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Lothar (Wied)

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(Weitergeleitet von Lothar von Wied)
Wappen der Grafen zu Wied aus der Urkunde von 1218

Lothar von Wied († 1. März 1244 auf Burg Wied) war, als Nachfolger seines Bruders Georg, von 1219 bis 1243 regierender Graf zu Wied und von 1220 an auch kurkölnischer Vogt von Andernach.<ref name="gensicke">Hellmuth Gensicke: Landesgeschichte des Westerwaldes. 3. Auflage. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1958/1999, ISBN 3-922244-80-7, S. 253 ff.</ref><ref name="tullius">Wilhelm Tullius: Die wechselvolle Geschichte des Hauses Wied. 1. Auflage. Verlag Kehrein, Neuwied 2003, ISBN 3-934125-02-6, S. 18 ff.</ref>

Herkunft[Bearbeiten]

Lothar war ein Sohn von Dietrich I. von Wied. Der Name seiner Mutter ist nicht bekannt. Der Trierer Erzbischof und Kurfürst Theoderich II. von Wied (um 1170–1242) war einer seiner Brüder.<ref name="gensicke" /><ref name="tullius" />

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Am 10. Januar 1218 wurde Lothar in einer Urkunde als Gerichtsherr genannt, das Gericht fand auf dem Schönfeld bei Heimbach statt. Hier hatte bereits Metfried, ein Vorfahre Lothars und Gaugraf im Engersgau, die Hohe Gerichtsbarkeit ausgeübt. Diese Urkunde von 1218 trug zum ersten Mal das gräflich-wiedische Wappensiegel in Form von fünf roten Schrägbalken auf goldenem Grund.<ref name="gensicke" /><ref name="tullius" /> Ein Jahr später findet sich ein Reitersiegel Lothars mit einem Vogelwappen. Dieser Vogel wird später als Pfau auf dem Wappen von 1218 getragen.

Mit seinem Tod erlosch das erste Grafenhauses zu Wied.

Familie[Bearbeiten]

Lothar heiratete 1220 Lukardis (Liutgard) von Leiningen († um 1235), Witwe des Grafen Simon II. von Saarbrücken († nach 1207), Tochter von Emich III. Graf von Leiningen. (1125–1187) und Elisabeth (Elise) von Eberstein, Lukardis hatte aus der ersten Ehe sieben Kinder:

Lothars Ehe mit Lukardis blieb kinderlos.<ref name="gensicke" /> Lukardis wählte ihre Begräbnisstätte in der Abtei Rommersdoerf, in der auch Lothar begraben wurde.<ref>Schulze, Heiko K. L, Mainz, Die ehemalige Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf; Selbstverlag der Gesellschaft für Mittelrhein. Kirchengeschichte, 1983, Kapitel 8.2, Verzeichnis der in den Quellen und in der Literatur nachweisbaren Begräbnisse in Rommersdorf, S. 248 [1]</ref>

Erbfolge[Bearbeiten]

Da Lothar kinderlos blieb und nach dem Tod seiner Ehefrau um 1235 außer seinem Bruder Theoderich auch alle anderen Brüder ohne Nachkommen verstorben waren, blieben als Erben die Söhne seiner beiden Schwestern:<ref name="gensicke" />

Zwei der Vettern waren Arnold von Isenburg (1190–1259), Erzbischof von Trier, und Siegfried von Eppstein (1194–1249), Erzbischof von Mainz.

Am 27. November 1240 schlossen die Isenburger und die Eppsteiner Vettern einen Vergleich. Darin wurde vereinbart, dass die „weltlichen Söhne“ der beiden verstorbenen Schwestern Theodora und Isalda die Grafschaft Wied gemeinschaftlich und ungeteilt besitzen sollten. Bei etwaigen Streitigkeiten war dem Schiedsspruch der „geistlichen Brüder“, die auch den Vergleich initiiert hatten, zu folgen.<ref name="wirtgen">Philipp Wirtgen: Neuwied und seine Umgebung in beschreibender, geschichtlicher und naturhistorischer Darstellung. Heuser, Neuwied 1891, S. 178 ff.</ref>

Pfalzgraf Otto bei Rhein belehnte bereits 1238 die Brüder Bruno und Dietrich von Isenburg auf den Todesfall ihres Onkels Lothar mit der Grafschaft Wied und allen Gütern, die dieser vom Pfalzgrafen zu Lehen hatte.<ref name="gensicke" /><ref name="wirtgen" /> Am 5. März 1243 übertrug Lothar seine Lehen an Bruno und Dietrich von Isenburg. Er starb am 1. März 1244.<ref name="gensicke" />

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Tullius: Die wechselvolle Geschichte des Hauses Wied. 1. Auflage. Kehrein, Neuwied 2002, ISBN 3-934125-02-6

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

VorgängerAmtNachfolger
Georg von WiedGraf von Wied

1219–1243
Bruno II. von Braunsberg (⅓),
Dietrich „der Ältere“ von Isenburg (⅓),
Gottfried II. (⅓)