Oro-fazio-digitales Syndrom Typ 2
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| Q87.0 | Angeborene Fehlbildungssyndrome mit vorwiegender Beteiligung des Gesichtes |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11
Das Oro-fazio-digitales Syndrom Typ 2 oder (OFD II) ist eine sehr seltene angeborene Erkrankung (Dysmorphiesyndrom) mit einer Kombination von Deformitäten von Hand und Fuß, Gesicht, Oberlippenspalte und Hamartome der Zunge und gehört zu den Oro-fazio-digitalen Syndromen.<ref name="Leiber"></ref><ref name="Orpha">Eintrag zu Oro-fazio-digitales Syndrom Typ 2. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)Vorlage:Abrufdatum</ref>
Synonyme sind: Mohr-Syndrom; Mohr-Claussen-Syndrom
Die Bezeichnung bezieht sich auf die Autoren der Erstbeschreibung aus dem Jahre 1941 durch den norwegischen Humangenetiker Lous Mohr (1886–1967)<ref>O. L. Mohr: A hereditary lethal syndrome in man. In: Avh. Norske Videnskad, 1941, Band 14, Oslo, S. 1–18.</ref> sowie einer Verlaufsbeobachtung der betroffenen Familie im Jahre 1946 durch den norwegischen Genetiker O. Claussen.<ref>O. Claussen: Et arvelig syndrom omfattende tungemissdannelse og polydaktyli. In: Nordisk Medicin, 1946, Band 30, S. 1147–1151.</ref>
Das Syndrom ist nicht zu verwechseln mit dem Mohr-Majewski-Syndrom.
Verbreitung und Ursache[Bearbeiten]
Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, die Vererbung erfolgt vermutlich autosomal-rezessiv. Etwa 20 Fälle wurden bisher beschrieben. Die Ätiologie ist bislang nicht bekannt.<ref name="Orpha" />
Klinische Erscheinungen[Bearbeiten]
Klinische Kriterien sind:<ref name="Leiber" /><ref name="Orpha" />
- Wachstumsrückstand mit Kleinwuchs
- Extremitätenveränderungen: präaxiale Polydaktylie beider Hände und Füße mit partieller Doppelanlage der Großzehe, Brachydaktylie, Syndaktylie und Klinodaktylie
- Gesichtsveränderungen: Hypoplasie des Mittelgesichtes, Hypertelorismus, abfallende Augenlidachsen, breite Nasenwurzel, gekerbte Nasenspitze, Gaumenspalte, zu kleine und gelappte Zunge, dickes Zungenbändchen, kleines Kinn, tiefsitzende Ohren und Fehlen von Zähnen
- Skoliose, Trichterbrust, Muskelhypotonie
- Schallleitungsschwerhörigkeit
- Veränderungen am Zentralnervensystem: Mikrozephalie, Porenzephalie und Hydrozephalus, Zyste über dem Tentorium cerebelli
Differentialdiagnose[Bearbeiten]
Abzugrenzen sind andere Typen des Oro-fazio-digitalen Syndromes. Die Atrophie des Kleinhirnes gilt als diagnostisches Leitkriterium.<ref name="Orpha" />
Literatur[Bearbeiten]
- A. Rhouma, G. Horneff: Mohr-Claussen-Syndrom oder Oro-Facial-Digitales Syndrom (OFDS) Typ II In: Klinische Pädiatrie, Band 226, Nr. 2, April 2014, S. 78–79;ISSN 1439-3824, doi:10.1055/s-0033-1363243. PMID 24643746.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Weblinks[Bearbeiten]
- Mohr syndrome. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (englisch)