020709.JPG
Graubündner Lieschgras (Phleum rhaeticum)

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung ist in den gemäßigten Zonen Eurasiens und Amerikas verbreitet. In Amerika erstreckt sich das Areal entlang der Gebirge bis nach Chile. Häufig wurden die Arten auch verschleppt. Sie wachsen meist mesophytisch und an offenen Standorten. Selten werden salzhaltige Standorte besiedelt. Meist wachsen sie in Wiesen und an trockenen Standorten, Phleum arenarium auf Küstendünen.

Taxonomie und Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Phleum wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1, Seite 59 aufgestellt.

Es gibt rund 16 Arten, abhängig davon, ob Sippen als Arten oder Unterarten eingestuft werden. Hier eine Liste vom Germplasm Resources Information Network<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden., Liste Arten im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.</ref><ref name="WCSP" />, ergänzt um Einträge aus der Exkursionsflora von Österreich.<ref name="Fischer">Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.</ref>

Des Weiteren werden an Hybriden genannt<ref name="WCSP" />:

Nicht mehr zu dieser Gattung wird gerechnet:

Nutzung[Bearbeiten]

Das Wiesen-Lieschgras ist ein wichtiges Futtergras in Europa und Amerika. Das Knollige Lieschgras (Phleum bertolonii) wird ebenfalls als Futtergras angebaut. Beide vertragen aber Trittbelastung nicht besonders gut.

Allergische Reaktion[Bearbeiten]

Wiesen-Lieschgras ist eines der häufigsten Hauptallergene bei Inhalationsallergien. Die winzigen Pollen, die während der Blütezeit vom Wind verbreitet werden, werden vom Immunsystem als Allergen erkannt und können allergische Reaktionen (Heuschnupfen) auslösen. Da das Gras intensiv landwirtschaftlich genutzt wird, kann es während der Blütezeit für Allergiker eine massive Belastung darstellen.

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6
  • L. Watson, M.J. Dallwitz: The grass genera of the world: descriptions, illustrations, identification, and information retrieval; including synonyms, morphology, anatomy, physiology, phytochemistry, cytology, classification, pathogens, world and local distribution, and references. Version: 28th November 2005. (URL)
  • Walter Erhardt u. a.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-8001-5406-7
  • Hans Joachim Conert: Phleum. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Aufl., Band I, Teil 3, Seite 190–206. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg, 1985. ISBN 3-489-52220-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Lieschgräser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien