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L1CAM-Syndrom

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(Weitergeleitet von MASA-Syndrom)
Klassifikation nach ICD-10
Q04.8 Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungen des Gehirns
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11 Das L1CAM-Syndrom oder L1-Syndrom ist eine sehr seltene x-chromosomal vererbliche Erkrankung mit einer Kombination von adduziertem Daumen, Spastik und unterschiedlichen Hirnveränderungen.<ref name="Orpha">Eintrag zu L1-Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Synonyme sind: CRASH-Syndrom (Akronym für Corpus-Callosum-Hypoplasie, (geistige) Retardierung, Adduzierte Daumen, Spastische Paraplegie und Hydrozephalus)<ref name="Fransen">E. Fransen, V. Lemmon, G. Van Camp, L. Vits, P. Coucke, P. J. Willems: CRASH syndrome: clinical spectrum of corpus callosum hypoplasia, retardation, adducted thumbs, spastic paraparesis and hydrocephalus due to mutations in one single gene, L1. In: European journal of human genetics : EJHG. Band 3, Nummer 5, 1995, S. 273–284, ISSN 1018-4813. PMID 8556302. (Review).</ref>; Gareis-Mason-Syndrom<ref>F. J. Gareis, J. D. Mason: X-linked mental retardation associated with bilateral clasp thumb anomaly. In: American journal of medical genetics. Band 17, Nummer 1, Januar 1984, S. 333–338, ISSN 0148-7299. doi:10.1002/ajmg.1320170126. PMID 6538753.</ref>

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Häufigkeit ist nicht bekannt, wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, die Vererbung erfolgt x-chromosomal-rezessiv.<ref name="Orpha" />

Ursache[Bearbeiten]

Der Erkrankung liegen Mutationen im L1CAM-Gen an Genlocus Xq28 zugrunde, welches das neurale Zelladhäsionsmolekül kodiert.<ref name="Orpha" />

Klinische Erscheinungen[Bearbeiten]

Der Gendefekt kann sich klinisch sehr unterschiedlich manifestieren mit geringen bis schweren Beeinträchtigungen. Daher existieren aufgrund klinischer Beschreibung verschiedene scheinbar selbständige Erkrankungen mit entsprechenden Bezeichnungen.<ref>GeneReviews</ref><ref>Roger N. Rosenberg, Juan M. Pascual: Rosenberg's Molecular and Genetic Basis of Neurological and Psychiatric Disease. 5. Auflage. 2015, ISBN 978-0-12-410529-4, S. 1391.</ref><ref>L1 Cell Adhesion Molecule. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (englisch)</ref>

Erste Symptome zeigen sich häufig vor oder kurz nach der Geburt, können aber auch erst später zutage treten.

Vereinzelt kommt auch eine Kombination mit dem Morbus Hirschsprung vor. Bei weiblichen Überträgerinnen kommen allenfalls geringere Veränderungen wie adduzierte Daumen vor.<ref name="Orpha" />

X-chromosomaler Hydrozephalus mit Aquäduktstenose (HSAS)[Bearbeiten]

MASA-Syndrom[Bearbeiten]

Akronym für Mentale Retardierung, Aphasie, Schlurfendes Gangbild und Adduzierte Daumen.<ref>J. W. Bianchine, R. C. Lewis: The MASA syndrome: a new heritable mental retardation syndrome. In: Clinical genetics. Band 5, Nummer 4, 1974, S. 298–306, ISSN 0009-9163. PMID 4855169.</ref><ref>MASA syndrome. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (englisch)</ref>

  • Leichte bis mäßige geistige Behinderung
  • Verzögerter Sprechbeginn
  • Muskelhypotonie sich in Spastik verschlechternd
  • adduziertem Daumen aufgrund eines Muskeldefektes der Daumen-Extensoren
  • Erweiterung des III. Hirnventrikels

SPG1 (X-chromosomale komplizierte hereditäre spastische Paraplegie Typ I)[Bearbeiten]

  • Spastische Paraplegie
  • Leichte bis mäßige geistige Behinderung
  • Normale Kernspintomographie des Gehirns

X-chromosomale komplizierte Corpus-callosum-Agenesie[Bearbeiten]

  • Variable spastische Paraplegie
  • Leichte bis mäßige geistige Behinderung
  • Balkenmangel von Dysplasie über Hypoplasie bis Aplasie<ref>P. J. Willems, O. F. Brouwer, I. Dijkstra, J. Wilmink: X-linked hydrocephalus. In: American journal of medical genetics. Band 27, Nummer 4, August 1987, S. 921–928, ISSN 0148-7299. doi:10.1002/ajmg.1320270419. PMID 3425602.</ref><ref>Corpus callosum, partial agenesis of . In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (englisch)</ref>

Diagnose[Bearbeiten]

Eine vorgeburtliche Diagnosestellung ist möglich.<ref name="Fransen" />

Die Kombination klinischer Befunde ist wegweisend. Lässt sich in der Kernspintomographie ein beidseitiges Fehlen des Tractus corticospinales nachweisen, gilt das nahezu als pathognomonisch.<ref name="Orpha" />

Differentialdiagnostik[Bearbeiten]

Abzugrenzen sind andere Ursachen für Hydrozephalus und Spastische Paraplegie.<ref name="Orpha" />

Aussichten[Bearbeiten]

Die Prognose hängt vom Ausmaß der Veränderungen ab.<ref name="Orpha" />

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Weblinks[Bearbeiten]

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