Mīrchānd
Mīrchānd (persisch ميرخواند, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); * 1433 in Balch, heute Afghanistan; † 22. Juni 1498 in Harāt<ref name="Britannica">Mirkhwand. In: Encyclopædia Britannica. Abgerufen am 28. August 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) war ein persischer Geschichtsschreiber und Sayyid zur Zeit der Timuriden. Weitere Namensformen sind u. a. Mirkhond, Mir Hwand (Mīrḫwānd), Muhammad Ibn Khavand Shah und Muhammad Bin Khavendshah Bin Mahmud.
Leben[Bearbeiten]
Muhammad bin Chāvandschāh bin Mahmūd widmete sich bereits in früher Jugend historischen Studien und der Literatur im Allgemeinen. Er verbrachte den Großteil seines Lebens in Herat am Hof des Sultans Ḥusayn Bayqarah und lebte im Schutz von dessen Minister und Schriftstellers Mir ʿAli Schir Nawāʾi, der als Literaturmäzen galt. Auf Wunsch dieses Gönners begann er um 1474 damit,<ref name="Britannica" /> sein umfangreiches siebenbändiges Werk Raudat-ussafä auch Raużat aṣ-ṣafāʾ persisch روضة الصفا فى سيرة الانبيآء و الملوك و الخلفآ, ‚Der Garten der Reinheit, über das Leben der Propheten, Könige und Nachfolger‘ „Garten der Lauterkeit“, mit Metaphern in phrasenhaftem und bilderreichen Stil zu schreiben. Er verfasste sein allgemeines Geschichtswerk, das bis ins Jahr 1523 reicht, im Kloster Khilāsīyah in persischer Sprache. Dabei stützte er sich auf arabische Quellen, die er ins Persische übertrug bearbeitete oder zitierte aus persische Geschichtswerken. Im ersten Band beschäftigte er sich mit der Schöpfung der Welt bis hin zum Ende der Herrschaft der Sassaniden. Band zwei erzählt von der Zeit des Propheten Mubammad bis zum Tod des vierten Kalifen ʿAlī. Im dritten Band geht es um die Imāme, die Umayyaden und die Abbäsiden. Band vier behandelt die kleineren asiatischen Dynastien bis zur Zeit Timūrs. Im fünften Band geht es um Tschingizchān und seine Nachfolger und Band sechst beschreibt Timūr und die Abzweigungen seiner Familie bis zum Tode Sultan Abu Sa'id im Jahr 1469. Band sieben beginnt mit der Regierungszeit Sultan Hoseins von Harāt und endet mit einem geographischen Appendix. Die beiden letzten Bände wurden nur teilweise von Mīrchānd selbst verfasst, sie wurden von seinem Enkel Ghiyāth-uddīn bin Humäm-uddīn Chvāndamīr (Chondemir, Khwandamir; 1475–1534) fertig gestellt.<ref>Christian Bartholomae: Grundriss der iranischen Philologie. K. J. Trübner, Strassburg 1895, S. 356 (Textarchiv – Internet Archive).</ref> Von Mīrchānds Werk wurden zahlreiche Abschriften angefertigt.
Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]
- Raudat-Us-Safa. (persisch, archive.org, Handschrift).
Auszüge oder Abschnitte aus seinem Werk wurden von unterschiedlichen Autoren übersetzt und kommentiert herausgegeben:
- Friedrich Wilken: Mohammedis Filii Chavendschahi vvlgo Mirchondi Historia Samanidarum, Persice. Henrici Dieterich, Göttingen 1808 (persisch, Latein, archive.org – Geschichte der Samaniden).
- Friderich Wilken: Historia Gasnevidarum pers. et latine. Berlin 1832 (persisch, Latein, digitale-sammlungen.de – Geschichte der Ghaznawiden).
- Friedrich Wilken: Geschichte der Sultane aus dem Ggeschlechte Bujeh nach Mirchond. Berlin 1835 (persisch, deutsch, Textarchiv – Internet Archive).
- Johann August Vullers: Mirchonds Geschichte der Seldschuken. Aus dem Persischen zum ersten Mal übersetzt und mit historischen, geographischen und literarischen Anmerkungen erläutert. Verlag der J. Ricker’scbeu Buchhandlung, Gießen 1837 (Textarchiv – Internet Archive).
- Charles Defrémery: Mīrḫwānd. Histoire des sultans Ghourides. Paris 1843.
- Charles Defrémery: Histoire des Samanides. Paris 1845 (persisch, französisch, archive.org).
- W. H. Morley: The History of the Atibaks of Syria and Persia. London 1848.
Mirchonds Enkel erstellte noch zu Lebzeiten seines Großvaters (um 1495) einen Auszug Quintessenz der Nachrichten. Er verfasste ab 1521 zudem selbst eine Weltgeschichte, die er unter dem Titel Habîb-essijar veröffentlichte.
Literatur[Bearbeiten]
- Mirchond, Hamameddin M. Mohammed, pers. Geschichtschreiber. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 11, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 672.
Weblinks[Bearbeiten]
- Mirkhwand. In: Encyclopædia Britannica. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- Mīrkhwānd, Muḥammad ibn Khāvandshāh, 1433–1498 marco.ox.ac.uk (Manuskripte)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mīrchānd |
| ALTERNATIVNAMEN | Muhammad bin Chāvandschāh bin Mahmūd; Mirchond, Hamameddin (Meyers); Mir Khwand Muhammad; Mīrḫwānd; Mírkwánd, Muhammad ibn Kháwand Sháh; Mīr kḫavānd; Muḥammad Ibn-Ḫāwand Šāh Balḫī maʿrūf ba-Mīrḫwand; Mirkhond (British Library) |
| KURZBESCHREIBUNG | persischer oder arabischer Geschichtsschreiber |
| GEBURTSDATUM | 1433 |
| GEBURTSORT | Balch |
| STERBEDATUM | 22. Juni 1498 |
| STERBEORT | Herat |