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Heckenkirschen

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Heckenkirschen
Datei:Lonicera caprifolium sl30.jpg

Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Gattung: Heckenkirschen
Wissenschaftlicher Name
Lonicera
L.

Die Heckenkirschen bzw. Geißblätter (Lonicera) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Die etwa 180 Arten sind auf der Nordhalbkugel weitverbreitet.

Als „Heckenkirschen“ werden vor allem die strauchig wachsenden Arten bezeichnet, bei denen die Blüten paarweise stehen. Die aus einem Blütenpaar hervorgehenden Beeren sind bei manchen Arten zu einer Doppelbeere verwachsen (diese Arten heißen auch Doppelbeere). Die Lianen (mit mehrblütigen Blütenständen) werden dagegen meist als „Geißblatt“, umgangssprachlich auch als Jelängerjelieber, bezeichnet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Lonicera periclymenum liana.JPG
Lianenförmiger Wuchs
Datei:Lonicera fragrantissima kz04.jpg
Strauchförmiger Wuchs

Erscheinungsbild, Knospen und Blätter[Bearbeiten]

Lonicera-Arten sind immergrüne oder laubabwerfende, verholzende Pflanzen, die meist als Sträucher oder rechtswindende Lianen, selten als Bäume wachsen. Die Sprossachsen sind bei manchen Arten hohl. Die Winterknospen besitzen ein bis einige Paare gerundeter oder spitz vierkantiger Knospenschuppen, wobei die inneren manchmal weiterwachsend oder zurückgebogen sind. Manchmal ist die Endknospe reduziert und von zwei Seitenknospen ersetzt.

Die meist gegenständig oder selten wirtelig angeordneten Laubblätter sind gestielt oder ungestielt. Die Blattspreiten sind meist einfach mit ganzen oder selten gezähnten Blatträndern. Nebenblätter fehlen meist.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Oft stehen unter den Blütenständen ein oder zwei Paare kleiner oder laubblattartiger Hochblätter. Die seiten- oder endständigen, manchmal auf Blütenstandsschäften stehenden, schirmtraubigen Gesamtblütenstände bestehen aus gegenständigen, sitzenden, zymösen Teilblütenständen, die ein bis mehrere Blüten enthalten; manchmal ist der Blütenstand kopfförmig. Bei einigen Arten ist der Blütenstand auf ein Blütenpaar, selten auch eine oder drei Blüten reduziert – paarweise in den Blattachseln oder in endständigen kopfigen Blütenständen zusammen. Die Blüten stehen über einem Paar von äußeren und oft auch inneren Deckblättern, die, wenn vorhanden, meist frei, manchmal mehr oder weniger stark verwachsen sind und gelegentlich die Fruchtknoten umhüllen können.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und meist fünf-, selten vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die meist fünf, selten vier Kelchblätter sind röhrig oder becherförmig (oder ein Blütenbecher) verwachsen, manchmal gestutzt; manchmal befindet sich an ihrer Basis eine kragenähnliche Emergenz. Die Farben der Kronblätter reichen von weiß über weißlich bis gelb und von rötlich bis purpurrot, oft ändert sich die Farbe beim Verblühen. Die meist fünf, selten vier Kronblätter sind zu einer mehr oder weniger langen bis sehr langen, glockenförmigen bis trichterförmigen Kronröhre verwachsen. Die Krone endet mit mehr oder weniger regelmäßigen vier oder fünf Kronzipfeln oder zweilippig. Wenn die Krone zweilippig ist, dann ist die Oberlippe vierlappig. Nach der Entfaltung der Knospe ist die Kronröhre noch geschlossen und sieht dann keulenförmig aus. Der verdickte Teil spaltet sich dann in einen einzelnen, nach unten zeigenden Zipfel, welcher eine Unterlippe darstellt, und vier (bei vielen Arten weitgehend miteinander verwachsene) Zipfel, die nach oben zeigen. Die Kronröhre ist leicht bis stark gewölbt an der Unterseite zur Basis hin, selten ist ein Sporn vorhanden; dort befinden sich kompakte, sitzende Nektardrüsen, manchmal in fünf gleichmäßigen Linien; selten sind sie angeschwollen an der Basis des Griffels.

Es ist ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Meist zwei bis drei, selten bis zu fünf Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, zwei- bis drei-, selten bis zu fünfkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Wenn die Blüten paarweise zusammen stehen, dann können die Fruchtknoten teilweise oder vollständig verwachsen sein (Syngynium). Der lange und dünne, behaarte oder kahle Griffel endet in einer kopfigen Narbe.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die Beeren stehen einzeln oder als Doppelbeere in Paaren. Die bei Reife sich weiß, orange, rot, blau-schwarz bis schwarz färbenden oder grünen, manchmal bereiften Beeren enthalten ein bis viele Samen. Manchmal wachsen die Deckblätter bis zur Fruchtreife und umhüllen dann die Doppelbeere. Die glatten, narbigen oder granulösen Samen besitzen viel Endosperm und einen kleinen, geraden, gerundeten Embryo.

Datei:Illustration Lonicera caprifolium0.jpg
Illustration von 1885: Gartengeißblatt

Systematik und Etymologie[Bearbeiten]

Die Gattung Lonicera wurde durch Carl von Linné 1753 in Species Plantarum aufgestellt.<ref name="SpPl" /> Als Lektotypus wurde Lonicera caprifolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. 1913 durch N. L. Britton und A. Brown festgelegt.<ref name="Britton & Brown" /> Homonyme sind Lonicera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boehm. in Definitiones Generum Plantarum ed. 3 Boehmer, 1760. 139, Lonicera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gaertn. in De Fructibus et Seminibus Plantarum ..., 1, 1788, S. 132, Lonicera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Adans. in Familles des Plantes, 2, 1763, S. 157. Weitere Synonyme für Lonicera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind u. a.: Xylosteon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mill., Caprifolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Miller, Euchylia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Dulac.<ref>Lonicera L. In: Plants of the World Online. Royal Botanic Gardens (Kew), abgerufen am 31. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Gattung Lonicera gehört zur Tribus Caprifolieae innerhalb der Familie der Caprifoliaceae.

Der Gattungsname Lonicera ehrt den deutschen Mathematiker, Arzt und Botaniker Adam Lonitzer (1528–1586, latinisiert als Lonicerus).<ref name="Burkhardt2018" /> Während die Herkunft des deutschen Trivialnamens Heckenkirschen augenfällig ist, gibt es für die Bezeichnung Geißblätter unterschiedliche etymologische Erklärungsvarianten: Es ist bis heute nicht geklärt, ob bei der Namensgebung Ähnlichkeiten des Lianen-Wachstums mit kletternden Ziegen, der Blattform mit einem Ziegenfuß, das an Ziegenhörner erinnernde Aussehen der Blüten oder die Beliebtheit als Ziegen-Futterpflanze entscheidend waren.<ref name="RDK Labor" />

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Lonicera ist auf der Nordhalbkugel weitverbreitet und kommt in Nordafrika, Eurasien und Nordamerika vor. Lonicera-Arten gedeihen hauptsächlich in den Gemäßigten Gebieten. In China sind etwa 57 Arten heimisch, davon 23 nur dort.<ref name="FoC2011" />

In Mitteleuropa sind die Sträucher Alpen-Heckenkirsche (Lonicera alpigena), Blaue Heckenkirsche (Lonicera caerulea), Schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigra), Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) und die Lianen Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium) sowie Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum) beheimatet.

Es gibt weltweit etwa 180 Arten<ref name="FoC2011" />; hier eine Auswahl:

Datei:Lonicera acuminata kz04.jpg
Lonicera acuminata
Datei:Lonicera alpigena 3 RF.jpg
Lonicera alpigena
Datei:Jagoda kamczacka IV 2006.jpg
Lonicera caerulea
  • Lonicera calcarata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hemsl.: Diese Liane gedeiht in Höhenlagen von 1200 bis 2500 Metern in Tibet und in den chinesischen Provinzen Guangxi, südwestliches Guizhou, südwestliches Sichuan sowie Yunnan.<ref name="FoC2011" />
Datei:Lonicera ciliosa 13309.JPG
Lonicera ciliosa
  • Lonicera confusa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Sweet) DC.: Sie ist in Nepal, im nördlichen Vietnam und in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi sowie Hainan verbreitet.<ref name="FoC2011" />
  • Lonicera crassifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Batalin: Sie gedeiht in Höhenlagen von meist 900 bis 1700, selten bis zu 2300 Metern in den chinesischen Provinzen Guizhou, südwestliches Hubei, nordwestliches Hunan, Sichuan sowie Yunnan.<ref name="FoC2011" />
Datei:Lonicera etrusca 2.jpg
Lonicera etrusca
  • Lonicera fargesii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Franch.: Sie gedeiht mit zwei Varietäten in Höhenlagen von 1600 bis 2900 Metern in den chinesischen Provinzen Chongqing, südliches Gansu, westliches Henan, südliches Shaanxi, Shanxi sowie Sichuan.<ref name="FoC2011" />
Datei:Lonicera gracilipes 1.JPG
Lonicera gracilipes
Datei:Lonicerahildebrandiana.jpg
Lonicera hildebrandiana
Datei:Lonicera implexa Blüte.jpg
Lonicera implexa
Datei:Lonicera pileata flowers 001.JPG
L. ligustrina var. pileata
  • Lonicera ligustrina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wall.: Mehrere Varietäten sind in Indien, Nepal, Bhutan und China verbreitet:<ref name="FoC2011" />
    • Lonicera ligustrina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wall. var. ligustrina: Sie ist im östlichen Indien, Bhutan, Nepal und China verbreitet.<ref name="FoC2011" />
    • Immergrüne Kriech-Heckenkirsche<ref name="deutsch" /> (Lonicera ligustrina var. pileata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Oliver) Franchet, Syn.: Lonicera pileata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Oliv.): Dieser immergrüne Strauch ist in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi, Guizhou, westliches Hubei, Hunan, südliches Shaanxi, Sichuan sowie Yunnan verbreitet.<ref name="FoC2011" />
    • Lonicera ligustrina var. yunnanensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Franchet (Syn.: Lonicera nitida Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.E.H. Wilson): Sie ist in den chinesischen Provinzen südliches Gansu, südwestliches Shaanxi, Sichuan sowie Yunnan verbreitet.<ref name="FoC2011" />
  • Lonicera longiflora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Lindl.) DC. (Syn.: Lonicera longituba Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.T.Chang ex P.S.Hsu & H.J.Wang): Sie gedeiht in Höhenlagen von 1200 bis 1700 Metern in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi, Hainan sowie Yunnan.<ref name="FoC2011" />
Datei:Lonicera maackii (Amur Honeysuckle) (34049033744).jpg
Lonicera maackii
  • Lonicera microphylla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Willd. ex Schult. (Syn.: Lonicera oiwakensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hayata): Sie ist in Russland, im Iran, in Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Afghanistan, Pakistan, im nordwestlichen Indien, in der Mongolei, in der Inneren Mongolei, in Tibet, Taiwan und in den chinesischen Provinzen Gansu, westliches Hebei, Ningxia, Qinghai, Shanxi sowie Xinjiang und vielleicht Henan weitverbreitet.<ref name="GRIN" /><ref name="FoC2011" />
  • Lonicera modesta Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rehder: Sie gedeiht in Höhenlagen von 500 bis 1700 Metern in den chinesischen Provinzen Anhui, südöstlichen Gansu, westlichen Henan, Hubei, Hunan, Jiangxi, südlichen Shaanxi, Zhejiang und vielleicht in Fujian.<ref name="FoC2011" />
  • Lonicera nervosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Maxim.: Sie gedeiht in Höhenlagen von 2100 bis 4000 Metern in den nordwestlichen chinesischen Provinzen Gansu, westliches Henan, Ningxia, Qinghai, Shaanxi, südliches Shanxi sowie Sichuan.<ref name="FoC2011" />
Datei:Lonicera nigra (Schwarz-Heckenkirsche) IMG 6308.JPG
Lonicera nigra
  • Schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Syn.: Lonicera acrophila Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Lév., Lonicera barbinervis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kom., Lonicera decipiens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hook. f. & Thomson, Lonicera lanceolata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wall.): Sie ist in Europa, Indien, Bhutan, Nepal, Korea, in Tibet und in den chinesischen Provinzen westliches Anhui, nordöstliches Guizhou, westliches Hubei, Jilin, Sichuan sowie Yunnan weitverbreitet.<ref name="FoC2011" /> Bei einer engeren Artauffassung kommt sie aber nur in Europa vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Lonicera oreodoxa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Harry Sm. ex Rehder: Sie gedeiht nur in höheren Gebirgslagen zwischen 4700 und 4800 Metern nur im nördlichen Sichuan.<ref name="FoC2011" />
Datei:Lonicera periclymenum Luc Viatour.JPG
Lonicera periclymenum
  • Lonicera pilosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Kunth) Steud.: Das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Art reicht von Mexiko bis Guatemala. Es handelt sich um einen kletternden Strauch oder eine Liane, die vor allem im subtropischen Biom wächst.<ref>Lonicera pilosa (Kunth) Steud. In: Plants of the World Online. Royal Botanic Gardens (Kew), abgerufen am 1. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Pyrenäen-Heckenkirsche (Lonicera pyrenaica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Es gibt zwei Unterarten:
    • Lonicera pyrenaica subsp. majoricensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Gand.) Browicz: Dieser Endemit kommt nur auf Mallorca vor.<ref name="Euro+Med" />
    • Lonicera pyrenaica subsp. pyrenaica: Sie kommt in Spanien, Andorra, Frankreich und in Marokko vor.<ref name="Euro+Med" />
Datei:Lonicera reticulata Kintzley's Ghost ® 02.jpg
Lonicera reticulata
Datei:Lonicera sempervirens - Coral honeysuckle 02.jpg
Lonicera sempervirens
Datei:Lonicera splendida 2018-05-22 2463.jpg
Lonicera splendida
Datei:Lonicera tatarica - flowers, leaves (19032369316).jpg
Lonicera tatarica
  • Lonicera tatarinowii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Maxim. (Syn.: Lonicera leptantha Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rehder, Lonicera tatarinowii var. leptantha Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Rehder) Nakai.): Sie gedeiht in Höhenlagen von 400 bis 1800 Metern in den chinesischen Provinzen nordwestliches Hebei, Liaoning, östliches Shandong und vielleicht Henan sowie in der Inneren Mongolei.<ref name="FoC2011" />
  • Lonicera tragophylla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hemsl. (Syn.: Lonicera harmsii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Graebner): Sie gedeiht in Höhenlagen von 700 bis 3000 Metern (meistens zwischen 1000 und 2000 Metern) in den chinesischen Provinzen Anhui, südliches Gansu, nördliches Guizhou, südwestliches Hebei, nordwestliches Henan, Hubei, südliches Ningxia, Shaanxi, südliches Shanxi, Sichuan sowie Zhejiang.<ref name="FoC2011" />
Datei:1009 - Obertraun-Winkle - Berries.JPG
Lonicera xylosteum

Ökologie[Bearbeiten]

Datei:Ruby-throated Hummingbird (Archilochus colubris) RWD4.jpg
Kolibri an L. Sempervirens

Die verschiedenen Arten sind an Nachtfalter (speziell Schwärmer), Hummeln, Bienen, Wespen oder Schwebfliegen als Bestäuber angepasst (Entomophilie). Je nach Art und Standort spielen auch Kolibris oder andere Vögel als Bestäuber eine Rolle.

Viele Arten haben darüber hinaus auch einen sehr hohen ökologischen Wert als Raupenfutterpflanzen. Dieser Effekt ist naturgemäß am ausgeprägtesten in den natürlichen Verbreitungsgebieten der jeweiligen Art. Aber auch für verschiedene nicht-heimische Arten und Hybride (z. B. die Purpus-Heckenkirsche) wurde nachgewiesen, dass sie in Mitteleuropa von zahlreichen tag- und nachtaktiven Schmetterlingsarten (z. B. vom Kleinen Eisvogel (Limenitis camilla) oder dem Blauschwarzen Eisvogel (Limenitis reducta)) und Käfern (z. B. vom Geißblatt-Linienbock (Oberea pupillata)) als Raupenfutterpflanze angenommen worden sind.<ref name="NaturaDB" /> Die Beeren und der dichte Wuchs bieten zudem vielen Vogel- und kleinen Säugetier-Arten Nahrung, Nistplätze oder Deckung.

Nutzung[Bearbeiten]

Gärtnerische Nutzung[Bearbeiten]

Einige in Mitteleuropa heimische und nicht-heimische Arten, Hybride und Sorten werden als Zierpflanzen, Bodendecker, Sichtschutzgehölze oder Straßenbegleitgrün in Gärten, Parks und anderen Grünanlagen verwendet. Insbesondere die folgenden Arten und Hybride spielen im mitteleuropäischen Handel und GaLabau eine nennenswerte Rolle<ref name="NaturaDB" /><ref name="galasearch" />:

Invasivität[Bearbeiten]

Heckenkirschen bilden in der Regel Beeren aus, die als Nahrung bei vielen Vogelarten und kleinen Säugetieren sehr begehrt sind. Sie können sich damit relativ schnell und weiträumig ornithochor ausbreiten. Einige eingeführte Arten und Hybride gelten daher außerhalb ihrer natürlichen Verbreitungsgebiete – abhängig von verschiedenen Umgebungsfaktoren – als invasive Problemarten, die die heimische Vegetation bedrängen und verändern können.

Beispielsweise gelten in vielen US-Bundesstaaten insbesondere das Japanische Geißblatt (Lonicera japonica), die Tataren-Heckenkirsche (Lonicera tatarica), die Schirm-Heckenkirsche (Lonicera maackii), die Filzige Heckenkirsche (Lonicera morrowii), Henrys Heckenkirsche (Lonicera henryi) und die Kreuzung aus Filziger und Tatarischer Heckenkirsche (Lonicera × bella) als hochinvasive Arten, die strengen Handelsbeschränkungen unterliegen und in der Landschaft bekämpft werden.<ref>Art Gover, David R. Jackson, Sarah Wurzbacher, Skylure Templeton: Shrub Honeysuckles. Pennsylvania State University, 11. September 2025, abgerufen am 28. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im mitteleuropäischen Raum zeigen diese Arten ebenfalls ein invasives, jedoch weniger aggressives Verhalten. Beispielsweise steht im Münchner Stadtgebiet eine Population von Lonicera morrowii unter Beobachtung.<ref>W. Bernhard Dickoré: Lonicera morrowii A. Gray verwildert in München. Bayerische Botanische Gesellschaft, 2013, abgerufen am 28. Dezember 2025.</ref> In der NaturaDB-Datenbank sind das Japanische Geißblatt, die Tatarische Heckenkirsche und Henrys Heckenkirsche als invasive Neophyten klassifiziert.<ref name="NaturaDB" /> In der Schweiz unterliegen das Japanische Geißblatt und Henrys Heckenkirsche nach der Freisetzungsverordnung des Bundesamtes für Umwelt einem Inverkehrbringungsverbot.<ref>Invasive Neophyten: Verbotene Pflanzen. JardinSuisse, Unternehmerverband Gärtner Schweiz, abgerufen am 28. Dezember 2025.</ref> Auch in Ländern und Regionen ohne entsprechende Verbote ist es angeraten, vorhandene Bestände dieser Arten zu entfernen und keine neuen anzulegen.

Medizinische Nutzung[Bearbeiten]

Die Heckenkirschen wurden in ihren Verbreitungsgebieten höchstwahrscheinlich schon in vorgeschichtlicher Zeit in der regionalen traditionellen Volksmedizin genutzt. In der Antike wurden ihr eine Vielzahl von Heilwirkungen zugeschrieben; als früheste schriftliche Nachweise gelten die Schriften von Plinius dem Älteren und Pedanios Dioskurides (1. Jahrhundert n. Chr.), in denen „περικλύμενον“ als Heilpflanze beschrieben wird. Die getrockneten und zerstoßenen Samen helfen demnach bei Erkrankungen der Milz, ein Blättersud wirke harntreibend, befreie die Atemwege und erleichtere die Entbindung, lasse Männer jedoch unfruchtbar werden. Der Mediziner und Botaniker Leonhart Fuchs beschrieb 1543 ebenfalls die entwässernde und reinigende Wirkung von Geißblättern.<ref name="RDK Labor" />

In der Traditionellen chinesischen Medizin gehört das Japanische Geißblatt Lonicera japonica heute zu den am häufigsten verwendeten traditionellen chinesischen Heilkräutern und Nahrungsergänzungsmitteln. In einer Metastudie aus dem Jahr 2021 sind die wesentlichen Forschungsergebnisse zu ihrer Wirksamkeit gegen Fieber, Halsschmerzen, Grippe, Husten und Arthritis sowie gewöhnliche Lungenentzündung, COPD und COVID-19 zusammengetragen worden.<ref></ref> Für die Blütenknospen oder Jungblüten der Art enthält das amtliche Europäische Arzneibuch unter der Bezeichnung Lonicerae japonicae flos eine Monografie.<ref>Dorothea Kubitzek: Japanisches Geißblatt. In: heilpflanzen-atlas. 18. November 2025, abgerufen am 25. Dezember 2025.</ref>

Die Blaue Heckenkirsche wird in Nordrussland, China und Japan zur Behandlung von Bluthochdruck, bakteriellen Infektionen und Magen-Darm-Erkrankungen verwendet. Die Durchscheinende Heckenkirsche Lonicera quinquelocularis<ref>Lonicera quinquelocularis Hardwicke. In: Trees and Shrubs Online. The International Dendrology Society, abgerufen am 29. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> wird wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung verwendet. In der Türkei wird die Etruskische Heckenkirsche wegen ihrer harntreibenden Wirkung verwendet, während das Gartengeißblatt als Abführmittel und Brechmittel eingesetzt wird.<ref></ref> Beispielsweise von der Kalifornischen Heckenkirsche ist u. a. eine medizinische Verwendung durch nordamerikanische Ureinwohner belegt.

Nutzung als Lebensmittel[Bearbeiten]

Datei:Жимолость голубая ягоды Саратов.jpg
Blaue Heckenkirsche

Die Früchte von Heckenkirschen sind bis auf eine einzige Ausnahme für den Menschen ungenießbar oder sogar giftig. Ausschließlich die Blaue Heckenkirsche (auch Maibeere, Kamtschatka- oder Haskap-Beere) produziert essbare Früchte, wobei allerdings die Beeren ihrer europäischen Wildformen/Varietäten geschmacklich nicht überzeugen. Es gibt heute aber im lokalen Handel und über den Internet-Versand eine Vielzahl wohlschmeckender Sorten<ref>Überblick Kamtschatkabeeren. Deaflora Aromagärtnerei, abgerufen am 29. Dezember 2025.</ref><ref>Gimolost. Sergej Martinov, abgerufen am 29. Dezember 2025.</ref> insbesondere aus kanadischen oder russischen Züchtungen, deren Geschmack als Mischungen aus Blaubeere, Brombeere und Himbeere und Nuancen anderer Beerensorten beschrieben wird. Die Sträucher lassen sich unkompliziert im Hobbygarten anbauen und bieten mit ihrer frühen Blüte Ende März/Anfang April frühe Insektennahrung, insbesondere für Hummeln. Die Beeren werden im Mai/Juni reif, vereinzelt sind Haskap-Beeren auch bereits als Frischobst im Handel erhältlich.<ref>Haskap – alte Beere neu entdeckt. Industrieverband Agrar, 6. August 2020, abgerufen am 29. Dezember 2025.</ref>

Geißblätter in Literatur und Kunst[Bearbeiten]

Geißblätter wurden wohl zuerst in der medizinischen und naturkundlichen Literatur beschrieben. Spätestens seit dem Hochmittelalter waren die Pflanzen ein Motiv in der höfischen Dichtung. Das Motiv der sich windenden Pflanze als Bild für die Untrennbarkeit eines Liebespaares findet sich zuerst in der mittelalterlichen Versdichtung. Die als „Jelängerjelieber“ bezeichneten Pflanzen stehen seit dem Mittelalter für lang anhaltenden Genuss, für Dauer und Beständigkeit.

Detaillierter Artikel → Gudrun Raatschen: Geißblatt. In: RDK Labor. Zentralinstitut für Kunstgeschichte, 2014;.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Qiner Yang, Sven Landrein, Joanna Osborne, Renata Borosova: Caprifoliaceae. In: (Abschnitte Beschreibung, Systematik und Verbreitung)
  • Rubina Akhtar Rafiq: Flora of Pakistan 174: Caprifoliaceae. Department of Botany, University of Karachi, Karachi 1986, S. 11–32 Lonicera bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum
  • Hermann Meusel, Rudolf Schubert (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 7. („1.“) stark bearbeitete und ergänzte Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen, Volk und Wissen, Berlin 1972.
  • Kazimierz Browicz: Lonicera L. In:
  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 5., aktualisierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8186-0016-7, S. 384–397.
  • Marilena Idžojtić: Dendrology. Academic Press, 2019, ISBN 978-0-12-819644-1, S. 382–392.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="deutsch"> Deutscher Name nach </ref> <ref name="Burkhardt2018"> Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018. [1] </ref> <ref name="Euro+Med"> E. von Raab-Straube (2017+): Caprifoliaceae. Datenblatt Lonicera In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="FoC2011"> Qiner Yang, Sven Landrein, Joanna Osborne, Renata Borosova: Caprifoliaceae. In: </ref> <ref name="FlIb"> T. Ruíz Téllez, Juan Antonio Devesa: Lonicera. In: Santiago Castroviejo, Juan Antonio Devesa, Raul Gonzalo, Alberto Herrero (Hrsg.): Flora Ibérica. Plantas Vasculares de la Península Ibérica e Islas Baleares. Vol. XV. Rubiaceae – Dipsacaceae. Real Jardín Botánico, CSIC, Madrid 2007, ISBN 978-84-00-08567-4, S. 168–190 (floraiberica.es [PDF]). </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 173 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D1%26issue%3D%26spage%3D173%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref> <ref name="Britton & Brown"> Nathaniel Lord Britton, Addison Brown: An illustrated flora of the northern United States, Canada and the British possessions: from Newfoundland to the parallel of the southern boundary of Virginia, and from the Atlantic Ocean westward to the 102d meridian. 2. Auflage, Band 3, C. Scribner’s sons, New York 1913, S. 277. Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A940%26volume%3D3%26issue%3D%26spage%3D277%26date%3D1913~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D </ref> <ref name="RDK Labor"> Gudrun Raatschen: Geißblatt. In: RDK Labor. Zentralinstitut für Kunstgeschichte, 2014, abgerufen am 25. Dezember 2025. </ref> <ref name="NaturaDB"> Heckenkirschen - alle Arten und Sorten. In: NaturaDB. Maseto GmbH, abgerufen am 23. Dezember 2025. </ref> <ref name="galasearch"> Pflanzen – Verwalten Sie ihre Pflanzen. In: galasearch – Die Pflanzendatenbank der Gartenarchitektur. galasearch GbR, abgerufen am 23. Dezember 2025. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Heckenkirschen (Lonicera) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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